Forum: Wirtschaft
Honorarverhandlungen: Kassen und Ärzte streiten ums Geld

Zwischen Ärzten und Krankenkassen zeichnet sich ein massiver Streit über die Honorare ab: Die Kassen wollen die Vergütung für die niedergelassenen Mediziner um gut sieben Prozent kürzen, die Kassenärzte fordern elf Prozent mehr - eine Differenz von fast sechs Milliarden Euro.

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misako 09.08.2012, 16:02
90. Schlechtes Deutsch und Westschweiz

Zitat von sjensx
Meine Rede! Aber auf mich hört ja keiner! Also nochmal: Gebt den Halbgöttern in Weiß ihr Geld, sonst hauen noch mehr ab! Und ich muss mich in Zukunft von Ärzten mit schlechtem Deutsch aus dem Ausland behandeln lassen (nichts gegen die Kompetenz ausländischer Ärzte).
Ich werde Sie enttaeuschen: aber ich habe sogar franzoesich gelernt, um dem deutschen Aerztedasein auch -sicher- zu entkommen. Und die meisten meiner deutschen Kollegen koennen mindestens Englisch - ausreichend, um kurzfristig D zu verlassen. Und viele sind kurz davor.
Deutschland sollte aufhoeren, solche sinnlosen Debatten zu fuehren. Damit wird doch nur die Moral und Empathie der Aerzte demontiert. Von so einem moechte ich noch weniger behandelt werden, als einem, der nicht ganz fliessend meine Sprache spricht.

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joao58 09.08.2012, 16:05
91. Maßlos und unverschämt

Es verwundert einen schon, daß bei den von den Ärzten beklagten Einkommensverhältnissen sich unsere junge Bildungselite, deren einzige Qualifikation der gute Durchschnitt der Abiturleistung ist, so in das Medizinstudium drängelt.
Alles Gutmenschen?
Da ein Studienplatz für Medizin ca. 400000 Euro verschlingt, also eine der größten Belastungen für die Allgemeinheit im Ausbildungsbereich ist, könnte man auf den Gedanken kommen, daß ein später rückführender Ausgleich doch in Ordnung wäre.
Aber nein, dieser Berufszweig belastet nach seinem teuren Studium die Allgemeinheit über die Maßen mit seinen maßlosen Honorarvorstellungen. 165000 Euro im Jahr, bedeutet pro Stunde 18,83 Euro die gelebte Stunde im Jahr.
Das macht ein Monatsgehalt ( 13 x ausgezahlt) von 13100 Euro aus.
Bei einer 60 Stundenwoche sind das immerhin noch 57 Euro pro Stunde. Gut die 60 Stunden sind aufs Jahr gerechnet, ohne Urlaub, etc..
Jetzt schaut man sich aber die Ärzte an, sind Urlaube und Freizeit ja recht üppig. Allein die vielen Stunden des schon für das Berufsbild des Arztes dazu gehörenden Trainings für den nächsten Marathonlauf müssen ja möglich sein, wie auch der Extrembikingurlaub in Kanada. So verschiebt sich nun der Stundensatz doch noch weit nach oben.
In diesem Zusammenhang empfehle ich Volker Pispers letztes Programm.

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shakan01 09.08.2012, 16:05
92.

Zitat von lasmirandadensivilla
Wer immer nur bei den Leistungsträgern des Gesundheitswesens, ob Hebammen, Apotheker oder Ärzten, kürzen möchte, wird früher oder später die Quittung bekommen. [...]
Sehr interessant. Die anderen wichtigen Leistungsträger des Gesundheitswesens lassen Sie einfach aus:
Gesundheits- und Krankenpfleger, Arzthelfer, Laborarbeiter, Putzfrauen, Köche, ...
Auf deren Rücken wird das gesamte Gesundsheitssystem getragen und ich würde sofort mit auf die Strasse gehen, wenn die ein höheres Gehalt fordern.
Ärzte können gerne weiter jammern.

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ruhepuls 09.08.2012, 16:06
93. Was ist ausreichend?

Zitat von Battlemonk
Finden sie 100k Euro pro Anno für einen Arzt mit jahrelangem Studium und 55 Stunden ernsthaft ausreichend?
Offensichtlich müssen Sie einer Berufsgruppe angehören, die "besseres" gewöhnt ist. Es gibt viele -auch akademische Berufe - die mit weniger auskommen müssen, ohne weniger zu arbeiten...

Zugegeben, es gab eine Zeit, da war es deutlich lukrativer Arzt zu sein, als heute. Aber das gilt für viele Berufe. Es gab auch eine Zeit, da waren 10% Lohnerhöhung pro Jahr drin. Das ist aber auch schon lange her...

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tütü72 09.08.2012, 16:07
94. LeToubib: ich erklär Ihnen das mal mit dem Verdienst!

