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Hohe Mieten und Nebenkosten: Wohnen wird zum Schuldenrisiko
Julian Stratenschulte/DPA

Teure Mieten und steigende Nebenkosten könnten immer mehr Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten bringen. Schuldnerberater machen Vorschläge, um das Problem zu entschärfen.

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AndreasVogel 15.05.2019, 09:54
10. Ich höre immer nur von bösen und gierigen Vermietern

Aber wer bitte schützt die Vermieter, vor Mietern die ihre Miete nicht zahlen, das Haus und die angemietete Wohnung im schrottreifen Zustand hinterlassen und zu 12! in einer Wohnung leben?!

Sie pinkeln aus dem Fenster, werden den Müll und die Lebensmittel aus dem Fenster.

Die Kosten explodieren, die Caritas sagt alles nicht so schlimm, die Nachbarn beschweren sich zu recht und das Ordnungsamt schreibt eine Anzeige nach der anderen, natürlich gegen den Besitzer des kleinen Hauses, nicht gegen die Mieter!

Wer schützt uns bösen und gierigen Vermieter, gegen solche Mieter?!

Ich übergebe jede Wohnung frisch renoviert und einwandfrei, gehe meiner geregelten Arbeit nach um das alles, in Vorleistung, bezahlen zu können.

Aber wo sind meine Rechte?
Auf schriftliche Anfrage beim Ordnungsamt, ob die 12 dauerhaft dort wohnten Menschen (die natürlich keinen Cent mehr trotz der Belegung und der rasant steigenden Nebenkosten) dort gemeldet sind, bekommt man die Antwort, dafür sind wir leider nicht zuständig. Bitte gehen sie selber in die Wohnung und kontrollieren Sie die Ausweise.
Sie können uns gerne das Ergebnis danach mitteilen.

Wir Vermieter sind immer in der Kritik aber wer sieht, was wir ( und sehr viele Vermieter sind so wie ich) alles Leisten und zahlen müssen, und was wie dafür bekommen?!

Wenn das mit den Mieterrechten stärken und Vermieter weiter drangsalieren so weiter geht, muss dich bald keiner mehr wundern, das private Vermieter verschwinden, ihr schwer verdientes Geld in andere Anlagen stecken und der Wohnungsmarkt noch enger wird.

Gut gemacht liebe Parteien, Verbände und Gewerkschaften.

Dann haben wir nur noch Großkonzerne, die anders handeln. Dann ist es aber zu spät. Viel zu spät!

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suplesse 15.05.2019, 09:56
11. Da bleiben nur drei Möglichkeiten!

Als erstes sollte man prüfen, ob die Wohnung nicht mehr dem ortsüblichen Mietpreisgefüge entspricht. Wenn nicht, dann erst zum Vermieter mit der Aufforderung das anzupassen. Wenn er bockig ist, dann zum Anwalt. Wenn die Wohnung sich im Mietspiegel toleranten Feld befindet, dann entweder raus aus der Wohnung und sich eine günstigere Wohnung suchen. Ja , ich weis, das ist nicht leicht. Oder aber man fängt an zu sparen, was immer da eingespart werden kann.

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nadennmallos 15.05.2019, 10:00
12. Umgekehrt wird auch ein Schuh draus: ...

... hohe Renovierungskosten, steigende Nebenkosten und ständig nörgelnde Mieter die nicht zahlen wollen könnten immer mehr Wohnungsbesitzer in Zahlungsschwierigkeiten bringen.

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tomwessel85 15.05.2019, 10:07
13.

Damit Wohnen für Kleinverdiener nicht zu günstig wird hat meine westdeutsche Pleitestadt in den letzten drei Jahren sämtlichen kommunalen Wohnraum an sie wissen schon wen verteilen können und zum 1. Januar 2019 die Grundsteuer um 40% auf 890 Hebesatz angehoben.
Gleichzeitig wird die Vergabe von neuem Baugrund erfolgreich seit vielen Jahren verhindert.

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whitewisent 15.05.2019, 10:07
14.

Es gibt ein klares Mißverständnis bei vielen Menschen. Sie gehen davon aus, ein Anrecht auf Urlaub, Spaß und selbstgewählte Freizeitaktivitäten zu haben, die zuerst zu bezahlen sind, der Rest regelt sich von selbst.

Dazu gehört auch ein Anspruch an bestimmte Wohnverhältnisse, die man für "normal" hält. Zum Beispiel bei Wohnräumen Anzahl der Personen +1. Also bei einem Paar nicht nur Wohn- und Schlafzimmer, sondern auch ein Arbeitszimmer. Das Ganze einhergehend mit einem immer größeren Wohnbedarf. Nutzte der Berliner vor 30 Jahren noch vierzig Quadratmeter, sind es heute achtundvierzig im Schnitt. Also 20 Prozent mehr. Wer diese Differenz nicht bezahlen kann oder will, muss nicht zurück ins 19.Jahrhundert, sondern einfach nur so leben, wie seine Eltern. Dazu gehört auch der Unwillen, eine Mietwohnung als solche anzusehen, und bei veränderten Familienverhältnissen wie Auszug der Kinder, Scheidung oder Tod durch Umzug selbst die Mietkosten zu beeinflussen.

