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Immobilien: So retten Mieter ihr Haus vor Investoren
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Kein Geld zum Wohnungskauf, aber Angst vor Mieterhöhungen? Im Mietshäuser Syndikat tun sich Bewohner zusammen, um Immobilien für sich zu sichern. Einmal im Verbund aufgenommen, ist ein Haus quasi unverkäuflich.

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sok1950 20.02.2018, 10:17
1. wenn einer der Beteiligten Konkurs anmeldet oder

in Privatinsolvenz geht oder irgendwelche Erben nicht mitmachen ist das Konzept ganz schnell am Ende. Dann gibt es eine gerichtliche Vermögensentflechtung und das Haus wird Zwangsversteigert. Vermutlich dann zwar kein Totalverlust, aber der Zweck ist dahin und alle Beteiligte haben Vermögen verloren.

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Bondurant 20.02.2018, 10:31
2. Nochmal zur Erklärung

Im Mietshäuser Syndikat sind deutschlandweit Hausprojekte in einem losen Verbund organisiert. Jedes Projekt ist eine eigenständige GmbH und verwaltet sich selbst. Dabei gibt es jeweils zwei Gesellschafter: den aus der Hausgemeinschaft bestehenden Verein und das Mietshäuser Syndikat

Erst gründen Leute einen Verein. Der kauft ein Haus (vom Geld der Vereinsmitglieder bzw. Krediten, versteht sich). Dieser Verein tritt dann als Gesellschafter einer GmbH bei, auf die das Immobilienvermögen übertragen wird. Anderer Gesellschafter ist das Syndikat, das hinsichtlich der Immobilie das letzte Wort hat. Wer aus dem Verein ausscheidet, bekommt keine Abfindung aus dem Vereinsvermögen, das er mitfinanziert hat - nun ja, wer's mag...

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Weltfinanzexperte 20.02.2018, 10:33
3. Naja, nur was für solvente Mieter

Nach der obigen Rechnung (25% von 870.000 EUR verteilt auf 13 Personen) muss jeder Bewohner (nicht jede Mietpartei!) knapp 17.000 EUR an Eigenkapital mitbringen. Wenn die auch noch finanziert sind, kann das aber schnell eine Schuldenfalle werden.

Wer z.B. als 3-Personen-Haushalt die 50.000 EUR eh auf der hohen Kante hat, braucht vermutlich kein Syndikat.

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adrianhb 20.02.2018, 10:43
4.

Zitat von sok1950
1. wenn einer der Beteiligten Konkurs anmeldet oder in Privatinsolvenz geht oder irgendwelche Erben nicht mitmachen ist das Konzept ganz schnell am Ende. Dann gibt es eine gerichtliche Vermögensentflechtung und das Haus wird Zwangsversteigert.
Soweit ich das verstanden habe, bleiben die Mieter Mieter. Und sind eventuell noch Mitglied im Verein.

Das Haus selbst gehört einer GmbH, die dem Hausgemeinschaftsverein und dem Verein "Mietshäuser Syndikat" gehört.

Wenn ein Mieter Schulden hat, wird da also nichts zu machen sein. Wenn Du privat Schulden hast, kann der Sportverein, in dem Du Mitglied bist, auch nicht belangt werden.

Probleme entstehen, wenn die GmbH oder einer der Vereine in Schieflage gerät. Von der Konstruktion scheint das aber solide aufgebaut zu sein.

Außerdem gibt's natürlich Probleme, wenn die Vereinsmitglieder nicht mehr miteinander können.

Aber das unterscheidet sich dann insgesamt auch nicht sehr von den Problemen in Eigentümergemeinschaften.

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Esib 20.02.2018, 10:49
5. Ähm?

Kann mir irgendjemand noch einmal den Nutzen erklären, den ein Beitritt ins "Syndikat" für die Gesellschafter bringt, außer den im Vergleich zu den Gesamtkosten läppischen 12.400 Euro? Finanzieren müssen das Haus die Gesellschafter der GmbH (also die Mieter) über selbst aufgenommene Kredite, im schlimmsten Fall geht die GmbH pleite, aber das Haus kann nicht verkauft werden - dank Syndikat. Alle privat aufgenommenen Kredite bleiben dann trotzdem bei den Betroffenen hängen. Und wenn es gut geht, werden die Erstgesellschafter um den Erfolg betrogen. Sieht für mich irgendwie nicht fair aus. Aber vielleicht habe ich da ein grundsätzliches Verständnisproblem.
Daher: Sich mit anderen Mietern zusammenschließen, eine GmbH gründen und das Miethaus kaufen, ist ja ok. Aber das Syndikat, das nur ohne eigenes Risiko jeden Monat Geld kassiert, was soll das?

