Forum: Wirtschaft
Immobilienprojekt in Portugal: Mit neuen Ideen gegen den Leerstand
Joao Morgado

Wohnraum ist knapp in Europas Großstädten. Trotzdem stehen vor allem in den Zentren viele Häuser leer. Im portugiesischen Porto packen nun junge Gründer das Problem mit ungewöhnlichen Methoden an. In anderen Ländern will man ihr Modell kopieren.

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carahyba 05.01.2014, 18:14
1. nix Neues ...

Zitat von sysop
Wohnraum ist knapp in Europas Großstädten. Trotzdem stehen vor allem in den Zentren viele Häuser leer. Im portugiesischen Porto packen nun junge Gründer das Problem mit ungewöhnlichen Methoden an. In anderen Ländern will man ihr Modell kopieren.
Die Idee ist nicht neu, scheitert zumeist an den Eigentumsverhältnissen. Wird ja auch im Artikel problematisiert.

Auf dem Lande in Portugal sind die Möglichkeiten viel besser, es gibt kleinere Weiler, nicht nur im Alentejo, die von ihren Bewohnern verlassen wurden. Entweder in die Städte zogen oder emigrierten.

Wenn es gelingt die Eigentümer zu lokalisieren und entschädigen, was in einigen wenigen Fällen gelungen ist, wurden kleinere Dörfer wieder aufgebaut, Dorfstruktur und Fassaden der Häuser wurden restauriert, innen modernisiert. Im Schnitt mit 50.000 EURO und weniger konnte man dabei sein. Eigenarbeit war Vorraussetzung um die dörfliche Infrastruktur wieder instand zu setzen. Wasserversorgung und Energie wurden von den Versorgern zu den üblichen Bedingungen bereit gestellt.

Leider gibt es in Portugal kaum Möglichkeiten für die Municipios oder Autarquias Eigentumsverhältnisse zu regeln, auch wenn in den letzten 30 Jahren keine Grundsteuern bezahlt wurden. Dafür hat das Latifundium gesorgt, dass jegliche Regelungen dafür unterbunden wurden.

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thomas_b. 05.01.2014, 18:34
2. Funktioniert das auch unterm Strich?

" Paixão hat mit der Stadt vereinbart, dass nach der Sanierung bis zum Vertragsende die oberen Etagen als Wohnraum unter dem Marktpreis vermietet werden."

Der vergünstigte renovierte Wohnraum wird natürlich sofort Mieter finden, keine Frage. Wenn die Einwohnerzahl in Stadt aber nicht gleichzeitig entsprechend steigt, wird er Leerstand letztlich nur woanders sein.

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ir² 05.01.2014, 18:36
3.

Zitat von sysop
Wohnraum ist knapp in Europas Großstädten. Trotzdem stehen vor allem in den Zentren viele Häuser leer. Im portugiesischen Porto packen nun junge Gründer das Problem mit ungewöhnlichen Methoden an. In anderen Ländern will man ihr Modell kopieren.
Denkmalschutzauflagen, Energieausweis, Dämmvorschriften, ....
Da verkauft man das alte Gemäuer besser an an eine Heuschrecke, als sich mit dem Deutschen Amtsschimmel abzugeben....

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elgitano 05.01.2014, 19:16
4.

eigentl. vergleichbare Situationen wie in Spanien. Vorhanden: genug Leerstand, hohe Arbeitslosenquote (vor allem im Baugewerbe), Nicht vorhanden, Finanzen (Geld, Kredite, Investoren) Wie kann man mit wenigen Mitteln etwas erreichen, wo kann man einsparen. Gebühren (Bauamt), Steuern (Gemeinnützigkeit) Löhne (Fortbildung, Ausbildung, steuerliche Absetzbarkeit) durch öffentliches Interesse. Bleiben aber immer noch Material und Fremdleistungen, wie können diese finanziert werden? Spätere Vermietung, Verkauf von Wohnungen,...... Müsste eigentlich unter gegebenen Umständer möglich sein, dauert aber mit Sicherheit länger als eine konvezionelle Baustelle. Sollte aber nicht das Problem sein, da die Krise noch andauern wird :-)

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Stäffelesrutscher 05.01.2014, 19:44
5.

Zitat von thomas_b.
" Paixão hat mit der Stadt vereinbart, dass nach der Sanierung bis zum Vertragsende die oberen Etagen als Wohnraum unter dem Marktpreis vermietet werden." Der vergünstigte renovierte Wohnraum wird natürlich sofort Mieter finden, keine Frage. Wenn die Einwohnerzahl in Stadt aber nicht gleichzeitig entsprechend steigt, wird er Leerstand letztlich nur woanders sein.
Vielleicht kann sich dann aber eine vierköpfige Familie auch mal 75 qm leisten statt nur 45.

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eckehard.fricke 05.01.2014, 20:26
6.

Man sollte manchmal auch auf die Erfahrungen in Deutschland zurückschauen, denn auch hier gab es ein viel gerühmtes Projekt Ende der siebziger Jahre: "Strategien für Kreuzberg" (im damaligen SO36), das gerade auch im Bereich der Sanierung mit Bürgerbeteiligung einige neue Ansätze ausprobierte. Leider ist es ein Exot in der ganzen Stadtsanierung geblieben.

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chiefseattle 06.01.2014, 10:29
7. Porto

Der Niedergang der Altstadt von Porto wurde durch Protzbauten wie das Casa da Música und diverse Hypermercados beschleunigt. Die Uni Porto (FAUP) hatte schon immer grosses Interesse an der Altstadtsanierung, scheiterte aber immer an Politik und Lobbyverbänden. Erst als Ryanair mehr Touristen nach Porto brachte, merkte die Stadt, dass mit der Sanierung etwas gewonnen werden kann. Trotzdem: alte Miethäuser werden renoviert und in Hotels umgewandelt. Ein umfassendes Konzept für die Altstadt von Porto (Weltkulturerbe) wird immer wieder von Einzelinteressen durchlöchert.

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wauz 06.01.2014, 10:53
8. Eigentum ist eine Fiktion

Wohin der Schutz des "Eigentums" führt, sieht man jetzt auch in Hamburg. Da ist man bereit, zum Schutze dieser Fiktion auch über Leichen zu gehen (Schießbefehl ist schon ausgegeben!)
Viel wichtiger ist der Schutz der Besitzer (die dann auch mal Besetzer sein können)! Letztendlich müssen alle Immobilien zum Volksvermögen zählen, da geht es nicht an, dass "Eigentümer" des finanziellen Vorteils wegen alles vergammeln lassen.
Denken wir mal zurück in unserer Rechtsgeschichte! Wer seinen Besitz nicht "besitzt", sondern leerstehen lässt, hat ihn aufgegeben, dass betreffende Haus ist damit herrenlos und für jedermann offen. So dachten die alten Germanen, und der Gedanke ist gut. Spätestens nach einem Jahr sollte ein Haus anderweitig genutzt werden können und wieder in die "Allmende" fallen. Wie die Allmende zukünftig wieder genutzt und bewirtschaftet werden soll, darüber kann man dann diskutieren.

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hopfen&malz 06.01.2014, 11:12
9. Die langfristigen Folgen der Mietpreisbindung

Lesen bildet! Einfach nur die diese Stichworte in Google eingeben: Lissabon, Leerstand, Altstadt, Ursache.

Der Link http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/wohnpreise-in-portugal-mieten-wie-vor-50-jahren/3858552.html

führt zum Kern der Misere und nicht die ganzen Verschwörungstheorien vom bösen Kapitalisten.

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