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Immobilienboom in Deutschland: Je früher die Blase platzt, umso besser
DPA

Eine sprudelnde deutsche Konjunktur, extrem niedrige Zinsen und die Zuwanderung haben den deutschen Immobilienmarkt in Wallung gebracht. Das birgt Gefahren - wirtschaftliche und soziale.

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akosia 04.02.2018, 12:29
1. so lange

die Immobilienpreise in Deutschland niedriger sind als in der Rest-EU und viel niedriger als in England und etwas die Hälfte der Preise von Hongkong, Peking etc. betragen, wird es keine Blase geben. Es sind vor allem auch ausländische Investoren, die die Preisspirale anheizen...vor allem für Luxuswohnungen. Und Überkapazitäten von "normalen" Wohnungen gibt es eh keine, auf eine Anzeige kommen 200 Bewerber.

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paraibu 04.02.2018, 12:31
2. Fragwürdige Analyse

Die steigenden Preise in Deutschland sind, anders als bei den Immoblilienblasen in Japan, Spanien oder China kein Ergebnis von Spekulation, sondern von steigender Nachfrage bei nur zögerlich steigendem Angebot. Hier wird nichts auf Halde gebaut, im Gegenteil, es fehlen nach wie vor zehntausende von Wohnungen. Und anders als z.B. in den USA, wird bei uns mit langristig fixierten Zinsen finanziert - überlicherweise festgeschrieben über die gesamte Finanzierungsdauer. Irgendwann evtl. wieder steigende Zinsen können den Bauherren also nichts anhaben. Wo ist also das Problem?

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nikolasvegas 04.02.2018, 12:36
3. Vielen erscheint eine gewisse Konsolidierung

auf dann immer noch sehr hohem Niveau wahrscheinlicher, so wie in Westdeutschland Ende der Achtziger Jahre. Geld ist genügend vorhanden. Hier im kleinen Heidelberg werden inzwischen Münchener Preise aufgerufen, bis zu 10 k pro Quadratmeter...

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Heinrichxxx 04.02.2018, 12:36
4.

Herr Müller darf an dieser Stelle stets irgendwelche Untergangsszenarien aufmalen, die sich glücklicherweise so (noch) nie erfüllt haben. Gewiss, die Fakten sind unstrittig, aber es ist evident, dass Herr Müller mit seinen Schlussfolgerungen eigentlich stets falsch liegt.

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Ökofred 04.02.2018, 12:37
5. Blase?

Erst wird lang und breit erklärt, dass es eigentlich keine Blase ist, dann dass sie besser schnell platzen sollte damit alles nicht so schlimm wird. Was denn nun?
Die amerikansche und spanische Immobilienblase hatte ganz andere Vorzeichen, denn es wurde am Bedarf vorbei gebaut und die Bankenkrise hat sich (in Spanien) parallel zur Immobilienkrise entwickelt. Das ist hier anders, der Bedarf entwickelt sich ja nach wie vor.

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dirtygary 04.02.2018, 12:37
6. Alles vielleicht richtig, nur eines hat der Autor nicht bedacht.

Und viele andere Top-Ökonomen auch nicht. Vorausgesetzt der Crash kommt, stellt sich die Frage weshalb man dann mit seiner Wohnung oder Haus Leerstand haben wird?
Es wird einfach so sein, dass wie in den Achtziger-Jahren kaum jemand kauft und dafür die Mietpreise wieder anziehen werden. Denn bei einer solchen Blase werden Banken keine Kredite mehr vergeben und den meisten bleibt dann wieder "nur" die gute, alte Mietwohnung.

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thobie2 04.02.2018, 12:40
7. Alles relativ

