Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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Alternator 06.11.2017, 16:24
50. Fischmarkt?

Diese Geschäfte riechen eher nach Fischmarkt als nach Immobilienmarkt, sie stinken gewaltig.
Meines Wissens gilt für größere Objekte der Ertragswert für die Ermittlung des Wertes der Immobilie. Also je nach Bausubstanz und Zustand 12 bis 15 Jahresmieten. Wäre in diesem Fall rund eine Million. Wenn da ein fachkundiger Käufer mehr als das Dreifache zahlt, kann man absehen, dass er bereits beim Kauf nicht daran dachte, den Grundgesetzlich verbrieften Schutz der Wohnung zu respektieren. Da ist dann auch der §138 BGB, der Sittenwidrigkeit von Geschäften regelt. Vielleicht sollte man mal ein Präzendenzurteil anstreben, dass diese Art von Geschäftsgebahren unter dem Gesichtspunkt ihrer Sittlichkeit beleuchtet. Wie gesagt, man kann wohl ohne Sorge, unfair zu sein, unterstellen, dass der Grundsatz, dass Kauf nicht die Miete bricht, hier vorsätzlich unterlaufen wird.
Der vorsätzliche Bruch von Grundrechten darf auch nicht mit wirtschaftlichem Gewinn belohnt werden.
Dann war dieses spekulative Geschäft eben eine Arschbombe in die Schlammsuhle für den Unternehmer, dann verliert er halt ein Milliönchen oder zwei. Pech. Die meisten Unternehmer in dieser Branche würden solche Verluste nicht mal spüren. Nächstes mal dann ein anständiges Geschäft machen, dann klappt's auch mit der Rendite.

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J2017 06.11.2017, 16:26
51. Eigentum fördern und Vermieten lohnenswert machen

Ich denke der Artikel geht wie immer am eigentlichen Problem vorbei. Es müssen mehr Wohnungen gebaut werden und Anreize geschafft werden, dass Leute nicht mieten, sondern sich eine Eigentumwohnung kaufen, oder ein Haus bauen.

Die Mieten in dem Haus scheinen albern günstig zu sein, vermutlich würde allein die Instandhaltung alle Mieteinnahmen verbrauchen, das Haus lohnt sich so nie. Bei 22 Wohnungen ist die durchschnittliche Kaltmiete dort 284 Euro pro Monat. Das zerstört jeden Markt und ist jenseits des Rationalen, vor allem da es sich vermutlich nicht nur um Kleinstwohnungen handelt. Das ist einfach nur verrückt.

Also zwei Bitten:
1.) Eigentum massiv fördern, Grunderwerbssteuern für den ersten Kauf komplett streichen und im Gegenteil etwas dazugeben (auch beim eigenen Bauen). Zum Beispiel die Möglichkeit geben über viele Jahre (wenn gewünscht sehr viele) den Kauf des ersten Eigenheims komplett steuerlich abzuschreiben.
2.) Die Mietpreisbremse auf einen Minimalschutz reduzieren und Eigenbedarfskündigungen massiv vereinfachen, aber natürlich den Eigenbedarf dann straff überwachen

Vermietung auch von Altbestand muss sich wieder richtig lohnen und Mieter müssen martkkonforme Preise bezahlen (vermutlich ca. das zwei-dreifache bei dem Beispielhaus) und damit den Wunsch nach Eigentum fördern. Solange man das Mieten für einige wenige (und das ist der eigentliche Skandal) künstlich subventioniert und nicht massiv neue Wohnungen baut wird sich die Situation nicht ändern. Das ist ein ganz schlimmes Bestandsmanagement. Wenn man irgendwann viel zu viele Wohnungen hat sinken auch wieder die Preise.

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böseronkel 06.11.2017, 16:28
52.

Zitat von kevinschmied704
nicht immer Lobbyisten mit am Gesetzes tisch sitzen würden... wären da auch keine derartigen Lücken vorhanden.. sollte die Judikative nicht unabhängig sein?
Vor einigen Jahren veröffentlichte Hans-Herber von Arnim ein Buch mit dem Titel "Volksparteien ohne Volk". In diesem Buch wurde beschrieben wie die Legislative also unsere Volksvertreter nur das unternehmen können, was ihnen von den Parteiführungen oder mit einem anderen Wort von der Exekutive befohlen wurde. Die Exekutive wiederum ist von den im Hintergrund agierenden Geldgiganten abhängig. Wer bestimmt die Zusammensetzung der obersten Gerichte? Richtig, die von den Geldgiganten alimentierten Politakrobaten.

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spon-facebook-1261351808 06.11.2017, 16:28
53. Wir wollen doch neoliebral!

