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Immobiliengeschäfte: Grunderwerbsteuer? Nicht für Spekulanten
Arne Dedert/ DPA

Mit sogenannten Share Deals vermeiden Immobilienspekulanten jedes Jahr Hunderte Millionen Euro Steuern. Die Regierung will das Schlupfloch nun zwar schließen - doch findige Anwälte haben längst ein neues entdeckt.

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redwed11 14.10.2019, 14:21
100.

Zitat von maf
Haben Sie schon mal von Ihrem Arbeitgeber Aktienoptionen erhalten? Einige jüngere Firmen Q-Cells etc haben Ihre Mitarbeiter am Gewinn beteiligt.Q-Cells ist vielleicht nicht das beste Beispiel... Mit jeder Option erhalten Sie auch ein Stück der Firma - und diese ist Eigentümer Ihrer Immobilen. Sie müssten also mit jedem Optionspapier erst einmal Grunderwerbssteuer zahlen - ohne den Wert der Aktie zu erhalten. Der Verkauf unterliegt natürlich wieder der Grunderwerbssteuer - auf Käuferseite. Dies mindert wahrscheinlich Ihren Verkaufspreis. Bei solchen Shared Deals bleibt der Eigentümer der Immobilien erhalten. Daher ist es sinnvoll hier keinen versteckten Eigentumsübergang hineinzukonstruieren. Wenn Sie die rechtliche Basis zum Zeitpunkt eines Eigentumübergangs in Frage stellen, dann kippt u.a. die Bilanz eines Unternehmens beim Übergang und es kommt zu mehr Insolvenzen. Dann ergibt es wenig Sinn, Firmen zu übernehmen - dann ist es einfacher, diese zu zerschlagen. Ich bin andererseits mit vielen anderen Foristen einer Meinung, dass die Grunderwerbssteuer mit 3,5% bzw. 6.5% viel zu hoch angesetzt ist. Es ergibt sich kein Bild, welches Ziel man damit noch erreichen möchte - zumal die Kommunen automatisch auch von den steigenden Preisen profitieren.
Meiner Meinung nach wäre eine durchgehende Erhebung der Grunderwerbssteuer der völlig unbedeutende Teil einer Abschaffung der jetzigen Reglung. Wie hoch wäre denn bei einer Aktie der Anteil der Grundstücke? Es dürfte sich nur um Cent Beträge handeln. Dafür könnte, wie auch bei anderen Steuern, ein Freibetrag für solche Fälle eingeführt werden.
Wichtig ist doch, dass beim Erwerb großer Immobilien mit hohem Wert die Möglichkeit die Steuer zu umgehen ausgeschlossen wird. Bei Unternehmen, die einen anderen Zweck als der Kauf und Verkauf von Grundstücken ist, dürfte sich die Steuer auch in Grenzen halten. Das Wünschenswerte ist doch, dass insbesondere sich Unternehmen, egal in welcher Rechtsform, die Immobilien Kaufen und Verkaufen sich dieser Steuer mit dem jetzigen "Trick" nicht entziehen können. Weiterhin ist es wünschenswert, das durch die Steuer der Kauf und Verkauf von Immobilien eingeschränkt wird da damit auch die Spekulation durch ständiges Kaufen und Verkaufen abnimmt.
Eine Abschaffung der Möglichkeit die Steuer zu umgehen dürfte wesentlich mehr Vorteile für die Allgemeinheit, sprich das staatliche Gemeinwesen, haben, als deren Beibehaltung. Und nur das sollte die Richtschnur staatlichen Handelns sein.

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zudummzumzum 14.10.2019, 14:21
101. oops

