Forum: Wirtschaft
Immobilienboom in Deutschland: Finanzinvestor Cerberus kauft 22.000 Wohnungen
ddp

In deutschen Städten boomt der Immobilienmarkt, jetzt wittern Finanzinvestoren ihre Chance. Laut "Financial Times Deutschland" kauft die US-Gesellschaft Cerberus jetzt 22.000 Wohnungen im ganzen Land. Möglich wird das, weil Bankenwieder mehr Geld ausleihen.

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Obi-Wan-Kenobi 10.04.2012, 13:27
20. ...

Zitat von sysop
In deutschen Städten boomt der Immobilienmarkt, jetzt wittern Finanzinvestoren ihre Chance. Laut "Financial Times Deutschland" kauft die US-Gesellschaft Cerberus jetzt 22.000 Wohnungen im ganzen Land. Möglich wird das, weil Bankenwieder mehr Geld ausleihen.
Die derzeitige Politik lernt es nicht. Heuschrecken sind Teil des Problems, nicht der Lösung.

Jetzt darf wieder kräftig spekuliert werden und am Ende wird eben der Rettungsschirm nochmals aufgestockt. Die Umverteilungsaktion von unten nach oben darf halt nicht ins stocken geraten.

Wenn das so langsam aber sicher auch der Dümmste begreift kann man bald lesen, Piraten überholen die SPD, Piraten überholen die CDU :-)

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sam07 10.04.2012, 13:33
21. Märkte werden von "Menschen" gemacht

Vor rund zwei Jahren wurden unsere Wohnblocks (Stadtrand Berlin) von der Gagfah an die Solid Wohninvest Berlin "veräußert". Seitdem ist der Mieter nur noch Störfaktor im Finanzmonopoly (ich hatte im tiefsten Winter eine Woche lang ein unbeheiztes Wohnzimmer, weil der Heizöltank leer war!!!). Außerdem zahle ich fast die Hälfte meiner Rente für die Wohnung, obwohl wir noch für Berlin günstige Mieten haben. Aber: z. Z. werden die Fassaden renoviert, und ich wette auf die nächste Mieterhöhung (seit meinem Einzug vor drei Jahren stieg sie ohnehin schon um 19%).
Erst "retten" wir mit unseren Steuern die Banken, und dann sorgen diese dafür, dass Investoren fast zinslose Kredite erhalten und wieder nach Herzenslust zocken können. So wird der Kleinbürger doppelt bestraft, wie es schon immer in der Geschichte war und genau deshalb das Kleinbürgertum im Ruf steht, radikalen Ideen gegenüber aufgeschlossen zu sein. Hier haben nicht die Regierung oder der Staat versagt, sondern die Gesellschaft insgesamt - also wir alle. Märkte (Banken, Investment- und Marketingfirmen, Versicherungen, Konzerne usw.) werden von ihren Angestellten, nämlich gierigen und egoistischen Menschen, gemacht. Wir müssen dafür sorgen, dass diese neoliberalen Gesellschaftsschädlinge schnell entmachtet werden und die Regierung wieder ihre sozialen Aufgaben wahrnimmt, oder wir warten auf die nächste Revolution (man wird ja noch mal träumen dürfen), die den Dingen wie immer neue Namen geben, aber nichts ändern wird. Die Demokratie ist ohnehin eine Schimäre und hat noch nie funktioniert. Und dass die Guten die Herrschaft über die Bösen übernehmen, wird wohl auch ein ewiger Traum bleiben. Der Mensch ist dafür einfach nicht gemacht, wir können nur durch von uns gewählte Regierungen kleine Kursänderungen veranlassen. Wenn diese Regierungen aber versagen, ist der Tanker nicht mehr aufzuhalten.

