Forum: Wirtschaft
Immobiliengeschäfte: Grunderwerbsteuer? Nicht für Spekulanten
Arne Dedert/ DPA

Mit sogenannten Share Deals vermeiden Immobilienspekulanten jedes Jahr Hunderte Millionen Euro Steuern. Die Regierung will das Schlupfloch nun zwar schließen - doch findige Anwälte haben längst ein neues entdeckt.

Seite 7 von 16
Katzazi 14.10.2019, 11:55
60. @10 Alm Öhi

Zitat von Alm Öhi
Jeder Anwalt sollte es wissen, ein Schlupfloch gibt es nur dann wenn es auch im Gesetz als solches ausgewiesen wurde . Staatsanwälte sollten daher härter gegen korrupte Anwälte vorgehen und sie in den Knast verdonnern.
Sie haben ein sehr seltsames Rechtsverständnis. Gesetze weisen keine Schlupflöcher direkt aus. Aber es kann Lücken zwischen Gesetzen geben, so dass findiges neues Verhalten nicht abgedeckt ist oder Regelungen für ursprünglich ganz anders gedachte Fallklassen zutreffen, was so ursprünglich nicht bedacht wurde. Wie beim Monopoly wo es die Karte gibt "Gehe ins Gefängnis, gehe nicht über Los und ziehe auch keine 400€ ein" (oder so). Ein "Schlupfloch" wäre es, wenn da nur stehen würde "Gehe ins Gefängnis" und man eben sagt "oh, auf dem Weg zum Gefängnis also kriege ich Geld". Das war zwar nicht gedacht, könnte aber so ausgenutzt werden. Und ein Anwalt, der so etwas vorschlägt wäre auch nicht korrupt. Er würde tatsächlich nur seinen Aufgaben nachkommen und sich klar im Rahmen des Gesetzes bewegen. Der Staatsanwalt hat damit dann auch rein gar nichts am Hut. Es ist die Aufgabe des Gesetzgebers eben diese Lücken nach und nach zu schließen und eben so einen Zusatz wie "ziehe nicht über Los, ziehe keine 400€ ein" hinzuzufügen, wenn festgestellt wird, dass die Regeln sowas vorher zugelassen haben. Dass das nach so langer Zeit noch nicht passiert ist, ist das Problem. Aber nicht korrupte Anwälte oder Staatsanwälte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hausfeen 14.10.2019, 11:56
61. Diese hochkarätigen Anwaltstruppen kennen sich nicht nur ...

... mit Schlupflöchern und Steueroasen aus, sondern wissen auch genau, bein welcher Kammer sie vorstellig werden müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Dort sind sie dann Dauergast.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
böseronkel 14.10.2019, 11:56
62.

Zitat von St.Baphomet
dann schliesst man dieses eben auch sofort. Oder hat die Regierungsseite keine findigen Anwälte und niemand diesen Artikel hier gelesen?
Natürlich werden von der Finanzverwaltung Prüfer mit herausragenden Fachkenntnissen beauftragt. Es ist allgemein bekannt, dass die Fachanwälte für Steuerhinterziehung kleine Sachen einbauen, die der Prüfer sofort bemerkt aber noch gerade so durchgehen lässt. Die richtigen legalen und hauptsächlich nicht so ganz legalen Steuervermeidungen sind aber nicht so einfach zu entdecken. Wir da unten können uns keinen Fachanwalt für Steuerhinterziehung leisten und werden daher im Gegensatz zu den juristischen Personen in den karibischen britischen Steuerparadiesen überproportional von den Steuerbehörden geschröpft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rumburg 14.10.2019, 11:56
63. Steuer auf 2% absenken

Das ganze Umgehungstheater würde sich nicht lohnen, wenn die Bundesländer die Grunderwerbssteuer deutlich absenken würden, z.B. auf 2%. Die Share Deals und Unit Deals würden sich nicht lohnen. Statt Null Prozent würden die Länder vom großen Transaktionskuchen 2% bekommen. Aber für solche naheliegenden Lösungen sind die Politiker zu limitiert oder ideologisch zu verbohrt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
berlin333 14.10.2019, 11:57
64.

