Forum: Wirtschaft
Ifo-Studie: Deutschland hat weltweit größten Exportüberschuss
AP

Diese Studie dürfte die Debatte über Deutschlands Exportstärke befeuern: Laut Ifo-Institut übertreffen die Ausfuhren die Importe um rund 200 Milliarden Euro. Damit hat die Bundesrepublik das weltweit größte Handelsplus - noch vor China.

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Inselbewohner 14.01.2014, 16:44
60. Alles roger oder nicht?

Die Menschen die diese Werte schaffen nuckeln am Daumen, die Kinder machen Klimmzüge an der Tischkante und die Mäuse laufen im Küchenschrank amok aber der Wirtschaft gehts blendend! Da bin ich aber beruhigt, wir sind auf einem guten Weg! Sagt Mutti ja immer, Deutschland geht es gut! Da hat sie Recht aber sie meint damit den Staat Deutschland nicht eine immer größer werdende Menge Menschen die sich um das tägliche überleben kümmern muß. Nun, es gibt halt bei jedem Spiel Gewinner und Verlierer und da wir jetzt ein Globalplayer sind kann sich unsere ReGIERung nicht um alles kümmern. Oder wie der Volksmund sagt: Abfall gibt es immer oder wo gehobelt wird fallen Späne. Leider habe ich den Eindruck unsere Handwerkerin und ihre Vasallen sind nicht mit einem Handhobel zu gange sondern mit einer Hobelmaschine. Da geht alles sehr effizienter und macht nicht soviel arbeit. Einmal die Maschine angeworfen und alles geht automatisch. Die Entsorgung der Menschen die bei dieser Tätigkeit als Abfall auftreten übernehmen das Jobcenter und Zeit -und oder "Personaldienstleister". Letztentlich ist HarzIV nach Meinung unserer ReGIERung gerade zu ein Paradies auf Erden.
Aber ganz leise, nur ganz leise habe ich das unbestimmte Gefühl, dass uns dieses System über kurz oder lang auf die Füße fallen wird.
Was solls, Leute wir sind WELTMEISTER!!! Freut euch und denkt nicht weiter nach. Das Gehirn verbraucht ca. 20% der Gesamtenergie unseres Körpers und wir wollen doch alle Energie sparen.
(Ironie off)
Gruß HP

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xehris 14.01.2014, 16:44
61.

Zitat von robert.lechl
Also wen China Weltmeister in Export und Wachstum ist, finden das alle gut. Aber wen Deutschland.. naja alte Vorurteile.
In China weiß man im Gegensatz von Deutschland von der Gefährlichkeit zu hoher Exportüberschüsse. Deshalb wird in China seit Jahren der Binnenmarkt gestärkt, z. B. durch starke Lohnerhöhungen, sodass genügend importiert werden kann, um die außenwirtschaftlichen Leistungsbilanzen im Gleichgewicht zu halten.

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Angelo Strombozzi 14.01.2014, 16:44
62. Alles so kurzsichtig oberflächlich...

Zunächst mal Zustimmung zu #10/Randgruppe.

Man muß bedenken, dass in diesem Artikel auch was von "größter Gläubiger" steht. Das heisst für mich, wir bezahlen "denen*, die unser Zeug kaufen" erstmal den Kram mit einem Kredit. Einem Kredit, den sie dann, siehe Griechenland, nicht zurückzahlen können.

Wir machen also unsere Produkte sehr gut mit billigen Arbeitskräften, exportieren sie (nach China und lassen uns das KnowHow klauen), bezahlen sie mit Krediten, die wir denen* aus für Null Prozent Zinsen von der EZB bekommen. Wenn die* bezahlen dann nicht nur mit dem Gewinn aus der Ware selbst, sondern auch mit dem Zusatzgewinn aus dem Kredit und den billigen Arbeitskräften.

Das führt zu Verwerfungen innerhalb der EU, die wir wieder durch zusätzliche andere Kosten ausgleichen. Kosten die der Bevölkerung aufgehalst werden.

Für mich kein Grund zum Jubeln, wenn mal etwas komplexer drüber nachgedacht wird.

