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Huawei-Konflikt: Chinas rücksichtslose Revanche
REUTERS

Der Huawei-Konflikt zwischen Kanada und China eskaliert: Peking beantwortet die Festnahme einer Topmanagerin mit Repressionen gegen völlig unbeteiligte Kanadier - und bestätigt jedes Vorurteil über das rücksichtslose Regime.

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g.eliot 14.12.2018, 16:59
190.

Zitat von elektromotor
hat das in dieser Publikation enorme Zustimmungsraten hervorgerufen. Wenn ein chinesischer Manager, der ganz eindeutig US-Recht verletzt hat eingebuchtet wird, dann ist es ein Affront von Trump gegen die Weltöffentlichkeit. Verstehe ich nicht. Zum Rechtsbruch: das Unterlaufen des Iran-Embargos ist von den USA noch nie rechtlich verfolgt worden. Wenn jedoch im Iran jemand mit 3G oder 4G telefoniert, dann benutzt er lizenzpflichtige Komponenten aus den USA. Alle Verwender dieser Komponenten haben aber nicht-Weiterverbreitungs-Klauseln unterschrieben. Huawei wollte das durch eine Scheinfirma umgehen. Dummerweise war Fr. Ming so "blöd" sich selbst als GF eintrage zu lassen. Deshalb haben die USA seit MItte 2018 endlich Beweise für chinesische Vertragsverletzungen. Merke: Nicht alles was Trump macht ist dumm.
Mag ja sein. Dass aber jemand nur wegen Lizenzverletzungen verhaftet wird, und das noch in einem anderen Land, ist höchst ungewöhnlich bzw. kommt so gut wie nie vor. Dass die Verhaftung einer Erpressung bzw. Mafia-Methoden hinsichtlich der kommenden Tarifverhandlungen mit China gleichkommt, ist vielleicht nicht dumm, aber skrupellos und dreist. Wie sein Gebaren als selbsternannter World Trade Emperor sonst auch. Trump ist dabei, jeden Goodwill gegenüber den USA zu zerstören, nicht nur in China, sondern auch hier in Europa.

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maynard_k. 14.12.2018, 17:06
191. Viel erschreckender ist doch

Zitat von priemer
Das Problem ist viel umfangreicher, als die Europäer wahrhaben wollen: Die USA haben sich vom wohlwollenden Hegemon in einen unzuverlässigen Partner verwandelt, ... [ ... ] Und hier im Forum gibt es tatsächlich Personen, die Glauben, wir Europäer könnten auf die transatlantische Partnerschaft verzichten?
wieviele hier im Forum noch daran glauben, dass es eine transantlantische Partnerschaft gäbe. America First schon vergessen? Dass wir uns auf die USA nicht (mehr) verlassen können, schreiben Sie ja selbst zu Beginn Ihres Beitrages. An einer europäischen Armee und einer vollkommen eigenständigen Sicherheitspolitik der EU führt kein Weg vorbei - der Austritt der Briten bietet endlich die Chance dazu!

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g.eliot 14.12.2018, 17:26
192.

Zitat von priemer
Jeder der Kommentatoren, der hier das Vorgehen der USA mit dem der VR China gleichsetzt, sollte sich selbst fragen, wenn er da verteidigt. Die VR China ist ein diktatorisches, totalitäres System, dass den Machtanspruch als Supermacht erhebt. Dabei geht es nicht weniger aggressiv vor, als dazumal das wilhelminische Deutsche Reich, mit bekannten Folgen. Bin ich denn der Einzige, der die Berichte zu den sogenannten Erziehungslagern in der Volksrepublik auf SPON gelesen hat? Auf der anderen Seite steht ein mit den USA ein demokratisches, rechtsstaatliches System, ja, mit einem autokratischen Möchtegern als Präsidenten. Gerade wenn man davon ausgeht, dass Frau Mang ein Spielstein in einem internationalen GO-Spiel ist, sollte man sich bewusst sein, dass Huwei kein freies Unternehmen, sondern eine vom chinesischen Staat gelenkte Einrichtung ist, die sich als Unternehmen darstellt. Also bitte: Etwas mehr demokratisches Verantwortungsgefühl und etwas weniger Antiamerikanismus bitte!
Sie haben Recht, übersehen aber, dass China kein Paria-Staat ist, der vom Westen geächtet wird, sonder ein wichtiger Handelspartner, auch für die USA. Angesichts dessen finde ich Ihren Post doch etwas heuchlerisch.

