Forum: Wirtschaft
Immobilien in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen?

Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?

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david66 02.02.2009, 12:09
10.

Das Gebundensein stimmt - es ist für mich der Einzige Nachteil. Noch immer glaube ich. dass eine bezahlte Immobilie in jeder Zeit ihren Wert hat.
Schon alleine, dass - sofern man es schafft, Straßenreinigung und Grundsteuer zu zahlen - niemand einen vor die Tür setzen kann.
Was auch kommt, wie der Markt sich auch bewegt, das eigene Haus steht und darunter findet man Schutz.

Jedoch würde ich es heute anders machen, einfach, um hier wegziehen zu können wenn mir danach ist.
Momentan ist mir sehr danach.

Doch bin ich zufrieden, alternativ in Aktien oder Fonds wäre das Geld heute weg und die Miete müßte trotzdem gezahlt werden.

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Ein Belgier 02.02.2009, 12:10
11.

Zitat von david66
Die größte Schweinerei in D. ist der Denkmalschutz. Beispiel aus der Familie: Mit eigenem Geld eine Stadtruine wieder aufgebaut im Laufe der Jahre. Denkmal (dort ist jede Hundehütte ein Denkmal). Es wohnen nun 2 Familien drin, bewirtschaften einen Garten und haben nichts steuerlich abgesetzt - das klappt ja erst ab einem gewissen Einkommen. Das ist nicht da. Das Haus wird erhalten, gepflegt und die Kommune freute sich, da die Ruine als unverkäuflich galt und ein echter Schandfleck war. Nun wäre das Dach fällig - aber es müssen bestimmte Ziegel sein - Denkmalschutz. Somit würde das Dach ca. 10 T€ mehr kosten als mit normalen Ziegel, wie sie die Häuser ringsum haben. Die haben noch vor dem Denkmalwahnsinn ihre Dächer gemacht oder reparieren nur. Die Differenz von 10 T€ müssen die Eigentümer selbst stemmen - können es aber nicht. Also regnet es rein - denn ein Gerüst für 6000 € für eine Reparatur (der dann bald die Nächste folgt..) stünde in keiner Relation zum Nutzen. Statt nun Geld unter die Handwerker zu bringen und ein Gebäude zu erhalten, bleibt es dem langsamen Verfall ausgesetzt und der Dachdecker ist enttäuscht. Er hat auch 4 Arbeiter zu ernähren. Die Immobilie verliert wieder an Substanz und in 3-5 Jahren wird sie wieder unverkäuflich sein. Deutschland - Deine Bürokratie.
Tipp wie das Problem hier gelöst wird.
Die Investoren schlagen Löcher in's Dach (alte Brauerei), zerdeppern die Fenster und warten ein paar Jahre bis die brüchige Bausubstanz zur öffentlichen Gefahr wird. Der Bürgermeister erlässt eine Notverordnung (Gefahr im Verzug)und das "Denkmalschutzobjekt" wird in einer Hau-Ruck Aktion abgerissen! Danach kann man was vernüftiges hinbauen...

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Rainer Eichberg 02.02.2009, 12:16
12.

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ich habe mir in jungen Jahren eine Werkstatt mit Wohnung gekauft, das mit der Wohnung war halt dran. War damals auch in Ordnung, aber heute würde ich es nicht mehr machen, weil es mich auch gebunden hat. Das Geschäft lief besser als gedacht, aber eine Erweiterung war aus baulichen Gründen nicht möglich.
Angesichts der Aussicht darauf, daß ich mit ziemlicher Sicherheit in einem Altenwohnzentrum ende, stand für mich ein Hauskauf ohnehin nicht zur Debatte.

Zwar besteht die Aussicht, ein Haus zu erben, aber der Standort mitten auf dem Dorf ist mir einfach zu abgelegen.

Ich denke, es geht vielen Leuten so, deren Eltern irgendwohin gezogen sind, wo es außer Natur und Misthaufen nichts gibt. Wer will da schon hin? Ich sehe da Häuserpreise weit, weit unter den für Bau und Instandsetzung angefallenen Kosten voraus.

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caillebotte 02.02.2009, 12:20
13. Aus München würde ich mich fernhalten

Zitat von sysop
Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?
aus meiner Sicht
* überbewertet: Häuser, die nicht zusammenfallen kosten das 30+ fach der Jahresnettokaltmiete (verträglich wäre 10fach oder maximal 15fach)
* und bürokratisch überreguliert - das führe ich mal nicht näher aus - aber speziell München nach einem halben Jahrhundert SPD hat es zu einer anschaulichen Bürokratie gebracht

Von daher: Von einer wirklich attraktiven Investition weit weit entfernt - aber immer noch besser als ein Girokonto bei einer deutschen Großbank ;-)

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bicyclerepairmen 02.02.2009, 12:31
14.

Zitat von david66
Die größte Schweinerei in D. ist der Denkmalschutz.Beispiel aus der Familie:Mit eigenem Geld eine Stadtruine wieder aufgebaut im Laufe der Jahre. Denkmal (dort ist jede Hundehütte ein Denkmal). Es wohnen.....
Kommt immer darauf an. Wären Sie in Hamburg, könnten Sie als "Investor" die Abrissbirne richtig schön kreisen lassen.
Unser Hamburger Oberbaudirektor findet das nämlich ganz sympathisch.
Liegt aber wahrscheinlich daran das er in einer Ecke wohnt wo sein "Miljöschutz" ordentlich greift....

