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Immobiliengeschäfte: Grunderwerbsteuer? Nicht für Spekulanten
Arne Dedert/ DPA

Mit sogenannten Share Deals vermeiden Immobilienspekulanten jedes Jahr Hunderte Millionen Euro Steuern. Die Regierung will das Schlupfloch nun zwar schließen - doch findige Anwälte haben längst ein neues entdeckt.

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jan_kuhn 14.10.2019, 11:12
30. Bewusst missverständlich formuliert?!

Das genannte „Steuerschlupfloch“ existiert, seit es Immobilienfonds in Deutschland gibt, da rechtlich seit jeher die Fondsverwaltungsgesellschaft Eigentümerin der Immobilien ist. Und es profitieren auch Privatpersonen davon, denn sonst würde auch bei jedem Kauf von Immobilienfonds durch Kleinanleger Grunderwerbsteuern anfallen. Ich weiß nicht, welche Transaktion der Autor genau mit dem 500Mio.-Kauf durch die Helaba meint, vermutlich waren die Immobilien aber schon lange in einem Fonds und wurden auch ursprünglich für diesen gekauft. Werden Immobilien in einen Fonds gekauft oder übertragen, fällt auch Grunderwerbsteuer an.

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Greenkeeper2021 14.10.2019, 11:12
31.

Zitat von aspi01
Das ist wieder mal typisch Grüner Neidreflex-Sprech: "Es ist ungerecht, dass die junge Familie Grunderwerbsteuer beim Hauskauf zahlen muss, während große Immobilienkonzerne sich darum drücken können". Was hat die junge Familie davon, "wenn auch Immobilienkonzerne Grunderwerbsteuer zahlen müssen"? Gar nix. Schafft die Grunderwerbsteuer ab, dann wird ein Schuh daraus und die junge Familie kann sich freuen. So aber werden die jungen Familien mit dem Segen der Grünen abkassiert.
s GE Steuer oder MwSt etc sorgt nur an anderer Stelle für Erhöhungsbedarf

2: Der Wegfall eine Steuer wird in der Regel zu guten Teilen von flugs steigenden Kaufpreisen aufgefressen.

3: Der Wegfall dieser Grunderwerbssteuer bedeutet, dass diejenigen, die sich der Grundwerberbssteuer entziehen können einen gewaltigen Kauf und damit Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erschleichen

4: Spekulation wird belohnt
Heute ein Haus zu kaufen, morgen zu verkaufen, lohnt bei Zahlung der Grunderwerbssteuer meistens nicht
Ohne diese lohnt es sich, und das treibt die Preise
Für Alle

Ihre Vermutung ist daher zu 100% falsch
Vollumfänglich

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schnubbeldu 14.10.2019, 11:13
32. Warum stellt man die "Grunderwerbssteuer" nicht um ...

... und bewertet beim Kauf eines Grundstücks a) einmal den Wert des Grundstücks selbst und b) den Wert der auf dem Grundstück befindliche Immobilie

Es ist eine Schande, kauft ein zukünftiger Hausbesitzer nur das Grundstück unbebaut, so entrichtet er auf den Kaufpreis des Grundstücks die Grunderwerbssteuer. Baut er im Anschluss, erfolgt die Errichtung der Immobilie ohne Grunderwerbssteuer. Kauft hingengen jemand eine Immobilie inkl. Grundstück bzw. bei einer ETW mit Grundstücksanteil, wird auf den gesamten Betrag die Grunderwerbssteuer fällig.

Dies ist ungerecht und vielleicht sollte die Verbraucherzentrale diesbezüglich mal eine Klage beim Bundesgerichtshof einreichen, damit diese Ungerechtigkeit zw. nur Grundstück und Immobilienkauf ein Ende bereitet wird.

Klar, werden dann nochmals die Steuersätze der Grunderwerbssteuer für den Ausgleich angehoben, aber es wäre dann zumindestens klar dass man die Grunderwerbssteuer nur auf den Teil des Kaufpreises entrichtet, der auf das Grundstück auch anfällt.

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muellerthomas 14.10.2019, 11:13
33.

Zitat von der_anonyme_schreiber
Mal eine Frage: Muss bei der Gründung einer solchen Firma, d.h. wenn die Immobilie in das Unternehmen eingebracht wird, denn keine Grunderwerbssteuer abgeführt werden? Dann wäre nämlich die Gründung eines Unternehmens zur Steuervermeidung sinnlos, es geht also "nur" um bereits existierende Unternehmen, oder?
Das Grundstück wird direkt von einer neu gegründeten KG oder GmbH erworben. Bei diesem ersten Kauf fällt Grunderwerbsteuer an.

