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Huawei-Konflikt: Chinas rücksichtslose Revanche
REUTERS

Der Huawei-Konflikt zwischen Kanada und China eskaliert: Peking beantwortet die Festnahme einer Topmanagerin mit Repressionen gegen völlig unbeteiligte Kanadier - und bestätigt jedes Vorurteil über das rücksichtslose Regime.

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vulcan 13.12.2018, 17:20
50.

Zitat von ulrich-lr.
Das wirklich Traurige an der Geschichte ist, dass Kanada erst gewissermaßen erpresst werden musste, bevor es sich auf den richtigen Weg begab. Das sollte uns allen eine Lehre sein. Einerseits motzen wir hier, dass wir gegen die US-Sanktionen gegen den Iran sind, und grübeln, wie wir europäische Firmen vor der US-amerikanischen Vergeltung beschützen können. Auch die wackeren Kanadier sind doch da auf unserer Seite. Wenn es aber ernst wird, knicken sie ein und setzen ohne Zögern auf Wunsch der US-Justiz eine chinesische Managerin fest, weil deren Firma von den US verdächtigt wird, gegen US-Sanktionen verstoßen zu haben. Geht's noch? Jetzt muss die Dame sich auch noch im SPON veräppeln lassen: Angeblich kann sie ein stilles Weihnachtsfest in Kanada feiern - ohne Reisepass und mit der tollen Aussicht, an die USA ausgeliefert zu werden und dort nach zermürbenden Verfahren für viele Jahre im Knast zu landen. Da wollen wir doch alle mit ihr tauschen. Oder? Natürlich ist es ungerecht und rechtswidrig, im Gegenzug kanadische Staatsbürger in China festzusetzen - quasi als Unterpfand. Das riecht nach Geiselhaft. Allerdings erkläre man uns endlich, wie soll denn nun verhindert werden, dass die USA ihr Rechtssystem über den ganzen Globus ausbreiten und einseitig ihre Sanktionspolitik - immer schön an der UNO vorbei - weltweit durchsetzen können. Wer verpasst denn nun der US-Administration den Dämpfer, damit sie kapiert, dass sie nicht zur Weltregierung aufschwingen kann. Die bärenstarke EU? Kanada? Es scheint, China erteilt uns auf sehr ruppige Weise Nachhilfeunterricht: Lippenbekenntnisse reichen eben nicht. Heute ist es eine Chinesin und morgen vielleicht eine Deutsche oder ein Kanadier. Einer muss den Anfang machen und Rückgrat zeigen.
"kanada musste erpresst werden"?? Wo haben Sie denn den Quatsch her? Wohlweislich lassen Sie sich darüber nicht aus, denn dann würde sich Ihr gesamtes restliches lächerliches Konstrukt umgehend in Luft auflösen. Wenn Sie China so toll finden und meinen, die würden alles richtig machen - gute Reise.

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apollo9 13.12.2018, 17:20
51. USA sind genauso rücksichtslos

Ja, das chinesische Regime zeigt sich rücksichtslos, wenn es um die eigenen Interessen geht.
Aber, mit Verlaub, dieses Verhalten zeigt die USA seit Jahren ebenso. Früher eher verdeckt als "Verteidiger" der westlichen Welt. Heute ungeniert "in personam" Donald Trump als Präsident, den keiner in den USA stoppt. Letzteres (keine in den USA stoppt ihn) ist es, was die USA unglaubwürdig macht als "Verteidiger" der demokratischen und menschlichen Werte. Ei drüber.

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Simone east 13.12.2018, 17:21
52. Ursache und Wirkung verwechselt

"Völlig Unbeteiligte für politische Machtspiele zu missbrauchen, ist eine Taktik von Despoten." Meinen Sie die USA, Herr Zand? Denn genau die sind es, die die Verhaftung von Bürger dritter Staaten fordern auf der Basis von deren Nichteinhaltung fragwürdiger nationaler Sanktionen der USA, die politisch falsch und völkerrechtlich nicht für Dritte verbindlich sind. Deren Einhaltung dennoch autoritär und aggressiv zu fordern und dafür Staatbürger von Drittstaaten zu verhaften bzw. verhaften zu lassen, ist despotisch und ein Zeichen imperialer Tyrannei. Dass China reagiert...wie es reagiert, kann man ja gerne diskutieren, aber dann sollte man einfachste kausale Zusammenhänge auch benennen und Ursache und Wirkung nicht verwechseln.

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archi47 13.12.2018, 17:21
53. na ja, es gibt wohl graduelle Unterschiede

Zitat von mariomeyer
Auch Sie übersehen den zentralen Punkt meiner Argumentation: Frau Meng konnte in Kanada den Rechtsweg beschreiten, den beiden in der Volksrepublik China verhafteten Kanadiern steht dieser nicht offen, denn dort steht das Recht eben nicht über allem und es ist auch nicht unabhängig. Ganz allgemein: Mir ist schleierhaft, wieso manche Forenteilnehmer hier das unrechte Handeln der einen mit dem der anderen aufwiegen - wenn doch eigentlich das Handeln beider nicht akzeptabel sein sollte. Eine fast schon absurde Diskussion, in meinen Augen.
in der Rechtswegbeschreitung, eben gerade noch in Kanada. Formal ist er in China auch möglich. Aber anders als in Kanada, oder teilweise noch in den USA, ist eine Gewaltenteilung klassischer Art in China auszuschließen.