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vau 02.02.2009, 12:34
15. Hauptsache Deutschland ist oben

Egal, wie schlecht die Nachricht auch sein mag. Die Presse feiert jeden Spitzenplatz, den Deutschland in irgendeinem dieser fragwürdigen Rankings einnimmt.
Die Immobilienpreise steigen. Na toll! Dass das für die Mehrheit der Bevölkerung eine schlechte Nachricht ist, scheint niemanden zu interessieren.
Wir wohnen in Hamburg und die Preise sind eine Katastrophe!

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Hovac 02.02.2009, 12:40
16. Spitze?

Zitat von sysop
Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?
Deutschland profitiert??? Immmobilien in Deutschland eignen sich also nun wieder als Kapitalanlage und Renditeobjekte. Höhere Mieten und höhere Kaufpreise sind nur für einen kleinen Teil der Gesellschaft "Spitze", wer profitiert da also.

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Polarwölfin 02.02.2009, 13:01
17.

Zitat von sysop
Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?
Das ist insgesamt gesehen nur ein kurzes Strohfeuer, weil man im Augenblick keiner Geldanlage wirklich traut, bzw. trauen kann.

Langfristig gibt es bereits Studien z.B. der Bertelsmannstiftung darüber, wie sich die demographische Rückentwicklung auf den Immobilienmarkt auswirken wird. Profitieren werden Städte wie Köln oder München, weil dort ohnehin bereits ein hoher Single-Anteil ist und diese Städte in Zukunft darauf angewiesen sein werden, dass Familien mit Kindern dort hin ziehen, um dort nämlich auch Einkommensteuern zu zahlen. Eine überaltete Single-Rentner-Struktur zahlt in einer Stadt nämlich keine Steuern, außer der MWST.

Verlieren werden zunehmend die ländlichen Regionen, was bedeutet, dass viele Altersvorsorgen bei Familien zusammenbrechen werden. Gerade in Familien war das selbstgenutzte Häusschen eine wichtige Säule in der Altersvorsorge und die fällt dann weg, weil das Häusschen nichts mehr wert ist.

Bereits jetzt verzeichnen manche ländlichen Regionen Preisabschläge von 30 Prozent und mehr vom ermittelten Kaufpreis. Dann hat man evtl. eine realistische Veräußerungsschance.

Persönlich würde ich im Augenblick nicht (mehr) auf Wohneigentum setzen, einfach weil man im wahrsten Sinne des Wortes immobil - unbeweglich - wird. Ein wichtiger Punkt, wenn man dem Job hinterher ziehen muss. Weiterhin weiß man eben nicht, wie die Preisentwicklung in Zukunft noch sein wird, denn zunehmend werden alte Immobilien auf den Markt geworfen, die noch mit hohem Kostenaufwand erst energiesparend modernisiert oder saniert werden müssen. Auch das senkt das Preisniveau.

Große Städte fangen massiv an, die ländliche Bevölkerung auszusaugen. Allein im Ruhrgebiet gibt es mindestens 5 Städte - darunter Dortmund - die mit Großprojekten "Leben und Arbeiten am Wasser" junge Familien anziehen wollen. Sie locken mit Kinderbetreuung, hochwertigem Wohnen, Lebensgefühl etc. Dortmund hat dazu die letzten Groschen zusammengekratzt, um die Erschließungskosten zu tragen. Ansonsten ist die Stadt, wie viele andere im Ruhrgebiet, schlichtweg pleite.

Irgendwoher aber müssen die vielen Familien mit Kindern aber kommen, die dort alle am Wasser leben und arbeiten sollen. Die kommen dann vom Land und dort verfällt dann alles bzw. überaltet und die Immobilienpreise stürzen in den Keller bzw. die Häusschen sind nicht selten unverkäuflich.

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Over the Fence 02.02.2009, 13:03
18. Ungleichmäßige Preisentwicklung in Deutschland

Zitat von Rainer Eichberg
... Denn die Preise sinken. Alle, die sich ein paar Jahrzehnte den Buckel für ein Haus krumm gemacht haben, weil es angeblich völlig automatisch im Wert steigt (entgegen sonstiger Sachwerte, die mit dem Alter an Wert verlieren), dürfen sich meiner Schadenfreude sicher sein... .
Diese Betrachtung dürfte regional unterschiedlich ausfallen. Es gibt ländliche Gegenden , in denen man als Mieter durchaus besser fährt, weil Immobilien dort in der Tat eher Wert verlieren statt zu gewinnen. Städte jedoch, die ein einigermaßen angenehmes Wohnumfeld, Infrastruktur UND Arbeitsplätze bieten, werden in Zukunft kaum billiger werden, im Gegenteil. Das trifft dann Käufer wie Mieter.
Kurzum: alles eine Frage der Lage.

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Tikal69 02.02.2009, 13:14
19. Wofür?

Zitat von sysop
Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?
Wieder eines dieser unnützen und überflüssigen Rankings, wie es sie vor der Wirtschaftskriese ja zu Hauf gab (wie z.B. die best bezahlen, einflussreichsten, skrupellosesten Manager etc..).
Sollen wir uns jetzt darüber freuen, dass man in Hamburg bald Preise wir in München zahlen darf?

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