Forum: Wirtschaft
Immobiliengeschäfte: Grunderwerbsteuer? Nicht für Spekulanten
Arne Dedert/ DPA

Mit sogenannten Share Deals vermeiden Immobilienspekulanten jedes Jahr Hunderte Millionen Euro Steuern. Die Regierung will das Schlupfloch nun zwar schließen - doch findige Anwälte haben längst ein neues entdeckt.

Seite 8 von 16
Katzazi 14.10.2019, 12:14
70.

Zitat von abro90
Richter legen Gesetze innerhalb ihrer Formulierung aus. Es ist nicht deren Aufgabe auf die Absicht des Gesetzgebers zu spekulieren. Das Problem hier ist, dass der deutsche Bundestag und seine Abgeordneten entweder nicht in der Lage oder nicht willens sind für eine gerechte Besteuerung von Immobilienverkäufen zu sorgen. Die Judikative kann da nichts für.
Nein. Wenn Richter dazu kommen, dass sie Gesetze auslegen müssen (was längst nicht immer der Fall ist), dann ist die wörtliche Formulierung normalerweise eben nicht ausreichen. Und tatsächlich wird dann auch oder sogar zuerst darauf geschaut, was der Gesetzgeber mit dem Gesetzt gewollt hat. Das ist nicht das einzige Kriterium, gerade bei alten Gesetzen, oder wenn es andere Gesetze oder gar Grundgesetzartikel gibt, die in das Feld hinein spielen, aber der Wille des Gesetzgebers ist schon ein relevantes Kriterium. Wobei die tatsächliche Formulierung natürlich durchaus betrachtet werden muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Frizzante 14.10.2019, 12:15
71. Wieder einmal sehr aufschlussreich

Leider hat der Autor keine Ahnung vom Thema und liefert eine schlimme Themaverfehlung ab. Es handelt sich hier um eine klare gesetzliche Regelung und sicher nicht um ein sog. Steuerschlupfloch. Bei einem Steuerschlupfloch handelt es sich um eine (unbewusste) Regelungslücke im Steuergesetz. Wer sich die Formulierung im Gesetz ansieht (§1 (2), (3) GrEStG), wird hingegen die konkrete Absicht des Gesetzgebers erkennen können. Wenn man halt nur (sinnentleert) politisch argumentiert, bekommt man solche Texte geliefert (analog der Klimaschutzdebatte). Man darf sich dann nicht wundern, wenn man als Presse/ Schreiberling nicht mehr ernst genommen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mrs. Fassungslos 14.10.2019, 12:17
72. Gleichheit für alle

Warum ist es so schwer, die Grunderwerbsteuer bei allen Immobilien-Transaktionen zu erheben?

Es wäre nur gerecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
su_go 14.10.2019, 12:20
73. Der Gesetzgeber ziert sich

Die Lücken und Schlupflöcher sind absichtlich eingebaut. Mir kann keiner erzählen, sei es jetzt CUM EX oder Grunderwerbsteuer, dass die zögerliche und unendlich langsame Reaktion nicht Absicht war und ist. Wie inzwischen bekannt schreiben ja Lobbygruppen der Finanzindustrie die Gesetzesvorlagen, die dann in den Ministerien entsprechend durchgeboxt werden. Diese Abzocke hat System.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
erzengel1987 14.10.2019, 12:22
74. Die Grunderwerbssteuer ist zu teuer

Man kauft sich ein Haus. Heute kostet das schnell 300.000 €. Allein das ist bereits ein enormer Betrag. Dazu kommen oftmals noch Möbel und Renovierungsarbeiten. Das ist neben den Umzugskosten noch völlig in Ordnung.

Nur... die Preise für Häuser oder generell für Eigentum sind massiv gestiegen... Das verteuert alle Prozentualen Aufschläge. Wenn man Pech hat bekommt der Makler noch etwas fürs Nichts tun.
Aber da hält noch gern ein Notar die Hand auf für eine Kopie und fürs Vorlesen, das wäre für mich ein Service da wäre ich bereit 50 Euro zu zahlen und er hätte in meinen Augen viel verdient.
Dazu die Grunderwerbssteuer... die ist massiv. Grad bei steigenden Preisen bei Häusern ist diese Steuer für den normalen Hauskäufer wirklich unverschämt.

