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Immobilien: Investoren fürchten Berliner Mietpreisstopp - Aktienkurse fallen
DPA

Der Berliner Senat will die Mieten für fünf Jahre einfrieren - an der Börse sorgt das für Hektik: Die Aktienkurse großer Vermieter wie Vonovia und Deutsche Wohnen rauschen ab.

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andneu 07.06.2019, 18:13
100. @pharloff

Zitat von pharloff
Nur meint man eben in Berlin sich global geltenden Markt-Grundsätzen entziehen zu können.
Global geltene Markt-Grundsätze gibt es nicht. Wir reden hier über Wirtschaft und Politik und nicht über Physik.

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ruhepuls 07.06.2019, 18:15
101. Berlin ist jetzt schon pleite...

Zitat von postmaterialist2011
Erst wenn sich diese widerlichen Heuschrecken im grossen Stil aus Berlin zurückziehen wird sich der MIetwohnungsmarkt wieder normalisieren. Die R2G Regierung hier in Berlin macht alles richtig in dem sie Enteignungen und das Einfrieren von Mieten propagiert. Deshalb wählt hier auch keiner die CDU oder FDP. Gut so !
Berlin ist jetzt schon pleite - und wer das Hickhack um den "Hauptstadtflughafen" betrachtet, hat große Zweifel, dass die Stadt den Wohnungsbedarf auf die Reihe bringt. Immerhin hat die gleiche Stadt viele Wohnungen erst vor gar nicht allzu langer Zeit an eben die jetzt so geschmähten Heuschrecken verkauft...
Die DDR hat auch alles "richtig" gemacht - sie hat es nur nicht überlebt.

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ruhepuls 07.06.2019, 18:18
102. Durchaus richtig...

Zitat von dasfred
Stellen sie sich vor, ihre Pensionskasse erwirtschaftet ihre Rendite, indem sie ständig ihre Miete erhöht. Dann zahlen sie für jeden Cent mehr Rente zwei Cent mehr Miete. Der Markt darf gerne selbst alles regeln, aber in einer sozialen Marktwirtschaft müssen die Rahmenbedingungen von der Politik gesetzt werden. Zustände wie in London oder New York sind für eine Gesellschaft kein erstrebenswertes Ziel.
Tatsächlich ist da ja was dran. Auf der einen Seite kaufen wir möglichst billig ein - erwarten aber steigende Löhne. Oder wir fordern Rendite von unseren Lebensversicherungen oder Fonds - wundern uns dann aber, dass Immobilienpreise steigen - und die Mieten natürlich dann auch.
Aber eines funktioniert auch nicht: Bei den Renditen Markt verlangen - und bei den Kosten dann Sozialismus.

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ThomasS79 07.06.2019, 18:22
103. Falsche Ursache und Lösung!

Ich stelle mir gerade vor, ich hätte mein Erspartes in eine Immobilie investiert, die ich vermiete und mit deren Wertentwicklung und Rendite ich meine Altersabsicherung gewährleisten möchte! Nun beschließt der Berliner Senat, dass ich leider Pech habe, und über meine Investition und mein Eigentum nicht frei entscheiden darf, und meine Immobilie sich auch nicht nach den Regeln des freien Marktes entwickelt. Ich trage trotzdem alle Kosten und auch entsprechendes Risiko für die gesamte Investition samt Bauvorgaben, Nebenkosten und Instandhaltung. Meine Mieter klatschen vermutlich noch Beifall, wenn meine Investition den Bach runter geht, schließlich wird meine Arbeit, mein Risiko und meine Verantwortung im Leben durch das Fahren eines Sportwagens ausreichend kompensiert. Von meinem Lebensweg und den Entbehrungen zu dem Erreichten zu kommen und es zu erhalten und zu entwickeln ganz zu schweigen! Die Entwicklung gerade in Berlin zeugt für mich von falscher Ursache und Wirkung. Sicherlich muss es einen gewissen Bestandsschutz geben und wilden Heuschrecken-Investoren wirksam und konsequent begegnet werden! Es kann aber für mich aber nicht sein, das grundlegende Prinzipien des Marktes die unter den Berliner Umständen mit dem Verkauf von massenhaft Objekten an private Wohnungsgesellschaften ja sogar selbst verursacht sind, per Senat ausgehebelt werden! Der Berliner Wohnungsmarkt kommt mir immer mal wieder wie ein sozialistisches Sommermärchen vor, in dem manche Mieter leider vergessen haben, dass auch Berliner Dolce Vita und die dazugehörige zentral gelegene Wohnung eben ihren Preis hat! Und diesbezüglich war Berlin in den letzten Jahrzehnten unterpreisig. Was mir dabei am meisten aufstößt, von vielen Beispielen des Berliner Wohnungsmarktes hört man sicherlich unverschämte Mieterhöhungen, Staffelmieten und mehr als abenteuerliche Mietverträge, andererseits aber eben auch von Mietern mit schlichtweg utopischen Vorstellungen, mangelhafter Flexibilität und konsequenter Ignoranz bis hin zu Realitätsverweigerung! Wenn mein Portemonnaie nur für Marzahn reicht, ich aber in Charlottenburg wohne, ist das Problem offensichtlich und keineswegs unmenschlich! Berlin wird sein Wohnungsproblem ohne den Neubau von Sozialwohnungen nicht lösen, dass ist Aufgabe des Senats! Daumenschrauben für private Investoren hat und wird nicht funktionieren, versprochen!

