Forum: Wirtschaft
Immobilienboom als Gefahr für die Gesellschaft: Billionengewinner - und Millionen Ver
Jan Woitas/ DPA

In Deutschland wird bisher spektakulär unterschätzt, wie sehr hochschnellende Hauspreise das Land spalten. Diesen Schluss legen neue Berechnungen nahe. Wie lange ist die Ungleichheit noch auszuhalten?

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MisterD 21.06.2019, 18:06
40. Ja, das kann man...

Zitat von bartnelke
sich grundlegend mit seinen Grundbedürfnissen zu befassen. Wie wahr. Man kann mit 18 einen Bausparvertrag abschließen und sich mit 40 im Nirgendwo als schuldenfreier Grundbesitzer erschöpft zur Ruhe setzen (...)
allerdings nur, wer mit 18 bei VW oder Daimler ausgelernt hat und übernommen wurde...
Wer mit 18 gerade Abitur macht und danach 5 Jahre studiert, schafft das schon nicht mehr.
Und wer als Friseur oder Klempner arbeitet, der kann mit 18 einen Bausparvertrag abschließen und sich mit 40 dann eine Gartenlaube kaufen bzw. anzahlen...

Wer nicht erbt und sich sein Haus somit selbst erarbeiten muss, hat bei den momentanen Preisen keine Chance. Es ist unmöglich für einen Normalverdiener 700.000 EUR für ein Haus inkl. Grundstück abzuzahlen. Geht nicht...

Und bevor die Lamentiererei losgeht, man hätte ja vor 10 Jahren kaufen können. Nö, hätten viele junge Menschen, die jetzt nicht mehr zum Zuge kommen, nicht. Das ist ja das Dilemma. Das billige Geld ist da, aber die meisten werden von den Banken gar nicht mehr finanziert. Die Zeiten der 110% Finanzierung sind lange vorbei, wer heute keine 20% Eigenkapital bringt, kann gehen...

20% von 700.000 EUR sind 140.000 EUR. Wer soll das mit Anfang 30 auf der Naht haben?

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ingbeti 21.06.2019, 18:10
41. Milchmädchen Rechnung

ist das, nichts anderes. Denn ein Gewinn tritt erst ein, wenn der Vermögenswert liquidiert wird, die Immobilie verkauft. Wenn z.B. Omas Häuschen jetzt auf dem Papier 20.000,-? mehr Wert sein sollte, nutzt das Oma mit ihrer 750,-? Rente gar nichts! Sobald es wieder Zinsen gibt, wird das theoretische Immobilienvermögen wieder sinken.

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normalversiffter 21.06.2019, 18:10
42. Schauen wir mal, wer den neoliberalen Markt bejubelt

Eigentlich sollte es eine soziale Marktwitschafz geben und Vermögen auch gegenüber der Gesellschaft verpflichten. Da gibt es allerdings CxU, FDP und sei neustem und - auch in dieser Hinsicht am extremsten - AfD, die alles dem vollentfesselten Kapitalismus huldigen. In Folge dessen sind 80% der Mitte und der Benachteiligten immer mehr am absacken. 10% der gehobenen Mitte glauben sich auf der Gewinnerseite, doch mit Platzen der Immobilienblase landen due schnell auf den harten Boden der Realität. Und die wirklich Reichen und Vermögenden werden mit dem Vorverkäufen der 90% der gesamten Mitte plus Benachteiligten ihr Vermögen nochmals ordentlich maximieren. Man braucht sich nur die USA anschauen, um diesen Effekt zu erkennen. ... Das die CDU und die FDP sich auf die Top10 konzentrieren, ist hinlänglich bekannt. ... Aber richtig mies geht es bei der AfD zu, die nicht ohne Grund von Baullöwen, Immobilienhaien und Finanzlongleuren auf illegalen Wegen geschmiert werden und sich zugleich den eigenen Wählern schamlos-scheinheilig als Verteter der Mitte und Benachteiligten vorgaukeln.

