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Hollandes Euro-Politik: Die Superhits der Achtziger
AFP

François Hollandes prognostizierter Wahlsieg in Frankreich gefährdet den Fiskalpakt der Eurozone. Doch sofern Merkel hart bleibt, könnte es Hollande ebenso ergehen wie seinem Amtsvorgänger François Mitterand: als Sozialist gestartet, als Pragmatiker gelandet.

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zudummzumzum 27.04.2012, 13:45
1. Anders herum:

Zitat von sysop
François Hollandes prognostizierter Wahlsieg in Frankreich gefährdet den Fiskalpakt der Eurozone. Doch sofern Merkel hart bleibt, könnte es Hollande ebenso ergehen wie seinem Amtsvorgänger François Mitterand: als Sozialist gestartet, als Pragmatiker gelandet.
Merkels Schein-Sozialismus ist der Irrweg: Immer größere Geldbeträge in die staatliche Haftung zu übernehmen, täuscht doch nur vor, dass das Geld noch da sei. Je schneller man das erkennt, umso "billiger" wird es. Also wäre es an der Zeit den Sozialismus nicht mehr zu kaschieren, sondern ruhig an die Öffentlichkeit zu treiben: Beteiligung der privaten Gläubiger, haircut, ...
Fast alle Staaten hätten ausgeglichene Haushalte, wenn nicht der Schuldendienst wäre. Also: einfach die Schulden kassieren und Neustart. Das geht sogar ohne neue Währung - und ohne Merkel.

Na ja, die Ratingagenturen und die Banken wären verschnupft. Aber das wäre eher ein Argument dafür, es zu tun.
Nur eins steht fest: lange kann sich Europa die völlig falsche politische Richtung von Merkel und Sarkozy nicht mehr leisten, ohne dass bürgerkriegsähnliche Zustände ausbrechen. So lange nur Arbeitslose, Jugendliche und Rentner für die Krise bezahlen, nicht aber die mit den großen Geldvermögen, wird das nichts! Und Gnade Gott, die Bevölkerun beginnt das auf breiter Front zu bemerken ...

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Whitejack 27.04.2012, 13:51
2.

... wurden doch von den Konservativen in etlichen Krisen- oder Wackelstaaten geprägt. Italien und Frankreich waren ausschließlich konservativ regiert, Belgien und Irland konservativ-liberal. Spanien wurde zur Hälfte konservativ, zur Hälfte sozialistisch regiert. Nur Portugal und Griechenland waren in dieser Zeit durchweg sozialistisch/sozialdemokratisch regiert.

In meinen Augen sind beide, Sozialdemokraten wie Konservative, in gleichem Maße an der Misere beteiligt. Dass jetzt ein offensichtlich konservativer Kommentator versucht, die Alleinschuld den ewiggestrigen Sozialdemokraten zuzuschieben, ist zwar typisch, macht die Sache aber nicht wahrer.

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qranqe 27.04.2012, 13:54
3. Was ein Quatsch!

Zitat von zudummzumzum
Merkels Schein-Sozialismus..
Der Spiegel-Artikel hat eine sehr gute Qualität, leider ist Ihnen nur Blödsinn dazu eingefallen.

Ein Kompliment kann ich Ihnen aber machen: Die Wahl Ihres Nicknames ist absolut gelungen!

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Lichtgestalt1503 27.04.2012, 13:55
4. Ganz

