Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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Berliner42 06.11.2017, 15:52
30.

Zitat von jusch
Ich kann diese Aufregung nicht verstehen. Jeder Mieter sollte sich freuen, wenn seine Wohnung saniert wird, ein Balkon oder ein Aufzug angebaut wird, werden sie doch selbst davon profitieren.
Nein, da freut man sich nicht, wenn die Mieterhöhung so immens ist, daß die Modernisierungen nach ein paar Jahren komplett finanziert sind. Wenn schon, dann müßte die Miete wieder sinken, wenn die Kohle mal drin ist.

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zweiter 06.11.2017, 15:54
31. Wem es in Berlin zu teuer ist

in Mecklenburg und Brandenburg gibt es so viel Leerstand, da hat man die Auswahl unter seestehenden Wohnungen und die Vermieter rollen einem den roten Teppich aus! Die Mieten billigst, die Luft ist besser, die Ruhe ist gut für die Gesundheit und geklaut wird auch weniger. Ach der Weg zum Bio-Markt, zum Heilpraktiker, in die Rigaer Straße zum Theater und zur Uni ist weit? Und die Internationale Firma, bei der man arbeitet kann trotz günstiger Gewerbeimmobilien auch nicht aufs fremdenfeindliche Land ziehen? Ist Berlin also doch attraktiver? Warum darf's im Bio Markt teuer sein, aber wohnen in der Hautstadt nicht, wenn sie doch so toll ist?

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JochenHe 06.11.2017, 15:54
32. Positiv

Was ist daran unmoralisch? Nur wenn der Markt aktiv lebt können auch neue Wohnungen gebaut werden. Für mich ist das eine positive Nachricht: Es gibt 62.000 neue Eigentumswohnungsbesitzer in Berlin, ein Grund zur Freude! Es steht eben nicht jede Wohnung für Mietnomaden und Problemklientel zur Verfügung, der Markt ist aber dennoch groß genug. 62.000 Wohnungen weniger auf dem Markt die an Hände gegangen sind die die Wohnung sicher sehr schätzen werden, sehe ich nicht als Problem

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Poco Loco 06.11.2017, 15:54
33. Kommunen sind nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet.

Zitat von oldman2016
Ich kann mich noch an Zeiten in den 1970-er oder frühen 1980-er Jahren erinnern wo kommerzielle und städtische Wohnungsgesellschaften ihre Mietbestände an Investoren verkauft haben, die diese dann in Eigentumswohnungen geteilt und mit enormen Gewinn verkauft haben. Das Geschäftsmodell ist nicht neu. Es mag zwar unmoralisch sein, war und ist aber nicht illegal. Wenn die Vermietung von Wohnungen ein so lukratives Geschäft sein würde, wie die Politier gerne behaupten, so fragt sich doch jeder vernünftige Mensch warum die Kommunen ihre Wohnungen verkauft haben und immer noch verkaufen. Außerdem sollten sich die verantwortlichen Politiker einmal fragen, welchen Anteil an den Kosten die gesetlichen Vorschriften zur Gebäudedämmung, Feuerschutz, Kfz-Stellplätze usw. haben. Von den Kosten abgesehen: Es gibt genügend Mieter, die Vermieter vollkommen zu Recht nicht in Ihren Wohnungen haben wollen.
Die Kommunen haben das Tafelsilber verkauft, weil diese notorisch klamm sind und die Verluste der Landesbanken damit ausbügeln wollten. Aber Kommunen sind nicht dazu da, sich wie Raubtierkapitalisten zu verhalten. Wie das funktionieren kann zeigt die Stadt Wien, die sehr viel Wohnraum schafft, der sich selber finanziert und trägt, und das mit Quadratmeterpreisen zu ca 7,50 €/qm. Das Problem ist doch hier in D., dass die Bürger zugunsten des Kapitals über den Tisch gezogen werden, und das nicht nur beim Wohnungsbau.

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Katzazi 06.11.2017, 15:55
34.