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pd1954 21.06.2019, 18:13
43. So viel Undifferenziertheit

Tut weh! Die Immobilienpreise steigen weil Zinsen seit Jahren sehr günstig sind und daher die Belastung beim Hauskauf geringer geworden ist - was zu mehr Nachfrage und damit zu höheren Preisen führt. Und ja, Besitzer von Immobilien profitieren davon. Dass Sie dafür nichts getan hätten ist Unsinn - erstens haben die meisten investiert als die Zinsen hoch waren und diese hohen Zinsen meist über 10-15 Jahre bedient werden mussten - hätten sie damals nicht gekauft wäre die Wohnungsnot noch viel grösser !
Zweitens haben alle Immobilienkäufer mehrere % Grunderwerbssteuer bezahlt , und das aus schon versteuertem Einkommen (!). Drittens erfordert eine Immobilie kontinuierliche Instandhaltung und Wartung. Und letztlich ist die Tatsache, das es in D deshalb besonders schlimm ist, weil es weniger Eigentümer gibt als in anderen Ländern zwar in der Tat eine erschwerender Faktor - daran sind aber nicht die Eigentümer schuld, sondern dies war von Staat und Gesellschaft (und auch Pressekommentatoren) anders als in den meisten anderen Ländern nie richtig gewollt - jetzt kostet es halt. Die Schuld den Eigemtümern zuzuschieben ist völlig falsch! Im übrigen stört sich auch niemand daran dass diejenigen, die seinerzeit bei hohen Zinsen langfristige Anleihen statt Immobilien gekauft haben, seither nicht nur hohe Zinsen kassieren (ohne das geringste tun zu müssen) sondern beim Verkauf der Anleihen ähnlich hohe Gewinne machen wie beim Hauskauf. Schwierig zu kommentieren wenn man Wirtschaft so einseitig betrachtet...

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redwed11 21.06.2019, 18:17
44.

Zitat von PETERJohan
3Tsd DM miese haben wir Jahre vor uns hergeschoben, dass alles nur um unserer Tochter ein gutes Umfeld zu geben.Derkleine Garten war ein Spielgarten. Schaukel Sandkiste, usw. Jetzt wo wir ins betreute Wohnen umziehen können wir das nur, weil wir dieses Haus vermieten können.Da kann man nun sagen, dass die Miete zu hoch ist, die wir haben wollen.Meine Frau und ich haben unser Haus schätzen lassen und haben dabei festgestellt, dass es sich gelohnt hat uns in jungen Jahren krumm zu legen..
Diese Geschichte für die Tränendrüse ist zwar süß geschrieben aber Millionen Menschen konnten sich aus den verschiedensten Gründen keine Immobilie kaufen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Aber ihr Geschichtchen triff nicht auf jeden zu. Und die restlichen Millionen werden nun auf brutalste Weise von Vermietern ausgepresst. Denn die im Beitrag beschriebenen Billionen müssen ja irgendwie rein kommen, egal wie, egal ob legal oder illegal. Hauptsache Geld machen.

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MisterD 21.06.2019, 18:17
45. Glauben Sie...

Zitat von PETERJohan
3Tsd DM miese haben wir Jahre vor uns hergeschoben, dass alles nur um unserer Tochter ein gutes Umfeld zu geben.Derkleine Garten war ein Spielgarten. (...)
eine Frisörin lebt in Saus und Braus? Ein Normalverdiener-Paar kann heute auch aufhören zu essen und zu trinken, trotzdem wird es sich kein Haus für 500.000 EUR in Hannover oder 700.000 EUR in Hamburg leisten können...

Es existiert da ein vollkommen falsches Bild in den Köpfen der Leute. Die Normalverdiener, die heute noch bauen oder kaufen, haben entweder geerbt oder werden von der Verwandtschaft unterstützt. Es gibt heute keinen Normalverdiener mehr, der aus eigener Kraft ein Haus finanziert...

Wie soll eine Familie mit 2.500 EUR Nettoeinkommen, denn eine Rate von 1.200 EUR/Monat wuppen?

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jus94 21.06.2019, 18:18
46.

Man muss für einen Vergleich der Wohneigentumsquote gar nicht in die EU blicken, wir haben die niedrigste Quote der ganzen EU! Das ist auch nicht wirklich überraschend, denn wir haben zudem die höchste Steuer- und Abgabenquote weltweit. Die immens hohe steuerliche Belastung raubt den deutschen Mittelstand jedwede finanziellen Freiraum.