Zitat von zudummzumzum
Merkels Schein-Sozialismus ist der Irrweg: Immer größere Geldbeträge in die staatliche Haftung zu übernehmen, täuscht doch nur vor, dass das Geld noch da sei. Je schneller man das erkennt, umso "billiger" wird es. Also wäre es an der Zeit den Sozialismus nicht mehr zu kaschieren, sondern ruhig an die Öffentlichkeit zu treiben: Beteiligung der privaten Gläubiger, haircut, ... Fast alle Staaten hätten ausgeglichene Haushalte, wenn nicht der Schuldendienst wäre. Also: einfach die Schulden kassieren und Neustart. Das geht sogar ohne neue Währung - und ohne Merkel. Na ja, die Ratingagenturen und die Banken wären verschnupft. Aber das wäre eher ein Argument dafür, es zu tun. Nur eins steht fest: lange kann sich Europa die völlig falsche politische Richtung von Merkel und Sarkozy nicht mehr leisten, ohne dass bürgerkriegsähnliche Zustände ausbrechen. So lange nur Arbeitslose, Jugendliche und Rentner für die Krise bezahlen, nicht aber die mit den großen Geldvermögen, wird das nichts! Und Gnade Gott, die Bevölkerun beginnt das auf breiter Front zu bemerken ...
einfach. Jahrzehntelang Schulden machen und wenn man die nicht mehr bezahlen kann sagt man den Gläubigern: ätschbätsch ich bin pleite - gibt nix! Das nenn ich doch mal einen ausgeklügelten, durchdachten Plan!

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firlefranz2 27.04.2012, 14:00
5. Konsequenzen

Zitat von zudummzumzum
Merkels Schein-Sozialismus ist der Irrweg: Immer größere Geldbeträge in die staatliche Haftung zu übernehmen, täuscht doch nur vor, dass das Geld noch da sei. Je schneller man das erkennt, umso "billiger" wird es. Also wäre es an der Zeit den Sozialismus nicht mehr zu kaschieren, sondern ruhig an die Öffentlichkeit zu treiben: Beteiligung der privaten Gläubiger, haircut, ... Fast alle Staaten hätten ausgeglichene Haushalte, wenn nicht der Schuldendienst wäre. Also: einfach die Schulden kassieren und Neustart. Das geht sogar ohne neue Währung - und ohne.......
Was Sie fordern ist natürlich eine Währungsreform im radikalsten Sinne.
Die Banken wären nicht "verschnupft" sondern pleite und sämtliche Ersparnisse weg, also auch ihre.
Das kann man ja fordern, nur sollte man sich dann auch der Konsequenzen vollständig bewusst sein, denn ein "Neustart" gilt dann nicht nur für Staaten.

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Kirk70 27.04.2012, 14:07
6. Werden wirklich über die Ursachen geredet?

Zitat von sysop
François Hollandes prognostizierter Wahlsieg in Frankreich gefährdet den Fiskalpakt der Eurozone. Doch sofern Merkel hart bleibt, könnte es Hollande ebenso ergehen wie seinem Amtsvorgänger François Mitterand: als Sozialist gestartet, als Pragmatiker gelandet.
Diese Woche bei Maybritt Illner war wieder interessant zu sehen, wie - mit wirtschaftlich teils hoch gebildeten Diskutanten - nur ein einziges mal der Punkt der immer höheren Zinszahlungen der Menschen und der damit zu sehenden Arm/Reich-Schere angesprochen wurde. Keiner ist drauf eingegangen und niemand nahm den Punkt wieder auf. Zur Erklärung in den 70ern haben die Menschen in Deutschland ca 10% ihres Einkommens für Zinsen aufwenden müssen. Zinsen direkt für eigene Kredite, Zinsen der Unternehmen enthalten in Produktpreisen, anteilig Zinsen des Staates in Form von Steuern etc.
In den den Ende 80ern waren es knapp 20%. Heute sind es 40%!! Diese Zinsen sind die direkte Verteilung von unten nach oben, denn man muss sich mal anschauen, dass manche keine Zinsen aus ihrem Einkommen zahlen müssen, sondern das sogar der Großteil der Einkommen aus Zinsen bestehen! Und wie viel Prozent der Menschen davon profitieren und wie stark jeweils verdichtet sich immer mehr. Das ist das Problem des Zinseszinseffekts. Alle paar Jahrzehnte muss - und hat es auch gegeben - es dann einen Reset geben, weil es nicht mehr weiter geht.
Dieses Grundproblem wird aber nicht mal diskutiert. Statt dessen wird mit immer absurderen Summen dieses System am Leben gehalten. Ein Reset, der unkontrolliert passiert wird aber garantiert nicht friedlich abgehen. Das macht mir echt Angst und der Zeitpunkt, an dem ein Reset erfolgen MUSS scheint näher zu kommen.

