Forum: Wirtschaft
Honorarstreit: Tausende Apotheker im Südwesten streiken
dapd

Die Apotheker erhöhen den Druck auf die Bundesregierung. 4000 Apotheken in drei Bundesländern sind am Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen, fast alle sind dabei. Medikamente werden nur durch die Notfallklappe verkauft, es dürfte lange Schlagen geben.

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artusdanielhoerfeld 12.09.2012, 15:25
1. Stewardessen...

...Ärzte, Apotheker... warum streiken ausgerechnet die Berufgruppen, die es am wenigsten nötig haben?

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der_namenslose 12.09.2012, 15:29
2. -

Angeboten wird ein Plus von rund 3% - nicht schlecht, oder? Gefordert werden fast 11%! Nicht schlecht, die vollen Kassen der Krankenkassen wecken wohl Begehrlichkeiten. Ich würde der Forderung ja zustimmen - unter einer Voraussetzung: wenn sich die Lage wieder eintrübt werden die Honorare ohne Rückfrage den sinkenden Einnahmen nagepasst. Aber DAS steht sicher nicht zur Diskussion. UNd ohne diesesn Sicherheitsmechanismus ist die Forderung ganz einfach eins: unverschämt.

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enigma2.0 12.09.2012, 15:29
3.

Zitat von sysop
Die Apotheker erhöhen den Druck auf die Bundesregierung. 4000 Apotheken in drei Bundesländern sind am Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen, fast alle sind dabei. Medikamente werden nur durch die Notfallklappe verkauft, es dürfte lange Schlagen geben.
...dann sollten alle Apothekenkunden einen Monat lang ihre Medikamente nur über ausländische Versandapotheken (z.B. Doc Morris) beziehen. Mal sehen was die notleidenden Pillenhändler dann tun. Zum Beispiel Essen bei der Tafel kaufen u.s.w.

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sophica 12.09.2012, 15:42
4. Selbstständige streiken - sonderbares Phänomen!

Es erstaunt mich schon, dass Selbsständige streiken - wo findet man das außer im Gesundheitssystem, wo absolut keine Transparenz gegeben ist. Wo - außer bei Ärzten weiß ich (als Kassenpatient) keinesfalls, was ein Arzt für die mir gegebene Leistung erhält? Und wieso sind bei uns identische Medikamente meist wesentlich teurer als in anderen EU-Ländern. Es gibt zumindest in der Stadt sehr, sehr viele Apothken - scheint also ein lukratives Geschäft.
Dann habe ich in letzter Zeit so oft gehört, dass wir Kassenpatienten nur noch behandelt werden könnten, weil die Ärzte von den Privatpatienten höhere Einnahmen erhalten. Meist wird auch gesagt, dass nur 10 % in Privatkassen sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese 10 % die Leistungen für 90 % der Kassenpatienten praktisch durch ihre höheren Kosten für die gleiche Leistung tragen. Ich gönne den Ärzten und den Apotheken ihre Verdienste - nur es sollte einmal alles transparent gemacht werden. Mir scheint 80 %, was gesagt wird, ist gelogen. Wenn Erfolgshonorierung dann müsste das Ergebnis sein, dass die Patienten weder Medikament noch Ärzte in diesem Ausmaß als Resultat brauchten.

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Hannibal72 12.09.2012, 15:45
5. ?

Zitat von artusdanielhoerfeld
...Ärzte, Apotheker... warum streiken ausgerechnet die Berufgruppen, die es am wenigsten nötig haben?
Das ist ungefähr so, als ob man sagt, warum beklagen sich Menschen über den Hunger in der Welt, es gibt doch schließlich genug zu Essen für alle!

Es gibt Apotheker und Ärzte, denen es sicherlich sehr gut geht. Es gibt aber auch eine Menge Apotheken, die gerade pleite machen. Da hängen nicht nur die Apotheker mit ihren Familien dran, sondern auch die Angestellten.

Haben Sie sich mal Gedanken gemacht, welche Verantwortung Ärzte und Apotheker tragen (auch finanziell) und welche Risiken sie eingehen. Unter den Akademikern Deutschlands gehören die (Durchschnitts-)Apotheker und -Ärzte schon lange nicht mehr zu den Spitzenverdienern. Ich persönlich möchte den Arzt oder Apotheker aber nicht dazu nötigen sich zu überlegen, womit er an mir am meisten verdienen kann. Ich hätte, gerne, daß er überlegt, wie er mich am besten gesund erhalten kann. Mit dem aktuellen Kostendruck wird das kaum möglich sein!
Statt der ewig gleichen, typisch deutschen Neid-Debatte sollte vielleicht einmal differenziert diskutiert werden.

