Forum: Wirtschaft
Immobilienspekulanten in Berlin: Die Entmieter
Verein Reichenberger 55

Das Geschäftsmodell ist so lukrativ wie zynisch: Mietshäuser kaufen, Bewohner verdrängen und die Wohnungen dann zum Verkauf anbieten. Besonders erfolgreich betreibt das eine süddeutsche Firmengruppe in Berlin. Der Widerstand wächst.

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lafindl 06.11.2017, 16:34
60. Menschenwürde

Es ist schon bezeichnend wie zynisch und selbstgerecht viele Foristen hier über ein Grundbedürfnis reden. Wahrscheinlich wären sie selbst gerne Immobilienhai.

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keine Zensur nötig 06.11.2017, 16:36
61. Grausam, aber wahr

gerade in Berlin geht es ja schon länger ab. Es war ein rot-roter Senat, der Wohnungen im Prenzl Berg für 600€ das Stück bereits vor Langem verschenkte.

Das war die Ursünde nach der Wende - Folge: Der Stadtbezirk hat einen neuen Namen: Neu Schwabenland. Heute wohnen dort gutbetuchte Neuberliner, vorwiegend Ökos und Grüne mit großen dicken Autos und E-Bikes.

Die indigenen Berliner wurden einfach mal ausgemietet, da sie einfach die Mieten nicht mehr bezahlen konnten. Erwischt hat es auch die altenative Kunstszene wegen der es so schick war dort zu wohnen.

Und jetzt geht es einfach weiter.

Freude aller Orten - so schafft man gesellschaftliches Konfliktpotential in den richtigen Dimensionen, die in sehr absehbarer Zeit in Gewalt umschlagen können. Gräben gibt es genug, arme Deutsche, arme Ausländer, reiche Beamte alle fein zusammengepfercht.

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Wulff Isebrand 06.11.2017, 16:36
62. Hat nicht die AfD

Zitat von spon-facebook-1261351808
Das Bundestagswahlergebnis mit großen Zuwächsen für die FDP hat doch gezeigt, dass wir diese neoliberale Politik noch weiter auf die Spitze treiben wollen. Also nicht beklagen!
die meisten Zuwächse und kommen nicht die FDP Wähler von der CDU. Ich glaube die Bundestagswahl hat gerade "das" nicht gezeigt

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geraldwinkeler 06.11.2017, 16:39
63. Primat der Politik

Wieder muss ich im Beitrag eines Foristen die Behauptung lesen, Beamte hätten über den Verkauf des Bestandes an öffentlichen Wohnungen ( hier in Berlin) entschieden. Das ist einfach völlig unzutreffend. Entscheidungen von solcher Tragweite werden grundsätzlich von Politikern getroffen. Beamte dürfen so etwas höchstens umsetzen. Dabei braucht man wirklich nicht besonders viel Phantasie, um sich auszumalen, dass Beschäftigte, die mit der Verwaltung und der Betreuung dieses Bestandes beschäftigt waren, so etwas nicht gerne getan haben. Wahr aber ist, dass auch bei der letzten Bundestagswahl die meisten Bürger wieder Parteien gewählt haben, die uns weismachen wollen, die Probleme des Wohnungsmarktes müssten zuallererst durch Neubau gelöst werden. Wenn nur genug neu gebaut würde, könnte der heilige Markt es schon richten. Wer so denkt, für den ist der Kampf gegen Wucherer und Miethaie nur eine lästige Nebenpflicht, die er dann auch entsprechend halbherzig erfüllt. Und genauso handelt die große Mehrheit der deutschen Politiker. In der öffentlichen Diskussion fallen elementare Fakten dann schon mal unter den Tisch: etwa die, dass es mehr Wohnraum als je zuvor gibt, dieser aber immer ungleicher verteilt wird. Es gibt auch in Berlin immer mehr Leute wie Herrn Peter Altmaier, der laut dem Bericht einer Illustrierten auf über 200 qm in einer sehr schönen Berliner Gründerzeitwohnung alleine lebt. Berlin könnte sogar das Schicksal Londons drohen, wo ganze Straßenzüge meistens menschenleer sind, weil die Wohnungen den korrupten Oberschichten der Dritten Welt und Russlands gehören, deren Angehörige nur gelegentlich mal vorbeischauen. Auch in Berlin wird unter den Augen unserer Politiker durch Wohnungskauf gerade viel schwarzes und graues Geld gewaschen und angelegt. Bislang haben die deutschen Politiker dagegen nichts Ernsthaftes unternommen. Allen voran der große Pharisäer Schäuble, der diese Unterlassungen noch durch pseudophilosophische Sprüche über die Gottgegebenheit der Spekulation und der Steurervermeidung und Hinterziehung zu überhöhen trachtet. Wenn man die Metropolen dem verantwortungslosen Casinokapitalismus überlässt, wird für viele der Bewohner kein menschenwürdiger Platz mehr da sein. Der Gedanke, erst Steuern von den Profiteuren dieses Systems einzusammeln, und dann damit den Wohnungsmarkt durch Überführung in öffentliches Eigentum zu kontrollieren, ist zwar bestechend, dürfte aber an der Politik und den Wählern scheitern.

