Forum: Wirtschaft
Immobilien in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen?

Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?

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Senfkorn 02.02.2009, 13:26
20.

[QUOTE=Polarwölfin;3312768]
Große Städte fangen massiv an, die ländliche Bevölkerung auszusaugen. Allein im Ruhrgebiet gibt es mindestens 5 Städte - darunter Dortmund - die mit Großprojekten "Leben und Arbeiten am Wasser" junge Familien anziehen wollen. Sie ....
/QUOTE]

Noch sehe ich nicht, dass die Städte des Ruhrgebiets mit ihren Initiativen erfolgreich sind. Die Städte hier schrumpfen, der Niederrhein wächst.

Ansonsten, wenn man lebt wie meine Eltern, jahrzehntelang am selben Ort und das Glück hat gesund zu sein, lebt es sich auch auf dem Lande sehr gut, da ist es unherheblich wieviel das Haus nun wert ist denn Verkauf ist nie angedacht. Es zählt Zugehörigkeit, langjährige Nachbarschaft, der eigene Garten, usw..

Wir dagegen, berufsbedingt öfter mobil als uns lieb war, haben verkaufen müssen und wohnen seither als Mieter, weil sich Hauskauf hierzulande nie lohnt, wenn man nur 5 Jahre am Ort bleibt. Wohl war mir dabei aber nie wirklich.

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Rainer Eichberg 02.02.2009, 13:36
21.

Zitat von Senfkorn
Ansonsten, wenn man lebt wie meine Eltern, jahrzehntelang am selben Ort und das Glück hat gesund zu sein, lebt es sich auch auf dem Lande sehr gut, da ist es unherheblich wieviel das Haus nun wert ist denn Verkauf ist nie angedacht. Es zählt Zugehörigkeit, langjährige Nachbarschaft, der eigene Garten, usw..
Auf Nachbarn kann ich gut verzichten. Herzlichen Dank. Wenn ich mir von Kollegen erzählen lasse, welche Psychopathen ihnen schon mit dem Rechtsanwalt gedroht haben, dann bin ich froh, daß die nächste Nachbarin 100 Meter weiter entfernt wohnt.

Ich empfinde einen Wohnort als gut, wenn er eine gute Verkehrsanbindung hat, über ein paar Supermärkte und Kneipen verfügt und ich dort unter verschiedenen Mobilfunk- und DSL-Anbietern wählen kann.

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Polarwölfin 02.02.2009, 13:39
22.

[QUOTE=Senfkorn;3312914] Zitat von Polarwölfin
Große Städte fangen massiv an, die ländliche Bevölkerung auszusaugen. Allein im Ruhrgebiet gibt es mindestens 5 Städte - darunter Dortmund - die mit Großprojekten "Leben und Arbeiten am Wasser" junge Familien anziehen wollen. Sie .... /QUOTE] Noch sehe ich nicht, dass die Städte des Ruhrgebiets mit ihren Initiativen erfolgreich sind. Die Städte hier schrumpfen, der Niederrhein wächst. Ansonsten, wenn man lebt wie meine Eltern, jahrzehntelang am selben Ort und das Glück hat gesund zu sein, lebt es sich auch auf dem Lande sehr gut, da ist es unherheblich wieviel das Haus nun wert ist denn Verkauf ist nie angedacht. Es zählt Zugehörigkeit, langjährige Nachbarschaft, der eigene Garten, usw.. Wir dagegen, berufsbedingt öfter mobil als uns lieb war, haben verkaufen müssen und wohnen seither als Mieter, weil sich Hauskauf hierzulande nie lohnt, wenn man nur 5 Jahre am Ort bleibt. Wohl war mir dabei aber nie wirklich.
Dazu ist das ganze auch bisher zu kurzfristig. Die Projekte stammen aus dem letzten Jahr, was bedeutet, dass der aktive Verkauf erst noch beginnt.

Die jetzige "Rentnergeneration" wird sich auch erst dann wirklich Sorgen machen müssen, wenn das Häusschen aufgrund der steigenden Pflegebedürftigkeit veräußert werden muss. Solange das eigene Häusschen ja nur quasi kostenfreies Wohnen bedeutet, ist die Welt ja noch halbwegs in Ordnung.

