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Immobilienkrise: Was wirklich gegen die Wohnungsnot hilft
Frank May/ picture alliance/ DPA

Mieten und Hauspreise steigen - was tun? Die einen wollen enteignen, die anderen mehr bauen. Dabei ist beides als Lösung abwegig, solange Märkte versagen und Banken eifrig Immobilienblasen fördern.

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rene.macon 05.04.2019, 17:08
60. Hier begeht der Chefökonom einen Denkfehler:

Höhere Boden- oder Immobilienpreise führen genau sowenig mit ökonomischer Notwendigkeit zu höheren Mieten wie höhere Aktienkurse zu höheren Dividenden führen! Die Entwicklung der Mieten hängt von der Nachfrage und dem Angebot an Mietwohnraum ab. Und leider ist es so, dass Innenstadtlage bei den Besserverdienenden immer beliebter werden. Langfristig lässt es sich unter marktwirtschaftlichen Bedingungen leider nicht ändern: "aus unseren schönen Städten" werden "bald Reichenzoos".
In anderen Länder (USA, GB...) ist das heute schon so.

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jhansohm 05.04.2019, 17:10
61. Nicht realisierten Gewinn zu versteuern ist problematisch

Der Fricke-Vorschlag, die Wertsteigerung von Immobilien zu versteuern, auch wenn diese nicht verkauft werden, würde dazu führen, dass viele diese Steuer nicht bezahlen können ohne zu verkaufen. Dies würde gerade die "kleinen" Immobilienbesitzer treffen und nicht die finanzstarken Konzerne, die von dem zusätzlichen Angebot noch profitieren würden. Sicher kein Beitrag um die Wohnungsnot zu lindern!

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patsm 05.04.2019, 17:10
62. Bitte lesen!

Das ist zum Himmel schreiender Blödsinn, was hier geschrieben wird. Die unermessliche Nachfrage nach Städten und das hohe Einkommen ist der Hauptgrund für diese Entwicklung.
Wieviele Leute gibt es, die auf das Land ziehen? Früher war das Land attraktiver, aber Zeiten wo Studium und hoher Verdienst sowie gesellschaftlicher Stand wichtig sind sind Städte umso attraktiver. Zudem reicht es den sehr betuchten nicht mehr ein Schloss zu hause zu besitzen, es muss ein Penthouse in jeder Metropole sein. Eine Bank spielt da kaum eine Rolle.

Täglich sitzen bei mir Leute, die sich ein Haus im ländlichen Raum leisten könnten und doch lieber arm in einer Stadt mit hohen Mieten wohnen. Jeder muss sich mal an die eigene Nase fassen. Der Anspruch der meisten Menschen ist das wahre Übel!

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Frietjoff 05.04.2019, 17:13
63. Wirklich falsch!

Zitat von Patrik74
Wenn Wohnungsnot bedeutet, dass es zu wenig Wohnraum gibt, dann hilft selbstredend NUR Wohnungsbau.
Nein, NUR zu bauen hilft eben nicht. Kuck nach New York und London! Dort wurde in den letzten 5 Jahren mehr gebaut, als in Berlin in den nächsten 30 Jahren politisch durchsetzbar wäre. Und die Mieten und Wohnungspreise sind weiter explodiert. Und zwar sehr viel extremer als im (fast) nicht bauenden Berlin.

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Alles beim Alten 05.04.2019, 17:13
64. Ein Meisterstück der Dialektik

Herrn Fricke gelingt ein Meisterstück der Dialektik. Wo Wohnungen fehlen, darf man keine neuen bauen. Auf die Idee kam auch schon die Berliner SPD. Sie wollte noch vor kurzer Zeit Wohnungen abreißen. Hat's geholfen? Auch hilfreich: Nicht realisierte Wertgewinne besteuern. Dann müsste man auch nicht realisierte Verluste anrechnen. Hier waren sich Linke und Kapital eben schon immer einig: Die Kosten soll der Steuerzahler übernehmen. Die Vorteile sollen hingegen die haben, die keine Steuern zahlen. Egal ob arm oder reich.

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Stadtwandler 05.04.2019, 17:14
65. Neubau nutzt nicht, schadet aber

Völlig zutreffend bemerkt: Neubau beendet nicht den Wohnungsmangel - das beweisen die Zahlen der letzten fünfundzwanzig Jahre, denn in diesem Zeitraum stieg die Einwohnerzahl Deutschlands nur um zwei Millionen, aber die Zahl der Wohnungen um sieben Millionen! Da im Schnitt zwei Personen pro Wohnung unterkommen, wo sind also die sechs Millionen Wohnungen? Es wird anders und anderswo gewohnt als früher, und das trägt neben der im Artikel thematisierten Kapitalschwemme ebenfalls zur Knappheit und zum Preisanstieg bei. Mit Folgen, die ebenfalls im Text nicht angesprochen werden: Flächenverbrauch, Versiegelung, Energieverbrauch durch den massiven Neubau, kurzum die übliche ökologische Katastrophe. Diese Folgen sind ebenso radikal wie die wirtschaftliche Schieflage, darum sollten wir auch radikal darauf antworten - vielleicht mit Enteignungen, auf jedenfall aber mit einem Bauverbot (oder meinethalben einer Obergrenze für Flächenverbrauch), was dazu zwingt, endlich darüber nachzudenken, wie wir unsere vorhandenen Wohnungen und Häuser anders und besser nutzen können.