Ein Drittel für Wohnen, die Hälfte des Gehalts für Essen und Basisbedürfnisse. Wer so lebt, und sich mit dem Sechstel für Urlaub, Spaß und Freizeit begnügt, hat auch kein Problem mit dem Geld. Erstaunlicher Weise haben da auch nicht unbedingt die unteren 10 Prozent der Bevölkerung ein Problem, denen ging es nie so gut. Eher fürchten viele der unteren Hälfte, die in den letzten Jahrzehnten erreichten sozialen Errungenschaften wieder zu verlieren, und Jammern deshalb auf hohem Niveau. Zu hohe Heizkosten? Dann zieht man sich auch in der Wohnung Socken und Pullover an, und heizt nur dann, wenn man anwesend ist. Zu hohe Stromkosten? Dann macht man beim Verlassen von Räumen das Licht aus. An Vielem ist nicht die böse Gesellschaft oder Wirtschaft schuld, sondern das man schlicht verlernt hat, zu haushalten, schließlich macht der Staat es ja vor, wie einfach es ist, mit Schulden finanziert über seine Verhältnisse zu leben.

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gruebi01 15.05.2019, 10:11
15. Umgekehrt wird ein Schuh draus

Mir scheint, dass die Banken eher unvermietetes Stockwerkseigentum als Risiko für Besitzer solcher Immobilien sehen. In der Schweiz gibt es schon in Agglomeration vieler Städte lang andauernde Leerstände. Wer die Mieteinnahmen solcher Immobilien zur Tilgung eingeplant hat, kommt in Schwierigkeiten.

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hanuman1eins11!!! 15.05.2019, 10:11
16. Veränderte Anlagestrategien

Es zeichnet sich bereits langjährig ab, dass Immobilien für brachliegendes Kapital die sinnvollste Anlagemöglichkeit ist. Das Nachfrage die Preise beeinflusst, ist eine Binsenweisheit. Und das dies die Mieten treibt, ebenso.

Insofern zahlen Mieter die Zeche für eine Niedrigzinspolitik mit.

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Tom77 15.05.2019, 10:12
17. Direkte Folge der Zinspollitik der EZB

Dass die Mieten so teuer ist eine direkte Folge der Niedrigzinspolitik der EZB. Da es kaum noch Rendite für Anlagen gibt, floriert der Aktien- und Immobilienmarkt. Und wer profitiert davon? Diejenigen, die sowieso schon Geld haben und noch mehr wollen. Während sich die Schlechtverdiener keine Immobilien leisten können, investieren die großen Konzerne (oft auch aus dem Ausland) in Immobilien oder in Aktien von Immbilienkonzernen. Das treibt am Ende die Preise der Immobilien und somit die Mieten, damit die Rendite am Ende noch stimm. Der Sparer bekommt aber für sein bisschen Geld quasi nichts mehr - schon gar nicht für risikoarme Anlagen. Durch die Niedrigzinspolitik füllen sich die Reichen und die Konzernen die Taschen, Mieten werden teurer und der kleine Mann kann sich nicht mal Geld fürs Alter zurücklegen, da er mit Sparen nicht mal mehr die Inflation ausgleichen kann. Die EZB-Politik ruiniert eine ganze Generation. In 20-30 Jahren werden wir extrem viele arme Rentner haben, die auf Hilfen angewiesen sein werden, da sie keine Rücklagen bilden konnten.

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haarer.15 15.05.2019, 10:15
18. Die Lage bleibt angespannt

Das Thema Wohnen wird uns noch lange beschäftigen. Jedenfalls solange sich nichts Entscheidendes bewegt. Weil es auch viele Mittelschichtler trifft, die kaum noch eine bezahlbare Wohnung finden - in den Ballungsräumen, wo es Infrastruktur und Arbeitsplätze gibt. Wer möchte da schon aufs Land, wenn es ohne Auto dann auch nicht geht ? Die Versäumnisse sind groß. Politik müsste an das Thema richtig beherzt rangehen und viel mehr tun für sozialen Wohnungsbau bzw. erschwingliche Mieten. Mietpreisbremse - natürlich ja ! Vorallem weil man im Alter auch finanzielle Abstriche machen muss. Sonst bleibt das Thema ein Pulverfass, welches unseren verschlafenen Politakteuren noch mächtig um die Ohren fliegen wird.

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kraijjj 15.05.2019, 10:15
19. Was denn

Zitat von MyMoon
Das Risiko nur wegen der Miete in Schulden zu gelangen ist für mich nicht nachvollziehbar. Dann sucht man sich weit vom Schuss etwas außerhalb der Großstadt eine günstigere Wohnung.
Soll die Berliner Krankenschwester, Fachverkäuferin, Polizistin a.s.o. mit ihren Kindern nach Frankfurt/Oder ziehen (mal überspitzt formuliert) und täglich 3h zur Arbeit hin und zurück pilgern? Auto, Kraftstoff etc. kosten ja auch gar nichts.
In welcher Lebensrealität muss man sich befinden um solche Vorschläge anzubringen..
Auch im direkten Umland sind die Mieten schon lange nicht mehr so erschwinglich.
Man muss die Auswüchse angehen. Der Wohnraum in der Stadt muss einfach für seine Bürger wieder bezahlbar werden. Der Wohnraum muss in allererster Linie auch wieder für seine Bürger zur Verfügung stehen und nicht für Touristen und Kapitalanleger, welche sich von einer Immobilie in Großstadtlage eine üppige Rendite erhoffen.

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