Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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magic88wand 06.11.2017, 17:29
100. Das ist allerdings wahr

Zitat von mcmercy
Eins muss nun mal klar sein, es gibt doch kein Recht auf billiges Wohnen in bester Lage.
Neulich sprach ich mit einem Bekannten, der gern eine ca. 60qm-Wohnung im Prenzlauer Berg hätte, aber sich sowas mit 1.300 EUR Nettogehalt nicht leisten kann. Das sei doch wohl nicht zu viel verlangt, sagte er, und ärgerte sich über die (seiner Meinung nach) viel zu hohen Mieten. Erstaunlich: Da will jemand überdurchschnittlichen Wohnraum (in Berlin sind 45qm/Person der Durchschnitt) in einer überdurchschnittlichen Lage, verdient aber unterdurchschnittlich wenig Geld. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass nicht die Mieten sein Problem sind, sondern sein Gehalt.

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Strangelove 06.11.2017, 17:30
101.

Zitat von frank_w._abagnale
Wenig bezahlen und trotzdem mittendrin wohnen wollen. Dass das nicht aufgehen kann, sollte doch dem letzten Kämpfer gegen hohe Mietpreise klar sein.
warum nicht? Warum muss das teuer sein. Der Mietzins soll die Kosten zum Erhalt der Mietsache decken, mehr ist nicht nötig. Ob auf dem Dorf oder in der Stadt, da wäre der Unterschied dann eigentlich gering.

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markus_wienken 06.11.2017, 17:32
102.

Zitat von kraijjj
Auf welchem Planeten leben sie bloß? Die Mehrzahl der Mieter soll sich Wohneigentum leisten können? Nicht in meinem Kiez! Und wenn dann würden sie den Schritt auch machen.
so ist es
Ein weitere Punkt ist die Flexibilität, ich könnte mir finanziell durchaus eine Immobilie leisten.
Das Problem ist, dass ich seit mehr als 18 Jahren von den beiden Firmen in denen ich tätig war und bin jedes 2 Jahr aufs Neue mit Hiobsbotschaften überrascht werde.
Einmal habe ich von Dortmund nach Mainz gewechselt, hier hat es mich bislang noch nicht "erwischt" (viele meiner Kollegen allerdings schon), ein weitere Wechsel ist aber nur eine Frage der Zeit, ortsnah werde ich nichts neues bekommen.
Da überlegt man sich den Kauf einer Immobilie 2x.
Zumal auch das Vermieten risikobehaftet ist (Mietnomaden) und aus der Ferne ist das eh suboptimal.

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ber2010 06.11.2017, 17:33
103. Ein Trend, der nichtmehr aufzuhalten ist.....

Ich sehe es bei mir in Berlin-Schöneberg, dass es auch anders geht. Die Vorbesitzer haben den Mietern bis zu 10. Jahre Schutz eingeräumt und ein Vorkaufsrecht für die Wohnungen.

Die Pfeiffen die den Ausverkauf gestartet haben, sitzen jetzt bei BER (Wowereit & Co.) - jeden Tag sehe ich in Berlin, dass die öffentlichen Gelder aus dem Fenster geschmissen werden. Leider kann jeder, ob Scheich Abdul oder der Russe in Berlin Eigentum erwerben. Somit ist die Spekulationswiese eröffnet worden. Wenn ich überlege, wie siffig Friedrichtshain noch vor 7-8 Jahren war, zum Teil die Wohnungen superbillig verkauft wurden und jetzt jeder dorthin will und zahlt bis zu 15 Euro kalt/m2 oder Berlin-Mitte.

Sozialer Wohnungsbau wird zum Teil nurnoch (selbst mit WBS) durch dubiose Vermittler für viel Geld weitergegeben. Insbesondere im Innenstadtbereich um Mitte/Wedding & Co.

Es ist leider eine Entwicklung, die der Berliner Senat verursacht hat.

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Schandmaul 06.11.2017, 17:37
104.

Zitat von Michael200669
Erklären sie doch mal, wie Rentnern, Hartz IV- Empfänger, Menschen in Niedriglohnsektor usw., wie die Eigentum erwerben sollen. Ich bin ganz Ohr.
Nein, erklären sie doch stattdessen erst mal, warum die von ihnen genannten Personengruppen nicht lieber da wohnen wo Wohnraum billig ist: in den Vororten und Randbezirken.