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topaz75 12.09.2012, 15:47
6. Staatswirtschaft

Lustig... 22 Jahre nach dem Ende des Sozialismus auf deutschem Boden werden immer noch Preise vom Staat festgelegt. Ich dachte, das DDR Experiment hat gezeigt, dass das nix wird.

Wie waers mal mit Marktwirtschaft? Freie Preisfindung? Wenn jemand hier Preise und Rabatte aushandeln sollte, dann die Kunden und ihre Versicherungen.

Und bisschen Marktbereinigung bei den Apotheken taete auch gut... so -50 bis -80%.

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Hannibal72 12.09.2012, 15:51
7. Cool!

Zitat von der_namenslose
Angeboten wird ein Plus von rund 3% - nicht schlecht, oder?
Das finde ich toll! Sie möchten auch so einen satten Aufschlag? Wir frieren Ihr Gehalt dann auch mal für 9 Jahre ein und geben Ihnen dann am Ende eine Erhöhung von 3 %! Mal sehen, ob Sie dann auch noch so klug daher
Zitat von der_namenslose
Gefordert werden fast 11%! Nicht schlecht, die vollen Kassen der Krankenkassen wecken wohl Begehrlichkeiten.
Wie gesagt, rechnen Sie mal die jährliche Steigerung aus. 11 % auf 9 Jahre!

Zitat von der_namenslose
Ich würde der Forderung ja zustimmen - unter einer Voraussetzung: wenn sich die Lage wieder eintrübt werden die Honorare ohne Rückfrage den sinkenden Einnahmen nagepasst. Aber DAS steht sicher nicht zur Diskussion. UNd ohne diesesn Sicherheitsmechanismus ist die Forderung ganz einfach eins: unverschämt.
Würde mich mal interessieren, wieviele Menschen, die hier auf die Apotheker einkloppen, selber damit einverstanden wären, wenn man ihr vertraglich vereinbartes Gehalt je nach Auftragslage nach oben oder unten anpaßt.

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uli.bo 12.09.2012, 15:54
8. Es sind 3% für die letzten 8,5 Jahre!

Und entspricht daher ca. 0,3%/Jahr. Ich denke, niemand hier wird jetzt behaupten, dass es auch nur ein einziges Jahr seit 2004 gab, in dem die allgemeine Inflation nicht mindestens 4x so hoch ausgefallen ist, oder? Allein schon in diesem Punkt sind die Forderungen der Pharmazeuten weit von der tatsächlich unverschämten 3,5 Mrd.-Forderung der Mediziner entfernt.

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chailatte 12.09.2012, 15:58
9. Wer einmal im Jahr Taschentücher kauft...

... sollte vielleicht zunächst einmal Informationen sammeln, bevor er etwas postet. Tatsache ist doch, dass man als Kunde (der ich selbst bin) IMMER (auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen), OHNE TERMIN mit einem AKADEMIKER sprechen und sich beraten lassen kann. Das gibt es in keiner anderen Branche, jedenfalls fällt mir gerade keine ein. Gleichzeitig trägt der selbstständige Apotheker das Risiko als Einzelhändler, ohne an der Preisschraube selbst drehen zu können (das wird ja bei verschreibungspflichtigen Medikamenten festgelegt, und von den Verkäufen von Kosmetik etc. kann man nicht leben). Ich kann den Streik nur unterstützen, denn ich bin froh, dass es eine Apotheke in meiner Nähe gibt und will, dass sie bleibt und leben kann. Wenn ich krank bin, möchte ich nämlich nicht erst eine Viertelstunde zu einem Apothekenzentrum fahren, um da 20 Minuten in der Schlange zu stehen. Und dann nützt mir auch eine - möglichst noch ausländische - Versandapotheke herzlich wenig. Und wenn man der Ansicht ist, dass die Apotheke an sich eine Goldgrube ist, dann muss man sich doch fragen, wieso derzeit mehr Apotheken schließen als eröffnen.

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