Forum: Wirtschaft
Ifo-Prognose zur Leistungsbilanz 2013: Eine gut verkaufte Fahrt in die Hölle

Die Deutschen sind mal wieder Exportweltmeister. Sie sehen diesen Titel als Zeichen der Stärke. Doch in Wahrheit sind die gewaltigen Handelsüberschüsse ein Symptom der deutschen Investitionsschwäche - und ein Symbol der ökonomischen Dummheit.

Seite 2 von 13
CommonSense2006 15.01.2014, 18:32
10.

Zitat von sysop
Die Deutschen sind mal wieder Exportweltmeister. Sie sehen diesen Titel als Zeichen der Stärke. Doch in Wahrheit sind die gewaltigen Handelsüberschüsse ein Symptom der deutschen Investitionsschwäche - und ein Symbol der ökonomischen Dummheit.
Lieber Wolfgang Münchau, sie sind ziemlich staatsgläubig. Das merkt man daran, dass Sie einfach mal so frisch von der Leber weg behaupten, dass "wir" im Gegenzug zu unseren Handelsüberschüssen " ausländische Forderungen - Devisen oder andere Wertpapiere" erhalten.

Erstens, sind das nicht "wir" sondern die exportierenden Unternehmen. Und die erhalten zu einem sehr großen Teil dafür €, wenn sie nämlich in die Eurozone exportieren. Die anderen werden ihre erhaltenen Devisen auch recht schnell in € umtauschen, weil sie nämlich Rechnungen und Löhne zu zahlen haben. Der Rest, die Gewinne also, werden auch in € verbleiben. Wenn jetzt Unternehmer beschließen, damit im Ausland zu investieren, dann allerdings exportieren sie Kapital.

Das ist mit Sicherheit ein diskussionswürdiger Punkt. Warum investieren deutsche Unternehmen lieber im ausland als in Deutschland? Das mag mit der allgemeinen Globalisierung zu tun haben, mit der überhasteten Energiewende, der zunehmenden Bürokratisierung Deutschlands oder vielen anderen Dingen.

Es ist aber nicht ein Problem, dass wir mit dem Erhöhen der gehälter im öffentlichen Dienst lösen können oder mit planlosen Investitionen in die öffentlcihe Infrastruktur.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grommeck 15.01.2014, 18:42
11. Sie vergessen leider eines....

Gier ist größer und für manche geradezu der Lebensinhalt. Vernunft? Für wen, warum, ICH bin das Maß der Dinge sagen die Vorstände der Banken und Konzerne, Globalisierung über alles und die negativen Folgen wird das dumme Volk ausbaden müssen. Weltweit allerdings. Bis dahin haben die oberen "2000 000" Reichen aber alles unter Kontrolle - keine Angst, denn das war schon immer so....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
WBöhme 15.01.2014, 18:47
12. Bravo - Ein guter Beitrag!

Zitat von sysop
Die Deutschen sind mal wieder Exportweltmeister. Sie sehen diesen Titel als Zeichen der Stärke. Doch in Wahrheit sind die gewaltigen Handelsüberschüsse ein Symptom der deutschen Investitionsschwäche - und ein Symbol der ökonomischen Dummheit.

Zitat von sysop
Leider sind wir Deutschen insgesamt miserable Investoren. Wann immer es im Ausland Geld zu verlieren gibt, sei es beim Platzen von Immobilienblasen, bei der Pleite von Großbanken oder beim griechischen Schuldenschnitt - immer sind deutsche Inverstoren ganz vorne mit dabei.
Wie wahr ... und welche Märchen wir statt dessen von Schäuble, Merkel und Co. präsentiert bekommen! Intelligente Volkswirtschaften achten eigentlich darauf, dass sie soviel Waren ins Land holen wie sie heraus gegeben haben.

