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Immobilienkonzern: Dresden plant Millionen-Klage gegen Gagfah

Vor fünf Jahren verkaufte die Stadt Dresden rund 48.000 Wohnungen an den Immobilienkonzern Gagfah. Jetzt will die Stadt das Unternehmen auf über 900 Millionen Euro verklagen - in Hunderten von Fällen sei gegen den Privatisierungsvertrag verstoßen worden.

Niamey 05.03.2011, 03:38
1. Immo-Konzern GAGFAH

Zitat von sysop
Vor fünf Jahren verkaufte die Stadt Dresden rund 48.000 Wohnungen an den Immobilienkonzern Gagfah. Jetzt will die Stadt das Unternehmen auf über 900 Millionen Euro verklagen - in Hunderten von Fällen sei gegen den Privatisierungsvertrag verstoßen worden.
Die Gagfah ist bekannt dafür nicht sauber zu arbeiten und ihre Mieter über den Tisch zu ziehen wo sie kann. Also wen wundert es wenn sie auch hier hart an der Grenze zur Grauzone gearbeitet hat. Geld ruft und stinkt nicht ;-)

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ingi1 05.03.2011, 04:04
2. ...da ist die Börse aber lahmarschig...

Zitat von sysop
Vor fünf Jahren verkaufte die Stadt Dresden rund 48.000 Wohnungen an den Immobilienkonzern Gagfah. Jetzt will die Stadt das Unternehmen auf über 900 Millionen Euro verklagen - in Hunderten von Fällen sei gegen den Privatisierungsvertrag verstoßen worden.
...am Freitag ab ca. 16 Uhr bricht der Gagfah-Aktienkurs um 10 Prozent ein, hmmm.

Dabei stand es doch schon Freitag früh in der Sächsischen Zeitung!

http://www.sz-online.de/nachrichten/...asp?id=2703866


Egal, ich hoffe mal, dass die Stadt Dresden gewinnt. 935 Millionen Euro zusätzlich sind schon was... Obwohl jeder Dresdner rein rechnerisch ohnehin nur ca. 100,- Euro Schulden hat (dank Gagfah Deal).


Der Verkauf war eine echte Glanzleistung seitens der Stadt: fast 50.000 Wohnungen verkauft - bei einem Leerstand von ebenfalls 50.000 im ganzen Stadtgebiet (damals 1996)!

Und dann die Gagfah: natürlich haben die auf maximale Redite gewirtschaftet. Der Leerstand der Gagfah betrug 1996 13 Prozent!!! Heute angeblich nur noch 6 Prozent, obwohl ich auch schon 2 Prozent gehört habe.

Wie hat die Gagfah das bloß gemacht, fragen sich jezt bestimmt unendlich viele andere private Vermieter.

Ich versuch es mal(aus gesicherter Quelle):

Leerstand klingt immer blöd, gerade bei Aktiengesellschaften, also hat die Gagfah Neuvermietungen FORCIERT.
Beispiel: Neubau-Platte (1979) 10 Etagen, Fahrstuhl, Fassade und Fenster auf neuestem Stand gedämmt (wurde vorher noch vom Wobaeigentümer Stadt Dresden gemacht), 3 Zimmer, ca. 80 m².

Da auch in Dresden der Einwohnerschwund voll durchschlägt, wollte keiner mehr 3 Zimmerwohnungen haben. Jahrelanger Leerstand.
In den Hochhäusern waren ungelogen 60-70 Prozent aller 3 Raumwohnungen leer/nicht vermietet.

Die Gagfah änderte das folgender Maßen:

Kaltmiete: 180,- Euro - Warm 320,- Euro (für die Oben genannte Wohnung).

Natürlich haben sich gleich darauf private Vermieter bei der Stadt beschwert, ob des Dumpings. Aber machen kann da die Stadt natürlich nix. Nun sind also ALLE 3 Raumwohnungen auch belegt - soweit, so gut. Kein Grund für Klagen - im Gegenteil, eine feine Sache für die Dresdner (auch wenn die Gagfah natürlich alle 3 Jahre die 20 Prozent Mieterhöhung draufschlägt).

Des Weiteren war die Gagfah verpflichtet, tausende Wohnungen abzureißen bzw. zu verkaufen oder zu sanieren.

Dies hat die Gagfah wohl nicht allzu genau genommen - auch wenn hier jede Menge abgerissen wurde.

Spannend wirds auf jeden Fall! Ich hoffe mal, über diesen Trick bekommt die Stadt Dresden ihre Wohnungen (kostenlos) zurück - das wäre dann wahrlich ein Meisterstück, noch besser als der erste Verkauf!

