Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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mvaugusta8 06.11.2017, 19:29
140.

Die Politik hat leider sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene jahrelang verschlafen eine adäquate Wohnungspolitik auf die Beine zu stellen. Sozialwohnungen in Innenstädten wurden verkauft bzw. der Bestandsschutz sukzessive herabgesetzt. In den Innenstädten werden zu 80-90% nur noch Wohnungen für gut betuchte Klientel gebaut oder umsaniert, weil die Rendite einfach höher ist. Die Mietpreisbremse kann leicht umgangen werden bzw. trifft eher die Falschen/Dummen, während größere Immobilieninvestoren mit HIlfe von Firmengeflechten ihr Geld steuervermindert in Luxusbauten anlegen können. Die niedrige Zinspolitik der EZB hat die Ungleicheiten auf dem Imobilienmarkt rasend schnell vergrößert. Die Mietpreise steigen nicht nur in den Toplagen der Großstädte, sondern auch in den anderen Bezirken der Städte, weil die MIttelschicht zunehmend auf andere Quartiere ausweichen muss. Genau hier liegt das Dilemma: die zunehmende Segregation der Großstädte. Es gibt natürlich kein Recht auf billiges Wohnen in den besten Lagen, jedoch sollte eine gewisse Mischung der verschieden Einkommensklassen in den Städten erhalten bleiben, ansonsten haben wir bald Londoner oder Pariser Verhältnisse. Dort finden sich Innenstädte, die praktisch nur noch für Reiche erschwinglich sind, während sich die sozial Schwächeren fast ausschließlich in den Randbezirken wiederfinden, welche wiederum mit hoher Kriminlalität und geringen Aufstiegschancen zum "Gefängnis" einer ganzen Gesellschaftschicht werden.

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Strangelove 06.11.2017, 19:33
141. genau wie bitte?

Zitat von Nonvaio01
der auftrag eines Vermieters ist es Geld zu machen, und zwar soviel wie es geht. Der Vermieter ist nicht dazu da billigen wohnraum zu stellen. Er muss sich nur an Gesetzte halten, wenn die Gesetzte es zulassen das Mieten erhoeht werden dann ist das so. Was einige hier fuer eine vorstellung haben. WIr leben im Kapitalismus, und nicht in einer sozialen komune aus den 70ern wo sich alle lieb haben.....man o man...
Schaun Sie mal hier:
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html
klar der Auftrag des Vermieters ist es Geld zu machen.... in welcher kranken Welt leben Sie?

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susybntp11-spiegel 06.11.2017, 19:47
142. Wie war das noch mal...

...mit den Lobbyverbänden der Autoindustrie die in Berlin Gesetze als so genanntes Fachpersonal mitgeschrieben haben, das gibt es bei den Lobbyisten der Wohnungsbranche bestimmt auch. Ich nenne so was Korruption und Sie?

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Annabelle_ 06.11.2017, 19:52
143.

Zitat von sir wilfried
Der einzige Weg wäre eine Revolution anzetteln und das System stürzen. Innerhalb dieses unseres besten aller Zeiten System gibt es keine Chance.
Wie wir aus langer Erfahrung heute wissen sollten: Das beste System aller Zeiten war immer schon das, welches gerade herrschte und zwar solange, bis es irgendwann die längste Zeit geherrscht hat :)

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lab61 06.11.2017, 20:01
144.

Zitat von Nonvaio01
ist es legal? also kein problem, nur darum geht es. Gerechtfertigt klingt doch sehr nach moral.....und moral hat nun einmal nichts I'm geschaeftsleben zu suchen.
"(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

Artikel 14 GG

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fortelkas 06.11.2017, 20:02
145. In Berlin haben

....wir eine politische Konstellation, die einem solchen Treiben per Gesetz Einhalt gebieten könnte. Ich hoffe, diese politische Mehrheit wird genutzt. Geht das so weiter, wage ich die Prognose, wird es wieder Hausbesetzungen geben, und ich könnte das sogar verstehen.
Erwin Fortelka

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lab61 06.11.2017, 20:03
146.

