Forum: Wirtschaft
Immobilien: Wagenknecht verlangt bundesweiten Mietendeckel
Wolfgang Kumm/DPA

Die Vielzahl der Einwände gegen einen Mietpreisdeckel scheint Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht nicht anzufechten. Sie würde die Idee ihrer Berliner Parteifreunde am liebsten auf die gesamte Republik übertragen.

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trus 27.08.2019, 07:57
1.

Wie kann denn schlicht behauptet er den, die rund 16.000 Berliner seien aus Preisgründen nach Brandenburg gezogen? Denkbar wäre ja auch, dass man das aus freien Stücken wollte. Lärm, zunehmende Fülle und Hektik, Klima, Umweltbelastungen sind gute Gründe um Berlin den Rücken zu kehren. Und sonderlich familienfreundlich ist Berlin in meinen Augen auch nicht.

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stefanus mundus 27.08.2019, 08:05
2. Geister der Vergangenheit

Bei aller Liebe für soziale Gleichheit: die Politiker der LINKEN scheinen vergessen zu haben, wie die Häuser in der DDR aussahen, nachdem über Jahrzehnte hinweg die Mieten gedeckelt waren: grau, amrode und vielfach abbruchreif. Aber Frau Wagenknecht lebt ja auch in einem schönen Eigenheim im Saarland, das wird für sie nicht relevant werden.

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letztes_wort 27.08.2019, 08:07
3. Dann wird es wohl keine Vermietungen mehr geben

Die Wohnung, die wir für uns selbst nutzen liegt bei einem Quadratmeterpreis von ca. 12€ kalt in der Finanzierung. Wobei diese über 30 Jahre läuft. Es ist keine Luxuswohnung mit goldenen Wasserhähnen ;) und vor 20 Jahren noch nicht in der großen Immobilienblase gekauft und auch nicht in einer Großstadt. Dennoch Grundstückspreise von 450€/m².
Wie soll man so etwas für maximal 8€/m² vermieten?
Die Zinsen sind zwar momentan niedrig, dafür sind die Preise für die Wohnungen in die Höhe geschossen. Völlig unmöglich da Wohnraum zur Vermietung zu schaffen.

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Harry1 27.08.2019, 08:13
4. Was für ein Unfug

mit Bauvorschriften und Nichtausweisung von Baugrund werden die Preise des Neubaus hochgetrieben. Die Fluktuation bei Bestandsmieten ist signifikant gefallen. Wer eine bezahlbare Wohnung hat bewegt seinen Hintern nicht mehr raus. Hauptproblem sind die Schlange stehenden Interessenten bei den wenigen verfügbaren Wohnungen. Viele Interessenten - wenig Wohnungen. Einzige Lösung sind mehr Wohnungen. Staatlicher Neubau bzw. Inverstorenneubau mit der Folge dass mehr Wohnungen auf den Markt kommen. Enteignung bestehenden Wohnraums, Mietendeckel auf bestehenden Wohnraum schaffen keine neue Wohnung - behindern Neubau. Und bestehender Wohnraum fängt an zu gammeln weil keiner mehr einen Hosenknopf in Instandhaltung steckt.

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andrehe 27.08.2019, 08:13
5. Energetische Modernisierung

Die energetische Modernisierung der Altbauten ist dringend notwendig, soll aber nicht zu einer Mietpreis-Steigerung führen. Wir brauchen also eine Finanzierung dieser Maßnahmen. Eine CO2-Steuer würde helfen. Klimaschädliches Verhalten wird bestraft, aber bei der Umstellung auf eine nachhaltige Lebensweise werden die Bürger unterstützt. Spekulation mit Immobilien, wo Hedgefonds 10000 Wohnungen aufkaufen und die Mieter dann freisetzen, gehört verboten. Für den Klimaschutz ist es wichtig, dass nicht mehr zur Arbeit gependelt wird. Die Entfernungspauschale sollte also auch entfallen und das Geld für o. g. Maßnahmen verwendet werden. Ein Rechtsanspruch auf Heimarbeit würde den Druck etwas vom Kessel nehmen und sollte in dem Rahmen eingeführt werden. Städte wie Wien zeigen, dass es gelingen kann, die Mieten zu begrenzen. Die Ursache für den Erfolg ist nicht immer klar, das sollte aber genauestens erforscht werden.