Ich war gerade im CT; mein Orthopäde hat vom Radiologen ein kurzes Fax bekommen: kein Befund; mir wurde dies 5 min nach meinem CT mitgeteilt. Auf welcher Basis Sie jetzt Ihr abenteuerliches Konstrukt aufbauen, kann ich nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall sollte die Praxis, in der Sie famulieren, ihre Effizienz erhöhen. Und Ihr Beispiel zeigt schön, wie unterschiedlich man Medizin betreiben kann!

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jancker 09.08.2012, 16:08
95.

Zitat von aha900
am besten finde ich sowieso, dass es soviel experten für den arztberuf sind. Woher wissen hier eigentlich alle so genau, wieviel ich als Arzt womit verdiene, was ich für kosten und risiken habe, welchen Verwaltungsaufwand, rechtliche Arbeitsbedingungen, meine innere Haltung, meine notwendige Qualifikation, abrechnungsverhalten der Krankenkassen und der kven/Kzven, Gedanken u d Anteilnahme an meine Patienten und und und.also ich persönlich kenne den Alltag anderer Berufe nicht so gut, um mich hier hinzustellen und zu beurteilen wie viel oder wenig diese zu verdienen haben. Nur weil man sich mal als Patient in die Praxis stellt oder schlau was gelesen hat, weiß man doch längst nicht wie der Hase läuft?
Oh mann! Da muss man aber kein Arztexperte sein. Grundsätzlich wird von JEDEM in dieser Gehaltsklasse verlangt, dass er seinen Beruf mit Einsatz und Hingabe ausübt.

Leute, denen dieser Einsatz und diese Hingabe fehlt, spielen Ganz schnell wieder bei 50K im Jahr! Nur mal ganz allgemein aus der freien Wirtschaft gesprochen!

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shakan01 09.08.2012, 16:11
96.

Zitat von misako
[..] Gruesse aus der Schweiz, in der man als deutscher Arzt mit offenen Armen empfangen wird...
Selten so herzlich gelacht. Ein Bekannter hat genau das versucht.
Was kam dabei raus:
Nach drei langen Jahren ist er nach der Begegnung mit dem Fremdenhaß der Schweizer wieder nach Deutschland gekommen.
Er überall wurde beschimpft. Selbst Schweizer, die Deutsch können, haben mit ihm auf Englisch geredet und die Patienten aus der französischen Schweiz wollten sich nicht von jemandem behandeln lassen, der aus Deutschland kommt.

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LeToubib 09.08.2012, 16:12
97.

Zitat von ruhepuls
[...] Gegenbeispiel: Eine Gynäkologin im Bekanntenkreis hat keine Hilfe, macht alles allein - und ist trotzdem weniger gestresst als viele ihrer Kollegen [...]
So etwas nennt man schlicht und einfach "Hobbypraxis". Dahinter steht meist ein gutverdiendender Ehepartner, der das Ganze finanziert ...

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Feuerwehrmann001 09.08.2012, 16:16
98. Wei!l er selbständig ist

Zitat von jancker
Ich finde das ausreichend. Ingenieure mit einem jahrelangen Studium und einer Promotion die sogar wissenschaftlichen Anforderungen genügt, erhalten in der Industrie ein Durchschnitteinkommen von 80K und arbeiten auch um die 50 Stunden je Woche! Allerdings ohne Rumzujammern! Warum soll da 100K für einen Arzt nicht ausreichend sein!
Weil er selbständig ist zahlt dem eben nicht der Arbeitgeber noch (bei 80000 brutto) ca. 11.000.- an Sozialleistungen obendrauf. Dafür muss er seinen Arbeitsplatz selbst finanzieren und trägt auch sonst das volle Risiko für sich, seinen eigenen Arbeitsplatz, für den seiner Angestellten und zusätzlich noch für die Gesundheit seiner Patienten.
Bei 100.000 Brutto für einen Arzt und 80.000 brutto für einen Angestellten hat der freiberufliche Arzt mal sauber das Nachsehen, aber das muss man halt auch erst checken!

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paul otto 09.08.2012, 16:18
99. Kassen verstaatlichen

Zitat von intergrund
Woher die ihre Zahlen nehmen??? Mal abgesehen davon, daß es leider stimmt, daß viele Kollegen auf sehr hohem Niveau sehr unwürdig jammern, halte ich diese Zahlen hier für maßlos übertrieben.
Die Kassen sind viel zu mächtig - wer braucht so viele? Die Leistungen sind gesetzlich festgelegt, damit jeder "Wettbewerb" karrikiert. Nehmt die Geschäftsstellen der Aoks, die gibt es schließlich ausreichend groß in besten Lagen, von den anderen Kassen die Sachbearbeiter dazu, das Ganze beim Bundesgessundheitsministerium analog den Finanzbehörden mit einem Staatssekretär obendrauf eingliedern, das spart richtig Geld für die eigentlche Aufgabe, die Versorgung der Menschen. Die Gesamtausgaben der Kassen für den ambulanten Bereich liegen bei 16%, inkl. operieren, dialysieren etc., die Verwaltungskosten sind annähernd so hoch. Ein unglaublicher Selbstbedienungsladen dieser Bürokraten - erst mal die eigenen Bezüge kürzen!

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