Forum: Wirtschaft
Immobilien: Wagenknecht verlangt bundesweiten Mietendeckel
Wolfgang Kumm/DPA

Die Vielzahl der Einwände gegen einen Mietpreisdeckel scheint Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht nicht anzufechten. Sie würde die Idee ihrer Berliner Parteifreunde am liebsten auf die gesamte Republik übertragen.

Seite 20 von 20
Schartin Mulz 28.08.2019, 10:47
190. Wissen Sie,

Zitat von dw_63
Ich finde es hier im Forum sehr interessant, wie viele sich als Vorkämpfer für Putzfrauen, Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleuten, etc. hier outen. Gehören Sie einer der Berufsgruppen an? Nach ihrer Aussage anscheinend nicht. Es ist aus meiner Sicht absolut respektlos, diese Menschen, die sozial unheimlich viel für die Gesellschaft machen, die ungerecht bezahlt werden, für ihre Argumentation zu instrumentalisieren, falscher und verlogener kann es nicht sein, jemand vorzuschieben, um einen eigenen Vorteil zu erlangen. Eben jene Menschen, werden nicht nach sozialer Leistung bezahlt, sondern von der Gesellschaft, der Sie so viel geben, ausgebeutet. Deren von Ihnen und uns allen akzeptierte Geldnot, wird von dem Surfbrett Fahrern wie Sie argumentativ missbraucht. Deren Gehalt sollte einen sozialen Aufschlag erhalten, der ihre Leistung für unsere Gesellschaft gerecht wird, denn Leben besteht nicht nur aus wohnen. Auch bei der Vergabe von günstigen Wohnraum, sozial oder privat, sollten diese Personen bevorzugt werden, dafür brauchen wir Gesetze.
auf Ihre erneuten Beleidigungen gehe ich gar nicht mehr ein.
Sie disqualifizieren sich damit selber.
Wobei ich Ihre Empörung überhaupt nicht verstehe, da Sie im letzten Absatz doch genau wie ich für dei von mir benannten Berufsgruppen argumentieren.
Sehr seltsam.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 28.08.2019, 11:12
191. Nochmal zum "West-Discounter" DDR

Zitat von k70-ingo
Ach was, das war erstens Billigschrunz und zweitens fanden die DDR-Sachen keineswegs reißenden Absatz - abgesehen von Versandhäusern waren DDR-Produkte kaum im Angebot. Außer der mit dem Image des Pennerglücks behaftete Nordhäuser Doppelkorn war da kaum etwas. Der innerdeutsche Handel hatte am westdeutschen BSP einen Anteil von 1%. Außerdem wurde der innerdeutsche Handel massiv von der Bundesregierung aus politischen Gründen gefördert. Freiwillig hat sich keine bundesdeutsche Firma das bürokratische Gewürge angetan.
k70-ingo weiß es mal wieder besser, obwohl er bei diesem Thema uninformiert ist: "Die Quelle hat Querbeet in der damaligen DDR eingekauft, das ging von Haus- und Heimtextilien, über Kinderkonfektion, Damenkonfektion, Herrenkonfektion, aber auch über Möbel, bis hin zu Elektrokleingeräten." Willi Harrer, ehemaliger Quelle-Manager. Und der wird es ja wohl besser wissen als Sie.
"Nur wissen sollten die Kunden nicht, woher diese "einwandfreie" Ware stammte. Man befürchtete, dass es Vorbehalte gegenüber den Ost-Erzeugnissen geben könnte oder dass die Westdeutschen mit ihrem Kauf die DDR nicht unterstützen wollten." Es gab darüber hinaus eine so genante "Gestattungsproduktion" für den Westen. Das hieß, West-Unternehmen gaben ihre Auftragswünsche an die DDR, anschließend wurde dementsprechend produziert. Nur ein kleiner Teil dieser Produktion durfte in der DDR selbst verbleiben und wurde in den teuren Delikat- und Exquisit-Läden verkauft. Hier können Sie nachlesen: (https://www.mdr.de/zeitreise/quelle-und-ddr-produkte-100.html).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 28.08.2019, 11:56
192. Warum die Mietpreisbremse keine Wirkung zeigt

