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Illegale Preisabsprachen: Händler müssen Millionenstrafen zahlen
DPA

Die Ermittlungen zogen sich lange hin, jetzt haben sich Kartellwächter und Deliquenten geeinigt. Wegen Preisabsprachen zu Lasten der Verbraucher müssen etliche Händler und Markenartikler hohe Geldbußen entrichten.

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richard777 18.06.2015, 14:23
40. Was soll der Aufschrei ? ...der Kunde ist doch selber schuld

Wenn ich die Kommentare lese, verwundert mich doch die Naivität der angeblich so mündigen Verbraucher/Kunden:
Sogenannte "Preis"-Absprachen müssen erst mal nichts verwerfliches sein. Denn es geht eben nicht immer darum, einen möglichst hohen Ladenverkaufspreis abzustimmen, sondern auch zu verhindern, das einige der großen Player im Markt nicht unter Einstand (=Einkaufspreis) verkaufen. Leider eine nicht unübliche Variante unserer sogenannen freien Marktwirtschaft. Das mag für den Verbraucher ärgerlich sein, verhindert aber einen fairen Wettbewerb und verschärft die Konzentration erheblich. Oder warum glaubt man wohl, sind solche Player wie Lidl und Kaufland so enorm groß geworden.
Sicherlich nicht aufgrund Ihrer sozialen und kundenfreundlichen Kompetenz. Der "blöde" Kunde läuft leider jedem Niedrigpreis hinterher, weil er zumindest in Deutschland nicht bereit ist, einen angemessenen Betrag für Lebensmittel (=Mittel zum Leben) auszugeben. Diese Kunden-Schnäppchenmentalität hat zur Konzentration im Handel, aber leider auch auf der Lieferantenseite geführt. Viele kleinere und mittlere Lieferanten können da nicht mehr mithalten, weil die großen Handelskonzerne die Preise vorgeben, die Ihnen aber zumindest z.T. auch von den Verbrauchern vorgegeben werden. Oder glaubt wirklich jemand, das ein Kunde mehr Butter kauft, weil der Preis von 0,99 (März) auf 0,85 (Mai) gefallen ist. Es geht hier einfach um Marktanteile (=Konzentration) und der Kunde fällt gern darauf rein. Erklärbar ist es nicht. Außerdem hat jeder Kunde die Möglichkeit, die Preise zu vergleichen. Macht er aber wohl nicht, denn anders kann ich mir z.B. z.T. erheblichen Preisabstände für diverse Artikel beispielsweise in den Verkaufsstätten meiner Wahl nicht erklären. Jammern ist ja auch einfacher ...der "arme" Verbraucher wird wieder über den Tisch gezogen. Zahlt einen ordentlichen Preis für Lebensmittel, lauft nicht alle zu Aldi und Co. und zum billigsten Preis. Dann haben auch kleinere Unternehmen eine Chance.

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ichwillauchpost 18.06.2015, 14:24
41. benutzername_optional:

Sie scheinen ja auch eher naiv zu sein, wenn Sie denken, dass die höheren Preise, die man bei manchen Ketten zahlt, dazu dienen, die Qualität zu erhalten. Ein Blick in die Jahresbilanzen der Supermarktunternehmen reicht, um festzustellen, dass die Gewinne in den Taschen der Managementebene der Unternehmen landet. Von dem erwirtschafteten Geld haben nicht einmal einfache Angestellte etwas, da sich auch die Einzelhändler, die es sich eigentlich leisten können, massiv gegen den Mindestlohn gesträubt haben und auch nur ein Minimum zahlen. Es mag ja sein, dass Ihr Zynismus Ihnen erfolgreich vorgaukelt, dass die Sorgen Ihrer Mitmenschen Ihnen egal sein können. Mitmenschen allerdings Heulerei zu unterstellen ist ein Schlag in die Fresse derer, denen hohe Lebenshaltungskosten wirklich Probleme bereiten, grad im Kontext dieses Artikels.

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claterio 18.06.2015, 14:59
42.

Zitat von ichwillauchpost
Ein Blick in die Jahresbilanzen der Supermarktunternehmen reicht, um festzustellen, dass die Gewinne in den Taschen der Managementebene der Unternehmen landet.
Im Land mit den billigsten Lebensmitteln der Welt noch über die Preise zu jammern kann man wohl nur als Mimimi-Beitrag bezeichnen.

