Forum: Wirtschaft
Immobilienboom als Gefahr für die Gesellschaft: Billionengewinner - und Millionen Ver
Jan Woitas/ DPA

In Deutschland wird bisher spektakulär unterschätzt, wie sehr hochschnellende Hauspreise das Land spalten. Diesen Schluss legen neue Berechnungen nahe. Wie lange ist die Ungleichheit noch auszuhalten?

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Der Resignierte 21.06.2019, 18:47
70. stimmt

Zitat von sportinlife
Schön polemisch gegen die bösen Hausbesitzer. Wir wollen aber mal nicht vergessen, dass es auch der Spiegel ist, der in seinen Geschichten immer wieder erklärt und vorrechnet, dass mieten besser sei als kaufen. Wer das glaubt, guckt in die Röhre. Wir haben zum Glück nicht darauf gehört und wohnen heute in einem (abbezahlten) Haus, das seinen Wert in zwölf Jahren fast verdreifacht hat, und das wir uns als Mieter schon lange nicht mehr leisten könnten. Hätten das noch viel mehr Leute so gemacht, wäre der Immobilien-Wohlstand heute gerechneter verteilt.
ich habe auch ein Eigenheim, aber ein großteil der Leute konnten und können sich das eben NICHT leisten. Oder fragen sie mal die Millionen Arbeitnehmer die in prekären Verhältnisse leben, wie sie zu Eigentum kommen sollen.

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bluebill 21.06.2019, 18:50
71. @1

Also sollen alle im Schulalter anfangen, auf ein Eigenheim zu sparen? Ich glaube nicht, dass das reicht. Allenfalls kann davon ein kleines Eigenkapital angespart werden, der riesige Rest muss per Kredit finanziert werden. - Wer kann denn noch sein Leben zuverlässig vorausplanen? Firmen werden umstrukturiert, Arbeitsplätze entfallen, Karrieren zerbrechen. Wer einen neuen Job sucht, muss meist mit einem Einsteigergehalt klarkommen, Erfahrung wird zwar gesucht, aber nicht bezahlt. Wer keinen neuen Job findet, muss das Eigenheim sowieso aufgeben, weil er die Kreditraten nicht mehr bedienen kann. Und es gibt noch mehr Fallstricke - z.B. Scheidung oder Krankheit. - Abgesehen davon stelle ich mir Ihre angestrebte Lösung schrecklich vor. Wenn große Städte nur noch von den Reichen bewohnt werden und alle weniger Reichen aufs Land müssen. Dann sind wir wieder in Zeiten des Feudalismus angekommen, wo es Paläste für die Oberen gab und Hütten für die Untertanen.

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Siebengestirn 21.06.2019, 18:50
72. In mehr als 2 Stunden ganze 7 Einlassungen

zu diesem sehr einleuchtenden Artikel zu diesem so wichtigen Thema??! Zu den sich so extrem erhöhenden Mietkosten kommen ja monatlich auch noch hohe fixe Kosten für die Krankenversicherung dazu. Die sich selbst lobenden Hinweise, man hätte sich nur mal für einige Zeit für "eigenes Wohnen" "krumm" legen müssen, dann hätte man jetzt nicht das Problem, haben offenbar nicht mehr so ganz die vor 2 bis 3 Jahrzehnten gegebenen wirtschaftlichen Verhältnisse in Erinnerung. In den beginnenden 70-er Jahren z. B. waren die Zinsverhältnisse extrem ungünstig. Trotz eines guten Einkommens bin ich mit meiner Familie mal so gerade "durchgekommen". Sehr viele Willige, aber nicht gerade "Einkommensstarke" haben es aus Angst vor Verschuldung nicht gewagt. Was tut die Politik? Baukindergeld. Immerhin, aber viel zu wenig und insbesondere nicht für die unteren Einkommen ausreichend! Die Berliner Regierung wagt mutig einen fünfjährigen Mietenstop. Leider wohl vergebens, denn das Land hat nicht die Kompetenz für ein solches Gesetz. Die GroKo hat Ähnliches nicht in ihrem Vertrag. Ist es nicht beschämend für unser Land, dass wir nach 70 Jahren in der europäischen Rangliste des privaten Wohneigentums ellenlang hinter Ländern wie Spanien, Italien, Frankreich, Holland , Dänemark und Norwegen hinterher hinken? Die Parteien wären gut beraten auf diesem Felde "begehbare" Angebote zu machen.

