Forum: Wirtschaft
Höhere Strompreise gerechtfertigt?

Es geht schon wieder los: Deutschlands fünftgrößter Versorger EWE verlangt ab Januar im Schnitt 14 Prozent mehr für den Strom. Auch der Energiekonzern Vattenfall will seine Preise deutlich erhöhen. Andere Branchenvertreter dürften bald folgen. Zu Recht?

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derweise 24.04.2010, 13:44
540. Solarstrom kostet 47 Cents / kWh

Solarstrom kostet 47 Cents /kWh. Demgegenüber kostet Kraftwerksstrom ca. 5 Cents. Wir sollten bei den Tatsachen bleiben!

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erlachma 24.04.2010, 13:56
541.

Zitat von derweise
Solarstrom kostet 47 Cents /kWh. Demgegenüber kostet Kraftwerksstrom ca. 5 Cents. Wir sollten bei den Tatsachen bleiben!
Wo?
Solarstrom kostet, wenn man eine aktuelle Anlage anschafft, etwa 15ct/kWh (Aktueller Preis: ca. 80ct/installiertes Watt, 1000 Sonnenstunden in Deutschland (in Süddeutschland wären es sogar 1100), Installationskosten der Anlage 5000 Euro. Macht alles in allem für eine 4000kWh/Jahr-Anlage: 4000*0.80+5000 ergo ca. 8500 Euro.
Damit kostet der Strom real (d.h. ohne Subvention):
Auf 1 Jahr: 2,12 Euro.
Auf 5 Jahre: 0,42 Euro
Auf 10 Jahre: 0,21 Euro
Auf 20 Jahre: 0,10 Euro (und so lange läuft so eine Anlage in der Regel, selbst wenn man Leistungsverlust mit einrechnet - und dafür die Minderannahmen an Sonnenstunden dagegenrechnet)

Konventioneller Strom wird dagegen in 20 Jahren vermutlich auf dem doppelten Niveau wie heute sein. Ihre 5ct sind ja auch der Preis der Strombörse, der mit den realen Kosten rein gar nichts zu tun hat - Beispielsweise kostet die kWh aus Atomstrom real weit über 1000 Euro (die aber der Staat über Jahrhunderte abzahlt).

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RicmanX 24.04.2010, 13:59
542.

Zitat von derweise
Solarstrom kostet 47 Cents /kWh. Demgegenüber kostet Kraftwerksstrom ca. 5 Cents. Wir sollten bei den Tatsachen bleiben!
10 Jahre bevor der 1. fossile Rohstoff zur Neige geht, weil mehr als 7-8km tiefer Abbau einfach nicht zu machen ist, wird dieser einfach mal 5 Eur/kWh kosten. Und da Verkaufspreise in einem Verkäufermarkt sich am teuersten Teilgut orientieren, wirds lustig werden. Ganz abgesehen davon, dass ja gewisse Kapazitäten wegfallen werden.

Ergo: fossile Rohstoffe haben eine Preiskurve die einer Exponentialfunktion gleicht, erneuerbare die einer 1/x-Funktion.

Es steht einer jeden Gesellschaft frei vorzusorgen. Und vielleicht ist ein Weizen in der Kornkammer besser als ein Mammut am Ende der Eiszeit.

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Koksnutte 24.04.2010, 14:14
543.

Zitat von becksthewombat
Ich persönlich finde besonders die Solarsuventionen auch sehr überzogen aber was sie hier von sich geben ist absoluter Schwachsinn. Aber naja, viele Diskussionen über die Energiewirtschaft aus diesem Forum haben ja doch recht deutlich gezeiht, dass die Lobby hier stark vertreten ist...
Ich finde die in keinster Weise überzogen. Da war halt mal nötig, um einem weltweiten Umdenken in der Energiegewinnung Anschub zu geben. Und dabei sicherlich gut in die Zukunft investiert. Allemal besser als die Billiarden Subventionen die die Kernenergie weltweit erhalten hat - und in den nächsten Millionen Jahren erhalten wird, wenn es denn einer erlebt. Oder hat sich schon mal einer ausgerechnet, was ein Hausmeister Kostet, der eine Million Jahre im Zwischenlager Gorleben die Fässer abstaubt und Glühlampen austauscht? Leider sieht man ja an Asse bereits jetzt, dass es allein mit dem Hausmeister wohl nicht getan sein wird.