Zitat von jetbundle
Die beste Methode solchen Spekulationen entgegen zu wirken wäre es, mit entsprechend Angebot auf dem Immobilienmarkt den Preissteigerungen entgegen zu wirken. Das bedeutet die Bebauung innerstädtische Brachflächen sowie die Nachverdichtung zu erlauben, und neue Stadtteile im Randgebiet attraktiv zu erschließen. Aber die berliner Regierung macht genau das Gegenteil und spielt somit Immobilienspekulanten in die Hände.
Das ändert doch aber nichts daran, dass die Sozialstrukturen in immer mehr klassischen Altbaukiezen Berlins durch diese Spekulationen und sog. Gentrifizierungen zertsört werden. Die normalen und kleineren Einkommen werden so in neue Ghettos an den Stadträndern verdrängt. Dorthin, wo der Gutverdienende sie nicht mehr sieht..und sie damit für ihn auch nicht mehr existieren.

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lab61 06.11.2017, 20:09
147.

Zitat von frank_w._abagnale
Wenig bezahlen und trotzdem mittendrin wohnen wollen. Dass das nicht aufgehen kann, sollte doch dem letzten Kämpfer gegen hohe Mietpreise klar sein.
Wieso soll das nicht gehen?
Es ging Jahrzehnte lang?
Vor allem, weil berlin eben durch seine gewachsene Struktur etliche, innerstädtische Kieze und Altbauregionen hat. In den 60er und 70ern wollte keine Sau in einem hundert Jahre alten Haus wohnen. Oder hat die Altbaustruktur sogar noch selbst mit zerstört, in dem er Stuck abgeschlagen und Parkett rausgerissen oder mit PVC überklebt und damit komplett ruiniert hat. Da haben damals nur die kleineren Einkommensbezieher und die Migrantenfamilien gewohnt und haben die Substanz damit auch mit erhalten.

Jetzt will der Yuppie wieder Parkett - am besten Intarsienparket - Dielen, Stuck usw. Und wer sich heute darüber beschwert, dass in "seinem" Prenzlauer-Berg-Kiez das Kulturleben und die alternativen Lebensformen, wegen derer man dorthin gezogen ist und beim Einzig schon 12 und 15 €/qm bezahlt hat, der darf sich selbst nicht wundern. Denn der hat es selbst mit zerstört.

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nic 06.11.2017, 20:31
148.

Bis zu den sozialen Unruhen ist es sicher noch ein Weilchen hin. Deutsche haben da ja einen langen Atem.

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notbehelf 06.11.2017, 20:37
149. Tja

Zitat von lab61
Wieso soll das nicht gehen? Es ging Jahrzehnte lang? Vor allem, weil berlin eben durch seine gewachsene Struktur etliche, innerstädtische Kieze und Altbauregionen hat. In den 60er und 70ern wollte keine Sau in einem hundert Jahre alten Haus wohnen. Oder hat die Altbaustruktur sogar noch selbst mit zerstört, in dem er Stuck abgeschlagen und Parkett rausgerissen oder mit PVC überklebt und damit komplett ruiniert hat. Da haben damals nur die kleineren Einkommensbezieher und die Migrantenfamilien gewohnt und haben die Substanz damit auch mit erhalten. Jetzt will der Yuppie wieder Parkett - am besten Intarsienparket - Dielen, Stuck usw. Und wer sich heute darüber beschwert, dass in "seinem" Prenzlauer-Berg-Kiez das Kulturleben und die alternativen Lebensformen, wegen derer man dorthin gezogen ist und beim Einzig schon 12 und 15 €/qm bezahlt hat, der darf sich selbst nicht wundern. Denn der hat es selbst mit zerstört.
Warum sollen Sie mehr verdienen, wenn doch 40% weniger Gehalt früher auch gereicht haben!

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