Wenn man dann hört, dass große Investoren diese Steuer umgehen können ist es definitiv unfair. Unfair in der Hinsicht, dass der normale Bürger große Kapitalmengen einfach an die Steuer verbrennt. Kapital was dem Bürger zum konsumieren und leben fehlt, wogegen ein Invester, der meist genug Geld hat, geschont wird. Es kann einfach nicht sein. Für jeden müssen die gleichen Rechte, Pflichten und auch Schlupflöcher gelten. Aber ich als normaler Käufer habe keine legalen Möglichkeiten mich vor der Steuer zu drücken.

Gut man kann natürlich noch mit den Verkäufern handeln und sagen, das Haus für 300.000 kostet das Haus noch 200.000 und der Rest ist Inventar. Man erfindet dazu eine Top moderne Küche etc. Aber... trotzdem bleibt noch eine enorme Summe übrig... Geld was an den Staat für Projekte wie Bundeswehr, Berliner Flughafen etc einfach verloren geht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
redwed11 14.10.2019, 12:22
75.

Zitat von Mehr Vernunft
Wie immer bei komplexen Themen, sind solche Überschriften völlig undifferenziert und irreführend. "Spekulanten"? Wer oder was ist das? Share Deals werden von allen Akteuren am Markt geprüft, teilweise umgesetzt, teilweise nicht. Alle Unternehmen, die die Riester-Renten etc. verwalten, nutzen manchmal Share Deals, genauso wie staatliche Fonds (z.B. norwegischer, koreanischer) oder Genossenschaftl. (Teachers Fond Kalifornien etc.). Das sind keine Spekulanten (wenn es jemals eine allgemein gültige Definition davon geben könnte), sondern Verwalter von zig Tausend klein- und mittelgroßen Anlegern. Die ganze Welt nutzt Share Deals, kurz gesagt. Aber es ist auch ein völlig undifferenzierter Irrglaube, dass dies so einfach wäre. Es gibt dabei hohe Kosten in der Verwaltung, Komplexität, hohe Beratungskosten und Haltefristen, die eine Planung erschweren. Dazu kommen eventuell latente Steuern, die einen Weiterverkauf kompliziert machen. Daher ist es gerade für echte Spekulanten nicht immer so sinnvoll. Es ist immer schwer erträglich, wenn unwissende Personen pauschale Halbwahrheiten verbreiten. Es gibt im Übrigen tatsächlich auch gute Gründe, warum es Share Deals gibt...
Was soll so ein Beitrag. Hier mit den ach so netten ausländischen Fonds oder anderen Kapitalsammelgesellschaften aus aller Welt zu argumentieren ist ist ein Schlag in`s Gesicht aller hier ehrlich Steuer zahlenden Menschen. Was gehen den deutschen Steuerzahler irgendwelche ausländischen Kapitalgesellschaften an, die in diesem Land sich um Steuerzahlungen drücken um ihren Kapitalgebern eine möglichst hohe Rendite zukommen zu lassen. Immer schneller steigende Immobilienpreise und somit ins unermessliche steigende Mieten ergeben sich aus der Bevorzugung dieser Spekulanten. Diese Leute braucht keiner in diesem Land, außer vielleicht irgendwelche Winkeladvokaten. Daher muss das Steuerschlupfloch solcher fragwürdigen Unternehmen, deren einziges Geschäftsziel es ist, eine möglichst hohe Rendite mit fragwürdigen Methoden wie Steuerschlupflöcher aus diesem Land herauszuholen.
Diese Steuerbefreiung hat keinen Nutzen für die Menschen in diesem Land und gehört so schnell wie möglich abgeschafft. Und ein kalifornischer Teachers Fond oder koreanische oder norwegische Staatsfonds sollten uns völlig egal sein. Je schneller diese hier Verschwinden und so die Immobilienpreise in die Höhe treiben um so besser. Die Mieter in diesem Land sollten interessieren und nicht irgendwelche Spekulanten ob diese nun als so genannte Pesionsfonds oder sonstige windige Gesellschaften durch die Welt reisen. Man kann nur hoffen, dass der jetzige Finanzminister gegenüber den Lobbyisten standhaft bleibt und endlich diesem Übel ein Ende bereitet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
angelika.hild.bruessel 14.10.2019, 12:24
76. Kein Neid