Der Niederrhein "wächst" auch nur begrenzt und als im letzten Jahr die Spritpreise so rapide anstiegen, hat man das auf dem Fuß im Immobiliensektor gemerkt. Da unsere Rohstoffe auch nur begrenzt sind, ist auch das Wachsen des Niederrheines begrenzt. Hinzu kommt, dass Städte wie Krefeld und Mönchengladbach ohnehin wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast sind. Krefeld noch mehr als MG. Allein dort stehen mehr als 5000 Wohnungen leer. Im Kreis Heinsberg stehen über 1500 Häuser zum Verkauf.

Es ist der zunehmende Mobilitätszwang, der beim Immobilienkauf zögern lässt, lassen muss, obwohl gerade bei Mehrpersonenhaushalten man sich über die Immobilie eine weitere Altersvorsorge aufbauen könnte. Nicht umsonst kann man jetzt auch beim Häusschen riestern. Nur sollte man eben die demographische Entwicklung dabei nicht vergessen und dann wirds richtig finster. Noch nicht jetzt, aber so in 10-15 Jahren wird der Countdown zählen. Eine Bevölkerung, die um 200.000 Einwohner pro Jahr schrumpft, braucht definitiv weniger Wohnraum, bzw. die Ballungen verschieben sich.

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david66 02.02.2009, 13:42
23. Omas klein Häusle

Zitat von Ein Belgier
Tipp wie das Problem hier gelöst wird. Die Investoren schlagen Löcher in's Dach (alte Brauerei), zerdeppern die Fenster und warten ein paar Jahre bis die brüchige Bausubstanz zur öffentlichen Gefahr wird. Der Bürgermeister erlässt eine Notverordnung (Gefahr im Verzug)und das "Denkmalschutzobjekt" wird in einer Hau-Ruck Aktion abgerissen! Danach kann man was vernüftiges hinbauen...
Als "Investor" ist das eine Option, für 2 Familien mit 4 Kindern, welche im Haus wohnen leider nicht.
Den Letzten beißen immer die Hunde ;)

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**Kiki** 02.02.2009, 14:33
24.

In Stuttgart wiederum ist neuerdings die kuriose Situation entstanden, daß man für eine Durchschnittswohnung (nix Überkandideltes, aber auch keine Bruchbude, sagen wir, 3 bis 4 Zimmer mit 75 bis 100 qm in einem ordentlichen Altbau), derzeit als Mieter mindestens ein bis zwei Tausender pro Jahr mehr hinlegt, als man beim Kauf derselben Wohnung an monatlicher Belastung zu erwarten hätte.

Die Immobilienpreise hier (jedenfalls für Wohnimmobilien) haben sich bis heute nicht vom Platzen der hiesigen Immobilienblase Mitte der neunziger Jahre erholt. Und die potentiellen Käufer offenbar auch nicht, denn die ziehen es vor, weiter zur Miete zu wohnen. Rational zu erklären ist die Auseinanderentwicklung im Verhältnis Miete zu Kaufpreis aber eigentlich nicht.

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Andreas Heil 02.02.2009, 14:47
25.

Zitat von Polarwölfin
... Große Städte fangen massiv an, die ländliche Bevölkerung auszusaugen. Allein im Ruhrgebiet gibt es mindestens 5 Städte - darunter Dortmund - die mit Großprojekten "Leben und Arbeiten am Wasser" junge Familien anziehen wollen. Sie locken mit Kinderbetreuung, hochwertigem Wohnen, Lebensgefühl etc. Dortmund hat dazu die letzten Groschen zusammengekratzt, um die Erschließungskosten zu tragen. Ansonsten ist die Stadt, wie viele andere im Ruhrgebiet, schlichtweg pleite. ...
Ersteres ist ein schon länger anhaltender Trend, der auch noch einige Jahre fortdauern wird, weil er schlichte ökonomische Gründe hat.

Hinsichtlich Dortmund und pleite, würde ich keine Enten verbreiten. Eine ordnungsgemäße Bilanz ist einsehbar und sieht m.E. im Vergleich hervorragend aus (indirekt hält Dortmund u.a. 11 Prozent an RWE).

Dass trotzdem rechtwidrige Unterrichtsversorgung herrscht, ist ein anderer Skandal.

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Andreas Heil 02.02.2009, 14:50
26.

