Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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dr.w 06.11.2017, 18:37
130. wenn die neuen Eigentümer

Zitat von JochenHe
Was ist daran unmoralisch? Nur wenn der Markt aktiv lebt können auch neue Wohnungen gebaut werden. Für mich ist das eine positive Nachricht: Es gibt 62.000 neue Eigentumswohnungsbesitzer in Berlin, ein Grund zur Freude! Es steht eben nicht jede Wohnung für Mietnomaden und Problemklientel zur Verfügung, der Markt ist aber dennoch groß genug. 62.000 Wohnungen weniger auf dem Markt die an Hände gegangen sind die die Wohnung sicher sehr schätzen werden, sehe ich nicht als Problem
die alten Mieter wäre, gäbe es nichts zu meckern, aber sie sind es eben nicht, weil sie es sich nicht leisten könne. Es sind wiederum Investoren, häufig aus dem Ausland, die die Wohnungen wenn sie nicht selbst nutzen über Airbnb anbieten - und nur ein geringer Teil der Mieter sind Problemmieter oder Mietnomade, vor allem nicht solche, die allein ihre verbriefte Rechte in Anspruch nehmen (gleiches gilt ebenfalls für die meisten Vermieter). Ich kenne beide Seiten, auch als Vermieter und deswegen kann ich Ihren Beitrag nur als kompletten Unsinn bezeichnen ....

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dr.w 06.11.2017, 18:40
131. stimmt...

Zitat von Nonvaio01
Es ist nicht illegal, nur darum geht es, wenn der Staat solche sachen erlaubt, dann soillten die buerger etwas aendern bei den wahlen. Moralisch evtl nicht so toll, aber das ist unwichtig, Geld kennt keine Moral.
und wie stehen Sie zu der Frage, ob Apple oder IKEA etc. Steuern abführen? Oder diejenigen, die in den sog. "Paradies Papers" aufgeführt sind? Die nutzen ebenfalls nur die vom Gesetzgeber gesetzten Normen... und trotzdem ist es legitim, sich über die Gesetze aufzuregen, sie als das zu bezeichnen, was sie sind, nämlich unmoralisch und auf deren Änderung hinzuarbeiten.

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propicon80 06.11.2017, 18:46
132.

Zitat von unzensierbar
Und dies und alle sämtlichen Probleme rund um Mieten und Mietpreisbremse sind der Grund warum einzig alleine der Staat den Wohnungsmarkt vollständig kontrollieren sollte.
Es existierte(!) bereits ein deutscher Staat der als Monopolist
den den gesamten Wohungsbestand verwaltet hat. Das Ergebnis
- Ruinen schaffen ohne Waffen
Der Staat, d.h. Politiker und Verwaltung sind nicht nur damals
völlig inkompetent und unfähig die Probleme zu lösen.

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Useless_User 06.11.2017, 18:48
133. Hat hier die PDS die Feder geführt?

Nach 1989 hätten, in Ost und West, viele ihre Wohnungen oder sogar Häuser (gemeinschaftlich) für weniger als €1.000 pro Quadratmeter kaufen können. Aber die Mieten waren extrem niedrig, also hat man nicht gerechnet. Nun soll es "der Staat" bitteschön richten. Im Grundgesetz steht allerdings nichts von einem Menschenrecht, daß Minderleister mit für den Eigentümer unrentabler Miete in Premiumlagen wohnen dürfen. Im Vergleich zu Hong Kong und Singapur aber auch London und Stockholm sind die Mieten in Berlin nachwievor auf einem Rekorddtief. Wenn sich die Wirtschaftskraft der Stadt in den nächsten 20 - 30 Jahren weiter entwickelt, werden sich auch mehr Menschen wieder Mietwohnungen in beliebten Lagen leisten können.

Also - Arbeiten, nicht auf "den Staat" hoffen!

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dr.w 06.11.2017, 18:48
134. das stimmt...

Zitat von Nonvaio01
der auftrag eines Vermieters ist es Geld zu machen, und zwar soviel wie es geht. Der Vermieter ist nicht dazu da billigen wohnraum zu stellen. Er muss sich nur an Gesetzte halten, wenn die Gesetzte es zulassen das Mieten erhoeht werden dann ist das so. Was einige hier fuer eine vorstellung haben. WIr leben im Kapitalismus, und nicht in einer sozialen komune aus den 70ern wo sich alle lieb haben.....man o man...
und was sagen sie dazu, daß die Mineralölfirmen immer wieder die Preise erhöhen? Da hört bei vielen das Verständnis für den Kapitalismus auf, den Fahren ist ein Grundrecht.... Oder das Apple dorthin geht, wo die wenigstens Steuern gezahlt werden müssen? Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin bei Ihrer Argumentation, aber es ist mehr als verständlich, daß sie dagegen Widerstand regt und die Gesetze geändert werden sollten, denn im Gegensatz zum Autofahren und auch zu Appleprodukten (meinetwegen auch IKEA etc.) ist Wohnen, auch für weniger Reiche wichtig und man kann wohl kaum alle in die Provinz vertreiben...