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apotheka 21.06.2019, 18:20
47. Wir haben vor 25 Jahren gebaut,

Sind nicht 3x im Jahr in den Urlaub geflogen, haben es geschafft zu zweit mit einem (1) Auto auszukommen, sind nicht jeden Abend durchs Szeneviertel gezogen, nebenbei 2 Kinder großgezogen, deren Studium wir noch mitfinanzieren. Heute gehört uns die Hütte in einer mittleren schwäbischen Stadt. Das kann durchaus jeder machen. Oder wie der Autor vermutlich 25 Jahre seinen Vermieter alimentieren.

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bigroyaleddi 21.06.2019, 18:20
48. Warum ist immer nur der vermeintliche Nichtimmobilienbesitzer schuld?

Könnt ihr euch auch mal vorstellen, dass auf Grund von beruflichen Umbrüchen, von Schicksalsschlägen und anderen Unwägbarkeiten ein Immobilienerwerb einfach nicht möglich war. Was bleibt, ist das Miete zahlen. Und wenn dann mit diesen Wohnungen das große Geschäft gemacht wird und dies zu voll Lasten der Mieter geht, braucht man sich nicht über ein immer lauter werdendes Grummeln zu wundern.

Wer dieses aus Gier nicht hören will, wird irgendwann sicher sehr unsanft mit seiner Immobilie aufwachen.

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rockogranata 21.06.2019, 18:25
49. Das Problem sind nicht die Immobilienbesitzer...

... denn der durchschnittliche Immobilienbesitzer in Deutschland ist Einfamilienhaus- oder Eigentumswohnungsbesitzer und nutzt seine Immobilie selbst. Die Wertsteigerung ist ein rein hypothetischer Buchgewinn, denn um den Gewinn zu realisieren, müsste der Besitzer sich von seiner Wohnung trennen - und in Folge im selben, überhitzten Markt wo anders kaufen oder mieten. Kaum gewonnen, schon zerronnen.
Auch die, die Wohnungen vermieten, sind in den wenigsten Fällen das Problem, denn mehr zwei Drittel der Mietwohnungen in Deutschland gehören Kleinvermietern, die neben der selbstbewohnten Wohnung eine oder selten mal zwei weitere Wohnungen zum Vermieten haben, zum Beispiel als Altersvorsorge.
Und auch dort sind die Preise der Wohnungen wesentlich stärker gestiegen als die Mieten. Die Neuanlage von Geldern in Immobilien ist für Kleinvermieter zur Zeit nicht lukrativ. Wohnungen sind zu teuer für die Mieten, die kassiert werden.
Nichtmal die paar Großkonzerne, die enormen Wohnungsbestand bündeln, sind Kern des Problems. Dazu besitzen sie insgesamt viel zu wenige Wohnungen. Ausserdem sind die meisten börsennotiert und die Aktien liegen nicht bei irgendwelchen obskuren Großvermögenden, sondern bei den Fonds, aus denen der Mittelstand seine private Zusatzrente finanziert.
Das eigentliche Problem liegt in der massiven Ungerechtigkeit des Steuersystems, das ab einem lächerlich geringen Einkommen einen absolut betrachtet lächerlich geringen Spitzensteuersatz erhebt, der aber relativ zum Einkommen, ab dem er anfällt, sehr hoch ist. Zudem wird Arbeit stärker besteuert als Einkommen aus Vermögen. Um das Problem endlich zu lösen, müßte der Spitzensteuersatz auf 95% angehoben werden, aber erst ab einem Einkommen von 1 Mio. Euro im Jahr. Man stelle sich vor, die BMW-Erben müßten von den 1,1 Mrd. Gewinnausschüttung für 2018 über 1 Mrd. Steuern zahlen - die Reichtumsdiskussion wäre eine ganz andere. Stattdessen sollte jemand, der heute auf seine 60.000 Euro im Jahr als Alleinstehender schon so viel Steuern- und Sozialabgaben zahlt, dass er in vielen Großstädten keine Wohnung mehr mieten geschweige denn kaufen kann, so weit entlastet werden, dass das wieder möglich ist. Und wer weniger verdient, muss eben noch mehr entlastet werden.
Solange aber Einkunft aus Kapital steuerlich vor Einkunft aus Arbeit bevorzugt wird, solange schon je nach Branche Uniabsolventen direkt mit dem Spitzensteuersatz ins Berufsleben starten, solange staatliche Leistungen als Almosen und deren Empfänger als Schmarotzer abgetan werden, solange werden auch Eingriffe in den Wohnungsmarkt keine Besserung bringen.

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