Forum: Wirtschaft
Immobilienboom als Gefahr für die Gesellschaft: Billionengewinner - und Millionen Ver
Jan Woitas/ DPA

In Deutschland wird bisher spektakulär unterschätzt, wie sehr hochschnellende Hauspreise das Land spalten. Diesen Schluss legen neue Berechnungen nahe. Wie lange ist die Ungleichheit noch auszuhalten?

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antelatis 21.06.2019, 20:32
140.

Zitat von fhp
Habe mich für den Beitrag extra angemdeldet, da ich dem Beitrag nur teilweise zustimmen kann und mich als Vermieter das Thema auch sehr beschäftigt. Wir vermieten Wohnraum zum Teil unter dem Mietspiegel und haben saniert und viele Schulden auf uns genommen. Das ist ok, wir bekommen ja auch Miete dafür. Dennoch: es gibt Vermieter, so wie wir, die haben Schulden und sind keine Millionäre. Ein Verkauf kommt für uns nicht in Frage. Sind wir dann dumm? Wir sorgen mit viel Einsatz, Engagement und Mühe für sofortige Behebung von möglichen Mängel, geben Mietnachlass, sollte etwas zu beanstanden sein. Ich glaube, es gibt viele solche Vermieter wie uns. Es gbit auch andere, ganz klar, aber es gibt auch andere Mieter, die einen hohen Schaden verursachen können. Ich habe bei der ländlichen Vermietung (unter Mietspiegel) Sorge, dass ich auch auf Mieter treffen könnte, die eben keine Miete mehr zahlen. Dann wäre ich am Ende. Wie decke ich dieses Risiko ab? Ich bin gerne bereit die Mieten zu senken, wenn auch die Handwerkerpreise und Matrialpreise sinken. Anders kann ich mir eine ordentliche Versorgung der Immobilie nicht vorstellen, also auch eine fachgerechte. Ich behaupte also provokant: wer Mieten senken will, muss auch andere Preise senken. Natürich, Millionäre haben keine Probleme mit den Preisen, aber es gibt eben sicherlich auch zig tausende normal verdienenden Vermieter. Das Thema scheint mir gelinde gesagt, komplexer als im Artikel dargestellt. Wenn ich die Forderungen, teils auch dreisten Forderungen von Mietern bedenke, die ich erleben musste, frage ich mich, wozu das Ganze. Vielleicht doch verkaufen und denken, was gehen mich die Sorgen anderer an. Also, ich will nicht jammern, aber bitte um Steigerung der Komplexität und nicht die Reduktion des Themas auf ein paar supereiche Immobilienbesitzer.
1. Man kann ja nicht einfach beliebig Schulden machen, um sich Häuser zu kaufen, dafür müssen ja schon passende Sicherheiten vorhanden sein. Das kann also nicht jeder machen.

2. Mit dem Besitz des Hauses, das man vermietet, hat man ja schon mal einen großen Wert, der normalerweise im Laufe der Zeit immer weiter steigt, wenn man sich keinen Schrott hat andrehen lassen. Also selbst dann, wenn die ganzen Mieten nur für die Instandhaltung draufgehen sollten - was sicher nie der Fall ist -, hätte man schon einen guten Gewinn gemacht, andernfalls macht man sogar doppelt Gewinn. Aus dem Grund ist das Spekulieren mit Wohnraum ja so unglaublich beliebt und rentabel.

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spdf 21.06.2019, 20:33
141. Es gibt gute Gründe nicht zu kaufen

Es gibt gute Gründe nicht zu kaufen. Hier werden schon für Schrottimmobilien teilweise Mondpreise verlangt. Ich kenne einige die da böse auf die Nase gefallen sind und dann in jahrelangen Prozessen steckten. In einem Fall hätte man das ganze Gebäude gleich wieder abreißen können. Davon abgesehen ist es auch sonst nicht getan. Die Immobilie kostet ja auch noch Unterhalt und nach 30 Jahren steht eine Komplettsanierung an. Letzteres muss man mit einkalkulieren, vor allem wenn man nicht ein Jahr nach der letzten Sanierung gekauft hat. Außerdem legt die Kommune je nach Ort bis zu 80 Prozent der Straßensanierung auf die Hauseigentümer um. Zahlbar innerhalb eines Monates. Hinzu kommt die Gefahr wenn man als Nachbarn kriegt.
Ich kenne einige die nur deswegen gekauft haben, weil sie keine Mietwohnung gekriegt haben. Ansonsten hätten die das nicht gemacht.

