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Honorarstreit mit Kassen: Ärzte kündigen vorbeugend Proteste an
DPA

Kurz vor der entscheidenden Runde in den Honorarverhandlungen zwischen Krankenkassen und Ärzten machen die Mediziner Druck. Am Mittwoch wollen sie in ganz Deutschland Praxen schließen und auf die Straße gehen. Einen Schlichterspruch wollen sie nicht akzeptieren.

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ruhepuls 09.10.2012, 08:46
10. Mehr Ärzte - mehr Kranke

Zitat von chemnitz
ist es nicht wir sollten mal die Arzneipreise nach unten regulieren, dann kann den Ärzten auch angemessene Vergütung angeboten werden. Das hat zur folge das es mehr Ärzte gibt, ich nicht ein halbes Jahr auf einen Termin warten muss und wenn ich 8:00Uhr bestellt bin, dann nicht erst13:00Uhr dran bin.
Mehr Ärzte bedeutet nicht zwangsläufig bessere Versorgung, sondern meist Überdiagnostik und Übertherapie. Denn jeder neue Arzt muss sich - und seine Praxis - ja auslasten und zwar mit Umsätzen, die sich auch rechnen. Das kann er kaum dadurch, dass er jedem gleich einen Termin gibt.

Das ist so eine typische Milchmädchenrechnung.

Die Erfahrungen zeigen, dass mit der Zahl der Ärzte auch die Zahl der Patienten steigt, weil die Ärzte dann zusätzliche Untersuchungen anbieten, die nicht unbedingt sinnvoll sind, aber weitere Untersuchungen und Behandlungen nach sich ziehen.

Wichtiger wäre ein konsequentes Hausarzt-Modell, statt immer mehr Fachärzten, die nur ihren eigenen Bereich sehen.

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ruhepuls 09.10.2012, 08:52
11. Alte Fehler...

Zitat von chemnitz
ist es nicht wir sollten mal die Arzneipreise nach unten regulieren, dann kann den Ärzten auch angemessene Vergütung angeboten werden. Das hat zur folge das es mehr Ärzte gibt, ich nicht ein halbes Jahr auf einen Termin warten muss und wenn ich 8:00Uhr bestellt bin, dann nicht erst13:00Uhr dran bin.
Die Ärzte wiederholen - so sehe ich das - hier einen alten Fehler der Gewerkschaften. Sie versuchen alles durch Geld zu kompensieren. Aber an den anderen Rahmenbedingungen, unter denen sie leiden wird nicht versucht etwas zu ändern. Das Ergebnis wird auch hier das gleiche sein: Die Ärzte werden mehr Geld bekommen - und mehr Druck, mehr Bürokratie, mehr Vorgaben.

Wird die Kassenbürokratie weniger, wenn der Arzt mehr Geld bekommt? Ändert sich etwas an den Gebührenziffern (und deren Wertung der Therapien), wenn der Arzt mehr Geld bekommt?

Es ist genau das, was der Öffentlichkeit aufstößt. Man hat den Eindruck, die Ärzte klagen über alles Mögliche (wofür man ja durchaus Verständnis hätte), aber am Ende wollen sie vor allem mehr Geld.

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1801 09.10.2012, 09:12
12.

Zitat von neuland1
"Die Forderung der Ärzte nach mehr Geld findet nach einer Umfrage kaum Unterstützung bei den Bürgern." In Ordnung, dann bekommen sie von mir das was bezahlt wird und nicht mehr. Ich sehe mich ausserstande weiterhin kostenlos eingebildeten Kranken und im......
Da sehen wir mal, wie ärzte über ihre Brötchengeber denken.
Und welcher Arzt arbeitet denn kostenlos. Teilweise wird das Budget am Anfang des Quartals sinnlos verbraten und daher arbeiten die dann ohne Entlohnung

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neuland1 09.10.2012, 10:06
13.