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dr.w 06.11.2017, 18:57
135. wer soll gegen

Zitat von Alternator
Diese Geschäfte riechen eher nach Fischmarkt als nach Immobilienmarkt, sie stinken gewaltig. Meines Wissens gilt für größere Objekte der Ertragswert für die Ermittlung des Wertes der Immobilie. Also je nach Bausubstanz und Zustand 12 bis 15 Jahresmieten. Wäre in diesem Fall rund eine Million. Wenn da ein fachkundiger Käufer mehr als das Dreifache zahlt, kann man absehen, dass er bereits beim Kauf nicht daran dachte, den Grundgesetzlich verbrieften Schutz der Wohnung zu respektieren. Da ist dann auch der §138 BGB, der Sittenwidrigkeit von Geschäften regelt. Vielleicht sollte man mal ein Präzendenzurteil anstreben, dass diese Art von Geschäftsgebahren unter dem Gesichtspunkt ihrer Sittlichkeit beleuchtet. Wie gesagt, man kann wohl ohne Sorge, unfair zu sein, unterstellen, dass der Grundsatz, dass Kauf nicht die Miete bricht, hier vorsätzlich unterlaufen wird. Der vorsätzliche Bruch von Grundrechten darf auch nicht mit wirtschaftlichem Gewinn belohnt werden. Dann war dieses spekulative Geschäft eben eine Arschbombe in die Schlammsuhle für den Unternehmer, dann verliert er halt ein Milliönchen oder zwei. Pech. Die meisten Unternehmer in dieser Branche würden solche Verluste nicht mal spüren. Nächstes mal dann ein anständiges Geschäft machen, dann klappt's auch mit der Rendite.
wen klagen? worauf? Sie vergessen: ein Objekt ist immer soviel wert, wie ein anderer bereit ist, dafür zu zahlen - weshalb in der alten DDR gebrauchte Trabis genauso viel wert waren (oder vielleicht sogar mehr wert?) als neue. Es liegt am Versäumnis der Politik und den Unwillen der Politiker, jetzt etwas zu ändern. Mehrere haben schon auf den Verkauf kommunaler Wohnungsbaugesellschaften hingewiesen, und das Gegenbeispiel in Wien...

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RustinCohle 06.11.2017, 18:58
136. ...

Beschäftigt man sich mit dieser Sache ein wenig näher, gelangt man mit ein paar Mausklicks schnell zu der Erkenntnis, dass in besagter Reichenberger Straße nicht nur Rentner und arme Schlucker wohnen, sondern auch Zahnärzte, Architekten, Städteplaner und andere Selbständige, die nicht nur z.B. schicke "Artemide" Designer-Leuchten ihr Eigen nennen, sondern auf die Schnelle auch mal einen perfekt in Szene gesetzten Termin beim Regierenden bekommen.

Ungeachtet dieses Falles zu vermutender Umwandlung: Dass es in Berlin für gewisse Bevölkerungskreise schwierig ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden, hat wohl auch damit zu tun, dass diese zweifelsohne Besserverdienenden nicht darauf verzichten wollen, den liebgewonnenen Luxus preiswertesten Wohnens in angesagten Kiezen zu genießen. Dafür instrumentalisiert man gerne auch die wirklich armen Schweine (für die gerne eine kommunale WBG hätte kaufen können).

Für mich ist das nichts weiter als die zweite Seite ein und derselben Raffke-Mentalität, die auch die Bahe-Sippe antreibt. Nur zugeben wird das niemand.

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schauüberdentellerand 06.11.2017, 19:00
137.

Zitat von dr.w
und wie stehen Sie zu der Frage, ob Apple oder IKEA etc. Steuern abführen? Oder diejenigen, die in den sog. "Paradies Papers" aufgeführt sind? Die nutzen ebenfalls nur die vom Gesetzgeber gesetzten Normen... und trotzdem ist es legitim, sich über die Gesetze aufzuregen, sie als das zu bezeichnen, was sie sind, nämlich unmoralisch und auf deren Änderung hinzuarbeiten.
sie sind nicht nur unmoralisch sie sind auch ein legalisierter angriff auf die Arbeiterklasse

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henry.miller 06.11.2017, 19:10
138.

Diese Mietpreisbremse ist doch ein schlechter Witz. Niemand interessiert das, hier ist der Markt einfach außer Kontrolle und niemand schert es.

Pech, wer schlecht verdient.

Die Vermieter kann ich gut verstehen, die nutzen ihre Möglichkeiten.

Als Mieter ist man alleine gelassen und wird entsorgt.

Wenn revoviert wird, ist man so schnell draußen, da kann man nicht mal gucken.

Und die Kommunen und der Bund machen da ja mit. Es werden Grundstücke hinsichtlichen Gewinnmaximierung verkauft und fertig.

Man schaue nur mal auf die Bahn. Vater Staat schaut dann nur nach maximalem Profit

In meiner Nachbarschaft gibt es zwei Häuser die schon zum 2. Mal in 3-4 Jahren kernsaniert werden. Alles rein, alle raus, jeweils gehobenere Kategorie rein.

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Teigkonaut 06.11.2017, 19:23
139. Ansprüche überdenken

Das Tempelhofer Feld ist eine riesige Grünbrache. Selbstverständlich könnte man diese mit Wohnungen bebauen, zumindest teilweise. M.E. besitzt der Senat wesentliche Anteile am Tempelhofer Feld und kann die Entwicklung steuern. Gegen eine Bebauung hat sich jedoch eine Bürgerinitiative besorgter Berliner mehrheitlich ausgesprochen. Die Berliner Spass-Gesellschaft will eben grüne Reserveflächen und gleichzeitig günstig in der Innenstadt wohnen. Kommt mir vor wie die Quadratur vom Kreis.

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