Oberflächliche BILD/Focus...-Zeitungsnachplapperei in diesen Foren ist unerträglich. Leben in einer Scheinwelt. Propagandaminister hätten ihre wahre Freude dran. Die DDR hat sich auch solange wie nur möglich selbst verscheissert, schöngelogen ... sie ist weg. ...

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giostamm11 14.01.2014, 16:45
63. Warum

sind fast 350.000 Deutsche in die Schweiz ausgewandert? Weil es im eigenen Land Lohndumping und Sozialabbau im grossen Stil gibt. In den 70er Jahren war das noch sehr ausgeglichen und viele Schweizer gingen auch nach Deutschland. Heute käme das keinem normalen Bürger in den Sinn weil fast nirgends tiefere Löhne bezahlt werden. Natürlich brummt die deutsche Wirtschaft, nicht zu letzt auch dank dem euro der für die Deutsche Wirtschaft einer Währungsentwertung gleichkommt. Deutschland wertet nicht direkt ab wie damals Italien aber indirekt sehr wohl, durch eine zu tiefe Währung und einer grossen innern Abwertung durch Sozialabbau. Deutschland ist leider nicht bekannt für eine Langzeitfinanzpolitik und agiert sehr unreif. Das war leider schon immer so. Wenn man die politik und die Finanzpolitik der letzten 100 Jahren anschaut dann ist es ein Desaster. 5 Waehrungswechsel, Hyperinflationen Kriege. Daher sollte das Land tief dankbar sein, dass es eine EU gibt mit seinem Euro und einer Situation von welchem das Land der grösste Nutzniesser ist.

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Mac_Beth 14.01.2014, 16:48
64.

Zitat von
In der deutschen Wirtschaft stößt die Kritik nach wie vor auf Unverständnis. "Unsere Exportüberschüsse werden nicht politisch angeordnet, sondern sind Ausweis der Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft", sagte der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.
Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Der Exportüberschuss ist nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine funktionierende Volkswirtschaft, sondern eher eines für fehlende Binnennachfrage.

Wir haben etwa 3-4 Millionen registrierte Arbeitslose bzw. Leute die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Der Anteil an Leiharbeit und Teilzeitstellen ist in den letzten Jahren signifikant angestiegen. Die Lebenserhaltungskosten sind im Schnitt gestiegen, während wir seit den letzten 20 Jahren einen realen Nettolohnrückgang von ca. 9% zu verbuchen haben.
Anders gesagt, die Leute hierzulande verfügen garnicht über die notwendige Kaufkraft um die Binnennachfrage vernünftig anzukurbeln. Da hat die Politik sind sehr elegant als Zugpferd von der Industrie einspannen lassen.

Der Exportüberschuss ist also kein Zeichen einer gesunden Volkswirtschaft, sondern eher ein Eingeständnis die Probleme von Arbeitnehmern nicht in den Griff zu bekommen.

Normalerweise bin ich kein Freund von "Einmischungen" befreundeter Staaten, aber in diesem Punkt hat die USA und EU absolut recht. Die Binnennachfrage muss angekurbelt werden. Das funktioniert nur, wenn Verbesserung der Arbeitnehmerverhältnisse.

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blackstone13 14.01.2014, 16:51
65. Glauben Sie weiter der Regierungspropaganda...

Zitat von vonschnitzler
1. Wenn man eine Exportüberschuss damit erzielen könnte, wäre China uns um ein Vielfaches voraus. 2. Ihre Aussage würde bedeuten, dass der Vorteil deutscher Produkte der Preis ist :-D da fragen sie Ausland besser nochmal nach... 3. Wer erzielt denn die Überschüsse? Diejenigen, die bei uns für viel zu kleines Geld arbeiten (davon gibt es viele, das weiß ich wohl) - arbeiten nicht in der Industrie, die Waren für den Export herstellen - oder wollen sie mir erzählen ein Arbeiter bei VW wird schlecht bezahlt? Friseure, Krankenschwestern, Pflegepersonal - ja die haben einen Grund sich zu beschweren, haben aber nix mit diesem Thema zu tun. 4. Konsumdefizit? Will hier wirklich iemand behaupten in Deutschland wird zu wenig konsumiert? In meinem Freundes-/Verwandtenkreis findet sich wirklich jede Einkommensgruppe von Hartz4 bis Millionär - ich kann nicht erkennen, dass zu wenig konsumiert wird, schon gar nicht Waren/Produkte aus dem Ausland - Kleidung, Elektronik,... alles wofür richtig Geld ausgegeben wird kommt nicht gerade aus deutschen Manufakturen, wenn ich es mal so sagen darf.
... das Lohn- und Konsumniveau ist auf dem Stand der 1990 Jahre stehen geblieben. Dazu noch die Target-Forderungen.