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ruhepuls 07.06.2019, 18:24
104. Bauen können viele - nur nicht billiger...

Zitat von andneu
Aha! Und solche Heuschrecken sind die einzigen, die Wohnungen bauen und unterhalten können? Sonst kann das keiner? Geschäftsmodelle, die darauf beruhen, auf Teufel komm raus Rendite aus den Mietern rauszupressen braucht hier niemand. Je schneller die gehen, desto besser.
Man braucht keine "Finanzheuschrecken", um Wohnungen zu bauen. Aber weshalb glauben Sie, dass andere weniger Miete verlangen? Bauen ist genauso teuer geworden wie die Mieten.
Wenn man wirklich billigen Wohnraum schaffen möchte, dann muss man an den Ansprüchen ansetzen. Ich sag mal, "Platte" statt Marmor. Ich vermute aber, auch die, die jetzt "Skandal" schreien, wollen nicht in Mietskasernen leben, auch wenn es da billiger ist.

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plusquam.perfekt 07.06.2019, 18:25
105. hä?

Eine Wohnung in dem Mietshaus, das ich bewohne wurde letzte Woche neu vermietet, Steigerung um 30

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ruhepuls 07.06.2019, 18:29
106. "Rote" Politik...

Zitat von MichaelundNilma
mit Enteignungsbefürwortern und Sozialromantikern, werden gar keine Mietwohnungen mehr gebaut. Der Berliner Senat wollte ja Wohnungen in Teilen auf dem Tempelhofer Feld bauen, das wollte man auch nicht. Was man möchte ist das Kapitalgeber mit ihrem Geld selbstlos Wohnungen bauen und die Wohnungen am besten noch den Mietern übereignen. Solche Meinung darf man ja haben, nur wenn sich Politiker dem Druck einer aufgepeitschten und unbesonnen Menge beugen und diese Meinung übernehmen, entstehen eben keine neuen Wohnungen, denn ausländische als auch hiesige Investoren ziehen ihr Kapital ab und suchen sich sicherere Einnahmequellen. Ein Aktienkonzern ist gesetzlich verpflichtet zum Wohle seiner Aktionäre zu handeln. Niemand wird bestreiten, daß die Situation am Wohnungsmarkt dramatisch ist, aber das Kapital welches Wohnungen schafft zu vergraulen, ist die schlechteste aller Lösungen. Die beste Lösung ist, daß alle etwas von Mietwohnungen haben. Die Kapital – als auch die Mieterseite. Dazu bedarf es ideologiefreier Konzepte. Die Großvermieter bei ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung im Adlon sahen die Mietmisere durchaus realistisch und manche zeigten durchaus Gesprächsbereitschaft mit dem Berliner Senat, um die dramatische Lage am Wohnungsmarkt zu entschärfen. Wien wäre sicher ein Vorbild. Was man aber auch wissen muß ist, daß man für die Umsetzung des Wiener Modells einen langen Atem braucht und dieses daher nicht von heute auf morgen umsetzbar ist, vor allem wenn eine Stadt arm aber glücklich sein will bis es quietscht. Das Geld für den sozialen Wohnungsbau fließt übrigens in die Berliner Geldvernichtungsmaschine BER. So bitter das klingt, aber eine schnelle, weil notwendige Lösung scheint mir nicht in Sicht.
Was Sie beschreiben ist einfach "rote" Philosophie: Die "mit Geld" sollen das Geld für die Allgemeinheit einsetzen, damit sich die Allgemeinheit zurücklehnen kann. So funktioniert Berlin doch seit Jahren. Früher - zu DDR-Zeiten - hing Berlin am Tropf, aufgrund seiner besonders problematischen Lage. Heute hängt Berlin immer noch am Tropf, weil sich die "Hand aufhalten"-Mentalität inzwischen dort zum Lebensmodell entwickelt hat. Das fängt oben an und setzt sich bis ganz unten fort. Berlin ist eine Made, die ständig gefüttert werden will - und das ganze wird dann ideologisch unterbaut.

