Forum: Wirtschaft
Immobiliengeschäfte: Grunderwerbsteuer? Nicht für Spekulanten
Arne Dedert/ DPA

Mit sogenannten Share Deals vermeiden Immobilienspekulanten jedes Jahr Hunderte Millionen Euro Steuern. Die Regierung will das Schlupfloch nun zwar schließen - doch findige Anwälte haben längst ein neues entdeckt.

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maf 14.10.2019, 13:13
90.

Zitat von redwed11
Was soll so ein Beitrag. Hier mit den ach so netten ausländischen Fonds oder anderen Kapitalsammelgesellschaften aus aller Welt zu argumentieren ist ist ein Schlag in`s Gesicht aller hier ehrlich Steuer zahlenden Menschen. Was gehen den deutschen Steuerzahler irgendwelche ausländischen Kapitalgesellschaften an, die in diesem Land sich um Steuerzahlungen drücken um ihren Kapitalgebern eine möglichst hohe Rendite zukommen zu lassen. Immer schneller steigende Immobilienpreise und somit ins unermessliche steigende Mieten ergeben sich aus der Bevorzugung dieser Spekulanten. Diese Leute braucht keiner in diesem Land, außer vielleicht irgendwelche Winkeladvokaten. Daher muss das Steuerschlupfloch solcher fragwürdigen Unternehmen, deren einziges Geschäftsziel es ist, eine möglichst hohe Rendite mit fragwürdigen Methoden wie Steuerschlupflöcher aus diesem Land herauszuholen. Diese Steuerbefreiung hat keinen Nutzen für die Menschen in diesem Land und gehört so schnell wie möglich abgeschafft. Und ein kalifornischer Teachers Fond oder koreanische oder norwegische Staatsfonds sollten uns völlig egal sein. Je schneller diese hier Verschwinden und so die Immobilienpreise in die Höhe treiben um so besser. Die Mieter in diesem Land sollten interessieren und nicht irgendwelche Spekulanten ob diese nun als so genannte Pesionsfonds oder sonstige windige Gesellschaften durch die Welt reisen. Man kann nur hoffen, dass der jetzige Finanzminister gegenüber den Lobbyisten standhaft bleibt und endlich diesem Übel ein Ende bereitet.
Haben Sie schon mal von Ihrem Arbeitgeber Aktienoptionen erhalten? Einige jüngere Firmen Q-Cells etc haben Ihre Mitarbeiter am Gewinn beteiligt.Q-Cells ist vielleicht nicht das beste Beispiel...
Mit jeder Option erhalten Sie auch ein Stück der Firma - und diese ist Eigentümer Ihrer Immobilen. Sie müssten also mit jedem Optionspapier erst einmal Grunderwerbssteuer zahlen - ohne den Wert der Aktie zu erhalten.
Der Verkauf unterliegt natürlich wieder der Grunderwerbssteuer - auf Käuferseite. Dies mindert wahrscheinlich Ihren Verkaufspreis.
Bei solchen Shared Deals bleibt der Eigentümer der Immobilien erhalten. Daher ist es sinnvoll hier keinen versteckten Eigentumsübergang hineinzukonstruieren. Wenn Sie die rechtliche Basis zum Zeitpunkt eines Eigentumübergangs in Frage stellen, dann kippt u.a. die Bilanz eines Unternehmens beim Übergang und es kommt zu mehr Insolvenzen. Dann ergibt es wenig Sinn, Firmen zu übernehmen - dann ist es einfacher, diese zu zerschlagen.
Ich bin andererseits mit vielen anderen Foristen einer Meinung, dass die Grunderwerbssteuer mit 3,5% bzw. 6.5% viel zu hoch angesetzt ist. Es ergibt sich kein Bild, welches Ziel man damit noch erreichen möchte - zumal die Kommunen automatisch auch von den steigenden Preisen profitieren.

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Tolotos 14.10.2019, 13:16
91. Die jungen Familien können sich leider keine Lobbyisten leisten.

Mich würde es in Deutschland nicht wundern, wenn genau die Leute, die die Lücken ausnutzen, innerhalb der realpolitischen Willensbildung dafür gesorgt haben, dass Schlupflöcher erhalten bleiben. Wäre es anders, dann müsste der Gesetzgeber diese Lücken schließen, sobald er davon erfährt, - und der Spiegel müsste nicht darüber schreiben.

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Supersozi 14.10.2019, 13:17
92.