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oaonorm1 20.02.2018, 11:08
6. @1 und @3

@1 Warum Erben?
Was haben denn Erben damit zu tun?
Man ist nur Mieter, ist man Pleite oder tot ist man raus und der nächste drin.

@3 Es geht ja nicht darum Besitz zu erwerben um den man sich dann auch kümmern muss.
Es geht darum in einer Gegend, in der die Mieten explodieren, geschützt vor Mietwucher zu sein.
Kosten für Gemeinschaft und Solidarität scheinen weit geringer als die Renditewünsche von Investoren.
Bei Ihren 50000 müssen Sie aber auch eine 170m² Wohnung in diesem Bremer Viertel gegenüberstellen.
Bin mir nicht sicher ob da 50k für die Eigenheimfinanzierung reichen, wenn die Wohnung um die 500k kostet...
Ist aber nicht mein Gebiet...

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ludna 20.02.2018, 11:15
7. Ich verstehe das Konzept nicht,

als Mieter werde ich Eigentümer bzw Gesellschafter oder Vereinsmitglied. Auf jeden Fall muss ich Geld für den Hauskauf zahlen, und dann auch noch Miete ? Ich habe aber kein Mitspracherecht über mein Eigentum ? Was passiert wenn ich ausziehe, kann ich dann meine Anteile ausbezahlt bekommen ?
Ich denke, besser ist es man kauft sich seine eigene Wohung/Haus.

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oaonorm1 20.02.2018, 11:45
8. Kein Experte,

Zitat von ludna
als Mieter werde ich Eigentümer bzw Gesellschafter oder Vereinsmitglied. Auf jeden Fall muss ich Geld für den Hauskauf zahlen, und dann auch noch Miete ? Ich habe aber kein Mitspracherecht über mein Eigentum ? Was passiert wenn ich ausziehe, kann ich dann meine Anteile ausbezahlt bekommen ? Ich denke, besser ist es man kauft sich seine eigene Wohung/Haus.
nicht mal im Ansatz, aber im Text steht die Miete setzt sich aus Tilgung und der Abgabe an den Solidarfonds.

Nehmen wir mal an sie haben 100m² und in dem Beispiel aus dem Text zahlten sie vorher 800€ kalt. Dann zahlen sie nachher 80% von 800 (= 640) und zusätzlich 10cent pro m² also 650€.

Sie bleiben Mieter (keine versteckten Kosten) zahlen weniger Miete und die ist auch noch Stabil.

Wer da jetzt immer noch nicht versteht warum man das machen sollte, dem kann ich auch nicht helfen. Man ist die Kredite los wenn man auszieht oder stirbt oder so.

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wekru 20.02.2018, 11:46
9. nette Idee, aber ...

Das Haus wird über die Miete finanziert. Jeder Hauseigentümer finanziert seine Häuser über die Miete, jedoch gehören sie ihm dann auch. Würden die Mieter das Haus als Genossenschaft erwerben, gingen die Mietzahlungen in ihre Spardose. In diesem Fall aber ist die GmbH oder das Syndikat Eigentümer, also irgendwie niemand oder alle die Anteilseigner der GmbH oder des Syndikats sind. Wer dann später eintritt, nachdem der Kaufpreis getilgt ist, kann dann profitieren von dem was andere abbezahlt haben? Wird wohl im Streitfall so nicht funktionieren. Wer steht denn im Grundbuch als Eigentümer? Vermutlich doch die GmbH über die das Haus gekauft wird, oder? Und wem gehört die GmbH? Vermutlich doch den Mietern, oder? Es gibt keinen herrenlosen Hausbesitz, egal über welche Konstruktion der Besitz geregelt ist. Und würde alles dem Syndikat gehören, dann ist das gut für denjenigen, dem das Syndikat gehört, aber schlecht für die Mieter die nur Mieter sind und dem Eigentümer die Häuser über ihre Miete finanzieren. Die wesentlichen Informationen fehlen in dem Artikel. Davon abgesehen gab es ähnliche Probleme mit hohen Mieten bereits vor 150 Jahren und daraus sind die Wohnungsbaugenossenschaften entstanden, die alle diese Fragen bereits einmal gelöst haben. Also von wegen "das Rad nicht ständig neu erfinden". Mir erscheint das Syndikat als möglicherweise nicht zuende gedachte Kopie der Wohnungsbaugenossenschaft.

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