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gankuhr 10.04.2012, 13:37
22. klick

Zitat von anderton
Ein paar Investoren (Kapitalsammelbecken) stimmen sich ab, rennen alle in einen Markt und kaufen relativ billig ein. Da die Nachfrage insgesamt signifikant steigt (vor der Blase in D bei den Immobilien wurde ja schon öfter gewarnt), steigt auch der Preis. Jetzt müssen diese nur noch einen dummen finden, der zum teuersten Preis (bevor es nach unten geht) die Waren (in diesem Fall Immobilien) abkauft. Übrigens wird das auf allen "Märkten" so gemacht, Rohstoffe und Nahrungsmittel eingeschlossen!
Das ist totaler Blödsinn was sie da schreiben.

Denn schon während des Kaufvorgangs steigen die Preise, das heißt die letzten ihrer Käufergruppe zahlen unverhältnismäßig viel (gleichzeitig kaufen geht nicht- erst recht nicht an der Börse, bei der im Millisekundentakt der Preis aktualisiert wird). Anschließend, wenn sie alle gekauft haben, sinkt die Nachfrage wieder stark, gleichzeitig steigt das Angebot (weil alle ja nur gekauft haben um die Preise zu beeinflussen - sie wollen also optimalerweise sofort wieder verkaufen), was dazu führt, dass der Preis direkt nach Beendigung dieses Vorgangs in den Keller fällt.

Als Resultat haben einige ihrer Investoren Gewinn, andere den gleichen Betrag an Verlust gemacht. Und wir, das Volk, lachen uns ins Fäustchen, weil ein Teil des hin- und hergeschobenen Geldes als Steuern in der Staatskasse gelandet sind.

Nicht immer allen Verschwörungstheorien der Linken bzw. Kapitalismusgegner glauben, sondern auch mal mit gesundem Menschenverstand und ein bisschen markwirtschaftlicher Denkweise an die Sache rangehen - dann braucht man auch keine Angst haben, dass die "bösen Investoren" uns irgendwann alle verhungern lassen!

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deus-Lo-vult 10.04.2012, 13:38
23.

Zitat von sysop
In deutschen Städten boomt der Immobilienmarkt, jetzt wittern Finanzinvestoren ihre Chance. Laut "Financial Times Deutschland" kauft die US-Gesellschaft Cerberus jetzt 22.000 Wohnungen im ganzen Land. Möglich wird das, weil Bankenwieder mehr Geld ausleihen.
Na dann, auf die nächste Immobilien- und Spekulationsblase. Der Crash kommt, das ist gewiss. Denn wenn Amerikaner eines ganz sicher nicht können, dann ist es NACHHALTIG wirtschaften.

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huettenfreak 10.04.2012, 13:38
24. Zur Kasse bitte

Zitat von cato.
Nunja wohnen muss man ja schon, dass Risiko liegt eher darin, dass Vater Staat weiß wo sich Immobilien befinden, wem die Gehören und das man diese ja auch nicht einfach außer Landes bringen kann ... in den nächsten Jahren kann man von Zwangshypotheken geradezu ausgehen, wenn das Euroabenteuer sein Ende findet und die Rechnung bezahlt werden muss ...
Ich denke auch, dass sich Eigentümer von Immobilien in naher Zukunft noch gewaltig umgucken werden. Denn wie heißt es so schön: "Eigentum verpflichtet".

Geld hat in der Tat immer noch den Vorteil, dass man es außer Landes bringen kann.

Aber die Schafsherde rannte ja schon immer in die gleiche Richtung. Immomakler, Notare und Vater Staat (Grunderwerbsteuer) freut es.

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nixkapital 10.04.2012, 13:39
25.

Zitat von felisconcolor
mehr doch aufs Land zu ziehen und lieber nen kleinen Vermieter zu unterstützen. Oder selbst bauen. Ist zwar nix für unsere Fahrradfahrer im Forum, weil es braucht dann halt doch ein Auto, aber besser als sein Geld ner Krake in den Rachen zu werfen.
....klar. Und sich dann vom Fahrradfahrer über die Pendlerpauschale finanzieren lassen.

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Grafsteiner 10.04.2012, 13:41
26. Der böse Spekulant

"Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will vom neuen Immobilienboom profitieren und die bundeseigene Treuhand-Nachfolgegesellschaft TLG loswerden, die 11.500 Wohnungen in Ostdeutschland betreut."

