Forum: Wirtschaft
Honorarverhandlungen: Kassen und Ärzte streiten ums Geld

Zwischen Ärzten und Krankenkassen zeichnet sich ein massiver Streit über die Honorare ab: Die Kassen wollen die Vergütung für die niedergelassenen Mediziner um gut sieben Prozent kürzen, die Kassenärzte fordern elf Prozent mehr - eine Differenz von fast sechs Milliarden Euro.

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intergrund 09.08.2012, 13:59
1.

Zitat von sysop
Dem Prognos-Gutachten zufolge hat sich der durchschnittliche Überschuss je Arzt allein aus der Versorgung von gesetzlich Versicherten von 105.000 Euro im Jahr 2007 um 29 Prozent auf 134.000 Euro im Jahr 2011 erhöht. Nehme man die Einnahmen durch privat Versicherte hinzu, liege der Reinertrag je Arzt sogar bei 165.000 Euro.
Woher die ihre Zahlen nehmen??? Mal abgesehen davon, daß es leider stimmt, daß viele Kollegen auf sehr hohem Niveau sehr unwürdig jammern, halte ich diese Zahlen hier für maßlos übertrieben.

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Eutighofer 09.08.2012, 14:07
2. die Arbeitszeit entscheidet

Das Einkommen kann immer nur dann wirklich beurteilt werden, wenn man die Arbeitszeit kennt. Allgemeinärzte arbeiten über 55 Stunden pro Woche und verdienen deutlich weniger als die hier genannten Durchschittswerte aller Ärzte.

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garfield 09.08.2012, 14:20
3.

Zitat von sysop
Zwischen Ärzten und Krankenkassen zeichnet sich ein massiver Streit über die Honorare ab: Die Kassen wollen die Vergütung für die niedergelassenen Mediziner um gut sieben Prozent kürzen, die Kassenärzte fordern elf Prozent mehr - eine Differenz von fast sechs Milliarden Euro.
Lasst mich raten: Es wird ein Plus von rund 5 Prozent rauskommen.
Und nun ratet Ihr mal, wie das bezahlt wird und von wem!
Die Kassen hat noch nie interessiert, wenn sie ein Versicherter auf Abrechnungsfehler hinwies (Privatpatienten können sowas merken, wenn sie z.B. eine Rechnung über zwei Röntgenaufnahmen erhalten, aber nur einmal "geknipst" wurde (selber damals erlebt)): "Wir können da auch nichts machen." Aha, wer dann??? Ist ja für die Kassen kein Problem. Zur Not werden die Beiträge den Schmu-Abrechnungen "angepasst", auch wenn doch angeblich die momentanen Milliarden Überschüsse für genau solch "schlechte Zeiten" sein sollen. Denn die werden in guten Zeiten auch nicht rausgerückt. Das ist so wie bei den Lohnverhandlungen die Arbeitgeber immer argumentieren. Da sind die Zeiten auch immer unpassend für Lohnerhöhungen.

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herecomesthebut 09.08.2012, 14:22
4. Tja

Statistiken sind immer mit Vorsicht zu genießen... immer!

Aber ich glaube die niedergelassenen Ärzte kommen nur in seltenen Fällen nicht ausreichend auf ihre Kosten und wenn dem so ist, dann in Randbezirken und diese wenigen Beispiele sollten nicht als Rechtfertigung für eine allgemeine Erhöhung dienen. Das ist nämlich bei den Klinikärzten immer wieder ein beliebtes Argument... Der Chefarzt braucht auch 10% mehr, weil der Assistenzarzt viel arbeitet und wenig verdient.... Deppenbande...

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garfield 09.08.2012, 14:22
5.

Zitat von Eutighofer
Das Einkommen kann immer nur dann wirklich beurteilt werden, wenn man die Arbeitszeit kennt. Allgemeinärzte arbeiten über 55 Stunden pro Woche und verdienen deutlich weniger als die hier genannten Durchschittswerte aller Ärzte.
Ja, das ist so wie bei den Lehrern. Deren Arbeitszeit meint auch jeder zu kennen, wenn er sie um 14 Uhr aus der Schule kommen sieht.

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dborrmann 09.08.2012, 14:23
6. Komisch, bei uns kommt's nicht an...

Wir kloppen uns den Buckel krumm und erzielen trotz einer riesigen Praxis nicht annähernd die genannten Zahlen.

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lenny1000 09.08.2012, 14:25
7.

Ich halte in dieser Rechnung auch die genannten 31000 durch Privatpatienten für maßlos übertrieben - der Anteil liegt im Schnitt wohl eher bei 10% der Gesamteinnahmen...

Über eine Erhöhung der Gebühren kann man sich trefflich streiten - eine Reduzierung der Honorare halte ich allerdings für unzumutbar; gerade in Zeiten, in denen sämtliche Gewerkschaften 6% Gehalt und mehr fordern.....

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Wolfgang J. 09.08.2012, 14:25
8. Wie war das mit dem Haasen?

Zwei Jäger schiessen auf einen Haasen: Einer trifft einen Meter hinter ihm, der andere einen Meter vor ihm.
In diesem Falle ist der Haase statistisch gesehen 2 x tot...
Soweit ich informiert bin, entstehen zwar Zugewinne, aber die landen leider nie dort wo sie landen müssten: Bei den Haus- und Landärzten. Da sollte bald mal irgendwer nachhaltig eingreifen.

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freiemeinungbo 09.08.2012, 14:26
9. Richtiger Weg

In vielen Branchen gab es in den letzten Jahren massivste Reallohnverzichte oder Stagnation in den letzten 10 Jahren, aber die Ärzte packen sich in eine rosa Wolke und wollen von allem nichts wissen.

Aber als Bestandteil eines sehr kranken Systems müssen auch sie ihren Beitrag leisten. Als Freiberufler genießen sie eh schon viele Vergünstigungen im Steuerrecht. Sie verdienen nachweislich üppig (bitte, Ausnahmen bestätigen immer die Regel!) und auf einmal lese ich hier etwas von Stunden pro Woche?

Leute, wo ist denn der Ehrenkodex der Ärzte hin, weshalb unser ganzes Rechtssystem die Hand über den Ärzten hält? Den höchsten Schutz fordern aber dann eiskalt den Stundenlohn ausrechnen? Dann sind diese Ärzte falsch am Platz.

Außerdem: Die meisten PRaxen umgehen das, indem sie jedes Quartal die PRaxis einfach 3 Wochen schließen und der Patient kann gucken wo er bleibt. Da es keinen funktionierenden Austausch unter Ärzten gibt, wird alles dann mal schön doppelt abgerechnet.
Und was sollen Journalisten sagen, oder all die anderen Leute, die nicht nach Tarif arbeiten? Die arbeiten weitaus mehr als 55 Stunden wie hier beschrieben. Oder normale Unternehmer?
Nein, liebe Ärzte, bei diesen Verdienstzahlen müsst auch Ihr einen Beitrag leisten!

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