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jogola 14.10.2019, 11:15
34. Vielleicht doch erstmal

Zitat von arr68
"Grund und Boden können nur im Besitz ein genau definierten Person oder Gruppe von Personen sein und dürfen nicht Bestandteil einer juristischen Person oder eines Fonds oder sonstigen Gebildes ohne eindeutigen Besitzer oder Gruppe von Besitzer sein"
ein paar Semester Jura ?
Denken Sie an "natürliche Personen"?
Können dann Vereine noch Ihren Sportplatz besitzen und Laubenpieperkolonien ihre Gartenanlagen ?

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Pixelpu 14.10.2019, 11:20
35. Nichts Neues an der Investorenfront

Gierige Berater und Investoren, überforderte, oder bewusst verschleppende, Politiker und eine ohnmächtige Lohnabhängige Bevölkerung die zur Kasse gebeten wird. Wahrlich Ein Land in dem einige Herrschaften gut und gerne leben.

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hanfried.maier 14.10.2019, 11:25
36. Die Gesetzeslücken sind beabsichtigt

Das Märchen von den Schlupflöchern dient der Verschleierung der politischen Verantwortung und in der Hauptsache, der Verschleierung des tatsächlichen politischen Willens.

Das gerade der SPON, aus dem Hause SPIEGEL, ein Flagschiffe diese niederträchtigen und assozialen Strategie ist, macht es besonders bitter.

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interessierter Laie 14.10.2019, 11:26
37. alles nicht so einfach...

Zitat von Opa_Hoppenstädt
versteh ich alles nicht. Wenn heute schon das Schlupfloch bekannt ist... Warum wird das nicht einfach in diesem Gesetz geregelt... Dann wird eben Grunderwerbssteuer auch fällig wenn eine Immobilie in einen Fond wandert.. Eine Finanztransaktionssteuer, die auf Immobilienfonds oder ähnliche Konstrukte in ordentlicher Höhe verlangt wird... nimmt dem Modell den Drive...
wie man ja am momentanen Versuch sieht. Grundstücke sind eine Anlageform. Um eine komplett faire Besteuerung zu erreichen, müsste das Invest in diese Anlageform immer(!) entsprechend besteuert werden. Alles andere ist nicht fair. Auf das Eigenheim entfiele Steuer, auf Anteile an Grundbesitz nicht. Praktisch ist das aber schwierig, denn der anteilige Grundstückswert müsste bei jeder Transaktion ermittelt werden, in der die zugehörige Firma über Grundstücke verfügt. Dazu müsste man aber erstmal den Wertanteil dieser Aktien / dieses Fonds bestimmen. Oft stehen Grundstücke unterbewertet in den Büchern. Eine permanente Wertanpassung ist kaum möglich. Diese sehr komplexe Transaktionssteuer hätte natürlich auch Auswirkungen auf die Finanzierungsmöglichkeiten eines Unternehmens. Firmen mit hohem Immobilienbesitz kämen schlechter an Kapital als andere, weil für den Erwerb von Aktien Grunderwerbsteuer anfiele. Die einfachste Variante ist: Abschaffen!

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detlef_rehbock 14.10.2019, 11:31
38. was solls?

ist doch klar, das findige Anwälte Schlupflöcher finden.
Studierte Betrüger die viel Geld verdienen gegen korrupte dumme Politiker, die nich tin der Lage sind ein einfaches Steuersystem zu schaffen. Gerechtigkeit? Lächerlich. das Ganze funktioniert solange,
bis der kleine dumme Steuerzahler rebelliert.
Also ewig.

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maf 14.10.2019, 11:32
39. Ausnahmefälle

Eine Änderung dieser Regel wird vor allem auf die "kleinen" Leute zurückfallen!
Viele Fondgesellschaften, die in Immobilien investieren, sind Lebensversicherer oder Firmen, die langfristige Anlagen haben müssen. Dazu zählen auch Allianz etc. Damit würden die Lebensversicherungen eine geringere Rendite ausweisen.
Ebenso sollte beachtet werden, dass bei der Besteuerung auch von kleinen Anteilen solcher Fondgesellschaften auch alle Genossenschaften mit hineinfallen. Damit würde mit jeder Zahlung an die Genossenschaft, die eine Erhöhung des Genossenschaftsanteils zur Folge hat, auch die Grunderwerbssteuer fällig.
Was ist mit Mietkauf, ...
Um eine höhere Eigentumsquote in D zu erreichen, wäre es besser, Immobilien einfacher kaufen- und verkaufen zu können.

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