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thomas_linz 07.06.2019, 18:30
107. Genau das

Zitat von ruhepuls
Kurzfristig wird der Mietstopp eine Erleichterung bringen. Aber mittel- bis langfristig werden nun einfach weniger Wohnungen gebaut. Dann gibt es vielleicht billigere Wohnungen - aber man bekommt keine mehr. Berlin hat schon einmal so kurzsichtig gehandelt. Vor Jahren, als es viele Altbauten mit Leerstand gab, hat man die "günstig" verscherbelt, weil man die Kosten und notwendigen Investitionen nicht selbst finanzieren wollte. Also hat man sie an Investoren verkauft, die natürlich nicht nur Geld reingesteckt haben, sondern auch wieder rausholen wollten. Jetzt wandert das Investorengeld eben in andere Bereiche - und Berlin wird in einigen Jahren wieder ein Problem haben.
Gegenteil ist der Fall. Verbilligt man Bausubstanz, wird mehr gebaut, weil mehr Nachfrage. Lediglich Developer, Spekulanten und Miethaie muessen mit deutlich weniger Marge auskommen. Die werden es ueberleben. Profitieren würden hingegen das Baugewerbe und die einfachen Menschen.

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ruhepuls 07.06.2019, 18:32
108. In Deutschland ist ein Aktionär ein Schmarotzer...

Zitat von the_master
Die meisten Leute scheinen sich hier ja zu freuen. Mir geht es gar nicht so. Ich habe als Student aktuell kein sonderlich hohes Einkommen, und bin auf meine Aktien als Rücklage und als Dividende zur Zahlung meiner Miete angewiesen. Ich investiere alles, was übrig bleibt, in Aktien. Selber habe ich auch immer Probleme bei der Wohnungssuche, ich kann mit den hohen Zahlungen, die der Sozialstaat aufbringt, leider nicht konkurrieren. Nun will diese Regierung mir auch noch meine Aktien kaputt machen. Es ist einfach nur unglaublich.
In Deutschland ist Geld etwas anrüchiges, also, zumindest, wenn es ein anderer hat. Und da sich die meisten Deutschen an Aktien nicht ran trauen, weil das ja irgendwie "riskant" ist, neiden sie aber gleichzeitig denjenigen den Erfolg, die das Risiko bereit sind einzugehen. Das Ideal vieler Deutscher ist ein Staat, der einen umsorgt und alimentiert. Dafür darf er einem dann auch vorschreiben, wie man zu leben hat.

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Nonvaio01 07.06.2019, 18:39
109. richtig

Zitat von Zukunft3.0
Wird auch Zeit, dass hier endlich etwas passiert. Die Mieten in den Großstädten kann sich keiner mehr leisten. Es wird nur noch hochpreislich gebaut. Hauptsache die Rendite stimmt, der Mieter ist scheißegal.
so ist es im kapitalismus, ob das nun richtig ist oder nicht ist eine andere frage. wer sich aber fuer ka[italismus entscheidet muss auch damit leben, mit all seine haesslichen seiten.

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