Die Deutschen werden eines Tages, vielleicht beim nächsten Schuldenschnitt, oder dem unendlichen Schuldenmoratorium (für Griechenland etwa) erkennen, dass sie all die Jahre umsonst schuftet und gedarbt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kraichtaler 15.01.2014, 18:50
13. Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor

Zitat von sysop
Die Deutschen sind mal wieder Exportweltmeister. Sie sehen diesen Titel als Zeichen der Stärke. Doch in Wahrheit sind die gewaltigen Handelsüberschüsse ein Symptom der deutschen Investitionsschwäche - und ein Symbol der ökonomischen Dummheit.
Wolfgang Münchau wird vermutlich vom Deutschen Beamtenbund (DBB) und/oder VERDI gesponsert. Anders ist sein Fazit nicht zu interpretieren!

Merke:
Lohn-/Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor sind durch das weit verbreitete Anspruchsdenken der öffentlich Beschäftigten und die sehr großen Beharrungskräfte im öffentlichen Sektor die Belastungen von morgen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yovanka 15.01.2014, 18:55
14. Herr Münchau...

Zitat von münchau
Sinnvoll wäre eine Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik...
Diese steht nicht zur Debatte, auf absehbare Zeit. Erstens: gesellschaftspolitische Kräfte, die eine Umkehr von dem kritisierten Wirtschaftsmodell einleiten und vorantreiben könnten, sind nirgendwo sichtbar -selbst die Gewerkschaften, die als außeparlamentarische gesellschatspolitsiche Kraft die Zustände benennen müßten, haben sich gänzlich abgemeldet. Im Gegenteil, in einer vorher noch nicht gesehenen Art und Weise werden von der Politik über die Wirtschaftswissenschaft -die im Grunde nur noch als "Lobby" die Bühne des "öffentlichen Diskurs" betritt- und die Medien die Reihen fest geschlossen, um der internationalen Kritik am deutschen Modell mit teilweise aberwitzig-absurden Scheinargumenten zu begegnen.
Zweitens: es handelt sich um ein Wirtschaftsmodell, welches von der Mehrheit der Deutschen nicht nur akzeptiert, sondern auch gewollt wird. Eines der wahlentscheidenden Wahlslogane lautete "Deutschland geht es gut". Mit "Deutschland geht es gut" schrammte am 22.09.2013 die Union knapp an absoluter Mehrheit vorbei, die GroKO-Partei holte 67%.
.
Zitat von münchau
Ein guter Anfang wäre ein Investitionsprogramm von rund zwei Prozent der Wirtschaftsleistung.
Um die Beantwortung der "Finanzierungsfrage" bei diesem Szenario, die eigentlich folgen müßte, drücken Sie sich herum. Offensichtlich haben Sie auch die zentralen, wahlentscheidenden Punkte im "Wahlkampf", mit denen die GroKo ihre 67% geholt hat und die "Grüne" mit 8% "abgestraft" wurde, die auch z.Zt. auch im Koallitionsbeschluss verankert sind, vergessen: A) "Keine Steuererhöhungen" B) "Beibehaltung des Haushaltskonsolidisierungskurses d.h . Schuldenbremse." Aus A-B) folgen zwangsläufig weitere Kürzungen in den Bereichen "Soziales" und "Investitionen".

Frage zurück: wer/wie finanziert diese 2% des BIPs bei A) keine Steuererhöhungen UND B) Schuldenbremse ?
.

Zitat von münchau
Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor.
Einen relativ guten Aufsatz haben Sie unnötigerweise mit einem Klamaukspruch beendet, nur weil Ihnen der Ruf nach höheren Löhnen in D. (noch) nicht über die Lippen kommt. Schade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ProDe 15.01.2014, 19:02
15. alles richtig - aber wer will das hören???

Es ist doch viel schöner zu hören wie gut wir sind, wie begehrt die Produkte sind, die wir herstellen, dass es uns gut geht und sich die harte Arbeit lohnt - weil es den anderen schlechter geht.