Zitat von foreigner99
Die Grundsteuer ist rein der staatlichen Gier geschuldet. Sie verteuert Immobilien von Verkauf zu Verkauf ohne Wertzuwachs und staatliche Gegenleistung. Sie verhindert Mobilität. Wenn ich ein Haus für 500.000€verkaufe, um in einer anderen Region ein gleichwertiges zu erwerben zahle ich 550.000€. Deshalb Abschaffung der GESt für alle. Dies ist das völlig falsche Werkzeug um Städte zu alimentieren.
Die Grunderwerbsteuer geht an die Länder, nicht an die Gemeinden. so weit schon mal falsch. Die Frage der "Gleichwertigkeit" zweier Häuser in unterschiedlichen Regionen stellt sich nicht nach dem Kaufpreis. Das wäre dann schon der zweite Fehler. Der dritte Fehler ist die Behauptung, dass die Grunderwerbsteuer Mobilität verhindert. Bis Verkauf, Kauf, Umschreibung, ... abgeschlossen sind. Man kann ja auch zur Miete wohnen und die bisherige Immobilie vermieten - bei der von Ihnen unterstellten Gleichwertigkeit kein Problem.
Was bleibt von Ihrem Beitrag also , außer faktenfreier Meinungsstärke, übrig? Nichts oder Fehler.

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maf 14.10.2019, 14:43
102.

Zitat von redwed11
Meiner Meinung nach wäre eine durchgehende Erhebung der Grunderwerbssteuer der völlig unbedeutende Teil einer Abschaffung der jetzigen Reglung. Wie hoch wäre denn bei einer Aktie der Anteil der Grundstücke? Es dürfte sich nur um Cent Beträge handeln. Dafür könnte, wie auch bei anderen Steuern, ein Freibetrag für solche Fälle eingeführt werden. Wichtig ist doch, dass beim Erwerb großer Immobilien mit hohem Wert die Möglichkeit die Steuer zu umgehen ausgeschlossen wird. Bei Unternehmen, die einen anderen Zweck als der Kauf und Verkauf von Grundstücken ist, dürfte sich die Steuer auch in Grenzen halten. Das Wünschenswerte ist doch, dass insbesondere sich Unternehmen, egal in welcher Rechtsform, die Immobilien Kaufen und Verkaufen sich dieser Steuer mit dem jetzigen "Trick" nicht entziehen können. Weiterhin ist es wünschenswert, das durch die Steuer der Kauf und Verkauf von Immobilien eingeschränkt wird da damit auch die Spekulation durch ständiges Kaufen und Verkaufen abnimmt. Eine Abschaffung der Möglichkeit die Steuer zu umgehen dürfte wesentlich mehr Vorteile für die Allgemeinheit, sprich das staatliche Gemeinwesen, haben, als deren Beibehaltung. Und nur das sollte die Richtschnur staatlichen Handelns sein.
Im Text steht der Fokus auf Immobilienunternehmen - aber man sollte nicht vergessen, dass fast jede Firma (GmbHs, Handwerker, produzierendes Gewerbe, etc) Immobilien in irgend einer Form besitzt. Jede Änderung der Eigentümer - auch bisher nicht meldepflichtige!! würde nun bedeuten, dass man den Kauf- / Verkauf der Anteile auf den anteiligen Kauf- / Verkauf von Immobilieneigentum umrechnet.Erst dann kann ja entschieden werden, ob man die Steuer entrichten muss, ob man in oder außerhalb von Freigrenzen ist.
Was ist wenn ich nur 1% einer Firma erwerbe?
Was ist wenn ich dies 99mal praktiziere?
Letztendlich geht diese Diskussion um die Abschaffung der Rechte und Pflichten einer Rechtsperson (des Eigentümers - einer Körperschaft). Die daraus resultierenden Folgen sind sehr weitreichend.
Um eine Gleichstellung zu erreichen, sollten andere Wege gegangen werden.

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maf 14.10.2019, 14:46
103.