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Der Resignierte 21.06.2019, 18:53
73. ups

Zitat von undog
heute für 300.000.- verkauft wegen Umzug und die neue für 300.000.- gekauft. Wo ist die "Bereicherung"? Diese entsteht nur beim Staat in Form von Grunderwerbsteuer und Gebühren.
ein 8 Familienhaus für 700000 Euro gekauft, von den Mieteinnahmen ein Eigenheim gekauft, in der man selber wohnt jetzt für 2000000 Euro das Mietshaus verkauft. Macht ein Gewinn von 1300000 Euro.
Wie, jetzt die Frage, wo kommen die 700000 Euro her, mit der das Mietshaus gekauft wurde. Genau das ist es, es können sich nur betuchte Leute so etwas leisten und damit werden sie noch reicher.
Und jetzt die Vorstellung, die Leute sind so reich gewesen z.B. Erbschaft, das sie sich 10 oder 20 oder gar 50 Mietshäuser kaufen konnten.
Verstehen sie jetzt, wie der Artikel gemeint ist ?

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klaus. 21.06.2019, 18:53
74. Grund fehlt

wichtig wäre noch zu schauen warum die Immobilienpreise steigen. Die Niedrigzinspolitik der EZB führt dazu und die soll weitergehen weil die Inflation niedrig ist. Die sind anscheinend noch zu blöd zu kapieren, dass die Sause bei den Immobilien eben auch eine Art Inflation ist. Statt in Konsumgüter geht das Geld in Immobilien

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vliege 21.06.2019, 18:54
75. Wo waren/sind die Think Tanks

und hoch bezahlten Berater als es darum ging den sozialen Wohnungsbau fast komplett einzustellen bzw. städtische Wohnungen zu verscherbeln/verschenken.
Das Mieten Problem kam doch nicht von heute auf morgen, sondern war lange vorhersehbar. Nicht nur die EZB und Ihre Bankenrettungspolitik hat erheblichen Anteil an dieser Entwicklung. Auch der Zustrom an Menschen aus aller Welt aus welchen Gründen auch immer war/ ist auch ein Problem das lange ignoriert wurde.
Auch die "Früchte" der Agenda aus prekärer Beschäftigung / Billiglohn bei immer höheren Abgaben und Lebenshaltungskosten schlägt nicht nur bei dem Grundbedürfniss Wohnen voll durch.
Den Ü 50 mit Schäfchen im trockenen und Häuschen/ Wohnungen kann man nur beglückwünschen. Jedoch nützt jegliche Häme oder Besserwisserei den jetzigen und kommenden Generationen nichts.
Wenn Angesichts der immer gravierenden Tatsachen seitens der Privatwirtschaft und fehlender Profite nichts passiert, muss der Staat ein massives Investitionsprogramm durchsetzen und die Länder diese auch abrufen. Wenn ich mit meinen Steuergeldern Banken, Griechenland die EU oder weiß der Geier retten/ finanzieren kann/soll, warum nicht auch den sozialen Frieden in Deutschland.

