Forum: Wirtschaft
Immobilienlobby: Wohnen wird angeblich nicht mehr teurer
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Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft hat eine überraschende Analyse vorgelegt: Die Mieten werden in diesem Jahr nicht mehr steigen, heißt es in einem Gutachten. Das Ergebnis passt zur Kritik des Verbands an der Mietpreisbremse.

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WwdW 03.02.2015, 13:20
20. na klar ... hat ja auch nix mit Lobbyismus zu tun.

Als Lobbyist würde ich auch so ein Gutachten machen. Da darf man sich zu nichts zu Schade sein.

Dass ein Werbebeitrag der Lobby auch noch kostenlos als Artikel statt als Anzeige durchgeht hätte ich nicht gedacht.

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ClausWunderlich 03.02.2015, 13:23
21.

Zitat von Berliner42
Im Gegenteil. Wer vermietet noch gerne, wenn man die Miete nicht mehr erhöhen kann, aber das Ausfallrisiko gleich bleibt? Es wird dann einfach mehr Wohneigentum für Selbstnutzer gebaut. Das ist in Berlin jetzt schon so. Die Neubauprojekte sind zum größten Teil für Selbstnutzer. Warum soll man auch für 4% Rendite vermieten, wenn jedes unwillkommene Ereignis diesen kleinen Puffer auffrißt?
Das wäre aber eine 0 Rechnung! Ist doch egal ob ich Miete oder Kaufe denn die Wohnung nutze ich so oder so.

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Mans Heiser 03.02.2015, 13:25
22.

Zitat von karlsiegfried
Modernisierung, Reparaturen und Rücklagenbildung.
Also letzteres, weil Modernisieren, das kann man auch nach 30 Jahren noch.

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homann5 03.02.2015, 13:26
23.

Zitat von Berliner42
Im Gegenteil. Wer vermietet noch gerne, wenn man die Miete nicht mehr erhöhen kann, aber das Ausfallrisiko gleich bleibt? Es wird dann einfach mehr Wohneigentum für Selbstnutzer gebaut. Das ist in Berlin jetzt schon so. Die Neubauprojekte sind zum größten Teil für Selbstnutzer. Warum soll man auch für 4% Rendite vermieten, wenn jedes unwillkommene Ereignis diesen kleinen Puffer auffrißt?
Oh mein Gott!

Gibt es in Deutschland ein Gesetz, laut dem Vermieter sich dumm und duselig verdienen müssen? Falls ja: Das muss an mir - und der Mehrheit - vorbeigegangen sein.

Geld anlegen ist immer auch eine Spekulation. Den Begriff sollten sie mal nachschlagen. Und dann vielleicht auch gleich mal nach den üblichen Renditen von vermeintlich sicheren Anlagen suchen.

Fakt ist, dass in diversen deutschen Großstädten völlig unnötige Luxusrenovierungen vorgenommen werden (und damit meine ich nicht ein Badezimmer, dass dem derzeit üblichen Stand entspricht) und Neubauten sich nicht an der Masse der Wohnungssuchenden orientieren. Statt dessen entsteht Luxus-Wohnung neben Luxus-Wohnung. Mag sein, dass die Nachfrage noch (!) dafür ausreicht, aber die Beispiele München und Hamburg zeigen, dass selbst die Mittelschicht mit eigentlich guten Jobs und entsprechenden Gehältern nicht mehr bereit ist, das zu bezahlen.

Wenn man den Kurs nicht drastisch ändert, wird sich die Wirtschaft ganz erheblich umschauen müssen. Denn irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem dann ein neuer Arbeitsplatz außerhalb von München oder Hamburg oder Frankfurt gesucht wird.

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totak 03.02.2015, 13:37
24. *

Was für ein Witz. Wenn - siehe den Link unten zur Morgenpost - ein Berliner Kiez (PLZ 10999) sich seit 2009 um 97% verteuert, dann kann da was nicht stimmen. Erstens gibt es dort nur Altbausubstanz, die bei Neuvermietung meistens nur leidlich renoviert wird. Zweitens ist das Einkommensniveau in Berlin deutlich unter dem anderer Großstädte. Ich wohne in 10999 (Kreuzberg) und könnte mir bei den nun anliegenden Preisen unserer momentane Mietwohnung nicht mehr leisten. Wir, d.h. meine Frau und meine 2 Kinder, sind dort Ende 2005 eingezogen. Nach 5 Jahren Staffelmiete zahlen wir momentan 6,85 €/m² kalt. Neuvermietungen gehen momentan für 11 € /m² weg. Das können sich nur noch WGs leisten, das Zimmerchen ab 550 € warm. Der durchschnittliche Standard entspricht dem der 80er Jahre: Gasetageheizung, abgezogene Dielen, i.d.R. kein Aufzug, keine 2. Toilette, z.T. noch mit Bleirohren in der Wand. Also absolut nichts für Leute mit gehobenen Ansprüchen. Bei der nächsten Konjunkturflaute werden viele dieser WG-Bewohner aus dem digitalen Proletariat ihren Job verlieren. Dann platzt die Blase, zumindest in 10999.

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furiousfunkfanatic 03.02.2015, 13:43
25. und wovon soll man sich dann noch etwas zu essen kaufen?

