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Immobilienkrise: Was wirklich gegen die Wohnungsnot hilft
Frank May/ picture alliance/ DPA

Mieten und Hauspreise steigen - was tun? Die einen wollen enteignen, die anderen mehr bauen. Dabei ist beides als Lösung abwegig, solange Märkte versagen und Banken eifrig Immobilienblasen fördern.

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Kurt-C. Hose 05.04.2019, 14:48
1. Jaja

Die übliche Fricke-Leier: Staatsinterventionismus und Steuererhöhungen...
Herr Fricke - der Markt versagt hier gerade überhaupt nicht - hohe Nachfrage - knappes Angebot - steigende Preise...
Das einzig Richtige an Ihrer Beschreibung ist die Ausweitung der Immobilienkredite. Aber warum weiten die die aus? Weil die Zinsen niedrig sind. Warum sind die Zinsen niedrig? Weil die europäischen Staaten die großzügige Atempause, die die die EZB mit niedrigen Zinsen geschaffen hat, nicht dazu genutzt haben, ihre Haushalte strukturell in Ordnung zu bringen und die Banken zu rekapitalisieren, sondern um populistisch immer weiter auf Pump zu leben, Reformen zu verschleppen und soziale Wahlgeschenke zu verteilen...deshalb stecken wir mittlerweile in der Zinsfalle. Und deswgen versuchen die Anleger ihr Geld in vermeintliche Sicherheit zu bringen...in Immobilien.

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im_ernst_56 05.04.2019, 15:29
2.

Zitat von Kurt-C. Hose
Die übliche Fricke-Leier: Staatsinterventionismus und Steuererhöhungen... Herr Fricke - der Markt versagt hier gerade überhaupt nicht - hohe Nachfrage - knappes Angebot - steigende Preise... Das einzig Richtige an Ihrer Beschreibung ist die Ausweitung der Immobilienkredite. Aber warum weiten die die aus? Weil die Zinsen niedrig sind. Warum sind die Zinsen niedrig? Weil die europäischen Staaten die großzügige Atempause, die die die EZB mit niedrigen Zinsen geschaffen hat, nicht dazu genutzt haben, ihre Haushalte strukturell in Ordnung zu bringen und die Banken zu rekapitalisieren, sondern um populistisch immer weiter auf Pump zu leben, Reformen zu verschleppen und soziale Wahlgeschenke zu verteilen...deshalb stecken wir mittlerweile in der Zinsfalle. Und deswgen versuchen die Anleger ihr Geld in vermeintliche Sicherheit zu bringen...in Immobilien.
"Und deswegen versuchen die Anleger ihr Geld in vermeintliche Sicherheit zu bringen...in Immobilien."

Aus Sicht von Herrn Fricke sind die Anleger das Problem. Die sollen ihr Geld nicht anlegen, sondern ausgeben (möglichst im Inland). Und was sie nicht ausgeben, soll es in Form von Steuern beim Staat landen. Kapitaleinkünfte sind Teufelszeug. Alle sollen konsumieren, der Bürger, der Staat. Sparen ist Mist. Das ist - vereinfacht ausgedrückt - die Quintessenz der Wirtschaftsphilosophie von Herrn Fricke. Oder verstehe ich das völlig falsch?

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rabkauhala 05.04.2019, 15:35
3. International gesehen richtig

In Bezug auf die Bundesrepublik sind die 'valuable facts' aber andere. Bis zur signifikanten und weiter latenten Steigerung der Einwohnerzahl der BRD war der Markt weitestgehend stabil und der Mietpreisanstieg bis auf wenige räumliche Ausnahmen ähnlich der Inflation. Die Nachfrage auf die begrenzte Ressource Wohnraum/Baugrundstücke in Kombination mit den Anmietungen zu jedem Preis durch die Kommunen führt zwangläufig zur Preisexplosion. Wer will den Immobilieneigentümern verdenken, sanierungabedürftige Immobilien zu Höchstpreisen an die Gemeinden/Städte zu vermieten und somit die unteren Mieten permanent zu erhöhen. Das ist erst der Anfang einer weiteren exponentiellen Steigerung.

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hefe21 05.04.2019, 15:36
4. Wunderverschaukelt

"Eine Wunderschaukel: Je attraktiver und sicherer dank Luxuspreistrend die Vergabe von Krediten für Immobilien erschien, desto mehr solche Kredite wurden angeboten; was noch mehr Nachfrage nach Häusern schuf; und damit die Preise noch weiter trieb. Und die Kredite. Undsoweiter. Toll. Wenn nicht Immobilienblasen gelegentlich auch mal platzten."
Irgendwo muss Hr. Fricke in der Zeitschleife gefangen worden sein. Dieses "Modell" wurde neuzeitlich in den Achtzigern in der US-Provinz (vornehmlich im Bushcounty Texas) getestet und nach den dort garantiert verheerenden Schäden (allerdings nicht für die Profiteure) auf ganz USanien ausgeweitet. Der Krediteiter wurde ja bekanntlich als "neuartiges" Finanzserum weltweit vermarktet und hat im System die entsprechenden Fieberschübe ausgelöst.

"Eine logische Antwort müsste sein, jeden so zufallenden Wertzuwachs zu besteuern - "

Findige Finanzminister (z.b. bei den Ösis) hatten das ohnehin sehr schnell auf dem Schirm und sind bereits seit Jahren mit der Steuerschraube dem in den Immobilienmarkt "fliehenden" Geldern mit einer Wertzuwachssteuer hinterhergeeilt.
Apropos Wertzuwachs:volkswirtschaftlich gestiegen ist natürlich nicht der Wert, sondern die Finanzierungsanforderung an die Volkswirtschaft, bzw, gesunken ist der antizipierte "Wert" der Währung.

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lathea 05.04.2019, 15:41
5. Es sollte der Kauf und der Bau von ....

...... Werkswohnungen steuerlich mehr gefördert werden. Das geht einfacher und schneller als der soziale Wohnungsbau und es würde auch kleineren und mittleren Unternehmen helfen sowie die Rekrutierung von Fachpersonal fördern.

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p2063 05.04.2019, 15:55
6. es fehlt nicht an Wohnungen!

auch nicht an bezahlbaren. Woran es mangelt, ist die Bereitschaft der Arbeitnehmer länger als 20 Minuten zu pendeln weil man ja unbedingt im gentrifizierten Hipsterviertel leben will. Dann muss man eben auch entsprechend zahlen.

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berther 05.04.2019, 15:55
7. Falscher Ansatz

Gebt Vermietern wieder das Recht auf ihr vermietetes Eigentum zurück!
Dann werden auch wieder mehr Mietwohnungen angeboten.

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christoph_drenk 05.04.2019, 15:58
8. Verteilung

Diese Presseblase wird auch von Wiederholung nicht besser. Es würde genügen öffentliche Verwaltung aufs Land zu verlegen (da wo Wohnungen tonnenweise verfügbar sind) und die Blase platzt. Hat nur kein VolksVertreter die Eier zu.

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olmen 05.04.2019, 16:00
9. Immobilien-Blase

hat auch etwas mit der verfehlten EZB-Zinspolitik zu tun. Herr Dragi saniert damit nicht nur die EU-Südländer, sondern befördert damit auch die Explosion der Grundstücks-/Bau-Preise. Wann wird dem Irrsinn ein Ende gemacht - auch im Interesse der Versorgungswerke und des braven Sparers? Die Umwandlung von Sparguthaben in Betongeld ist ebenfalls fatal.

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