Zitat von abro90
Richter legen Gesetze innerhalb ihrer Formulierung aus. Es ist nicht deren Aufgabe auf die Absicht des Gesetzgebers zu spekulieren. Das Problem hier ist, dass der deutsche Bundestag und seine Abgeordneten entweder nicht in der Lage oder nicht willens sind für eine gerechte Besteuerung von Immobilienverkäufen zu sorgen. Die Judikative kann da nichts für.
"(...) dass der deutsche Bundestag und seine Abgeordneten entweder nicht in der Lage oder nicht willens sind für eine gerechte Besteuerung von Immobilienverkäufen zu sorgen." – Darauf kann man nur "populistisch" antworten: Das würde für die Abgeordneten Arbeit bedeuten,

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tante_Frieda 14.10.2019, 12:01
65. Schlichte Frage

Schlichte Frage:Kann der Bundestag nicht ein Gesetz beschließen,das jeden Kauf,jede wie auch immer geartete Übertragung einer Immobilie von einem Besitzer zum anderen steuerpflichtig macht?So hätten am Ende nicht nur die Häuslebauer allein die Zeche (sprich Grunderwerbsteuer) zu zahlen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sarang he 14.10.2019, 12:04
66.

Es wäre kein Problem, dies steuerlich zu regeln, nur ist dies politisch nicht gewollt, da damit eine Vielzahl sehr lukrativer Geschäftsmodelle auf einen Schlag nicht mehr interessant wären. Würde bei jedem Aktienkauf der anteilige aktuelle Wert der dazugehörigen Immobilien als Gebühr bezahlt werden müssen, gäbe es kein Mikrotrading mehr, die Mehrzahl Immobilienfonds wären innerhalb von Monaten Pleite, das Geschäftmodell Vermietung durch Immobilenfonds wäre Geschichte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meinerlei 14.10.2019, 12:06
67. Grunderwerbssteuer fördert Armut im Alter

Die Grunderwerbssteuer lag ganz früher mal bei 2%, dann wurden es 3,5%. Inzwischen können es, je nach Bundesland, auch 6,5% sein. Zusammen mit evtl. Maklergebühren und anderen Nebenkosten des Kaufs wandern schnell 14% des Kaufpreises auf Nimmerwiedersehen und ohne angemessene Gegenleistung in fremde Taschen. Wer nicht sicher ist, dass er das kommende Vierteljahrhundert am selben Ort wohnen und arbeiten wird, mietet sich dann lieber etwas. Mit der Folge, dass die beruflich engagierten und dann oft auch mobilen Menschen nicht an den Wertsteigerungen eines Eigentums teilhaben können und sich im Alter mit weiter steigenden Mieten herumschlagen müssen, statt nunmehr entschuldet und mietfrei wohnen zu können. Statt sich zu ärgern, dass findige Investoren diese entwicklungshemmende Steuer zu umgehen wissen, sollte man über deren Abschaffung oder wenigstens eine signifikante Reduzierung nachdenken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oldsiamsir 14.10.2019, 12:10
68. Falsch!

Zitat von scherenschnitt
ist nunmal eine kommunale Steuer. Sie ist ein Teil der Unterhaltung kommunaler Aufgaben. Daran ist nichts auszusetzen. Nur, wenn schon eine Übertragung innerhalb unehelichen Lebensgemeinschaften, aus welchen Gründen auch immer, diese Steuer zu entrichten ist, dann sollte das für alle gelten, Punkt. Die Politik ist nicht mehr in der Lage, ihre eigenen Gesetze so zu gestalten, dass sie selbst noch durchblickt. Ich bekomme Zinserträge, so es überhaupt noch welche gibt, mit der Zinsabschlagsteuer belegt, entrichte sogar für Versicherungsbeiträge eine 19%ige Versicherungssteuer, während Finanztransaktionen bisher steuerfrei bleiben. Ich stelle fest, dass das Heer der Lobbyisten ihr Geld zu Recht verdienen...
Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer und sie fließt in den Landeshaushalt. Kommunal ist die Grundsteuer, die aber mit der Grunderwerbsteuer nichts zu tun hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
urmedanwalt 14.10.2019, 12:14
69. @#18 Urteile werden nur

...mit dem Willen des Gesetzgebers begründet. Was für ein Quark! Da wird einfach ne Behauptung aufgestellt, ohne jede Kenntnis oder Nachweis. So ist das leider in Foren. Aber wir sollten so einen Unfug nicht einfach hinnehmen, sondern in jedem Einzelfall widersprechen, auch, wenn es mühsam ist. Ich wehre mich jedenfalls immer gegen Verbreiter von Fake News, wenn ich weiß, was richtig ist. Und wie Urteile begründet werden, damit kenne ich mich aus.
Zur Immobilienspekulation kann ich nur sagen, dass viel mehr die Wertsteigerungen in den Focus genommen werden. Diese Windfall Profits sollten abgeschöpft werden. Damit werden die normalen Immobilienbesitzer geschont und die Spekulation erschwert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 16