Zitat von david66
Die größte Schweinerei in D. ist der Denkmalschutz. Beispiel aus der Familie: Mit eigenem Geld eine Stadtruine wieder aufgebaut im Laufe der Jahre. Denkmal (dort ist jede Hundehütte ein Denkmal). Es wohnen nun 2 Familien drin, bewirtschaften einen Garten und haben nichts steuerlich abgesetzt - das klappt ja erst ab einem gewissen Einkommen. Das ist nicht da. Das Haus wird erhalten, gepflegt und die Kommune freute sich, da die Ruine als unverkäuflich galt und ein echter Schandfleck war. Nun wäre das Dach fällig - aber es müssen bestimmte Ziegel sein - Denkmalschutz. Somit würde das Dach ca. 10 T€ mehr kosten als mit normalen Ziegel, wie sie die Häuser ringsum haben. Die haben noch vor dem Denkmalwahnsinn ihre Dächer gemacht oder reparieren nur. Die Differenz von 10 T€ müssen die Eigentümer selbst stemmen - können es aber nicht. Also regnet es rein - denn ein Gerüst für 6000 € für eine Reparatur (der dann bald die Nächste folgt..) stünde in keiner Relation zum Nutzen. Statt nun Geld unter die Handwerker zu bringen und ein Gebäude zu erhalten, bleibt es dem langsamen Verfall ausgesetzt und der Dachdecker ist enttäuscht. Er hat auch 4 Arbeiter zu ernähren. Die Immobilie verliert wieder an Substanz und in 3-5 Jahren wird sie wieder unverkäuflich sein. Deutschland - Deine Bürokratie.
Sorry, aber solche dummen Märchen als Quintessenz der Bürokratie zu verkaufen, ist ja wohl nicht Ihr Ernst.

Und weil Sie total vernagelt sind, lassen Sie die Immobilie lieber verrotten, als einen Kompromiss mit der Denkmalbehörde zu suchen ?

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Andreas Heil 02.02.2009, 14:56
27.

Zitat von sysop
Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Deutschland profitiert: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Immobilien in Deutschland?
Der deutsche Markt ist sehr gemischt, weil viele z.T. gegenläufige Entwicklungen in den letzten Jahren einiges durcheinandergebracht haben. Im Gegensatz zum Rest der Welt hat er aber wenigstens - über alles saldiert - wenigstens wieder Potential.

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david66 02.02.2009, 15:12
28.

Zitat von Andreas Heil
Sorry, aber solche dummen Märchen als Quintessenz der Bürokratie zu verkaufen, ist ja wohl nicht Ihr Ernst. Und weil Sie total vernagelt sind, lassen Sie die Immobilie lieber verrotten, als einen Kompromiss mit der Denkmalbehörde zu suchen ?
1. Es ist nicht mein Haus.
2. Die 10 T€ Differenz resultieren bereits aus einem
Kompromiss - bzw. einem Streit. Vorher war es noch mehr.
3. Persönliche Beleidigungen finde ich unpassend. Ihre
Beiträge zeugen sonst von mehr Niveau.

Es lebe die Bürokratie. Besser?

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Polarwölfin 02.02.2009, 15:16
29.

Zitat von Andreas Heil
Ersteres ist ein schon länger anhaltender Trend, der auch noch einige Jahre fortdauern wird, weil er schlichte ökonomische Gründe hat. Hinsichtlich Dortmund und pleite, würde ich keine Enten verbreiten. Eine ordnungsgemäße Bilanz ist einsehbar und sieht m.E. im Vergleich hervorragend aus (indirekt hält Dortmund u.a. 11 Prozent an RWE).
Sollte es eine Ente sein, so verbreite nicht ICH das, sondern die Stadt Dortmund selber.
Vor einigen Wochen lief eine Sendung im WDR genau über dieses Projekt "Leben und Arbeiten am Wasser" in Dortmund, bei der auch Angehörige der Stadtverwaltung zu Wort kamen.

Es wurde über den Umfang der Umsiedelung berichtet, damit man das Wasser auch erst einmal schaffen kann, über Art und Höhe der Erschließungskosten und vor allem die Mühe, diese noch zusammenzukratzen (O-Ton), denn der Haushalt hätte massive Probleme und nicht zuletzt durch solche Projekte erhofft man sich mehr zahlungskräftige Steuerzahler.

Ist also nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern wird offiziell verbreitet.

Auf die gleiche Idee sind auch Duisburg, Gelsenkirchen, Hattingen und noch eine weitere Stadt gekommen, deren Namen mir grade nicht einfallen will.

Düsseldorf übt sich auch an solchen Projekten, nicht nur im Medienhafen für Porschefahrerpublikum.

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