Natürlich ist es so, dass in einigen Städten das Wohnen inzwischen unbezahlbar ist. Das war aber in München schon die letzten 20 Jahre so.
Ich lebe hier eher in der Provinz. Hier ist noch Wohnraum für 5 € bis 5,50 € /m² und Monat zu mieten. Die Immobilienpreise sind im Vergleich zum Jahr 1996 eher im Keller. Ein Reihenhaus, das damals 360.000 DM gekostet hat, bei dem es aktuell keinen Renovierungsrückstand gibt, würde beim Verkauf keine 150.000 € bringen.
Ich investiere inzwischen nur noch in Wohnungen mit dem Modell "betreutes Wohnen". Da sind die Mieten und Renditen deutlich höher, denn an solchen Wohnungen besteht auch hier in der Provinz (ich spreche von Ostwestfalen) ein Mangel.
Aus meiner Sicht kann man den hohen Mieten in den großen Städten nur durch Flexibilität entkommen. D.h. man muss pendeln. Dazu sollten zusätzlich die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden, sodass mehr Mitarbeiter zu Hause arbeiten können.
In den begehrten Großstädten wird es in absehbarer Zeit keinen bezahlbaren Wohnraum geben. Es ist einfach hipp und modern mitten in so einer Stadt zu wohnen. Wer den Luxus will, muss auch dafür bezahlen.
Mir ist schon klar, dass es für Familien mit niedrigem Einkommen heute sehr schwer ist, in der Nähe von Ballungsräumen bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Und hier kommt dann ein Versagen der Politik ins Spiel. In NRW wurden die Wohnungsbaugesellschaften des Landes von der letzten schwarz-gelben Landesregierung an Unternehmen verkauft, die jedenfalls nicht unbedingt das Wohl der Mieter im Auge zu haben scheinen. Hier kann sicher noch was getan werden. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch der Bau von Wohnungen Zeit kostet. Würde ich in solche Sozialwohnungen in der Nähe von Ballungsräumen investieren? Vermutlich eher nein, da mir allein die Grundstückskosten viel zu hoch wären. Denn letztlich sollte bei einem Projekt zumindest keine negative Rendite unter dem Strich stehen.

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whitewisent 04.02.2018, 12:44
8.

Es gibt keine Immobilienblase in Deutschland! Es herschen die Regeln des Marktes, und solange Deutschland das Ziel internationaler Investoren ist, die hier eine bessere Anlagezukunft als im Rest der Welt sehen, wird es auch so bleiben. Kredite haben den Vorteil der Zinsbindung, und so würde ein Platzen jahrelange Warnsignale beinhalten. Denn es steht eine ungebremste Nachfrage nach Immobilien eine ungebremste Nachfrage nach Wohnraum gegenüber.

Denn man sollte sich immer noch bewußt sein, daß ein großer Teil des Wohnungsbestands ein Niveau hat, was bestenfalls als veraltet angesehen wird. Es wurde jahrzehntelang das eigene Häuschen als Altersvorsorge angepriesen. Nun leben die Menschen aber nicht mehr bis 80 darin, sondern bis sie 90 sind, ohne Kraft und Geld für Investitionen. Schon deshalb wird der Markt beständig mit neue Angeboten geflutet.

Und auch wenn man es nicht mag, international gesehen sind die Mieten in Deutschland immer noch niedrig. Schon die Möglichkeiten der gesetzlichen Mieterhöhung ist Anreiz genug, jetzt preiswert an hochwertige Anlagen zu kommen. Das Problem ist doch eher, daß der Immobilienmarkt immer noch national gesehen wird, obwohl es gravierende regionale Unterschiede gibt. Darum ist der Markt in in Südhessen zu regulieren, weil es im Harz Probleme gibt.

Eher sind überflüssige Investitionen in Infrastrukturen zu hinterfragen, welche immer neue Bauprojekte weit entfernt von den Zentren erschließen, welche die Zersiedlung weiter vorantreiben.

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peter.di 04.02.2018, 12:44
9. Es ist vor allem die EZB Geldpolitik

die Nullzinsen und die massiven Ankäufe, die die Immobilienpreise und in Folge Mieten hochtreibt. In der Welt ist gerade ein Artikel dazu. Die EZB wird ihre Geldpolitik aber nicht ändern können, weil dann die Eurokrise sofort wieder voll da ist (bzw. nicht mehr überdeckt wird). Allerdings ist es nicht nur die EZB, ein Effekt den wir gerade sehen ist ja der, dass auch Russen und Chinesen auf dem deutschen Immobilienmarkt auftauchen und die Preise endgültig in für die meisten Deutschen unbezahlbare Höhen treibt

"Das birgt Gefahren - wirtschaftliche und soziale.".

In der Tat, meiner Meinung nach sogar sehr große Gefahren, denn Wohnen ist nun mal ein Grundbedürfnis. Aber das sind eben die Nebenwirkungen der Eurorettung und damit die Folgen einer aus politischen und gegen jeden ökonomischen Sachverstand eingeführten Gemeinschaftswährung. Und die Folge der Globalisierung in einem Land in dem es im Vergleich wenig privates Vermögen und wenig Immobilienbesitzer gibt.

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