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schwaebischehausfrau 05.04.2019, 17:14
66. 1 einzige wahre Aussage....

....von Hr. Fricke in dem ganzen Artikel. Und die lautet "Was weiß ich?". Dabei sind die stark steigenden Immobilienpreise in Deutschland ab ca. 2010 nun wirklich keine Überraschung. Im Gegenteil: Sie sind die zwingende Konsequenz exakt der Zentralbanken-Politik, die unser Wunder-Ökonom Fricke seit Jahren bejubelt: Null- und Negativzinsen und Strafzinsen, die die Geschäftsbanken zwingen, Immobilienkredite für lau an quasi jeden zu vergeben, der wenigstens 10% Eigenkapital (wenn überhaupt) mitbringt. Aber das Wort "EZB" findet man komischerweise im ganzen Artikel nicht. Und dass Banken Kredite lieber mit Mini-Renditen an Immobilienkäufer verleihen, bei denen wenigstens ein Teil (durch Hypothken-Sicherung) abgesichert ist als an Unternehmen mit miserabler Bonität und noch miserablerem Business-Modell, ist einfach ökonomischem Sachverstand und Risiko-Minimierung geschuldet.Reicht ja, wenn alleine die italienischen Banken über 200 Mrd. faule Kredite in ihren Bilanzen haben, für die wir spätestens nach der von ihnen geforderten "Vollendung der Banken-Union" durch die gut gefüllten Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken aufkommen werden.
Jedem war klar, dass Gelddrucken (Quantative Easing) und Nullzinsen neue gigantische Blasen in allen Asset-Märkten generieren werden und nach einigen Jahren auch steigende Inflation (so langsam lässt sich die ja trotz der üblichen Taschenspielertricks von EZB und Statistikbehörden auch nicht mehr leugnen).

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numbat3 05.04.2019, 17:18
67. Es geht ja gar nicht anders...

... der Wohnungsbau muss in die Höhe gehen.
Aber bitte nicht wie in Asien, sondern noch einigermaßen verträglich.
Schöne Häuser (architektonisch lässt sich da doch was machen), mit Concierge. Die sind sicher und die Außenanlagen teilen sich viele.
Nicht für den sozialen Wohnungsbau gedacht, sondern für ArbeitnehmerInnen und Familien.

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Kurt-C. Hose 05.04.2019, 17:19
68.

Zitat von m.klagge
Was, bitte schön, ist abgesehen von einer eher putativen und immer wieder unbewiesenen Intelligenz von Möchtegern-Journalisten, ist in diesem Land überhaupt mal enteignet worden? Vermutlich, falls überhaupt, am ehesten ein Stück Land, das zum Bau einer neuen Autobahn benötigt wurde. Es braucht eine schnelle Lösung und es gibt keine, die möglicherweise ohne die Enteignung der Luxus-Sanierer und Brachliegenlasser funktioniert. Alles andere ist eine Variation des Themas Mehrwertsteuer und wenn es etwas gibt, dass die Preise treibt, dann ist es eben dieses hirnlose FDP System.
Die Deutsche Wohnen besitzt keine Luxusimmobilien, sondern Miethäuser - "luxussaniert" wird da nur, was nach der krude-kiezgrünen Definition in Kreuzberg "Luxus" ist- wozu dort schon ein wandhängendes WC oder ein Doppelwaschtisch gehört. Dass das in jeder westfälischen Kleinstadt Standard in jedem Neubau ist, irritiert die selbsternannten Investorenvertreiber gar nicht.
Und Brachen lassen vor allem die Berliner Bezirke liegen, weil die mittlerweile 6 Jahre für B-Pläne brauchen, und doof finden, wenn man das Tempelhofer Feld bebaut. Drohnenfliegen und Grillen ist natürlich wichtiger als 100.000 Wohnungen...

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siryanow 05.04.2019, 17:19
69. Miet-Kriminalität

Natürlich muss die Gesellschaft sich wehren. Wenn sie es nicht tut ueberlaesst sie Profitgaunern das Feld und diese nutzen das skrupellos aus. In Deutschland haben die Menschen die Hoelle erlebt indem sie sich nicht gewehrt haben . Im Uebrigen ist es eine Ehre und Essenz der Demokratie sich zu wehren .

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