Zitat von zudummzumzum
"es ist ungerecht, ..." - ich mag es nicht mehr im Zusammenhang mit Steuern hören! Nein, es ist auch nicht gerecht (und schon gar nicht "grün"), wenn "Familien" von der Grunderwerbsteuer befreit werden, obwohl sie der Landschaftszersiedelung Vorschub leisten. An der Reihenhaussiedlung ist NICHTS subventionswürdig. Nein, es darf keine Ausnahmen bei der Grunderwerbsteuer geben. Alle derartigen Schlupflöcher, egal, ob im Privat- oder Betriebsvermögen, Anlage- oder Umlaufvermögen, gehören geschlossen. Also erstmal die Steuer kassieren - und dann evtl. zurückerstatten, wenn sie aus Versehen zu Unrecht erhoben wurde. Ohne Nachweis der gezahlten Steuer keine Eintragung im Grundbuch oder im Handelsregister ... es könnte so einfach sein, wenn man wollte. Dabei bin ich der Meinung, dass eine deftige Grunderwerbssteuer, ebenso wie eine ordentliche Grundsteuer, im unmittelbaren Interesse der "einfachen Leute" liegt, weil diese es verhindert, dass Grund und Boden gehortet und zum Spekulationsobjekt gemacht wird. Man wird gezwungen, im Rahmen der (kommunalen) Bebauungspläne das Optimum aus der nicht vermehrbaren Ressource zu holen. Und auch die Änderung dieser Bebauungspläne erfolgt ja nach den Regeln des demokratischen Rechtsstaates.
Sie reden einen Schwachsinn, der geht auf keine Kuhhaut.
Einfach nur Blalbla. Haben Sie eigentlich das Problem verstanden???
DEr Eigentümer des Grundstücks wechselt nämlich nicht!!!! Es wechselt nur der Anteilseigner des Eigentümers, die juristische Person, die Gesellschaft!!
Natürlich reduzieren Sie mit einer hohen Grunderwerbsteuer das Wechseln von Grundstücken. Aber ist das wirklich gewollt? Warum soll dies eingeschränkt werden? Dann werden immer weniger Leute ein Eigenheim kaufen oder bauen können. Oder auch Unternehmer werden dan sich überlegen, ob Sie noch in D Produktionsstandorte eröffnen wollen. Und das liegt mit Sicherheit nicht im Interesse der einfachen Leute!!

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Supersozi 14.10.2019, 13:19
93.

Zitat von Tante_Frieda
Schlichte Frage:Kann der Bundestag nicht ein Gesetz beschließen,das jeden Kauf,jede wie auch immer geartete Übertragung einer Immobilie von einem Besitzer zum anderen steuerpflichtig macht?So hätten am Ende nicht nur die Häuslebauer allein die Zeche (sprich Grunderwerbsteuer) zu zahlen.
Das ist doch die Krux, das Grundstück wechselt doch nicht den Eigentümer, sonder es wechselt lediglich der Eigentümer der Gesellschaft. Im Grundbuch steht nach wie vor die Gesellschaft.

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Enes Scholkaldetten 14.10.2019, 13:33
94. Grunderwerbssteuer hat keine Daseinsberechtigung

Zunächst stellt sich die Frage, warum der Staat überhaupt für ein Immobiliengeschäft eine solche Verkehrssteuer erheben darf. Soll damit ein Steuerungseffekt eintreten oder ist es vielmehr Abzocke ?
Aber auch sachlich ist dieser Artikel unrichtig oder zumindest unvollständig.
"Dabei wird die zu verkaufende Immobilie in einen Fonds gesteckt, der von einem Treuhänder verwaltet wird."
Man kann eine Immobilie schlecht in einen Fonds "stecken", eher übertragen. Eine Übertragung an einen Treuhänder löst Grunderwerbsteuer aus - was widersinnig ist, da sich der wirtschaftlich Berechtigte nicht ändert.

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interessierter Laie 14.10.2019, 13:45
95. Danke!

Zitat von Supersozi
Das ist doch die Krux, das Grundstück wechselt doch nicht den Eigentümer, sonder es wechselt lediglich der Eigentümer der Gesellschaft. Im Grundbuch steht nach wie vor die Gesellschaft.
Genau so ist es. Zudem: Fast jede große börsennotierte Firma besitzt Grundstücke und Gebäude. Jede Transaktion wäre somit hinsichtlich dieses Anteils grunderwerbsteuerpflichtig. Obendrein ist eine kommunale Steuer. Man müsste also bei jedem popligen Aktiekauf erstens ermitteln, wie hoch die anteiligen Grundstückswerte am Aktienwert sind. Zweitens müsste man ermitteln, an wen diese Steuern zu entrichten sind (Gemeinden). Und dabei drittens müsste man noch die individuellen Werte und Hebesetze berücksichtigen. Für jeden Kauf den Kauf einer einzelnen Aktie Gelb (Deutschen Post / DHL) müssten Sie Mikrocentbeträge an fast jede größere Gemeinde Deutschlands zahlen. Der Prozess ist tausendmal teurer, als die Aktie.