Bitte überlesen Sie in Zukunft einfach die Realität und schauen Sie schön immer Tagesschau!

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syracusa 14.01.2014, 16:52
66.

Zitat von frowin
was nun? alle Maschinen abstellen, die sollen lieber schlechtere französische, venezuelanische oder litauische Produkte kaufen? Scheinbar sind unsere Produkte besser und beliebter, entweder die anderen ziehen nach oder sie haben Pech gehabt.
OK, nehmen wir mal an, die anderen EU-Staaten lassen sich auch auf Lohndumping ein und holen auf. Wie wollen Sie darauf reagieren? Durch noch niedrigere Löhne und Sozialstandards? Und wollen Sie dann auch wieder fordern, dass die anderen nachziehen sollen?

Ich nehme an, Sie bringen schon Geld zur Arbeit mit, nicht wahr?

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yovanka 14.01.2014, 16:52
67. Die übliche Mär...

Zitat von vonschnitzler
Wer erzielt denn die Überschüsse? ...oder wollen sie mir erzählen ein Arbeiter bei VW wird schlecht bezahlt? Friseure, Krankenschwestern, Pflegepersonal - ja die haben einen Grund sich zu beschweren, haben aber nix mit diesem Thema zu tun.
100% Wertschöpfung = max. 30% Wertschöpfung im exportierenden "global player"-Unternehmen selbst ("Final Assembling" + "Marketing") bei relativ guter Entlohnung für Stammbelegschaft mit Alt-Verträgen +70% Wertschöpfung im angeschlossenen "Supply Chain" (Lieferant von "Vorleistungen"). Im Letzteren -jenseits der Öffentlichkeit- spielt die Lohnsenkungs-Musik ohne Tarifverträge.

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dfhhzkouioi9hj 14.01.2014, 16:53
68. Sie haben...

Zitat von dr_payness
hat auch 5 Bio auf ihren Konten geparkt. Wenn sie das mal in die Unternehmen z.B. in Form von Aktien investieren wuerde, dann partizipiert sie auch von dem Handelsueberschuss.
...völlig recht...
nur vergaßen Sie klarzustellen, das die(wenigen), die jetzt schon vom Handelsüberschuß profitieren auch die(wenigen) sind die den Löwenanteil der 5 Bio geparkt haben...

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h0wkeye 14.01.2014, 16:53
69. optional

"Weder manipulieren wir den Wechselkurs, noch subventionieren wir unsere Exporteure, damit sie ihre Waren anderswo billiger anbieten können."
Das ist in Anbetracht der Mitgliedschaft in einer Währungsunion, die uns davor schützt, wechselkurstechnisch mit den Konsequenzen unseres Tuns konfrontiert zu werden, eine gewagte Aussage.

Letzten Endes bleibt aber denen, die hier "Hurra, wir sind so toll und unsere Produkte so begehrt" jubeln nur zu sagen: Handel heißt tauschen. Wer immer Handelsüberschüsse erziehlt und nie ausgleichende Defizite, der tauscht Güter gegen Geld. Solange er das nicht ausgibt, hat er nix davon. Und die alternative ist natürlich nicht, die Bänder anzuhalten, sondern höhere Löhne und Gehälter zu zahlen um die Binnennachfrage zu stärken - und damit den Konsum von Importprodukten. Denn das, was wir konsumieren wird nun einmal zu sehr großen Teilen importiert.

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