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Ylex 27.04.2012, 14:08
7. Ist das die Analyse?

Zitat: „Deutschland hat für Länder der Währungsunion längst mehr geschultert als es tragen kann; die Haftungsrisiken aus den bisherigen Hilfsprogrammen gefährden, falls aus den Bürgschaften Zahlungen werden, schon jetzt die Zukunftsfähigkeit des Landes.“

Ist das die Analyse? Nein, das ist nur die Wahrheit. Die Analyse von Herrn Kaden besteht aus einem schlecht verdeckten Gejammer über einen Sozialisten im Élysée-Palast – und er verfällt erwartungsgemäß sofort in die alte Leier, dass Sozis nicht mit Geld umgehen können, dass Mitterand Frankreich damals gegen die Wand gefahren hätte, was nicht stimmt, und dass Hollande das schöne Europa-Konstrukt kaputtzumachen droht. An diesem Konstrukt ist sowieso nicht mehr viel zu retten. Und einen europäischen Fiskalpakt blockieren zu wollen, der nicht funktionieren wird, stellt auch keine wirkliche Drohung dar. Jetzt, wo das Geld hundermilliardenweise an die Banken verschleudert wurde, fehlt es, um Wachstumsimpulse zu setzen – so sieht es aus. Die EZB hat die Banken gerettet, nicht die Preisstabilität garantiert. Wenn die EZB Konjunkturprogramme durch noch mehr Luftgeld mitfinanziert, dann macht das den ganzen Überschuldungskohl auch nicht mehr fett, soll sie es also tun.

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Strichnid 27.04.2012, 14:09
8. ...

Zitat von Lichtgestalt1503
einfach. Jahrzehntelang Schulden machen und wenn man die nicht mehr bezahlen kann sagt man den Gläubigern: ätschbätsch ich bin pleite - gibt nix! Das nenn ich doch mal einen ausgeklügelten, durchdachten Plan!
Ja. Der Plan ist so ausgeklügelt, dass er bereits sein Jahrhunderten in immer neuen Formen durchdekliniert wird. Und? So ist das nun mal. Es wird immer wieder Leute mit zu viel Geld geben, die solchen spekulativen Versprechen Glauben schenken. Und es wird immer wieder neue Methoden der Vertuschung geben, die eine Illusion von der Rückzahlbarkeit von Pyramidensystemen erzeugen.

Ich habe da wenig Mitleid.
Im Übrigen sind die europäischen Schulden erst dann aus dem Ruder gelaufen, als die Banken die Hufen hochzureißen drohten und die Politik erpresst haben. Vor der Bankenkrise, die jetzt schon seit 2007 läuft, waren die europäischen Schuldenstände nämlich rückläufig. Aber das wird gern unter den Tisch gekehrt, damit man besser gegen die Staaten hetzen und Sozialabbau fordern kann.
Ich hatte 2009 es zwar befürchtet, aber nicht für möglich gehalten, dass die mit dieser Tour wirklich so viele dumme Menschen beeindrucken.

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elster22 27.04.2012, 14:10
9. So etwas im linken Spiegel !?

Ein absolut realistischer und empfehlenswerter Artikel ! So etwas im Spiegel zu lesen, verwundert schon. Da müssen ja jedem Linken die Ohren klingeln. Aber die Krise ist anscheinend so stark, daß jetzt auch langsam mal Tacheles geredet wird und die Wahlversprechen des Sozialisten als ökonomischer Wahnsinn auch von unseren Medien entlarvt werden. Da bekommen wohl auch einige der linken Journalisten langsam Angst um unseren/ihren Wohlstand !

Bitte weiter so realistisch und so kritisch !

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