Wen interessiert denn, dass "Made in Germany" nicht mehr wegen Qualität oder Innovationskraft gefragt ist sondern weil wir billiger produzieren können als die Chinesen, v.a. durch Subventionen des Exports und Steuergelder? Wer will den hören, dass die Exportgewinne nie realisiert werden können weil unsere Kunden alles Kreditfinanzieren und nie mehr zurückzahlen können wenn Sie nicht selbst ihre Waren verkaufen können?
Wer will den hören, dass diese Politik Schuld am Untergang der EU ist und nicht die angeblich so faulen Südländer?
Es ist alles richtig und nahezu jede Statistik bestätigt das - aber es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Und was nict in die marktradikale Ideologie passt darf eben nicht sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RalfWagner 15.01.2014, 19:03
16. Unverbesserlicher Keynesianer

In einer globalisierten Welt ausgeglichene Leistungsbilanzen zu erwarten ist töricht. Der Rest des Artikels auch.
Hätten wir den Euro nicht oder wären nur ähnliche Länder im Euro würde ersten bei einem solchen Exportüberschuss die Währung aufwerten und wir würden mehr und billiger importieren - so werden wir um die Erfolge des Exportüberschusses betrogen.
Hätten wird den Euro nicht und die von Münchau so verteidigte Niedrigzinspolitk (die nur Zombiestaaten und Zombiebanken erzeugt), dann würden sich zweitens auch mehr Anlagen um Inland lohnen und das Kapital binden. Beides ist nicht gegeben. Also, was soll das Geschrei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muttisbester 15.01.2014, 19:05
17. Wie wahr!

die Privatleute machen es ja schon - konsumieren!
Und allen "Bessergestellten" wünsche ich möglichst viele Infinius Skandale an den Hals, bis das auch der letzte merkt, dass das Geld nicht in allzu extravagante Kanäle fließen sollte.
Auch wenn ich an die Firmen denke, die ins Ausland gehen, und dort teurer sind als hierzulande, wünsche ich mir mehr inländische investitionen.
Allerdings verbietet die Deutsche Verfassung eine zu hohe Verschuldung, also wird man man noch ein paar jahre warten müssen, bis man endlich weniger Zinsen zahlen muss, und statt dessen in öffentliche infrastruktur investieren kann.
In Sachsen rühmt sich dr Finanzminister übrigens, einen dicken "Notgroschen" angelegt zu haben.
Dafür wurden 20 Jahre lang eben keine Lehrer angestellt. DDR-Prinzip halt (obwohl die Typen aus dem Westen kommen): wir fahren auf Verschleiß...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
agua 15.01.2014, 19:06
18.

Zitat von sysop
Die Deutschen sind mal wieder Exportweltmeister. Sie sehen diesen Titel als Zeichen der Stärke. Doch in Wahrheit sind die gewaltigen Handelsüberschüsse ein Symptom der deutschen Investitionsschwäche - und ein Symbol der ökonomischen Dummheit.
Es wird der deutschen Bevölkerung als positiv verkauft, dieser Überschuss.Die Kritiker werden als Neider hingestellt.
Es ist offensichtlich schwierig einzusehen, dass nicht nur den schwächeren Ländern der EU mit diesem Überschuss geschadet wird, sondern sich Deutschland letztendlich selber schadet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rkinfo 15.01.2014, 19:11
19. Wir sind Euro-Europa

Klar gibt es nationale Effekte. Aber da wir Überschüsse per Euro erreichen geht alles in die Bilanz aller Euroländer ein.
Bei Rückgang der deutschen Bevölkerung wird gemächlich auch der Überschuß schmelzen was wohl bei 65-70 Millionen Einwohner rechnerisch zuträfe. Solange der Überschuß nur langfristig schädlich ist also kein Problem. Zudem steigt das Weltsozialprodukt ständig an und schon 2020 sind 100.000 Milliarden /a denkbar - das 400 fache unseres Überschuß.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 13