Ich gebe aber zu bedenken, dass die Besetzung des höchsten US-Gerichtes geradezu ein klassisches Beispiel gegen ihre Argumentationskette ist.
Es sollten eben keine Platzschiedsrichter Recht sprechen, sondern wirklich unabhänge.

Nur, solange die USA sich Richtung China entwickelt, warum soll die chinesische Staatspartei dann einsehen, dass sie auf einem falschen Weg wäre?
Europa ist in und hergerissen zwischen Abschaffung der Gewaltenteilung (Polen, Ungarn), populistischem Dünnschiß (Italien, Großbritannien) und einer Handlungslähmung der Restes.

Wie soll das China, Rußland, Brasilien und Trumpistan da erkennen, dass ihr Weg ein falscher ist?

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mariomeyer 13.12.2018, 17:21
54. @markus_wienken

Sie schreiben:"Natürlich wird sich der Handel, die weltweiten Kontakte (der Bevölkerung) und vor allem auch der steigende Wohlstand irgendwann in dem Wunsch nach politischer Teilhabe manifestieren". Gibt es für diese These eigentlich auch Belege? Ich frage, weil mir spontan nur Staaten einfallen wollen, die ihre Unrechtsregime entweder losgeworden sind, weil die ihre Versprechen von nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung nicht einlösen konnten, weil die Unrechtsherrschaft von außen beendet wurde oder weil man in einem Wettstreit der Systeme stand und den (Lands)Leuten auf der anderen Seite der Grenze zeigen wollte, dass das eigene dem des Bruderstaates überlegen sei, weshalb gewisse Freiräume gewährt wurden. Nach Ihrer Logik müsste z.B. Saudi-Arabien ein Hort der Demokratie sein, denn Wohlstand der Bevölkerung ist sicherlich gegeben. Ich glaube ja mittlerweile, dass das mit dem "in der Zukunft mehr Demokratie durch Wohlstand" die sprichwörtliche Karotte war, die die internationalen Konzerne ihren Kunden hingehalten haben, um ihnen die Intensivierung der Wirtschaftskontakte mit Diktaturen schmackhaft zu machen.

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vulcan 13.12.2018, 17:22
55.

Zitat von rainer goetzendorf
Die EU, China und Russland halten am Iranabkommen fest. Was Huawei macht, ist schon deshalb nicht rechtswidrig. Völkerrechtswidrig ist das Verhalten der USA. Ähnlich ist das Verhalten der USA im Falle Kubas auch schon seit Jahrzehnten. Mit brutaler Gewalt wird versucht, eigene Interessen durchzusetzen. Dies ist einer Gesellschaft, die demokratisch und rechtsstaatlich sein will, nicht würdig. Aber die USA waren schon immer zu unrecht Vorbild für die Demokraten in aller Welt.
Wer Ihre 'Vorbilder' für einen Rechtsstaat sind, möchte ich lieber nicht wissen....
Meine Vermutung: Ex-Hilfsrusse, nun Hilfschinese.

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ulrich-lr. 13.12.2018, 17:22
56. Tatsachen

Zitat von vulcan
Haben Sie es immer noch nicht mitbekommen? Die Dame ist in KANADA verhaftet worden.
Ja, das sollte der Diskutant mitbekommen haben. Wir dürften zudem alle mitbekommen haben, dass dies auf Forderung der US-Justiz geschah.
Und nun darf Kanada abwägen, welche "Argumente" überzeugender sind.

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raymond_0711 13.12.2018, 17:23
57.

Zitat von Flugzeugfreak1
Wir hätten nie so viel in China investieren dürfen, unser Know-How nicht nach dort verschenken dürfen, ihre Studenten nicht ausbilden dürfen. China wird uns alle mit der schieren Wirtschaftskraft dominieren und die USA schwächen sich dauernd selber. Die Amerikanische Vorherrschaft ist mir dann doch lieber als Chinas Vision der Welt.
Eines kann ich Ihnen sagen: ich bin in Deutschland ausgebildet, hatte als Ingenieur bei einem deutschen Unternehmen gearbeitet, ich identifiziere mich mit dem deutschen Wert.
Es tut mir furchbar leid wie die armen Kanadier von beiden Seiten gegrillt sind. Sie haben eine faire Behandlung verdient.
Sie dürfen Ihre Meinung äußern, ich darf auch die Fakten offenlegen, als Chinese, der in Deutschland studiert hat.

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frankfurtbeat 13.12.2018, 17:27
58. warum ...

warum sollte sich die Welt den Regeln der USA beugen. Es kann nicht sein, das sich ein Land welches die Todesstrafe noch immer im Programm hat, eigene Interessen mittels kriegerischer Auseinandersetzungen durchsetzt als Weltmacht darstellt und entsprechend agiert. Daher werte ich die Aktion von China als entsprechende Reaktion denn China hat die Sanktionen gegenüber dem Iran nicht aufgelegt und hält an den Vereinbarungen fest. Nur weil die USA meinen ... geht gar nicht.

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AxelSchudak 13.12.2018, 17:31
59.

Zitat von schueler79
Werden die Chinesen wohl denken und fühlen sich, auch meine Meinung, im Recht. Denn schon die Verhaftung von Meng war US Imperialstil vom Feinsten und bewies deren Willkür auf der ganzen Welt amerikanisches Recht gelten zu lassen.
Ernsthaft? Unrecht mit größerem Unrecht zu vergelten, ist ihrer Meinung nach in Ordnung?

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