Grundsätzlich sind ja die Wohnungen dafür da, dass dort Menschen drin leben können. Das hat sich auch schon immer für die Vermieter gelohnt. Die aktuelle Spekulation und die großen Profite, die man daran verdienen kann, sind pervers. Wenn da irgendein reicher Russe nicht weiß wohin mit seinem vielen Geld (das gerade sehr viel weniger wert wird), müssen wir da doch keine Rücksicht darauf nehmen. Aber das in einer Großstadt weiterhin Menschen ganz normal arbeiten, wohnen und leben können, sollte für uns immer schützenswert sein. Es gibt immer mehr Immobilien-Makler, die ihr Geld damit verdienen, dass sie Leute aus ihren Wohnungen rausschmeißen, obwohl diese dort 20 Jahre lang gewohnt haben und immer pünktlich ihre Miete bezahlt haben. Diese modernen Raubritter könnten ja auch einen anständigen Job wählen. Sorry, aber der Gesetzgeber muss hier die Mieter, also unsere Mitmenschen in den Städten noch viel mehr schützen. Ach ja. Die Statistik sieht übrigens deswegen so mies aus, weil in vielen Dörfern in Deuschland immer mehr Häuser leer stehen und unverkäuflich sind. Ein Ergebnis verfehlter CDU/CSU-Politik, die über Jahrzehnte den Hausbau weit entfernt vom Arbeitsplatz gefördert hat (Eigenheimzulage, Kilometerpauschale, etc.). Die Kinder sind jetzt groß und alle weggezogen. Wenn die Eltern sterben, gibt es dann niemanden, der das Haus mieten geschweige denn kaufen will.

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lieber_incognito 03.02.2015, 13:44
26.

Zitat von karend
Merkwürdig, ich hatte gestern eine Mieterhöhung im Briefkasten.
Nicht nur Sie.
Ich habe meine Ende Oktober erhalten.
Man begründete diese einfach pauschal mit dem Vorhandensein "wohnwertsteigernder Merkmale" in meiner Wohnung.

Interessant daran: Es kamen keine wohnwertsteigernden Merkmale hinzu. Warum war die Miete vorher also nicht schon auf dem nun geforderten Stand?

Ferner: Es gibt das eine der andere "wohnwertsteigernde Merkmal" in unserer Wohnung. Diese machen in unserer Wohnung aber allenfalls 20% der laut Mietspiegel ausgewiesene Differenz zwischen dem Mittelwert und der Miethöchstgrenze aus. Wir bezahlen bereits jetzt mehr, als diese 20% ausmachen. Nun will der Vermieter bis auf 1 Cent unter den Höchstbetrag gehen.

Auf meine Aufforderung, seine Berechnungen zu den angeblichen "wohnwerterhöhenden Merkmalen" zu erläutern, hat er bisher nicht geantwortet. Obwohl wir ihm geschrieben haben, dass wir der Mieterhöhung ohne eine entsprechende transparente Aufschlüsselung auf keinen Fall zustimmen können.

Wie beobachten den Wohnungsmarkt auch in unserem Kiez sehr genau. Wohnungen, die mit unserer in etwas vergleichbar sind, was Bauart, Größe und Ausstattung betrifft, kosten jetzt bereits rund 30% mehr, als unsere Wohnung, die wir hier vor viereinhalb Jahren bezogen haben... zu einer Kaltmiete von 714€
Unsere Vormieterin hat noch 595€ kalt gezahlt.

Es ist wahrscheinlich zutreffend, dass die Mieten auch in Berlin aktuell langsamer steigen, weil die Vermieter mittlerweile nahezu das Maximum des am Markt erzielbaren Niveaus ausgereizt haben. Wir dürfen als Mieter jedoch nicht davon ausgehen, dass dies das Ende der Preisspierale am Mietenmarkt bedeutet.

Die Aktion der Vermieterlobby ist allzu durchsichtig. Es geht ihnen um die Verhinderung der Mietpreisbremse... obwohl diese ihnen immer noch viel zu viele Schlupflöcher offen lässt.

Und außerdem:
Würden die Mieten tatsächlich nicht mehr steigen, würde die Mietpreisbremse die Vermieter doch ohnehin nicht tangieren.

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vogel0815 03.02.2015, 13:46
27.

Zitat von o-w
Wie soll man an den Nebenkosten "drehen"? Diese sind in der Nebenkostenabrechnung zu belegen. Unsinn!
Da gibts kreative Möglichkeiten.
Zum Beispiel mit eigenen Firmen, die die Nebenkosten "geleistet" haben. Die Preise kann man ja dann beliebig gestalten.

Noch simpler ist ja, die eigene Schwester/Mutter/Vater sonstwer als Makler zu engagieren, um die Provision einzusacken.

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Vanagas 03.02.2015, 13:50
28. Die Löhne stagnieren seit mindestens seit zwei Jahrzehnten stagniert

Mit welcher Berechtigung also werden die Mieten ständig exorbitant erhöht obwohl wir zum Teil Leerstand in den Städten haben?

Das soll Kapitalismus sein?
Das ist Spekulantismus+ entschieden, mit härtesten Mittel, bis hin zur Enteignung zu bekämpfen.

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Berliner42 03.02.2015, 13:51
29.

Zitat von ClausWunderlich
Das wäre aber eine 0 Rechnung! Ist doch egal ob ich Miete oder Kaufe denn die Wohnung nutze ich so oder so.
Es gibt dann aber weniger Mietwohnungen => knapperes Angebot.

Im besten Fall werden Wohungen dann nicht so teuer, aber man bekommt keine mehr.

Das sind doch einfache Marktprinzipien. Warum muß man die denn immer erst erklären?

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