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Crom 10.04.2012, 13:51
27.

Zitat von Rodelkönig
Ist ja wieder ganz toll von unseren öffentlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen, dass sie jetzt wieder anfangen , den letzten Rest deutschen Eigentums auch noch an windige Privatinvestoren zu verhökern, die damit sowieso nur schnelle Kasse machen wollen, statt langfristig sinnvoll zu investieren.
Im Artikel steht:

"Der Höllenhund ist wieder da: Für rund 900 Millionen Euro soll der US-Finanzinvestor Cerberus ein Paket von 22.000 Wohnungen in Deutschland von der insolventen britischen Gesellschaft Speymill gekauft haben."

also nix mit "deutschen Eigentum"

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green_mind 10.04.2012, 13:51
28. Eine Triebfeder der Inflation

Zitat von FreieWelt
Die Zentralbanken drucken Geld und schütten das Geld an Banken aus, die geben es weiter an Hedgefonds oder investieren es direkt. Das Geld sucht sich dann seinen Weg, findet ihn oft in Immobilien oder Rohstoffen. Die Immobilienpreise steigen, der Normalbürger muss mehr Miete bezahlen oder schafft es nicht mehr selbst Eigentum zu erwerben weil mittlerweile zu teuer. Die Banken und Hedgefonds stellen dann irgendwann fest, dass niemand mehr da ist, der zu so hohen Preisen kaufen kann/will und die nächste Blase platzt. Damit die Banken nicht Pleite gehen, verschenken unsere Politiker und Zentralbanken noch mehr Geld an die Banken etc. etc. Leben wir eigentlich im Irrenhaus?
Auf die von Ihnen gut beschriebene Art und Weise entsteht nicht nur eine Blase, sondern so findet auch das Luftgeld der Banken seinen Weg in die Realwirtschaft - das kurbelt die Inflation an. Unter anderem durch die steigenden Immobilienpreise und Mieten.

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Hupert 10.04.2012, 13:52
29.

Zitat von LeToubib
Unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft lässt an sich schöne und gut ausgestattete Wohnungen in ganz passabler Lage offen stehen (darum konnte ich sie auch von Innen ansehen) und verrotten! Dabei haben wir als Universitätsstadt - auf gute 100.000 Einwohner kommen 30.000 Studenten - eine eklatante Wohnungsknappheit. Die ihr gehörende Wohnsiedlung der früher hier stationierten französischen 1. Panzerdivision wird systematisch herabgewirtschaftet, z.B. werden nicht einmal mehr Löcher im Dach beseitigt. Eine Freundin von mir wohnt dort, deshalb kann ich den Verfall leider recht gut beobachten. Dafür steckt sie jetzt viel Geld in die Konversion der ehemaligen französischen Kasernen und anderer reinrassiger Militärbauten (Klasse: Schwerter zu Pflugscharen, oops, Panzergaragen zu Wohnhäusern natürlich!), die im Gegensatz zu den von mir zuvor erwähnten Immobilien, die keine 4 km vom Stadtzentrum entfernt liegen, sich weit vor der Stadt befinden und in noch maroderem Zustand sind. Aber wenn Sie das besser finden ...
Für mich klingt das als würden sie von Tübingen sprechen. Aber Tübingen ist nun nicht unbedingt repräsentierend für Gesamtdeutschland. Und der von ihnen angesprochene Fall ebensowenig als allumfassendes Negativbeispiel für städtischen Wohnungsbau. Bauprojekte sind nunmal zumeist auch politische Entscheidungen und in den wenigsten Fällen gänzlich unumstritten. Wenn es bei ihrer Freundin reinregnet und die Wohnung in Besitz der Stadt ist wüsste ich durchaus was zu tun wäre. Man muss halt gelegentlich auch einfach mal selbst aktiv werden. Und ja, mir ist es lieber meine Mietwohnung gehört der Stadt als einem Finanzkonsortium mit dem Namen "Cerberus". Das Wesen welches ich damit in Verbindung bringe löst bei mir nicht zwingend Behagen aus.

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