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Immobilienboom als Gefahr für die Gesellschaft: Billionengewinner - und Millionen Ver
Jan Woitas/ DPA

In Deutschland wird bisher spektakulär unterschätzt, wie sehr hochschnellende Hauspreise das Land spalten. Diesen Schluss legen neue Berechnungen nahe. Wie lange ist die Ungleichheit noch auszuhalten?

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spon-facebook-1767957305 21.06.2019, 18:28
50. wie immer...

Gewinn wird schon privatisiert und Verlust sozialisiert.. das war schon immer so. Angemessene Besteuerung der Gewinne? Fehlanzeige. Steuerersparnis bei Verlusten? aber klar! Irgendwann knallt es richtig. wie konnte das passieren wird man dann glasiert bemerken... mir wird übel bei soviel Dickfälligkeit und Ignoranz..

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mulgrew 21.06.2019, 18:28
51.

"Die ärmsten 20 Prozent der deutschen Haushalte müssen wegen der immobiliensausebedingten Mietaufschläge mittlerweile 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Anfang der Neunzigerjahre waren es gerade einmal 25 Prozent des Einkommens." Allerdings ist in diesem Zeitraum die Wohnfläche pro Person in Deutschland im Schnitt um gut ein Drittel gestiegen. Selbst, wenn es im Median etwas weniger gewesen sein dürfte, ein Teil der höheren Einkommensbelastung sollte sich so erklären lassen.

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magic88wand 21.06.2019, 18:29
52. Was der Autor vergessen zu sagen hat

Dies alles gilt nur für etwa 10% von Deutschland, nämlich die Großstädte (und nicht einmal alle, siehe Ruhrgebiet) und einige kleinere Uni-Städte. Im Rest des Landes tut sich im Immobilienmarkt reichlich wenig.

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Oldwhiteman 21.06.2019, 18:29
53. Falsche Basis

Ein Vergleich von 2011 bis 2019 ist rechnerischer Unfug. Bekanntlich war da was im Jahr 2008, nämlich der weltweite Zusammenbruch des Immobilienmarkts samt folgender Weltwirtschaftskrise. Wer in die hinein kaufte, hat heute in der Tat Traumrenditen. Das hat halt kaum jemand gewagt, zumal bei einem Zinsniveau von damals rund fünf Prozent. Der Vergleich mit sagen wir 2005 fiele völlig anders aus.

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ddcoe 21.06.2019, 18:31
54. Kann ich bestätigen

Wir haben 1994 im Münsterland ein Haus gekauft für damals 420.000 DM. Vor ein paar Wochen hat uns jemand 450.000 Euro dafür geboten - obwohl wir gar nicht die Absicht haben zu verkaufen. Aber das dokumentiert den Wahnsinn bei Immobilien, selbst außerhalb der Metropolen.

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Karl Valentin II 21.06.2019, 18:31
55. Faktenferne Stimmungsmache

Von der Wertsteigerung der Immobilien hat der Besitzer gar nichts - nur wenn er verkauft. Sonst hat er Ärger, Scherereien und Instandhaltungskosten. Einen Tag nachdem in Berlin der Mietpreisdeckel verhängt wurde, habe ich die Nachricht erhalten, dass für meine Immobilie in Berlin Sanierungskosten in Höhe von sechs Jahresmieten fällig werden! D.h. sechs Jahre hat die Immobilie mir 0,0 € gebracht und nur Kosten verursacht. Aber für den Spiegel und den Berliner Senat gehöre ich zu den Miethaien (seit 20 Jahren liegt der Quadratmeterpreis bei 6 €/qm und wurde jetzt für weitere 5 Jahre festzementiert). Was soll diese faktenferne Stimmungsmache gegen Wohnungseigentümer? Wird es dadurch nur eine Wohnung mehr geben?

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larsmach 21.06.2019, 18:32
56. BIP wächst und wächst... Lohnanteil daran fällt langfristig!