Zitat von aspi01
Das ist wieder mal typisch Grüner Neidreflex-Sprech: "Es ist ungerecht, dass die junge Familie Grunderwerbsteuer beim Hauskauf zahlen muss, während große Immobilienkonzerne sich darum drücken können". Was hat die junge Familie davon, "wenn auch Immobilienkonzerne Grunderwerbsteuer zahlen müssen"? Gar nix. Schafft die Grunderwerbsteuer ab, dann wird ein Schuh daraus und die junge Familie kann sich freuen. So aber werden die jungen Familien mit dem Segen der Grünen abkassiert.
Wenn die Immobilienkonzerne zahlen, ist finanzieller Spielraum da, um junge Familien zu entlasten. Das hat mit Neid nichts zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
redwed11 14.10.2019, 12:32
77.

Zitat von maf
Eine Änderung dieser Regel wird vor allem auf die "kleinen" Leute zurückfallen! Viele Fondgesellschaften, die in Immobilien investieren, sind Lebensversicherer oder Firmen, die langfristige Anlagen haben müssen. Dazu zählen auch Allianz etc. Damit würden die Lebensversicherungen eine geringere Rendite ausweisen. Ebenso sollte beachtet werden, dass bei der Besteuerung auch von kleinen Anteilen solcher Fondgesellschaften auch alle Genossenschaften mit hineinfallen. Damit würde mit jeder Zahlung an die Genossenschaft, die eine Erhöhung des Genossenschaftsanteils zur Folge hat, auch die Grunderwerbssteuer fällig. Was ist mit Mietkauf, ... Um eine höhere Eigentumsquote in D zu erreichen, wäre es besser, Immobilien einfacher kaufen- und verkaufen zu können.
Eigentümer von Immobilien wie Versicherungen müssen doch nicht ständig ihre Immobilien kaufen und verkaufen. Denn die Grunderwerbssteuer wird nur fällig, wenn wie der Name sagt eine Immobilie gekauft wird. Eine Erleichterung des Kaufs und Verkaufs von Immobilien würde nur die ohnehin ständig steigenden Immobilienpreise noch schneller steigen lassen. Und das muss unter allen Umständen verhindert werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unpolit 14.10.2019, 12:41
78. Wenn Halten und Bewirtschaften von Grunstücken&Immobilien

einen wesentlichen Teil des Geschäftszweckes ausmacht, dann sollte es möglich sein, bei jeglichen Besitz-Transaktionen die resultierende Grunderwerbsteuer zu ermitteln, z.B als Verhältnis von Buchwert zu Transaktionsbetrag.
Achtung: Aber dann wird auch auf den Erwerb und den Verkauf von Genossenschaftsanteilen im Wohnbau diese Steuer fällig. Das sollte aber in geringerem Maße stören...

Wenn man wollte, dann könnte man das sicher gerecht und nachvollziehbar regeln. Ohne Ausnahmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
checkitoutple 14.10.2019, 12:43
79. Zuerstmal sollten International tätige im Anwälte Immobilienbereich

Dann mit .besonders hohen Steuern belegt werden, denn sie haben es sich ja zum Ziel gesetzt den Steuerzahler zu Schädigen! Dann sollte auch ein Gesetz geschaffen werden das es ermöglicht von den Anwaltfirmen abziehlt Schlupflöcher in Gesetzen auszunutzenhöchste sagen wir mal ab 10 Mrd. Entschädigungen zu fordern. Wenn ihre Beratung darauf abzielt Schwächen im Gesetz auszunutzen und so die Volkswirtschaft zu Schädigen.Gilt ja auch in anderen Steuerbereichen Apple Amazon und Co
Die Strafen sollten wirklich so hoch sein das sie jeden Winkeladvokaten abschreckt und auch Gefängnisstrafen beinnhalten, Hinzu kommt, das man auch einen erweiterten Steuerkommentar hinzufügen kann der es Ermöglicht auch die moralischen Absichten eines Gesetzes darzustellen. Die Strafbarkeit sollte sich dann auch auf diese Moralische Interpretation beziehen.
Anwälte haben besondere Vorteile eingeräumt bekommen weil sie für Gerechtigkeit sorgen sollen, wenn sie diese dann misbrauchen sollten Strafen für sie auch deutlich höher ausfallen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 16