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ingi1 05.03.2011, 04:20
3. Da wird so mancher Leser denken:

SCHEISS Ost-Immobilien :)

Und wenn der SPD-Mann sagt: "Investitionen könnten bei einem Rechtsstreit auf der Strecke bleicken"...

Also bitte, wir reden hier von DER Gagfah, da gehört es zum Geschäftsethos, dass die Immobilien runtergewirtschaftet werden. Egal ob jemand klagt oder nicht. Wie sonst könnte die Gagfah so hohe Dividenden zahlen?

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muffpotter 05.03.2011, 06:50
4. Das wird das übliche Spielchen!

Die in der Zwischenzeit durch diese Gaunerei erwirtschafteten Gewinne sind sicher längst in Form von hohen Bezügen und gigantischen Provisionen privatisiert worden.
Selbst wenn der Konzern nun zu einer Zahlung in der angestrebten Höhe verurteilt wird, wird sich dort nicht mehr holen lassen.
Die Verursacher können sich mit dafür dem ergaunerten Vermögen in der millionenschweren Villa auf Malle zur Ruhe setzen und müssen nichts befürchten.

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Nachdenklich 05.03.2011, 13:30
5. keine Überraschung!

Zitat von sysop
Vor fünf Jahren verkaufte die Stadt Dresden rund 48.000 Wohnungen an den Immobilienkonzern Gagfah. Jetzt will die Stadt das Unternehmen auf über 900 Millionen Euro verklagen - in Hunderten von Fällen sei gegen den Privatisierungsvertrag verstoßen worden.
Was hat Dresden für Politiker, die etwas anderes erwartet haben? ... Haben die wahrscheinlich nicht, aber es war ihnen ´wurscht´. Damals wollten sie ein Geschäft machen, haben sie wahrscheinlich auch gemacht. Mit der Klage wollen sie das jetzt wieder. Dass dabei die Mieter auf der Strecke bleiben war von Beginn an eingeplant. Konsequenz: weg mit solchen Politikern!

Nachdenklich

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heinhuss 05.03.2011, 14:24
6. Mieterdarlehen

Zitat von Niamey
Die Gagfah ist bekannt dafür nicht sauber zu arbeiten und ihre Mieter über den Tisch zu ziehen wo sie kann. Also wen wundert es wenn sie auch hier hart an der Grenze zur Grauzone gearbeitet hat. Geld ruft und stinkt nicht ;-)
Das kann ich unterschreiben. Für meine Mietwohnung wurde ein Mieterdarlehen verlangt. Beim Auszug bekam ich nach der üblichen Schamfrist und etlichen Drohungen meinerseits dieses sog. Mieterdarlehen tatsächlich zurück. Allerdings gab es keine Verzinsung, diese wurde von der GAGFAH abgelehnt mit der Begründung, ein Mieterdarlehen sei im Gegensatz zu einer Mietsicherheit nicht zu verzinsen. Das wollte ich mal so nebenbei erwähnt haben. So rundet sich das Bild der GAGFAH ab, und jeder möge sich seine Meinung über diesen Konzern selbst BILDen. Gruss Hein Huss

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user24 05.03.2011, 14:46
7. Sehr gut!

Die Stadt Dresden hat das ziemlich clever gemacht!

Sollen sie jetzt ruhig die Gagfah durch einen jahrelangen Rechtsstreit mürbe machen. Keinen schnellen Vergleich anbieten, sondern per Salamitaktik Druck ausüben.

Die Börse hasst Unsicherheit wie die Pest und so wird man maximale Zugeständnisse seitens der Gagfah rausholen können!

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doli 05.03.2011, 17:01
8. Man sollte mal untersuchen was da nebenbei geflossen ist

Zitat von ingi1
SCHEISS Ost-Immobilien :) Und wenn der SPD-Mann sagt: "Investitionen könnten bei einem Rechtsstreit auf der Strecke bleicken"... Also bitte, wir reden hier von DER Gagfah, da gehört es zum Geschäftsethos, dass die Immobilien runtergewirtschaftet werden. Egal ob jemand klagt oder nicht. Wie sonst könnte die Gagfah so hohe Dividenden zahlen?
Entweder waren die Verkäufer doof oder da sind Zahlungen gelaufen.

Aber wie bei der Sachsen LB. Im Osten nichts Neues!

Da hocken sie wieder die alten Stasi Kader etc.

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Sharoun 05.03.2011, 19:17
9. Na klar!

Zitat von doli
Entweder waren die Verkäufer doof oder da sind Zahlungen gelaufen. Aber wie bei der Sachsen LB. Im Osten nichts Neues! Da hocken sie wieder die alten Stasi Kader etc.
Der Kapitalismus -insbesondere all die schmierigen Begleiterscheinungen- sind selbstverständlich eine Erfindung der Stasi gewesen.

Scheuklappen für alle!!

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