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Waldi1966 27.08.2019, 08:17
6. Es lebe die DDR

Frau Wagenknecht sehnt sich nach DDR-Zeiten zurück: symbolische Mieten; dass die Wohnungen nur Schrottqualität hatten, Wärmedämmung und moderne Heizung Fehlanzeige, wird großzügig unter den Teppich gekehrt. Mit dieser von Unwissen einfachster wirtschaftlicher Vorgänge zeugenden Diskussion hemmt Frau Wagenknecht & Co insbesondere in Berlin den Bau neuer Wohnungen und damit die Lösung des Problems der Wohnungsnot.

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deufin 27.08.2019, 08:19
7. Mieten ans Median-Einkommen binden!

Einfach willkürlich etwas festlegen ist genauso schlimm, wie es einfach dem Markt zu überlassen.
Deswegen bin ich dafür, daß man die Mietpreise an die Median-Einkommen der Bevölkerung koppelt.
Bundesweit liegt das Median-Einkommen laut Statistischem Bundesamt für Singles bei €1650 und für Familien mit zwei Kindern bei €3400. Regional schwankt dies jedoch stark, weswegen man es dann auch regional regeln sollte.
Warmmieten sollten laut Haushaltswarenkorb nicht 30% des Einkommens übersteigen, womit wir dann bei €495 für Singles und €1020 für Familien landen würden. Eine Durchschnittlilche Singlewohnunf hat 1-2 Zimmer und um etwa 40 m². Für Familien wären das 3-4 Zimmer mit 80m². Verrechnen wir das Ganze jetzt, kommt man bei Mietpreisen von €12,50 pro m² warm heraus. Dies ist aber nur der bundesweite Durchschnitt und kann je nach Region eher €10 oder auch €15 betragen.

Wie gesagt. Man muß das Ganze wissenschaftlich angehen und an die Einkommen koppeln damit das auf lange Sicht bestand hat. Einfach die Mieten für ein paar Jahre einfrieren und/oder willkürlich festlegen bringt niemandem etwas.

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freidenker49 27.08.2019, 08:22
8. Die richtige Lösung heißt Wohngeld

Wenn Einkommensschwache sich die Miete nicht mehr leisten können, dann muss der Staat sie durch Wohngeld unterstützen. Und das gibt es ja bereits. Nur die Miethöhen, die derzeit gelten, sind nicht ausreichend. Und das Verfahren muss vereinfacht werden.
Jeder Einkommensschwache soll nicht mehr als acht Euro Miete zahlen müssen pro Quadratmeter das wäre die richtige Lösung. Der Staat ist über Steuern an den hohen Mieten wirtschaftlich beteiligt und hat dadurch auch genügend Mittel, um das Wohngeld zu zahlen. Aber die Bedürftigkeit muss jährlich überprüft werden und nur die Bedürftigen müssen gefördert werden.

Die derzeitige Mietpreisbremse fördert Einkommensstarke, denn nur diese werden von den Vermietern als Mieter ausgesucht, wenn sie 100 suchende Mieter zur Auswahl haben.
Und der Mietendeckel würde alle fördern auch nicht Bedürftige. Und das zulasten von Vermietern und Staat, denn die Miete bekommt ja zu 40 % über Steuern der Staat.

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n.a.i.s 27.08.2019, 08:24
9. Ein Ideologie getriebenes Wolkenkuckucksheim

schwebt den Unterstützern dieser Idee wohl vor. Unter Missachtung aller relevanten Einflüsse auf den Wohnungsmarkt wird hier eine vermeintliche Lösung präsentiert, die die Wohnungsnot nicht um eine einzige Wohnung lindern wird.
Seit Jahren wird in Berlin keine substanzielle Wohnungsbaupolitik gemacht, sich nicht um Lösungen bemüht. Statt dessen sind jetzt die bösen Wohnungsbesitzer Schuld an dem Mangel. Wie lächerlich.
Wenn die Wohnungensmieten nicht mehr die Kosten decken für den Unterhalt, werden Zustände wieder einziehen, dich aus dem Berlin der späten 80er Jahre noch gut vor Augen habe.

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