Das Bundestagswahlergebnis mit großen Zuwächsen für die FDP hat doch gezeigt, dass wir diese neoliberale Politik noch weiter auf die Spitze treiben wollen. Also nicht beklagen!

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magic88wand 06.11.2017, 16:29
54. Mir ist Ähnliches passiert

Zitat von hans-rai
...schnell und problemlos lösen. Mir wurde eine - kleine - Wohnung in Hamburg vor der Nase weggeschnappt. Sollte 97 000,- Euro kosten. Jetzt, ein halbes Jahr später, bietet eine Immobilienfirma diese Wohnung für 149 000,- Euro an. Wenn das dann die Basis für die nächste Miete ist, ist es doch kein Wunder, dass sie teurer sein wird, als zuvor. Solchem Missbrauch sollte man wirklich einen Riegel vorschieben.
Eine Berliner Immobiliengesellschaft in städtischer Hand bot eine Wohnung über ihre Homepage an. Ich war interessiert. Der Mitarbeiter vertröstete mich, sagte, man sei noch nicht so weit, da die Mieterin noch nicht ausgezogen sei. Zwei Monate später rief ich wieder an, und es war immer noch nicht so weit. Noch mal zwei Monate später rief ich erneut an, und siehe da: Die Wohnung war bereits verkauft. Mich hatte man nicht kontaktiert. Warum? Ein Monat später wusste ich es: Ich bekam sie zufällig angeboten, aber vom neuen Eigentümer und zu einem satten Preisaufschlag.

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Nonvaio01 06.11.2017, 16:30
55. weil man bei den hochpreisigen mehr verdient

Zitat von buchenzal
Die Frage ist doch dann eher, was macht den Wohnungsbau so teuer, wenn nur noch der hochpreisige Immobilienmarkt bedient wird und nicht mehr für den Normalo?
warum sollte man dan haeuser fuer normalos bauen, wenn man da keine baut wird der Preis fuer normal Haeuser teuer, wend erdann gut ist kann man fuer die wieder bauen.

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markus_wienken 06.11.2017, 16:31
56.

Zitat von MisterD
prophezeie ich uns, dass wir in spätestens 12 Jahren Regierung haben werden, in der die AfD bzw. einer ihrer Ableger mindestens beteiligt ist, wahrscheinlich sogar als stärkste Kraft... In wenigen Jahrzehnten wird es für die normal arbeitende Bevölkerung nicht mehr möglich sein, vernünftig zu leben. Gut leben kann dann nur noch, wer Vermögen hat, das für ihn arbeitet...
Tja, wenn die Leute aus diesen Gründen die mehr als neoliberale AfD wählen kommen sie vom Regen in die Traufe.
Aber bitte.

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mcmercy 06.11.2017, 16:33
57. Zu billig!

Das ganze zeigt eigentlich nur eins, die Mieten in Berlin sind zu billig. Über solch lächerlich niedrige Mieten lachen die Einwohner aller anderen "Weltstädte". Eins muss nun mal klar sein, es gibt doch kein Recht auf billiges Wohnen in bester Lage. Alle wollen in der Stadt wohnen aber nix zahlen. Dann muss man eben aus der Stadt rausziehen. Berlin ist ein failed State. Die Hälfte der Einwohner lebt vom Staat, investiert nix und fordert nur, deshalb geht da auch nix voran, schön das die Stadt jetzt die teuren Wohnungen aufkauft und von unseren Steuern quersubventioniert, der Sozialismus lässt grüßen.

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Wulff Isebrand 06.11.2017, 16:34
58. In Lichtenberg

sind viele englische Immobilienspekulanten unterwegs. Die sind auch nicht besser wie die Heuschrecken aus Süddeutschland

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J2017 06.11.2017, 16:34
59. magic88wand - Leider für Berlin nicht der Fall

In Berlin gibt es defakto fast keine echten Eigenbedarfskündigungen, da man 10 Jahre auf seine Wohnung warten muss - absolut absurd. Wenn das nun maximal 6 Monate und/oder 1 Jahr wären, wäre das ja noch halbwegs ok und realistisch, aber kaum ein Mensch kann sinnvoll 10 Jahre im vorraus planen. Wenn man die Frist massiv kürzt, dann stimme ich Ihrer Aussage zu, aber so ist das zumindest im Fall Berlin einfach nur falsch, da man das Thema politisch getötet hat. Den Erwerb für den Eigenbedarf zu blockieren ist politisch aus meiner Sicht auch das am wenigsten Schlauste, was man machen kann, da man genau das Gegenteil tun sollte um den Besitz eines Eigenheims zu fördern und würde mittelfristig den Markt entspannen.

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