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gerhard.blesch 18.06.2015, 17:28
43. Alles relativ

es ist leicht,den Verbrauchern,die nur nach dem billigsten Preis kaufen,die Schuld zuzuschieben.Ich behaupte,dass sehr viele gar nicht anders können,mangels Masse in ihrem Geldbeutel....
Wir haben auch im reichen Deutschland einige Millionen die an der Armutsgrenze leben, und sehen müssen,wie sie über die Runden kommen

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garfield 18.06.2015, 17:37
44.

Nun ja, dass Sie damit die "Flucht" hin zum Onlinekauf erst recht verstärken, ist Ihnen aber schon klar, oder?
Zitat von moe.dahool
Es wird, auch hier bei SpOn, gerne so getan, als geschehen solche Maßnahmen aus Gier, dem ist oft nicht so.
Was heißt in einer kapitalistischen Marktwirtschaft schon Gier? Jeder versucht das zu erzielen, was der Markt hergibt. Natürlich würden SIE wie wohl jeder Händler sofort Ihre Preise hochschrauben, wenn Sie es KÖNNTEN. Ansonsten wären Sie als Händler im falschen Beruf. Aus Nettigkeit hat wohl noch kein Händler einen niedrigeren Preis verlangt, als er bekommen könnte.
Zitat von moe.dahool
Und bitte kommt mir nicht mit der Mär vom schlechten Service im Handel. Die Zeiten ändern sich gerade gravierend, und wenn es ums Geld geht, ist den meisten Kunden der Service ohnehin egal.
Nun, dann sage ich Ihnen von der anderen Seite des Ladentisches, dass es leider KEINE Mär ist. Ich will Ihnen nur EINEN Grund nennen: Im Onlinehandel habe ich ein 14-tägiges Rückgaberecht (Ausnahme: kundenspezifische Produkte), im stationären Handel bin ich auf den Goodwill des Händlers angewiesen. Und wenn 4 Kunden an einem Verkäufer Schlange stehen, bis er sich ihnen zuwenden kann (ist nicht SEINE Schuld) - so "viel" Beratung habe ich dann im Onlinehandel auch.
Dann sollten stationäre Händler mal überlegen, mit welchem Service sie punkten könnten, den der Onlinehandel NICHT bieten kann. Aber wenn beratungswillige Kunden sofort als potenzielle Onlinekäufer angesehen werden - was sich dem Kunden auf IHREM Gesicht dann auch deutlich zeigt, müssen Sie sich nicht wundern. Und dass gerade in Deutschland keiner mehr Kunde sein möchte (ich kriege sofort Angst, wenn ich im Krankenhaus als "Kunde" statt als Patient angesehen - und auch so behandelt werde), verwundert doch nicht wirklich, oder? Jahrelang war nicht der Kunde, sondern der auf der anderen Seite des Tisches der König. Und jetzt, wo sich immer mehr Alternativen auftun, geht der Katzenjammer los. Jetzt müsste man ja wieder auf den Kunden zugehen, sich auf ihn einstellen, das Geschäft aus SEINER Perspektive sehen. Oje, lang ist's her, wie ging das doch gleich?
Gerade letztens habe ich mich im "Blödmarkt" wieder geärgert, dass zwar schöne viele Kopfhörer ausgestellt waren, aber keiner war für einen vergleichenden Hörtest irgendwo angeschlossen. Selbst im Onlinehandel möchte ich ungern 10 Stück bestellen und 9 zurück schicken (ja, manche machen das). Wenn nun ein pfiffiger Händler in einen kleinen Audioverteiler investiert und ich alle Kopfhörer dort kurz ausprobieren kann, wäre ich durchaus bereit, den Laden nicht ohne ein Prachtstück zu verlassen - weil: "gleich habbe wolle" und hätte nicht unbedingt Bock, wegen 5 Euro Amazon und Co zu bemühen.
Natürlich gibt es Kunden, die nur auf den Preis schielen, es mag sogar eine Mehrheit sein. Aber selbst der "Rest" sollte ausreichen, dass dem Händler vor Ort mit etwas höheren Preisen noch genug Kunden übrig bleiben. Gerade Ältere haben weniger Probleme damit, ein paar Märker mehr auszugeben für den Service, den ihnen der Onlinehandel nicht bietet.
Letzter Trost: die Demografie arbeitet FÜR Sie ;-)

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niko33 18.06.2015, 18:13
45. die Großen ...

haben sowieso viel zu viel Macht. Es gibt so gut wie nur noch deren Supermärkte. Kleine Händler fallen weg und Produzenten die nicht ins Sortiment aufgenommen werden ebenso.