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uhfudshfuh 06.11.2017, 17:37
105.

Zitat von Michael200669
Bei begründeten Eigenbedarf bekommen sie jeden raus. Und glauben sie wirklich, das bei Luxuswohnungen keine Probleme gibt?! Dann täuschen sie sich gewaltig.
Klar gibt's auch bei Luxuswohnungen Probleme.
Ich hatte da ein riesen Problem mit einem Mieter, der die Arbeitsplatte der nagelneuen teuren Küche als Schneidbrett missbraucht hat und den Natursteinboden mit Rotwein eingesaut hat.
Der Unterschied ist, bei solchen Mietern kann man einen gerichtlichen Titel vollstrecken und rennt seinem Geld nicht vergeblich hinterher und bleibt nicht auf allen Kosten sitzen.

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Poco Loco 06.11.2017, 17:41
106. Ganz so einfach...

Zitat von Schandmaul
Es gibt kein Gott gegebenes Menschenrecht, in hippen Innenstadtlagen zum Spottpreis wohnen zu können. Die lautstarke, arrogante Forderung danach zeugt von einer fast schon unerträglichen Dekadenz. Paradoxerweise kommen solche Forderungen dann häufig aus dem ultralinken Kiez-Milieu, getreu dem Motto: Wasser predigen und Wein saufen. Bewegt eure Ärsche und macht was aus eurem Leben. Bildet euch weiter und leistet was. Dann klappt's auch mit dem Penthouse in der Innenstadt. Immer wird nur rum gemault, schon klar, von Stütze leben und vom Amt nen schönen Altbau in bester Innenstadtlage bezahlt bekommen. Und andere sollen dieses Anspruchsdenken mit ihren hart erarbeiteten Steuergeldern dann finanzieren.
...ist es ja nicht. Es soll noch sog. Bestandsmieter geben, die vielleicht schon seit Jahrzehnten in ihrem Kiez leben und dort soziale Bindungen haben, die können sie nicht so einfach rausschmeissen. Es gibt nicht nur zuziehende Hipster u. Neureiche die von dem Mangel betroffen sind und eigentlich allen lieber gestohlen bleiben könnten. Es geht ja hier um Bestandsmieter die zunehmend "zwangsumgesiedelt" werden.

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coroona 06.11.2017, 17:47
107.

Wenn Berlin hippe Weltstadt werden will, dann muss man als Bewohner auch hippe Weltstadt Preise bezahlen.
In London, NYC, Paris oder Tokio gibt es ja auch keine Mietwohnungen zum Schnäppchenpreis.

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Schandmaul 06.11.2017, 17:48
108.

Zitat von kraijjj
Wer redet denn von wenig bezahlen wollen? Hier geht es um Mietwucher und Profitmaximierung auf Kosten der Bürger. Und das sind die Bürger, die den jeweiligen Kiez erst hip gemacht haben. Gegen eine angemessene Miete hat sicher keiner etwas einzuwenden. Verdrängt man dieses Klientel hat man am Ende ein totes Millieu. Und am Rand die frustrierte Masse, welche ihrer Wut irgendwann Luft machen wird.
Sie können sich also keinen Urlaub in einem 5-Sterne-Hotel leisten und verlangen nun vom Staat, dass er den Preis für Hotelübernachtungen begrenzt. Niemand hält sie davon ab ein Hotel zu buchen, das ihrem Urlaubsbudget entspricht. Zum Beispiel weil es eine weniger exklusive Lage hat oder weniger luxuriös ausgestattet ist. Stattdessen verlangen sie, das ihre Mitbürger ihnen die Übernachtung im 5-Sterne-Hotel bezahlen sollen. Absurd.

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robert_weemeyer 06.11.2017, 17:49
109. Meine Erfahrung mit den Bahes

Meine Frau und ich haben vor sieben Jahren eine Eigentumswohnung in Hannover gekauft. Verkäufer waren die Eheleute Bahe (noch ohne deren Sohn). Man mag über die Bahes dieses oder jenes sagen, aber bei uns haben sie die vorhandenen Mieter nicht verdrängt, sondern erst dann, wenn ein Mieter ohnehin auszog, die jeweilige Wohnung saniert und dann verkauft.

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