Zitat von zudummzumzum
Mit dem Text verstehenden Lesen haben Sie es nicht so, oder? Ich hatte ausdrücklich auch gefordert, dass Änderungen im Handelsregister ebenfalls von der gezahlten Grundsteuer abhängig zu machen sind. Und dort würde auch ein veränderter Eigentümerkreis, ein anderer Vorstand oder Aufsichtsrat, auftauchen. Aber vermutlich überfordert Sie derartiges Faktenwissen, was eine sachliche Debatte jenseits des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung unmöglich werden lässt. Ja, der Besitzwechsel von Grundstücken ist problematisch. Für die von Ihnen angeführte "Familie" stellt es kein Problem dar, einmal im Leben die Grunderwerbsteuer aufbringen zu müssen. Zumal es ja noch die Möglichkeit gäbe, dem wirklich bedürftigen Personenkreis anderweitig einen Ausgleich zukommen zu lassen. Aber der Verzicht auf die Grundsteuer hat die Präzision eines Schrotschusses. Hinter den wenigen Bedürfigen verstecken sich viele andere. Und nein, das klassische Eigenheim in Form eines Einfamilienhauses hat sozialpolitisch ausgedient. Es ist ökologisch einfach nur großer Blödsinn: Unflexibel, nicht altengerecht, Platzverschwendung, energetisch ungünstig und nicht an den ÖPNV anzubinden. Und dafür auf Milliarden-Steuereinnahmen verzichten zu wollen, zeigt einfach nur krankhafte Egomanie!
Die Aktieninhaber stehen nicht in einem Register. Sie können davon ausgehen, dass gerade bei großen Gesellschaften die Inhaber selten in den Handelsregistern stehen, dass diese nur den Vorstand und den Aufsichtsrat (+ Prokuristen) auflisten.

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Supersozi 14.10.2019, 15:05
104.

Zitat von zudummzumzum
Die Grunderwerbsteuer geht an die Länder, nicht an die Gemeinden. so weit schon mal falsch. Die Frage der "Gleichwertigkeit" zweier Häuser in unterschiedlichen Regionen stellt sich nicht nach dem Kaufpreis. Das wäre dann schon der zweite Fehler. Der dritte Fehler ist die Behauptung, dass die Grunderwerbsteuer Mobilität verhindert. Bis Verkauf, Kauf, Umschreibung, ... abgeschlossen sind. Man kann ja auch zur Miete wohnen und die bisherige Immobilie vermieten - bei der von Ihnen unterstellten Gleichwertigkeit kein Problem. Was bleibt von Ihrem Beitrag also , außer faktenfreier Meinungsstärke, übrig? Nichts oder Fehler.
Wer vermietet denn heute noch als Privater? Der muss doch bei den heutigen Diskussionen um Enteignung oder Mietdeckelung einen an der Waffel haben. Da kann man das Geld auch gleich durch den Schornstein jagen.
Solange unsere Gesellschaft Mietnomanden und notorisch nörgelnde Mieter so pampert, und Teile der Gesellschaft Vermieter in die Richtung von Kriminellen stellt, ist Vermieten eigentlich nur eine schlechte Lösung. Somit hindert einem die Grunderwerbsteuer schon an der Mobilität, gerade wenn man weiss, dass man, wenn man schon so blöd ist zu Vermieten, wenigstens in der Nähe seines Vermietungsobjektes sein muss, um Arbeiten an der Immobilie auch überwachen zu können. Von der Ferne eine Immnobilie zu vermieten ist schwierig, wenn man kein Unternehmen zwischenschalten möchte.
Wohin die Grunderwerbsteuer geht ist schlußendlich egal, Man kann den Verteilungsschlüssel von Steuern zwischen Bund, Ländern und Kommunen immer ändern.

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Supersozi 14.10.2019, 15:13
105.

Zitat von zudummzumzum
Die Grunderwerbsteuer geht an die Länder, nicht an die Gemeinden. so weit schon mal falsch. Die Frage der "Gleichwertigkeit" zweier Häuser in unterschiedlichen Regionen stellt sich nicht nach dem Kaufpreis. Das wäre dann schon der zweite Fehler. Der dritte Fehler ist die Behauptung, dass die Grunderwerbsteuer Mobilität verhindert. Bis Verkauf, Kauf, Umschreibung, ... abgeschlossen sind. Man kann ja auch zur Miete wohnen und die bisherige Immobilie vermieten - bei der von Ihnen unterstellten Gleichwertigkeit kein Problem. Was bleibt von Ihrem Beitrag also , außer faktenfreier Meinungsstärke, übrig? Nichts oder Fehler.
Dem Vorkommentator geht es nicht um die Gleichartigkeit der verschieden Objekte, sondern vielmehr darum, dass wenn man ein uind dasselbe Objekt kauft und wieder verkauft und der Partner keinen Verlust macht, das Objekt immer teuer wird. Oder andersherum: Wenn man 500.000 Euro zur Verfügung und und jedes Jahr einmal umzieht und die Immobilie keine Wertsteigerung hat, der Käufer von Mal zu Mal weniger Geld zum Kauf einer Immobilie hat, weil die Länder jedesmal die Hand aufhalten.
Und was meinen sSie mit dem angeblich 2. Fehler? Das was Sie da geschrieben haben ist unverständlich, wenn nicht sogar kompletter Unsinn.