Die fehlenden Bremsbeläge der "Mietpreisbremse" sind ein Synonym dafür, dass gerade die Preistreiber auf dem Markt überhaupt keine Sanktionen zu fürchten haben. Die Mietpreisbremse wird einfach ignoriert und Anwälte der Immobilienwirtschaft raten ihren Klienten sogar, diese einfach zu ignorieren. Eine Gesetz, das nicht ernst genommen wird, kann man also gleich in die sprichwörtliche Tonne kloppen. Eingehalten wird sie in der Regel nur von öffentlichen und genossenschaftlich organisierten Wohnugsbaugesellschaften. Und gerade für die wäre eine "Mietpreisbremse" eigentlich gar nicht erforderlich, weil besagte Gesellschaften ohnehin nicht zu den Preistreibern am Markt gehören. Von Anfang an war klar, dass die "Mietpreisbremse" ein zahnloser Tiger werden würde, nachdem die Vermieter-Lobby im Parlament unzählige Ausnahmen und Schlupflöcher gebohrt hat - sozusagen die Bremsbeläge bis zum Metall abgeschliffen hat. Dagegen tatsächlich klagen ist also mit großen Unsicherheiten behaftet, zumal hier der Teufel im Detail steckt (lokaler Mietpreisspiegel und seine Berechnung). Nein, die Leute wollen "nicht immer nur den Staat aus Bequemlichkeit fordern". Viele haben nur Angst, es sich mit ihrem Vermieter zu "verscherzen". Daher wird der Rechtsweg nur selten beschritten. Soviel zu Ihrem "Machtinstrument" (hüstel!).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 28.08.2019, 12:58
193.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
k70-ingo weiß es mal wieder besser, obwohl er bei diesem Thema uninformiert ist: "Die Quelle hat Querbeet in der damaligen DDR eingekauft, das ging von Haus- und Heimtextilien, über Kinderkonfektion, Damenkonfektion, Herrenkonfektion, aber auch über Möbel, bis hin zu Elektrokleingeräten." Willi Harrer, ehemaliger Quelle-Manager. Und der wird es ja wohl besser wissen als Sie. "Nur wissen sollten die Kunden nicht, woher diese "einwandfreie" Ware stammte. Man befürchtete, dass es Vorbehalte gegenüber den Ost-Erzeugnissen geben könnte oder dass die Westdeutschen mit ihrem Kauf die DDR nicht unterstützen wollten." Es gab darüber hinaus eine so genante "Gestattungsproduktion" für den Westen. Das hieß, West-Unternehmen gaben ihre Auftragswünsche an die DDR, anschließend wurde dementsprechend produziert. Nur ein kleiner Teil dieser Produktion durfte in der DDR selbst verbleiben und wurde in den teuren Delikat- und Exquisit-Läden verkauft. Hier können Sie nachlesen: (https://www.mdr.de/zeitreise/quelle-und-ddr-produkte-100.html).
Abgesehen davon, daß ich bei dem Thema durchaus ganz gut orientiert bin, haben Sie meinen Punkt nicht erfaßt:

Ja, die westdeutschen Versandhändler Quelle und Neckermann haben fleißig in der DDR eingekauft - und das war es dann auch.
Abgesehen von diesen Versandhäusern gab es keine Handelsketten, die in größerem Umfang DDR-Waren im Angebot hatten.
Der BILLY von IKEA war nur ein einzelnes Produkt im großen Sortiment, ebenso wie Nordhäuser Doppelkorn oder Fischkonserven aus Rostock bei PLUS.
Ansonsten gab es hölzerne Weihnachtsdeko aus dem Erzgebirge und einfache Fahrradanbauteile (DDR-Fahrräder gab es nur bei den Versandhäusern, nicht im Fachhandel, dito Simson-Mopeds).

An Premiumware nach westlichen Maßstäben aus der DDR gab es nur Meißener Porzellan und hitzfeste Glaswaren und optische Geräte vom VEB Carl Zeiss Jena - wobei sich ZEISS IKON in Oberkochem nicht die Butter vom Brot nehmen ließ.
Der VEB Pentacon hat lange Zeit versucht, die PRACTICA-Kameras im Premiumsegment zu etablieren, etwa indem die Werbeanzeigen explizit in Zeitschriften für Besserverdiener und Fachmagazinen für Akademiker geschaltet wurden, was aber nicht von Erfolg gekrönt war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
axstein 28.08.2019, 13:52
194.

Zitat von Schartin Mulz
dass Sie die Zustände in der DDR nicht mit den Zuständen in der BRD vergleichen können? Was mich noch intreressiert: Wenn Sie die mit den falschen Lösungsansätzen nicht wählen, aber auch nicht die, die gar keine Lösungsansätze haben, was um Himmels willen wählen Sie dann überhaupt?
Ich versuche es noch mal, lieber Mitforist. Ich und mit mir viele Immobilienbesitzer haben in der DDR - die zugegebenermaßen nicht die BRD war - die leidvolle Erfahrung gemacht, dass die Außerkraftsetzung marktwirschaftlicher Strukturen zu einem großflächigen und grundsätzlichen Verfall der Bausubstanz bei Bestandsimmobilien geführt haben. Nun wollen die Nachfolger der damals dafür verantwortlichen Partei eine gesetzliche Regelung einführen, die genau wieder den Wohnungsmarkt aushebelt. Es sollen maximale Einheitsmietsätze eingeführt werden, die vom Staat verordnet werden. Und genau dies ist dann voll vergleichbar mit einst gemachten negativen Erfahrungen in der DDR - obwohl dies dankenswerter Weise nicht die Bundesrepublik ist. Wissen Sie: Sie brauchen sich auch keine Gedanken über mein Wahlverhalten zu machen: Für eine Problemlösung a la Linke (Einheitsmietenverordnung) werden weder SPD noch Grüne die Hand heben. Wetten ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schartin Mulz 28.08.2019, 14:42
195. Versuch