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zudummzumzum 14.10.2019, 13:48
96. Sie dürfen mich gerne beleidigen

Zitat von Supersozi
Sie reden einen Schwachsinn, der geht auf keine Kuhhaut. Einfach nur Blalbla. Haben Sie eigentlich das Problem verstanden??? DEr Eigentümer des Grundstücks wechselt nämlich nicht!!!! Es wechselt nur der Anteilseigner des Eigentümers, die juristische Person, die Gesellschaft!! (...)
Mit dem Text verstehenden Lesen haben Sie es nicht so, oder? Ich hatte ausdrücklich auch gefordert, dass Änderungen im Handelsregister ebenfalls von der gezahlten Grundsteuer abhängig zu machen sind. Und dort würde auch ein veränderter Eigentümerkreis, ein anderer Vorstand oder Aufsichtsrat, auftauchen. Aber vermutlich überfordert Sie derartiges Faktenwissen, was eine sachliche Debatte jenseits des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung unmöglich werden lässt.

Ja, der Besitzwechsel von Grundstücken ist problematisch. Für die von Ihnen angeführte "Familie" stellt es kein Problem dar, einmal im Leben die Grunderwerbsteuer aufbringen zu müssen. Zumal es ja noch die Möglichkeit gäbe, dem wirklich bedürftigen Personenkreis anderweitig einen Ausgleich zukommen zu lassen. Aber der Verzicht auf die Grundsteuer hat die Präzision eines Schrotschusses. Hinter den wenigen Bedürfigen verstecken sich viele andere.

Und nein, das klassische Eigenheim in Form eines Einfamilienhauses hat sozialpolitisch ausgedient. Es ist ökologisch einfach nur großer Blödsinn: Unflexibel, nicht altengerecht, Platzverschwendung, energetisch ungünstig und nicht an den ÖPNV anzubinden. Und dafür auf Milliarden-Steuereinnahmen verzichten zu wollen, zeigt einfach nur krankhafte Egomanie!

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Alex2311 14.10.2019, 13:50
97.

Zitat von Greenkeeper2021
2: Der Wegfall eine Steuer wird in der Regel zu guten Teilen von flugs steigenden Kaufpreisen aufgefressen.
Darf man im Gegenzug annehmen, dass die Einführung einer neuen Steuer Kaufpreise nach unten drückt?
Mensch, da bin ich jetzt erleichert angesichts der kommenden CO2-Steuer, es wird doch gleich alles billiger!

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mostly_harmless 14.10.2019, 13:58
98.

Zitat von engelchen5711
Es ist mir irgendwie nicht begreiflich, dass Gesetze von findigen Juristen aus der Privatwirtschaft immer wieder ausgehebelt werden können. Was machen eigentlich unsere staatlichen Juristen? Schaffen sie es nicht, so weit zu denken, wie die Gegenseite? Solche Hintertüren müssten doch in der Erarbeitungsphase der Gesetzesvorlagen durch Juristen der zuständigen Ministerien vor Verabschiedung der Gesetze erkannt und ausgeschlossen werden. Es ist also wie immer, dumme Juristen arbeiten für den Staat, schlaue Juristen gehen in die Privatwirtschaft.
Ich denke es wäre Ihnen klar woher die Schupflöcher kommen, wenn Sie wüssten, dass die "findigen Juristen" nicht selten die Gesetzesentwürfe fertigen.

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foreigner99 14.10.2019, 14:12
99. Falsch gedacht

Die Grundsteuer ist rein der staatlichen Gier geschuldet. Sie verteuert Immobilien von Verkauf zu Verkauf ohne Wertzuwachs und staatliche Gegenleistung. Sie verhindert Mobilität. Wenn ich ein Haus für 500.000€verkaufe, um in einer anderen Region ein gleichwertiges zu erwerben zahle ich 550.000€. Deshalb Abschaffung der GESt für alle. Dies ist das völlig falsche Werkzeug um Städte zu alimentieren.

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