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53er 14.10.2019, 17:01
106. Der im Grundgesetz verankerte

Grundsatz der Gleichmäßigkeit der Besteuerung gilt auch in diesem Fall. Die staatlichen Organe sind angehalten, diesen Grundsatz zu befolgen und bei erkennbaren, auch durch eigene Verordnungen und Gesetze verursachten, Verstössen gegen diesen Grundsatz die Gleichmäßigkeit der Besteuerung durch geeignete Massnahmen unverzüglich wiederherzustellen. Dies ist weder im Fall cum/ex noch im vorliegenden Fall geschehen. Somit verstossen Politik und Behörden gegen Vorgaben des Grundgesetzes. Ich denke nicht, dass irgend ein Gericht in Deutschland das Grundgesetz zum Gummiparagraphen erklären möchte, von daher ist es doch recht eindeutig, was der Gesetzgeber und die eindeutige Gesetzeslage zuläßt (zulassen sollte) und was nicht. Egal welche (Glücks)Gesetze hochbezahlte(man ist fast schon geneigt zu sagen hochbestochene) Rechtsanwälte und Steuerverdreher noch aus dem staubigen Zylinder zaubern.

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Frizzante 14.10.2019, 18:12
107.

Zitat von Emderfriese
Hab mir das von Ihnen genannte Gesetz als Laie und aus Neugier einmal angesehen. Wollen Sie bitte erklären, welcher Teil des GrEStG die von Ihnen erwähnte "konkrete Absicht des Gesetzgebers" auf Steuervermeidung regelt und vor allem auch wie? Mit einer bloßen Behauptung der Unfähigkeit des "Schreiberlings" kann ich noch weniger anfangen als mit dem Artikel selbst.
Der Gesetzgeber möchte bei bestimmten Gestaltungen den indirekten Erwerb von Immobilienvermögen nicht der Grunderwerbsteuer unterwerfen. Dies hat er von Anfang an bewusst getan. Es liegt hier eine gesetzgeberische Absicht vor und sicherlich kein Steuerschlupfloch (was sich zwischendurch "einfach so" aufgetan hätte). Begrifflich ist "Steuerschlupfloch" daher absolut unzutreffend und fördert sicherlich nicht einen sachlichen Dialog. Warum kann SPON hier nicht einfach die Zusammenhänge zutreffend darstellen? Wenn man die GrESt erhöhen will ist das eine politische Entscheidung, aber einen für blöd zu verkaufen, weil angeblich Steuerschlupflöcher geschlossen werden müssten, ist einfach lächerlich. Das gleiche Thema bei Cum-Cum, Cum-Ex, Panama-Papers, usw., einfach eine Volksverblödung, was hier stattfindet. Der Gesetzgeber weiß in 95 % der Fälle was Sache ist.

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h.lopez 14.10.2019, 18:18
108. Wer die Gesetze macht

macht auch die Schlupflöcher, sagt man in Spanien. Als Ursache dafür kommt nur Inkompetenz oder aber Vorsatz in Frage. Verursacht wird in den Ministerien, geschlafen oder weggeschaut in den Fachausschüssen und im Parlament.

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Frizzante 14.10.2019, 18:20
109.

Zitat von leontion
... dass privater Grunderwerb durch die Grunderwerbsteuer verteuert und damit erschwert wird. Immobilienkonzerne dagegen können unbeschwert schalten und walten. Durch seinen/ihren Beitrag bestätigt Frizzante diese Absicht.
Es steht Ihnen sicherlich frei grunderwerbsteuerfrei Anteile an einer Immobiliengesellschaft zu erwerben. Sie brauchen dazu z.B. nur Ihre Ehefrau. Mit Konzernen hat das alles nichts zu tun, vermutlich sollten Sie einen Steuerberater aufsuchen, der hilft Ihnen bestimmt weiter. Bei SPON lernen Sie nichts außer Vorurteile....

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