Zitat von axstein
Ich versuche es noch mal, lieber Mitforist. Ich und mit mir viele Immobilienbesitzer haben in der DDR - die zugegebenermaßen nicht die BRD war - die leidvolle Erfahrung gemacht, dass die Außerkraftsetzung marktwirschaftlicher Strukturen zu einem großflächigen und grundsätzlichen Verfall der Bausubstanz bei Bestandsimmobilien geführt haben. Nun wollen die Nachfolger der damals dafür verantwortlichen Partei eine gesetzliche Regelung einführen, die genau wieder den Wohnungsmarkt aushebelt. Es sollen maximale Einheitsmietsätze eingeführt werden, die vom Staat verordnet werden. Und genau dies ist dann voll vergleichbar mit einst gemachten negativen Erfahrungen in der DDR - obwohl dies dankenswerter Weise nicht die Bundesrepublik ist. Wissen Sie: Sie brauchen sich auch keine Gedanken über mein Wahlverhalten zu machen: Für eine Problemlösung a la Linke (Einheitsmietenverordnung) werden weder SPD noch Grüne die Hand heben. Wetten ?
gescheitert.
Der Vergleich mit der DDR bleibt absurd, da es sich um 2 völlig verschiedene Wirtschaftssysteme handelt.
Und der "freie" Markt bei uns ist ja auch schon seit Beginn in vielen Punkten reguliert, sonst hätten wir reinen Kapitalismus. Wir haben jetzt z.B. auch einen Mindestlohn. Die Unkenrufe vor Einführung waren vergleichbar. Aber unser Land ist nicht zusammengebrochen.
Im Übrigen erinnern Sie sich vielleicht, dass ich den Mietendeckel an keiner Stelle befürwortet habe.
Ich habe lediglich gesagt, dass die Linken hier ien Problem ansprechen, das andere noch nicht einmal bemerkt haben oder nicht bemerken wollen.
Wobei nur die Linekn, nicht aber die Untätigen hier beschimpft werden.
Daher auch meine Frage, wenn Sie nicht die Linken, die Untätigen aber auch nicht wählen, wen Sie da um Himmels willen noch wählen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es da Gegenkonzepte gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
axstein 28.08.2019, 16:39
196. Vorwärts immer, rückwärts nimmer - oder umgekehrt?

Zitat von Schartin Mulz
...Wir haben jetzt z.B. auch einen Mindestlohn. Die Unkenrufe vor Einführung waren vergleichbar. Aber unser Land ist nicht zusammengebrochen. Im Übrigen erinnern Sie sich vielleicht, dass ich den Mietendeckel an keiner Stelle befürwortet habe.
Na prima, einigen wir uns doch auf ein Konzept der Mindestmiete, die so bemessen sein sollte, dass sie den Substanzerhalt und Modernisierungsbedarf einer Bestandsimmobilien garantiert. Übrigens ganz nebenbei: Sowohl bei den Grüne (z.B. Palmer) als auch bei der SPD (z.B. Hamburg) gibt es Konzepte, wie man den Mietanstieg in Ballungsräumen (und nur da ist es ein Problem) unter Kontrolle bekommen kann, ohne den Wohnungsmarkt über einige Jahre gleich zu 100% außer Kraft zu setzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JaIchBinEs 31.08.2019, 11:16
197. Verdrängung von wichtigen Berufsgruppen

IMHO haben wir ein Verdrängungsproblem.
Gutverdienenden Hippstern ist ein Mietziens relativ ergal, anderen Berufsgruppen, die eine Stadt vielleicht dringender braucht, können am "Wohnungsmarkt" nicht teilnehmen.
Was würden Mtarbeiter von Immobilienkonzernen wohl sagen, wenn in Zukunft nach einem Wohnungseinbruch der örtliche Polizist eine Anreise von 50 km hat, die Hebamma ais Manila eingeflogen wird?
Wo soll die Kassiererin von unseren geliebten Diskountern wohnen?
Aber es geht ja auch anders, wie das Beispiel in China zeigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 20 von 20