Es geht doch bei dieser Anklage/Verhaftung nicht um rechtsstaatlliche Anngelegenheiten, sondern um Business. Trump ist dabei, die Welt nach Manier eines Kolonialherrn umzugestalten, damit sein Credo "America First" in den wirtschaftliche wichtigen Ländern umgesetzt wird, um weltweit durch erpresserische Methoden eine unangefochtene Dominanz zu erreichen. Dies stellt kein Verhalten einer westlichen, freien, partnerschaftlichen Demokratie dar, sondern zeigt deutliche autokratische Züge. Dass dies in dem Artikel nicht behandelt wird, wird hier vielfach moniert. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht zwangsläufig, dass man die Schwächen, Probleme und den Unterdrückungsmechanismus Chinas nicht erkennt.

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di_wendt 14.12.2018, 17:46
193. Das ist der Lacher am heutigen Tag

Zitat von priemer
Sehr geehrte(r) di_wend, hätten Sie den Bericht auf SPON auch gelesen, den Sie hier zitieren, wüssten Sie auch, dass die hohe Zahl an Opfern von Schusswaffen in den USA auch auf eine gestiegene Selbstmordrate zurückzuführen ist. In anderen Medien, wie zum Beispiel der FAZ, wird dies auch als Hauptgrund für den Anstieg der Anzahl der Toten durch Schusswaffen genannt. Hinzu tritt eine hohe Zahl von Unfällen mit tödlichem Ausgang aufgrund mangelnder Fähigkeiten der Nutzer in Kombination mit hoher Feuerkraft der in Umlauf befindlichen Waffen in den USA. Dieselbe Studie stellte übrigens auch fest, dass die Anzahl der Eigentümer von Schusswaffen viel geringer ist, als selbst die US-Amerikaner glauben. Ihre Verwendung des Wortes hingerichtet spricht für den Ersatz des Wissens durch das Vorurteil.
Wenn es nun die Selbstmordrate sein soll, ich nehme an Sie zitieren ja nur die Zeitungen. dann stimmt in diesem Wildweststaat NAME USA etwas nicht. Ich kenne kein Land auf dieser Erde, wo soviele Kinder in Schulen ermordet worden, wie in den letzten 2 Jahren in den USA und das hat nichts Vorurteil zu tun.
In Länder , indem Kriege geführt werden ausgenommen.

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xatimmy 14.12.2018, 18:28
194. Herr Zand wurde offensichtlich von USA bestochen

Hat USA Herrn Zand bestochen oder was, sag einfach warum kennen Sie nicht die Wahrheit??China hat einen alten Spruch: Wir greifen nicht an,wen wir nicht angegriffen werden, wir greifen unbedingt an,wenn wir angegriffen werden. Das zeigt den Rückgrat von einer Nation. Was ist Gefahr für deutsche Unternehmen in China, lächerlich! Gefahr verstecken in ihr schlechten Gewissen, mein Herr Zand!!

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markus_wienken 14.12.2018, 18:39
195.

Zitat von mariomeyer
Sie schreiben:"Natürlich wird sich der Handel, die weltweiten Kontakte (der Bevölkerung) und vor allem auch der steigende Wohlstand irgendwann in dem Wunsch nach politischer Teilhabe manifestieren". Gibt es für diese These eigentlich auch Belege? Ich frage, weil mir spontan nur Staaten einfallen wollen, die ihre Unrechtsregime entweder losgeworden sind, weil die ihre Versprechen von nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung nicht einlösen konnten, weil die Unrechtsherrschaft von außen beendet wurde oder weil man in einem Wettstreit der Systeme stand und den (Lands)Leuten auf der anderen Seite der Grenze zeigen wollte, dass das eigene dem des Bruderstaates überlegen sei, weshalb gewisse Freiräume gewährt wurden. Nach Ihrer Logik müsste z.B. Saudi-Arabien ein Hort der Demokratie sein, denn Wohlstand der Bevölkerung ist sicherlich gegeben. Ich glaube ja mittlerweile, dass das mit dem "in der Zukunft mehr Demokratie durch Wohlstand" die sprichwörtliche Karotte war, die die internationalen Konzerne ihren Kunden hingehalten haben, um ihnen die Intensivierung der Wirtschaftskontakte mit Diktaturen schmackhaft zu machen.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Saudi-Arabien und andere islamische Länder fallen etwas aus dem Raster, da diese extrem religiös geprägt sind. Der Islam als politische Religion ist hier systemimmanent, insofern ist eine Demokratisierung mehr als schwierig und zumindest theologisch undenkbar.
Aber so richtig zufrieden scheinen auch alle Saudis nicht zu sein, schaut man sich an, wie schnell z.B. Kopftücher bei Auslandsreisen bei den Frauen nicht selten verschwinden. Auch Auto fahren soll es Frauen inzwischen erlaubt sein. Also auch Saudi-Arabien wandelt sich...wenn auch sehr sehr langsam.
Wie auch immer, ich denke durchaus, dass steigender Wohlstand die einzige Möglichkeit ist Verbesserungen auch politisch für die Bevölkerungen herbeizuführen.
Was wäre auch die Alternative?
Überzeugung mit Gewalt?
Sanktionen, die eh nur das Regime stärken?