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Attila2009 18.06.2015, 21:38
46.

Zitat von JBond
1. Lidl gehört zu Kaufland (bzw beide zum gleichen Konzern) 2. Preisabsprachen heißt nicht immer teurer - oft kann es auch gerade das Gegenteil sein...ein niedriger Preis, um Konkurrenz zu verdrängen. 3. Marktbeobachtung ist nicht verboten. Jedes Geschäft schaut sich doch natürlich die Angebote der Konkurrenz an und muss sich entsprechend anpassen. Man darf die Preise nur nicht im Voraus miteinander besprechen. Beispiel Tankstellen: Wenn Aral um 2c nach unten geht, wird die freie Tankstelle das vermutlich auch machen, ohne sich vorher mit Aral abgesprochen zu haben --> erlaubt Wenn Aral und Shell sich aber vorher treffen und dann zusammen zeitgleich die Änderung vornehmen, dann ist das eine verbotene Preisabsprache. Deshalb ist es auch so schwer nachzuweisen, wenn man keine Verhandlungsdokumente oder Zeugenaussagen hat.
So aber wenn Aral 3 cent nach OBEN geht... warum machen andere das kollektiv mit ???

Gut, die sind abhängig von den Weltmarktpreisen aber auf Gewinne will keiner verzichten.

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moe.dahool 19.06.2015, 08:35
47.

Zitat von garfield
Nun ja, dass Sie damit die "Flucht" hin zum Onlinekauf erst recht verstärken, ist Ihnen aber schon klar, oder?Was heißt in einer kapitalistischen Marktwirtschaft schon Gier? Jeder versucht das zu erzielen, was der Markt hergibt. Natürlich würden SIE wie wohl jeder Händler sofort Ihre Preise hochschrauben, wenn Sie es KÖNNTEN. Ansonsten wären Sie als Händler im falschen Beruf. Aus Nettigkeit hat wohl noch kein Händler einen niedrigeren Preis verlangt, als er bekommen könnte.Nun, dann sage ich Ihnen von der anderen Seite des Ladentisches, dass es leider KEINE Mär ist. Ich will Ihnen nur EINEN Grund nennen: Im Onlinehandel habe ich ein 14-tägiges Rückgaberecht (Ausnahme: kundenspezifische Produkte), im stationären Handel bin ich auf den Goodwill des Händlers angewiesen. Und wenn 4 Kunden an einem Verkäufer Schlange stehen, bis er sich ihnen zuwenden kann (ist nicht SEINE Schuld) - so "viel" Beratung habe ich dann im Onlinehandel auch. Natürlich gibt es Kunden, die nur auf den Preis schielen, es mag sogar eine Mehrheit sein. Aber selbst der "Rest" sollte ausreichen, dass dem Händler vor Ort mit etwas höheren Preisen noch genug Kunden übrig bleiben. Gerade Ältere haben weniger Probleme damit, ein paar Märker mehr auszugeben für den Service, den ihnen der Onlinehandel nicht bietet. Letzter Trost: die Demografie arbeitet FÜR Sie ;-)
Ohoh, Sie scheinen schon länger nicht mehr stationär eingekauft zu haben. Auch wir bieten bspw eine 14tägige Zufriedenheitsgarantie an, nur dass Sie bei uns die Ware sogar testen können - sofern die Ware nicht geschädigt wurde.
Und nein, man sieht es einem professionellem Verkäufer nicht an, dass er einen folgenden Onliekauf erwartet.
Man kann es sich natürlich, so wie Sie, einfach machen, und die großen Elektronikhäuser als Beispiele für mangelnden Service nennen. Es gibt bei weitem mehr Händler, die den Begriff "Dienstleister" sehr ernst nehmen.
Wir haben im übrigen die "Geld-zurück-Garantie" eingeführt, wenn ein Kunde ein bei uns gekauftes Produkt, innerhalb von vier Wochen nach Kauf, irgendwo günstiger sieht, bekommt er bei uns die Differenz ausgezahlt - ohne wenn und aber.

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