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bürgerschreck 24.04.2010, 15:25
544. Quark mit Soße.....

Zitat von RicmanX
10 Jahre bevor der 1. fossile Rohstoff zur Neige geht, weil mehr als 7-8km tiefer Abbau einfach nicht zu machen ist, wird dieser einfach mal 5 Eur/kWh kosten. Und da Verkaufspreise in einem Verkäufermarkt sich am teuersten Teilgut orientieren, wirds lustig werden. Ganz abgesehen davon, dass ja gewisse Kapazitäten wegfallen werden.
Die Vorräte an fossilen Rohstoffen für die Energieerzeugung reichen länger aus, als unsere Atmosphäre es verkraften könnte. In den USA, Südafrika, Rußland und Australien gibt es Vorkommen, die noch mehr als 100 Jahre reichen. Dazu deutsche Braunkohle und das neuerdings sehr begehrte Erdgas aus Schiefer etc. Auf 5 Euro pro kWh wird da nix steigen.
Außerdem dürfen sich viele Menschen die Kosten nicht leisten können, v.a. in Entwicklungsländern, was den Verbrauch nachhaltig senken würde.

Zitat von RicmanX
Ergo: fossile Rohstoffe haben eine Preiskurve die einer Exponentialfunktion gleicht, erneuerbare die einer 1/x-Funktion.
Wenn dem so wäre, würden die erneuerbaren die fossilen innerhalb weniger Jahre verdrängen. Wie schnell es gehen kann, zeigen zur Zeit die USA beim Ausbau der Windenergie. Innerhalb von 2 Jahren bauen die Kapazitäten auf, die allen deutschen Anlagen der letzen 15 Jahre entsprechen.

Zitat von RicmanX
Es steht einer jeden Gesellschaft frei vorzusorgen. Und vielleicht ist ein Weizen in der Kornkammer besser als ein Mammut am Ende der Eiszeit.
Wenn man sich die Lebensdauer von PV-Anlagen ansieht, kann man von Vorsorge nicth sprechen. Nach 20 Jahren haben die nur noch musealen Charakter. Und Energie läßt sich bekanntlich nicht so leicht speichern....

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rkinfo 24.04.2010, 15:25
545.

Zitat von Gast_temporär
Noch ein Witz zum Abschluss: Einer Meldung zufolge wird wegen der hohen Nachfrage auch ausländische Wasserkraft in Deutschland als Ökostrom verkauft. Eine geniale Lösung, bei der alle zufrieden sind: Die Ausländer, weil sie mit deutscher Hilfe ohne Arbeit Zusatzgewinne machen und die Deutschen, weil sie glauben, etwas Gutes getan zuhaben. Da die anderen Länder nicht so sehr auf Ökostrom stehen wie die Deutschen, kaufen diese im Gegenzug auf dem Papier Kohle- oder Atomstrom aus Deutschland.
Der Strom kommt (fast) immer von nebenan.

Allerdings lohnen sich in vielen Regionen Europas oder der Welt nur Investments in EEs wie Wasserkraft wenn erhöhte Vergütung dafür langfristig zu erwarten ist.
Und beim CO2 ist es eh egal wo es anfällt - die Wirkung ist weltweit.

Andere Länder - wie z.B. Griechenland - andere Vorstellung über 'nachhaltiges' Wirtschaften. Die Erfolgsstorie dazu an andere Stelle beim SPIEGEL ...

Dass die Strompreise an der Börse schon sinken bekommt der Verbraucher wg. langfristigen Verträge der Erzeuger nur verspätet als Vorteil mit.
Der Strommarkt war aber schon immer langfristig angelegt ... mal Griechenland ausgenommen.

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Fackus 24.04.2010, 15:47
546.

Mal abgesehen davon, daß es schon interessant wäre, wie auf so einem Elektron draufsteht, ob es nun aus einem Kuhfurz oder einem KKW erzeugt wurde ... (vielleicht kann ein echter Öko ja Ekeltronen von Elektronen unterscheiden :) ...