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gerd0210 14.12.2018, 19:04
196.

Zitat von derpaull
Warum muss China, Sanktionen die die USA gegen ein Land (Iran) verhängen, einhalten? Ist das chinesische Staatsoberhaupt dem US-Präsidenten unterstellt? Das ist auch eine Warnung an Deutschland: ein VW-Manager sitzt schon in US-Haft und es kann jeden treffen. Als Automanager würde ich die USA meiden.
Weil Herr Trump das Gefühl hat, die Iraner haben nicht den Geist des Abkommens verstanden. Konkrete Vorwürfe wegen Vertragsverletzungen gibt es nicht. Iran darf nicht zu einer führenden Wirtschaftsmacht in dieser Region werden. Die Saudis werden nicht nur den Jemen in die Steinzeit Bomben, sondern mit US Hilfe auch den Iran. Ein drittes Land wird dabei sehr hilfreich sein, den Namen darf man hier nicht nennen.

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nikklas01 14.12.2018, 19:13
197. Finger weg ....

...von China. Ein ganz gefährliches Land.
Alain Antoine Peyrefitte beschrieb in einem seiner Bücher das so: "wenn China erwacht, dann bebt die Erde". Für meine Begriffe bebt sie schon viel zu viel...

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priemer 14.12.2018, 19:38
198. G.eliot

Das Donald Trump mit seinem Geschäftsgebaren als US-Präsident eine Belastung für das transatlantische Verhältnis ist, brauchen wir nicht zu diskutieren. Allerdings funktioniert die amerikanisch-deutsche Zusammenarbeit unterhalb der höchsten Regierungsebene recht gut. Ich habe übrigens gar nichts gegen eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Die Globalisierung schafft gegenseitige Abhängigkeit, die ein Interesse an einer Eskalation von Konflikten minimiert. Das Problem besteht darin, dass die Volksrepublik mit ihrem Vorgehen im Chinesischen Meer klar deutlich macht, dass sie, anders als Trump, nicht allein in wirtschaftlichen Kategorien denkt, sondern wirtschaftliche Stärke zunehmend in militärische Stärke übersetzt. Die Volksrepublik China versucht aus ihrem Kordon aus Japan, Südkorea, den Philippinen und Vietnam auszubrechen und zur Macht auf Augenhöhe mit den USA zu werden. Das bedeutet früher oder später den Konfliktfall. Vermeiden lässt sich dann eine Eskalation nur, wenn konventionell und unkonventionelle Abschreckung greifen, um der Diplomatie Raum und Gewicht zu geben. Der Ersatz der NATO durch eine europäische Armee müsste also bedeutet, dass eine deutsche Pazifikflotte unterm Sternenkranz auf blauem Grund im Chinesischen Meer kreuzt. Das eine europäische Atomstreitmacht unter deutscher Beteiligung mit Interkontinentalraketen auf U-Booten durch die Ozeane schleicht. Das höhnische Lachen von Admiral Graf Spee schallt gerade aus dem nassen Grab bis zu mir. Die europäische Armee als Ersatz für die transatlantische Partnerschaft ist eine Chimäre!

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oli h 14.12.2018, 19:40
199. Abwarten!

Ich glaube ja, China hat mit “dem Westen” noch eine Rechnung offen. Wegen der Boxeraufstände. Und sie werden sich an ein altes klingonisches Sprichwort halten: Rache ist ein Gericht, das am Besten kalt serviert wird”.

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