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wahnbert 21.06.2019, 20:35
142. Ich bin froh

in jungen Jahren in unserem.Dorf ein Haus gebaut zu haben. Arbeitskollegen haben mich seinerzeit belächelt, wie ich anstatt in der Stadt zu leben, bei uns im "Moor" gebaut habe. Man mußte sich ganz schön strecken, Urlaub mit Kindern war in den ersten 10 Jahren nicht. Heute bin ich froh, Haus bezahlt, fast in Rente und wenn ich noch etwas ganz Verrücktes machen möchte, verkaufe ich. Meine damaligen Kollegen wollten das nicht, na ja, dann zahl mal als Rentner Miete. Übrigens bin ich nicht der Ansicht jedem das Wohnen im hippen Kiez auf Kosten der Allgemeinheit zu ermöglichen. Aber so ist das heute, wenn man es selber nicht auf die Kette kriegt, muß die Allgemeinheit herhalten. Und wenn ich das bemalte Haus im Artikel sehe, die werden es auch nicht schaffen. Am eigenen Unvermögen haben natürlich immer die Anderen schuld. Wenn das unsere Zukunft ist? Schönen Abend noch vom Land.

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Das Pferd 21.06.2019, 20:36
143.

Zitat von sportinlife
Schön polemisch gegen die bösen Hausbesitzer. Wir wollen aber mal nicht vergessen, dass es auch der Spiegel ist, der in seinen Geschichten immer wieder erklärt und vorrechnet, dass mieten besser sei als kaufen. Wer das glaubt, guckt in die Röhre. Wir haben zum Glück nicht darauf gehört und wohnen heute in einem (abbezahlten) Haus, das seinen Wert in zwölf Jahren fast verdreifacht hat, und das wir uns als Mieter schon lange nicht mehr leisten könnten. Hätten das noch viel mehr Leute so gemacht, wäre der Immobilien-Wohlstand heute gerechneter verteilt.
sorry, wert verdreifacht in 12 Jahren (also in eine Nullzinsphase) bedeutet, daß Sie eben von Ihrem Besitz 2/3 durch Spekulation erworben haben. Und wenn Sie mit Muskelhypothek gebaut haben, hat vermutlich auch noch Ihr Arbeitgeber dafür geblutet, Häuslebauer wollen, das gleiche Gehalt, liefern aber oft nur halbe Leistung. Und über diverse Programme hat auch sicher noch "der Steuerzahler" sie gefördert.

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bammy 21.06.2019, 20:38
144.

Zitat von rap-123
Seit mehr als zehn Jahren steigen die Immobilienpreise in den Zentren und deren Umland. Nichts würde getan, nur die Finanzinstitute beschwichtigten (keine Immobilienblase in erkennbar), um weiter hohe Kredite zu vergeben. Die Länder bereichern sich an der erhöhten Grunderwerbsteuer, die der zahlt, der schon den hohen Kaufpreis finanzieren muss und nicht der, der das Geld bekommt. Zahlen werden es die selbstnutzenden Hauseigentümer und die Mieter. Kaum zu glauben, dass die Politik geschlafen hat Den steigenden Preisen und Mieten wurde - gerade auch von der SPD - bewusst tatenlos zugesehen oder sogar noch gefördert (Baukindergeld, Abkehr sozialer Wohnungsbau ). Zum Gegensteuern mit normalen Mitteln ist es schon zu spät, weshalb sich über den Berliner Mietendeckel keiner wundern muss.
Die Politik, hat doch maßgeblich dazu beigetragen, indem sie Landeseigene Wohngesellschaften an Heuschrecken und Finanzmarktgetriebene Aktiengesellschaften verkauft haben. Die müssen ja erhöhen, um jährlich Zuwächse und damit Rendite für die Aktionäre zu generieren.

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Das Pferd 21.06.2019, 20:41
145.

Zitat von undog
heute für 300.000.- verkauft wegen Umzug und die neue für 300.000.- gekauft. Wo ist die "Bereicherung"? Diese entsteht nur beim Staat in Form von Grunderwerbsteuer und Gebühren.
tja, als Käufer stehen Sie halt auf der Verliererseite der Spekulationsblase. Für Sie geht das noch auf, wer 10 Jahre Jünger ist muß den Preis halt ohne den Spekulationsgewinn stemmen, möglicherweise sogar aus eigener Arbeit. Da sind 100000€ mehr vielleicht gar nicht zu schaffen.

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thimm.thomas 21.06.2019, 20:41
146. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!