Richtig: Man braucht weder spekulieren noch mutmaßen! Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung liefert uns knackige Zahlen - vor allem, wenn man einzelne Ausreißerjahre ignoriert und die Entwicklung über 20-30 Jahre betrachtet: Die Bruttoinlandsprodukte (BIP), welche fast ausnahmslos uns Unternehmern und unseren Familien gehören (nur homöopathische Dosen davon sind börsennotierte Aktiengesellschaften!), wachsen unbeeindruckt - während der Anteil von Löhnen und Gehältern zur Erzeugung dieser BIP stagniert und sogar fällt. Möglich machen dies Automatisierung und gerade erst in Fahrt kommende Digitalisierung, die Hand in Hand menschliche Arbeit (auch die Qualifizierter!) marginalisieren - und die Einkommen gleich mit. Wir produzieren immer mehr bei steigender Qualität, bieten ebenso immer bessere Dienstleistungen an - und brauchen dazu immer weniger (qualifizierte) menschliche Arbeitsleistung. Kaufkraft geht verloren, das Prekariat wächst, und der Mittelstand hält seine Illusion von Vermögen durch Leasing-Schulden aufrecht und ist nach nur zwei ausbleibenden Paychecks (siehe USA!) auf Lebensmittelspenden in Restaurants angewiesen. Doch an der Gesamtlage sind nicht wir Unternehmer schuld, ebensowenig viele der hochbezahlten (praktisch abhängig Beschäftigten!) Konzernmanager: Hier werden die Dinge schon lange nüchtern betrachtet - in all ihrer hübschen Konsequenz. Die lässt sich schon heute in Südafrika bewundern ("guarded communities" für uns und unsere Kinder und Enkel) oder wütender Mob in gelben Westen, von dem ein Teil seinesgleichen die Autos anzündet. Wenn wir als künftige Bewohner der guarded communities hingehen und symmetrische Besteuerung anmahnen (Spekulationsgewinne und Wettumsätze so besteuern wie beispielsweise unseren Maschinenbau!) oder die schrittweise Einführung von Grundeinkommen ins Spiel bringen, dann sind es Neid und Missgunst der unteren Klasse (de facto gegen ihresgleichen!), die solche Dinge im Keim ersticken. Dabei wird seit 2018 allein durch das Arbeits- und Sozialministerium in Berlin knapp eine Billion an Transferleistungen ausgezahlt (etwa 1.000 EUR pro Bürger und Monat - vom Greis bis zum Baby, vom Obdachlosen bis zum Milliardär). Hinzu kommen noch Zuschüsse für Käufer von Elektroautos u.v.a. oder Menschen, die lieber fern der lauten teuren Stadt wohnen - und das dank einer steuerfinanzierten Pendlerpauschale bequem tun können. An der aktuellen Wohnungssituation sind indes die absurd komplexen Vorschriften für Bauprojekte schuld, die der detailverliebte deutsche Bürger insgeheim lieb gewonnen und internalisiert hat: In der Praxis führt dieses Denken zu mangelndem Wohnraum und im Gewerbe zu Metzgern, die nicht wissen, welche Fliesen sie kaufen sollen: "Zu glatt" - nicht erlaubt wegen Arbeitsschutz (Rutschgefahr), "mit Rillen" - nicht zugelassen aus hygienischen Gründen. Willkommen in Deutschland!

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Lagombra 21.06.2019, 18:33
57. Wer 2009 als die Abgeltungssteuer in Kraft trat...

...nicht vollends geschlafen hat, besorgte sich zu quasi Nullzinsen Geld und kaufte davon ein paar Wohnungen in guten Lagen für die Altersversorgung.

Wer hingegen auf Rundumversorgung vom Staat und lebenslange Anstellung zum Tariflohn pocht, und sich nicht um Geldanlage kümmern will, zieht nunmal den Kürzeren.

So einfach ist das.

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liberte.toujours 21.06.2019, 18:34
58. Einmal weiter nach Gründen suchen bitte...

Irgendwie verfällt der Autor dem Reiz der Polemik. Mieten, Eigentum, Ungerechtigkeit. Auch ich falle auch dem Klick-Bait rein. Leider krankt die Analyse wieder daran, nicht an die Wurzel, die Ursachen zu gehen. Woher kommt denn der Immobilien-Boom? Preise werden durch Angebot und Nachfrage gemacht. Wenn Preise steigen, dann durch erhöhte Nachfrage. Woher kommt die erhöhte Nachfrage? Naja... die Deutsche Bevölkerung hat seit Jahrzehnten einen Sterbeüberschuss. Wir haben ein leichtes Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung. Außerdem entvölkern sich einige Landstriche im Osten und in anderen Ländlichen Regionen selber um in Großstädte zu ziehen. Wenn die Preise für Immobilien (in Städten) explodieren, dann sollte man auch nach diesen Ursachen fragen. Warum müssen jetzt alle in Berlin Mitte wohnen? Zum Teil ist diese Entscheidung jedem selber überlassen, zum Teil eine Steuerung der Politik. Wenn alle mit dem Fahrrad zur Arbeit sollen, ist das kein Wunder, dass man in der Innenstadt leben will. Wenn Großstädte sich im Subventionswettbewerb überbieten um Firmenzentralen in die Innenstädet zu locken ist es kein Wunder, dass die Infrastruktur überlastet wird. Diese Verbindungen könnte man auch herstellen.

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paulus_pax 21.06.2019, 18:34
59. Und die Volksparteien wundern sich...

...dass sie immer weniger Zuspruch bekommen. Wer so eine Entwicklung zulässt oder sogar durch staatlichen Verkauf fördert, wird ob bewusst oder unbewusst abgestraft. Wohl noch nicht genug, denn vor allem die CDU hat nur eine Sorge (z.B. Volker Bouffier bei Anne Will), nämlich wie kann man in jetzigen Zeiten das Vermögen der Immobiliengroßbesitzer möglichst schützen und unangetastet lassen.

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