Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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joomee 06.11.2017, 18:16
120. Gegen welches Gesetzt wird verstossen?

Zitat von Jor_El
für Mietspekulanten wie z. B. Enteignung und Gefängnis, denn diese Geschäftsgebaren sind hochgradig kriminell.
Gegen welche Gesetze wird denn verstossen? Hochgradig kriminell ist ein harter Vorwurf.

Wenn Sie hier schon so harsch auftreten, welche Strafen haben Sie denn für Nomaden vorgesehen?

Moralisch bedenklich ist es allemal, keine Frage.

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kraijjj 06.11.2017, 18:19
121. lesen, verstehen, schreiben

Zitat von Schandmaul
Sie können sich also keinen Urlaub in einem 5-Sterne-Hotel leisten und verlangen nun vom Staat, dass er den Preis für Hotelübernachtungen begrenzt. Niemand hält sie davon ab ein Hotel zu buchen, das ihrem Urlaubsbudget entspricht. Zum Beispiel weil es eine weniger exklusive Lage hat oder weniger luxuriös ausgestattet ist. Stattdessen verlangen sie, das ihre Mitbürger ihnen die Übernachtung im 5-Sterne-Hotel bezahlen sollen. Absurd.
Diese Analogie ist hohl aber ich bediene mich ihrer mal.
Das Problem bei uns ist, das Vermieter ihre 2-3 Sterne-Hotels zum Preis nahezu voll ausgelasteter 5-Sterne-Hotels anbieten und dann auch noch empathielose Leute wie Sie daherkommen und den Nochmietern sagen, hey... ihr könnte doch immer noch in einer löchrigen Wellblechhütte am Rande der Stadt wohnen.
Das ist absurd!

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Strangelove 06.11.2017, 18:19
122.

Zitat von Schandmaul
Lenken sie nicht vom Thema ab. Verlangen sie auch in 5-Sterne-Hotels zu nächtigen, einen Ferrari zu fahren und das neueste IPhone in der Tasche zu haben obwohl sie es sich nicht leisten können? Es gibt genug bezahlbaren Wohnraum, wenn man seine Ansprüche an Lage und Ausstattung dem eigenen Budget anpasst. Es soll übrigens auch "reiche" Schnösel geben, die haben ein mehrjähriges Studium hinter sich gebracht, arbeiten 60h pro Woche und tragen mehr Verantwortung für sich und andere als ein ganzer Wohnblock linker Transferleistungsbezieher zusammen genommen. Wenn man letztere in Gesprächen dann mal vorsichtig darauf hinweist, dass man mit seinen Abgaben 2 Rentner, 3 Arbeitslose und ein Duzend Flüchtlinge mit durchschleppt, wird man zum Dank auch noch als Kapitalistensau tituliert.
Sorry ein Grundbedürfnis mitLuxus zu vergleichen ist krank. Zudem sind Innenstadtlagen nur insofern "Luxuriös", weil man dann kurze Wege zu Arbeit etc. hat. Sonst ist das Leben auf dem Land mit eigenem Garten etc. meist luxuriöser.
Übrigens habe ich ein mehrjähriges Studium hinter mir, eine hochqualifizierte Stelle und trotzdem nicht genug Geld um eine Mieterhöhung in meiner noch preiswerten Wohnung mitzumachen.

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lab61 06.11.2017, 18:20
123.

Zitat von kraijjj
Auf welchem Planeten leben sie bloß? Die Mehrzahl der Mieter soll sich Wohneigentum leisten können? Nicht in meinem Kiez! Und wenn dann würden sie den Schritt auch machen.
Warum sollte man sich eine Etagenwohnungn kaufen?
Mir hat einmal ein Immobilienfachmann mal den tollen Satz gesagt:

Käufer einer 8selbstgenutzen) Eigentumswohnung vereine ich alle Nachteile eines Mieters und eines Vermieters auf mich als einzelne Person,

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derpif 06.11.2017, 18:22
124.

Wieso ändert man nicht einfach das entsprechende Bundesbaugesetz? Rückwirkend. Was sollen die denn machen? Bekommt Familie Bahe halt eine Abfindung, wie die von ihr verdrängten Mieter.

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Matttthias 06.11.2017, 18:24
125. Klassenkampf

Wer in einer Mietwohnung wohnt bezahlt diese für einen Monat. Mehr nicht. Wer in ein Taxi steigt bezahlt dieses für eine Fahrt. Danach steigt er aus. Es "ist" nicht seine Wohnung. Es ist nich "sein" Taxi.
Wer einen Angestellten für einen Monat bezahlt hat keine weitergehenden Rechte an diesem Angestellten. Er wird nicht zum Dauersklaven. Genauso wenig ist ein Taxi günstig nach der Fahrt an den Kunden abzugeben.
Bei Wohnungen macht ein Wechsel je Monat wenig Sinn.. Ständig aus- und einziehen wäre sinnfrei.
Deshalb haben wir in der Regel längere Verträge. Auch im Arbeitsrecht sind längere Verträge üblich.
Die Wohnung als "eigene" anzusehen ist völlig indiskutabel. Eine umgewandelte Wohnung die verkauft wird dient anschließend dem neuen Eigentümer als sein Zuhause.
Alle Menschen sind gleich.
Mieter haben keinerlei Sonderrechte oder irgendeinen Vorrang vor anderen Menschen.
Der Bezirk Kreuzberg betreibt ein mafiöses Spiel. Er versucht Mieter über Interessenten für Eigentumswohnungen zu stellen. Es sind aber beide Menschen, mit genau den gleichen Rechten im Grundgesetz. Durch die künstliche Verknappung von Eigentumswohnungen wird auch der Preis derselben angetrieben. Davon hat niemand etwas. Viele Menschen möchten in Berlin wohnen. Jeder Mensch sollte den gleichen Zugang zur Resource "Wohnung" haben. Fast jeder Berliner kann auch kaufen.
Auch wer nur Mindestlohn mit Vollzeit macht hat 1100 übrig. Davon 450 für Kredit ergibt bis zu 200000 Euro Kredit. Dies reicht für 30 qm in nobler Lage in der Innenstadt oder bis zu 99 qm etwas weiter draußen.
Aktuell gibt es in Berlin 1700 Wohnungen unter 200000 Euro zu kaufen, einige sogar für 120000.
Da reicht dann auch ein Teilzeitjob für die Finanzierung.