Selten einen so Indifferenzierten Artikel gelesen.
Mag ja sein, dass Immobilien um diesen Wert gestiegen sind, im Durchschnitt vielleicht. Aber es gibt wohl auch viele Regionen, wo genau das Gegenteil passiert ist und weiterhin passiert. Und der zweite Punkt, was und wem nutzen solche Zahlen, solange man in seiner Immobilie selbst bewohnt und sie nicht veräußert?
Hier wird alles und alle über einen Kamm geschoren, statt die gesamte Angelegenheit differenziert zu betrachten. Verantwortlicher Journalismus geht anders!

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steuerzahler1972 21.06.2019, 20:43
147. Typsicher SPON Artikel

Mieter gegen Vermieter ausspielen. Hauptsache Klick-Zahlen und ein bischen plakativ linke Forderungen rausgeblasen. Was ist denn die Alternative? Wohnungen nur noch vom Staat, Wohnungsbaugenossenschaften? Gerne. Als Vermieter bin ich schon längst auf diesem Wege. In meine Immobilien kommen nur noch Freunde, Bekannte oder Verwandte. Warum? Erfahrungen, ganz einfach Erfahrungen. Und was soll der Neid bei den Wohnungsbesitzern? Wie würde denn die Situation aussehen, wenn die Wohnungsbesitzer auch noch als Mieter unterwegs wären? Ein paar Tage später wird dann wieder Stimmung gegen die Autofahrer und Pendler gemacht, die dafür sorgen, dass der Wohnungsmarkt nicht noch schlimmer ist, als es schon der Fall ist. Leider gibt es hier immer nur diese Ka..artikel. Schreibt doch mal, wie es Menschen heute noch schaffen eine Immobilie zu erwerben. Schreibt über alternative Wohnprojekte, schreibt über fleißige Leute, die am Abend und am Wochenende ihr Haus selbst bauen. Schreibt über Menschen, die sich ihr Haus zusammengespart haben. Schreibt mal, wie viel man als Vermieter dazulegt, man eine Wohnung bei 4000 Euro Kaufpreis mit 10 Euro Kaltmiete finanzieren will. Teuer, wirklich? Geht? Warum macht es dann keiner? Schreibt mal über die Mieten in Deutschland, die billig sind, z. B. Leipzig, Luxussanierte Wohnungen für 8.30 Euros kalt als Erstbezug im Inviertel einer Großstadt. Es ist so billig, wie hier mit Artikeln Politik gegen den Mitbürger gemacht wird! Was Berlin angeht kann man nur sagen, dass man dort jahrelang in guter Lage unter dem Sozialsatz anderer Städte leben konnte. Fast für lau! Da konnte man leicht jede Woche Essen gehen oder in den Urlaub tingeln. Ist das normal? Gibt es dafür ein Menschenrecht? Lächerlich! Und das könnt Ihr jetzt bringen oder nicht, geht mir auch schon am .......vorbei! Das ist die Meinung von einem Menschen, der keine Immobilie, Geld geerbt hat und alles aus der eigenen Tasche bezahlt hat, bzw noch bezahlen muss!

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Das Pferd 21.06.2019, 20:43
148.

Zitat von <yyy>
Ich kann das Geschriebene nicht wissenschaftlich beurteilen, aus meiner Sicht als Mieter aber schon. Danke für das fördern der Diskussion. Ich gehe arbeiten, um zu wohnen. Mit Kindern auf engem Raum in einer Mietwohnung, kann ich mir den großen Knall nur herbeiwünschen. Es ist unglaublich überheblich zu behaupten, alle bekämen was vom Kuchen ab.
Sie treffen den Kern. Nich jeder hat die Chance zu bauen, mancher hat nicht so einen geraden Lebensweg oder ein problematisches Elternhaus oder hat eine Firma gegründet, die ihn auffrisst......

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godfader 21.06.2019, 20:43
149.

Zitat von ddcoe
Wir haben 1994 im Münsterland ein Haus gekauft für damals 420.000 DM. Vor ein paar Wochen hat uns jemand 450.000 Euro dafür geboten - obwohl wir gar nicht die Absicht haben zu verkaufen. Aber das dokumentiert den Wahnsinn bei Immobilien, selbst außerhalb der Metropolen.
Das ist ein jährlicher Wertzuwachs (in EURO gerechnet) von 3.01%. Abzüglich Inflation ist das ein realer Wertzuwachs Ihrer Immobilie von ca. 1% jährlich, über die 25 Jahre gerechnet.

Bei einem so moderaten Wertzuwachs über 25 Jahre von 'Wahnsinn' zu sprechen verstehe ich nicht!

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