Zitat von kevinschmied704
nicht immer Lobbyisten mit am Gesetzes tisch sitzen würden... wären da auch keine derartigen Lücken vorhanden.. sollte die Judikative nicht unabhängig sein?
Die Judikative sind die Gerichte. Ja, die soll unabhängig sein. Und sie ist es in Deutschland verglichen mit anderen Ländern auch ziemlich gut (gibt dazu Studien). Das hat aber weder mit dem Artikel, noch mit ihrem restlichen Kommentar etwas zu tun. Sie meinen wahrscheinlich die Legislative, also die Gesetzgebung. Nein, die soll nicht unabhängig sein. Sie soll im Sinne der Bürger und dem Allgemeinwohl handeln. Und sie sollen abhängig von den Wahlen sein. Lobbyisten an sich sind nicht verkehrt. Denn Lobbyisten sind erst einmal irgendwie Betroffener. Darunter fallen auch Mietervertreter. Es geht viel mehr um die Auswahl und Stärke und das Gehör der jeweiligen Lobbyisten und da liegt unter anderem das Problem.

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magic88wand 06.11.2017, 16:02
35. Stimmt nicht

Zitat von Geopolitik
Bei Eigenbedarf bekommt man die Mieter nicht heraus.
In den letzten Jahren ist die Kündigung aus Eigenbedarf erheblich erleichtert worden. Das hat zwei Gründe: 1. Vor 10-15 hat der BGH die Beweislast dem Mieter auferlegt, dass eine Eigenbedarfskündigung unrechtmäßig ist. 2. Der Kreis derer, für die sich Eigenbedarf anmelden lässt, ist immer weiter ausgedeht worden (Verwandte, Gesellschafter usw). Während sich das Mietrecht allgemein etwas zugunsten des Mieters entwickelt hat, ist es bezüglich Eigenbedarfs deutlich vermieterfreundlicher geworden.

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Nonvaio01 06.11.2017, 16:03
36. und?

Es ist nicht illegal, nur darum geht es, wenn der Staat solche sachen erlaubt, dann soillten die buerger etwas aendern bei den wahlen.

Moralisch evtl nicht so toll, aber das ist unwichtig, Geld kennt keine Moral.

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Nonvaio01 06.11.2017, 16:05
37. Sie sollten lieber auf die Politiker schimpfen

Zitat von hubwood
Ich weigere mich hier schriftlich zu Verfassen was ich diesen Immobilien Spekulanten an den Hals wünsche. Ein ekelhaftes Geschmeiss dass es nicht verdient hat sich derart am Schicksal anderer Menschen zu berreichern. Das ist übrigens nicht nur in Berlin so. Die meisten Stuttgarter Stadtbezirke werden in Zukunft von "Wenig- und Normalverdienern" kaum mehr zu bezahlen sein. Gentrifizierung hat Hochkultur.
dioe solche praktiken ausdruecklich erlauben mit Gesetzten.

Die Firmen machen nur Geld, die sind nicht der Moralische waechter. Wann merkt man in D endlich das Moral garnichts, aber auch rein garnichts mit dem Gesetzt zu tun, es geht nur um das Gesetzt, sonst nichts.

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buchenzal 06.11.2017, 16:07
38.

Wir Bayern spenden jährlich drei Milliarden Euro mittels LFA an Berlin, da hat es schon seine Richtigkeit, wenn wir sukzessiv alles aufkaufen.

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hans-rai 06.11.2017, 16:08
39. Könnte man mit einer drastischen Spekulationssteuer...

...schnell und problemlos lösen. Mir wurde eine - kleine - Wohnung in Hamburg vor der Nase weggeschnappt. Sollte 97 000,- Euro kosten. Jetzt, ein halbes Jahr später, bietet eine Immobilienfirma diese Wohnung für 149 000,- Euro an. Wenn das dann die Basis für die nächste Miete ist, ist es doch kein Wunder, dass sie teurer sein wird, als zuvor. Solchem Missbrauch sollte man wirklich einen Riegel vorschieben.

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