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DerNachfrager 06.11.2017, 18:25
126. Rassismus ist Hass auf Menschen mit anderer Hautfarbe. Gentri-

-fizierungskritik ist nichts anderes als Hass auf Menschen mit einem anderen Kontostand. Bei beiden geht es darum dass sie irgendwelche Besitzstände bedrohen könnten.

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michi_meissner 06.11.2017, 18:26
127. Familie Bahe ist nicht nur in Berlin bekannt.....

Das Problem ist, dass viele Mieter sich eben von solchen Methoden einschüchtern lassen anstatt selbst dagegen zu klagen. Schlimm ist allerdings auch, dass eine Sparkasse bei solchen Geschäften mitmacht.

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InesH 06.11.2017, 18:30
128.

Zitat von ruediger
Das Problem ist doch nicht der Eigentümer. Selbst dem Autor ist klar, dass sich eine Vermietung nicht rechnet (obwohl die Zinsen derzeit auf einem Rekordtief stehen). Also muss der Eigentümer nach Alternativen suchen. Und wenn es nicht der jetzige Eigentümer täte, dann hätte es eben der Vorgänger tun müssen. Letztlich sind Preistreiber wie Kündigungsschutz, Mietpreisgrenze, Vorschriften zur energetischen Sanierung genauso verantwortlich wie die politisch motvierte 0 Zinspolitik der EZB (die die Immobilienpreise treibt)..
Der derzeitige Vermieter hat überteuert gekauft. Rechnen sollte eine Immobilienfamilie wie beschrieben, durchaus können. Die Käufer haben also gewusst, dass sich eine Vermietung nicht mal ansatzweise amortisiert.
Und den Verkauf der einzelnen Wohnungen nach kurz-bis mittelfristiger Entmietung eingeplant.
Das ist nicht illegal.
Kann aber schief gehen.

LG
InesH

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qwertz1234554321 06.11.2017, 18:30
129. Die Gesetze zum Mieterschutz taugen nix!

Wer seine Mieter los werden will hat mit den deutschen Gesetzen ein leichtes Spiel.
Beispiel gefällig? Das ist uns auch gerade passiert.

Private Vermieter nutzen in der letzten Zeit immer häufiger den "Eigenbedarfsjoker"!
Dies bestätigte mir erst letzte Woche ein Bekannter, der in einem Mieterverein arbeitet, nachdem wir dort vorstellig wurden, weil auch wir wegen "Eigenbedarfs" gekündigt bekamen!

Was braucht der Vermieter dazu?
Nur einen nahen Verwandten der bereit ist konsequent zu lügen. Da die Beweislast der missbräuchlichen EB-Kündigung aktuell beim Mieter liegt, und die Gerichte bei Klagen (sollte jemand dies doch einmal versuchen) eher vermieterfreundlich urteilen, ist das Risiko für den Vermieter äußert überschaubar. Der angebliche Verwandte braucht noch nicht einmal in die Wohnung einzuziehen!
Nach dem Auszug des unbequemen oder "zu wenig" Miete zahlenden Mieters wird noch 2-3 Monate "renoviert". Dann hat es sich der Verwandte leider anders überlegt und die Wohnung wird (auch wegen der "Modernisierungsmassnahmen") teuer an einen neuen Interessenten weiter vermietet! Thats it!
Der Vermieter lacht sich eins und der Altmieter hat keine Chance sich zu wehren.

Echte Eigenbedarfskündigungen müssen ohne Frage möglich sein!
Es wäre aber keine unzulässige Zumutung den Vermietern die Beweislast für die Unabwendbarkeit aufzuerlegen.
1. amtlicher Nachweis über das angegebene Verwandtschaftsverhältnis
2. Nachweis wo die oder der Verwandte aktuell wohnt - Größe der Wohnung / Zimmeranzahl / Miete.
4. Nachweis dass er tatsächlich in diese "Exke" ziehen muss. (Z.B.: Arbeitsvertrag o.ä.)
5. Gibt es wirklich keine freien anderen Wohnungen in einem zumutbaren Umkreis die ebenfalls dem Vermieter gehören? Welche Wohnungen besitzt er und wer ist Mieter?
6. Außerdem müsste der Verwandte mindestens zwei Jahre in der Wohnung wohnen. Für eine Kurzzeitnutzung darf es das Recht auf eine Eigenbedarfskündigung nicht geben! Sollte es doch passieren muss der Vermieter beweisen dass dies vorher nicht absehbar und unvermeidlich war.

Alles das kann der Vermieter heute behaupten OHNE es belegen zu müssen. Der Mieter kann es aber nicht überprüfen. Und es gibt im Zivilrecht keinen Staatsanwalt der ermittelt!

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