Also: Wenn die Anbieter Elektronen mit Ökoaufpapper liefern können, sollte es doch auch möglich sein, reinen KKW-Strom zu beziehen. Ich frag da mal nach. Die Windradbande geht mir nämlich gehörig auf den Zwirn.

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L0u 24.04.2010, 19:11
548. fakt ist..

..dass, wenn alle leute mal nachforschen, aus welchen energieträgern ihr strom kommt, dann werden sie feststellen, dass ein großteil aus kernkraft kommt! das problem liegt ja wohl nicht an der sicherheit, mal ehrlich, deutschland ist sicherlich in fragen sicherheitsrichtlinien und im einhalten irgendwelcher vorschriften an erster stelle in der ganzen welt..sowas wie tschernobyl ist in deutschland unmöglich! und wenn da mal ein kondensatorenblock brennt..meine fresse, da muss man nicht gleich ein mediales fass aufmachen! das einzige problem was sich ergibt, ist, dass deutschland es vor zig jahren einfach nicht auf die reihe gebracht hat, ein ordentliches und sicheres endlager zu errichten(da frage ich mich auch, warum nicht)...wenn dieses problem gelöst ist, ist atomkraft die beste energiequelle überhaupt! es gab da mal berechnungen, man könnte quasi ganz deutschland mit windkraftanlagen und solar zubauen, reicht alles nicht aus um komplett auf atomkraft zu verzichten! das ist ein fakt, den mit mal son öko abstreiten soll!
ich unterstelle vielen gegnern jetzt auch mal einfach, dass unter ihnen wahrscheinlich die schlimmsten "standby-liebhaber" vertreten sind...jaja, aber schön grüne energie und dann noch über preiserhöhungen wundern...

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Roppichan 25.04.2010, 02:36
549. Tschernobyl unmöglich ?

Hier in diesem Forum haben viele tolle Leute mir
gute Argumente für eine alternative Energiepolitik
gegeben (in diesem Falle binde ich Ethik/Moral mit ein).
Falsch aber ist es zu glauben, dass deutsche AKW´s
sicher sind.Tschernobyl und vor allem die Japaner,
beweisen doch, wie es um die Sicherheit der AKW´s
besteht.
Habe selber als Sachverständiger in Japan gearbeitet
und habe Schlimmes gesehen. Warum sollte das hier in
Deutschland anders sein ?
Mit meinem super gefährlichen 18 Jahre altem Auto muss
ich alle zwei Jahre zum TÜV, weil mir keiner glaubt
dass meine Frau die Laufzeit des Autos um 12 Jahre
verlängert hat. Zur Info - meine Frau ist shintoistische
Vodoo Priesterin. Bei Autos gilt - je älter desto unsicherer und bei AKW´s ist es andersherum - je älter
desto sicherer. Sonst wäre ja schon längst etwas passiert ...
Zitat von L0u
..dass, wenn alle leute mal nachforschen, aus welchen energieträgern ihr strom kommt, dann werden sie feststellen, dass ein großteil aus kernkraft kommt! das problem liegt ja wohl nicht an der sicherheit, mal ehrlich, deutschland ist sicherlich in fragen sicherheitsrichtlinien und im einhalten irgendwelcher vorschriften an erster stelle in der ganzen welt..sowas wie tschernobyl ist in deutschland unmöglich! und wenn da mal ein kondensatorenblock brennt..meine fresse, da muss man nicht gleich ein mediales fass aufmachen! das einzige problem was sich ergibt, ist, dass deutschland es vor zig jahren einfach nicht auf die reihe gebracht hat, ein ordentliches und sicheres endlager zu errichten(da frage ich mich auch, warum nicht)...wenn dieses problem gelöst ist, ist atomkraft die beste energiequelle überhaupt! es gab da mal berechnungen, man könnte quasi ganz deutschland mit windkraftanlagen und solar zubauen, reicht alles nicht aus um komplett auf atomkraft zu verzichten! das ist ein fakt, den mit mal son öko abstreiten soll! ich unterstelle vielen gegnern jetzt auch mal einfach, dass unter ihnen wahrscheinlich die schlimmsten "standby-liebhaber" vertreten sind...jaja, aber schön grüne energie und dann noch über preiserhöhungen wundern...

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