Zitat von 1801
Da sehen wir mal, wie ärzte über ihre Brötchengeber denken. Und welcher Arzt arbeitet denn kostenlos. Teilweise wird das Budget am Anfang des Quartals sinnlos verbraten und daher arbeiten die dann ohne Entlohnung
Sie können ja nicht einmal lesen, nur Ihre Vorurteile in die Welt posaunen. Wie ich schrieb, betrifft mich der Honorarstreit nicht. Ergo Patienten sind gewiß nicht mein Brötchengeber. Doch, Ärzte arbeiten kostenlos. Ich zum Beispiel indem ich am Sonntag oder morgens um 6h ans Telefon gehe - ohne dass mir davon eine Minute bezahlt wird, ohne Konsequenzen für irgendwas und schon gar nicht die Gesundheit irgendeines Menschen und ohne jegliche Verpflichtung meinerseits und ohne Relevanz für irgendetwas ausser übertriebenes Mitteilungsbedürfnis und fehlendem Anstand, stets nur von Angehörigen. Tatsächlich Kranke haben keine Kräfte für so etwas und sind per se exkulpiert. Aber ich nehme die Ärztehasser und -neider und -ausnutzer heute gern zum Anlass einfach das zu tun für was ich bezahlt werde und keinen Deut und keine Minute mehr. Meine Aufgabe kann ich in 30 min erfüllen und nur dafür werde ich auch angemessen entlohnt. In der Regel hör ich mir mehr als 1 h, auch bis zu 2 h alles mögliche Irrelevante zusätzlich an und gebe manchen Rat. Es ist genug, der Krug ist gebrochen. Nutzt andere aus, aber mich nicht mehr.

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sponcon 09.10.2012, 10:42
14. Ein anderer Gedanke zu dem Thema

Wir haben ein Gesundheitswesen, aber nur Krankenkassen.
Könnte nicht auch ein Hausarzt dafür entlohnt werden, dass Patienten lange gesund bleiben?
Krankenkassen zahlen doch manchmal Boni für Mitglieder, welche nicht zum Arzt gehen, Gründe erst einmal außen vorgelassen. Schafft es ein Arzt Kranke wirklich auf lange Zeit von ihrer Krankheit zu heilen, warum bekommt dieser Arzt keine Boni. Ist mir jedenfalls nicht bekannt.
Krankheit bedeutet Verdienst für den Arzt, Gesundheit seine Arbeitslosigkeit.
Mein Gedanke ist nur ein grober Umriss, bitte nicht gleich "böse" werden. ;-)

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1801 09.10.2012, 11:58
15.

Zitat von neuland1
Sie können ja nicht einmal lesen, nur Ihre Vorurteile in die Welt posaunen. Wie ich schrieb, betrifft mich der Honorarstreit nicht. Ergo Patienten sind gewiß nicht mein Brötchengeber. Doch, Ärzte arbeiten kostenlos. Ich zum Beispiel indem ich am Sonntag oder morgens um 6h ans Telefon gehe - ohne dass mir davon eine Minute bezahlt wird, .....
"Die Forderung der Ärzte nach mehr Geld findet nach einer Umfrage kaum Unterstützung bei den Bürgern."
In Ordnung, dann bekommen sie von mir das was bezahlt wird und nicht mehr. Ich sehe mich ausserstande weiterhin kostenlos eingebildeten Kranken und im Übermaß mitteilungsbedürftigen Angehörigen (ohne dass Handlungsbedarf oder echtes Leid vorliegen) meine private Zeit zur Verfügung zu stellen. PS. ich bin zwar Arzt aber von dem Thema des Artikels nicht betroffen. Ich erlebe halt nur das gleiche Klientel wie meine Kollegen.

Nun gut, dann erkent man halt ihre Einstellung zu kranken Menschen.
Allerdings, wenn ihre Kunden so jammern, wie sie es tun, kann ich ihren Unmut verstehen.
Zählt das hier im übrigen auch zu der 100 h/w?

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stony_1972 09.10.2012, 21:38
16. Wann streiken die Patienten?

Toll - und noch ein Bonbon, insbesonders für die Damen und Herren Fachärzt, damit sie sich auch weiterhin die Mahaghoniverkleigung am Armaturenbrett ihrer Luxuskarossen leisten können. Ich begreife die Krankenkassen nicht, sich hier so derart erpressen zu lassen. Als "Dank" für dieses "Gottesgeschenk" werden wahrscheinlich wieder wir Patienten zur Kasse gebeten: Mit höheren Beiträgen, noch längeren Wartezeiten bei den "Doktoren" UND schlechteren Leistungen. Wie großkotzig sich allein manche Facharztpraxen benehmen, wenn es um Terminvergaben geht, kann ich z.Zt. am eigneen Leibe erleben, denn ich durfte wieder einmal live miterleben, wie beim Orthopäden ein Privatpatient vor mir einen Termin innerhalb von 2 Tagen bekam, während ich danach als Kassenpatient mit der Bemerkung, man wäre "übervoll", auf die 6 Wochen Warteliste gesetzt wurde. Da stellt sich doch die Frage: Wann streiken wir Patienten?

Entzieht doch allen streikenden Ärzten die Kassenzulassung für eine gewisse Zeit. Mal sehen, wie lange sie von Ihren Privatpatienten leben können. Dann werden sie schnell merken, dass sie ihren "Privatluxus" davon nicht finanzieren können.

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