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dieter-ploetze 21.06.2019, 18:55
76. der wahn ist kurz, die reu ist lang

dass es dazu kam, ist auch einem teil der SPD politik zuzuschreiben. da galt lange das motto, wenn es den
reichen gut geht, geht es allen besser. unter diesem motto hat man die reichen immer mehr entlastet und diese lasten den aermeren aufgebuerdet. immer in der truegeischen hoffnung, dass dann auch die aermeren profitieren werden. die aermere schicht wurde durch die agenda 2010 in den biilglohn verschoben, die reichen dagegen hofiert. so jedenfalls schroeders politik. die rechnng fuer diese politik kommt nun mit einer
zerrissenen 2 klassen gesellschaft und diese zerrissenheit birgt sozialen sprengstoff, der auch den jetzigen profiteuren noch zu schaffen machen wird. manche reiche haben das laengst begriffen, sind aber machtlos.
es ist eben eine sache der politik, den sozialen ausgleich wieder herzustellen. wenn man denn will.

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ddcoe 21.06.2019, 18:55
77. @11 Dem stimme ich zu

Als wir damals kauften - zu 6,5% Zinsen war es nicht einfach. Die zuletzt gezahlten Zinsen lagen bei 1,3%. Inzwischen ist alles bezahlt. Wer aber umgekehrt bei 1,3% startet und dann bei 6,5% landet, dem geht sehr schnell die Luft aus.

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saphit 21.06.2019, 18:56
78. Ein paar Fragen und Einwände an den Autor

Die Platzansprüche der Deutschen gehen stetig nach oben, also Quadratmeter pro Person. Der Mietanteil vom Netto soll da gleich bleiben?

Selbstverständlich wird heute luxuriöser gebaut - nicht zuletzt für den Luxus einer zur Verschimmelung neigenden Steinwolleverpackung, moderner Heiztechnik etc. Ob das auch die Häuser teurer macht?

Die Nachfrage das Haus mit Garten steigt - da leben ganze Illustriertenreihen von. Viele Innenstädte verwahrlosen mit ungepflegten Grünanlagen, leeren Geschäften, Kleinkriminalität. Ob das etwas mit der gestiegenen Nachfrage nach dem Häuschen zu tun haben könnte?

Wer sich alle drei bis vier Jahre einen Neuwagen leistet, wie Millionen das tun, und dies über Pump finanzieren, der könnte bei anderem Konsumverhalten auch ein Eigenheim finanzieren. Sind das nun "die Verlierer". Täglich Convenience-Food, Pay-TV, neuestes Handy, neuestes Autp, jährlich zur DomRep - alles gut - aber dann bitte keine Neiddebatten lostreten.

Ach ja: Grund und Boden sind begrenzt. Bei steigender Nachfrage eines begrenzten Gutes gehen bekanntlich die Preise nach oben. Dieser Aspekt wird in dem Artikel galant ausgeblendet, was dem Kraft des Arguments nicht zur Stärke gereicht.

Deutsche sind nicht unproduktiver als Griechen, Spanier oder Italiener. Sie schätzen halt die Vorteile des Mietens, insbesondere das gesparte Geld für mehr Konsum. Das aber ist eine freie persönliche Erscheinung und keine gesellschaftliche Schieflage.

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echtermünchner 21.06.2019, 18:57
79. Sparen?

Wovon soll sich der Arbeiter Eigentum leisten? Bei den Abzuegen bleibt nicht viel übrig von netto. Haben sie mal die Lohnzettel in Frankreich, Italien, Österreich, Luxemburg, Schweiz mit dem deutschen Lohnzettel verglichen und sich 1.gewundert weshalb die Menschen dort mehr Eigentum besitzen und 2. den Lohnzettel bei sagen wir mal zb 4000.-? Brutto angesehen? In Deutschland muss die Politik was machen, die Steuern gesenkt werden. Sonst wird das nichts mit sparen und Rücklagen in Deutschland. Desweiteren würde es sicher den Wohnungsmarkt spürbar entspannen, würde es mehr Leute mit Eigenheimen geben und dementsprechend bezahlbarer menschenwürdiger Wohnraum für die wirklich Bedürftigen. So ist Armut von der Wiege bis zur Barre vorprogrammiert.

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