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kraijjj 06.11.2017, 16:39
64.

Zitat von andjessi
Ganz von der Hand zu weisen, ist dieser Einwand nicht. Auch wenn es dafür jetzt in einigen Stadteilen zu spät (weil zu teuer) ist und sich natürlich nicht jeder Eigentum leisten kann (die Mehrzahl der Mieter aber schon). Man kann nicht als Mieter nur die Rosinen picken (Flexibel bleiben, billig Mieten, andere investieren und das Risiko tragen lassen, bloß keine Veränderung, alles soll so bleiben, wie es ist) und darauf vertrauen, dass man in seiner Mietwohnung schon für Jahrzehnte wohnen kann und die Mieten nicht oder nur in Höhe der Inflationsrate steigen (vielleicht von öffentlich gefördertem Wohnraum oder Genossenschaftswohnungen einmal abgesehen).
Auf welchem Planeten leben sie bloß?
Die Mehrzahl der Mieter soll sich Wohneigentum leisten können? Nicht in meinem Kiez! Und wenn dann würden sie den Schritt auch machen.

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Axel Schön 06.11.2017, 16:39
65. Revolution Bitteschön!

Die Gesetze müssen so gestaltet werden, dass man keine Diskrepanz mehr hat zwischen moralisch verwerflich und gesetzwidrig. Kriminelle Spekulationen gehören geahndet und die Spekulanten dürfen mit ihrem kriminellen Tun nicht länger davon kommen, achselzuckend weitermachen lassen - sie müssen endlich als das behandelt werden was sie sind: ganz gewöhnliche Kriminelle! Dabei darf es nur insofern eine Rolle spielen, in welch exklusiver Liga sie spielen, als dass man, je höher der gesellschaftlich/volkswirtschaftliche Schaden ist, auch dementsprechend hohe Strafen ausspricht!

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der.tommy 06.11.2017, 16:40
66. @zweiter

Es geht nicht darum, dass das wohnen in Berlin nicht teurer sein dürfte, als in neu rosow an der polnischen Grenze. Es geht darum, dass die Mieter, um die es hier geht, aus den Wohnungen gedrängt werden, weil jemand (der das Haus nur gekauft, aber nicht mal gebaut hat) unbedingt und ganz schnell Rendite will. Und das ist nicht gerechtfertigt.

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spon-1166190186838 06.11.2017, 16:42
67. Irgendetwas ist hier Falsch.

Solang ich Mieter war habe ich mich über jede billige Wohnung gefreut. Jetzt bin ich unfreiwilliger Weise Vermieter geworden und verliere dauernd Geld.

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genugistgenug 06.11.2017, 16:44
68. Politiker wollen den Mietern helfen....

Sind das nicht dieselben Politiker die die kommunalen Wohnbaugesellschaften an Heuschrecken verramscht haben? Oder dieser bay. Finanzminister der auch die Heuschrecken fütterte und nicht rechnen konnte, dass steigende Mieten durch Wohngeld, Mietzuschüsse, usw. wieder ausgeglichen werden muss. Oder wollte er die armen Menschen in den tiefen bay. Wald oder gleich in die ehem. Ostzone verschicken, weil dort die Wohnungen billiger sind?

Kurz gesagt "die Messe ist gelesen" - egal was die Politiker machen wollen ist das nur Übertüncherei um das eigene Versagen zu verstecken und die Menschen ruhig zu halten. Vorschlag: die sollen einfach jeden Parteifreund aus der Partei werfen, der hier mitgemacht hat und dann werden viele Parteibüros frei, die man ja zu Wohnraum umwidmen kann.

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kraijjj 06.11.2017, 16:44
69.

Zitat von jusch
Ich kann diese Aufregung nicht verstehen. Jeder Mieter sollte sich freuen, wenn seine Wohnung saniert wird, ein Balkon oder ein Aufzug angebaut wird, werden sie doch selbst davon profitieren. Sie selbst lassen doch ihre Mietwohnung nicht renovieren, sondern leider ......
Weil nach einem Umbau eine für den Mieter oftmals nicht mehr zu finanzierende Mieterhöhung folgt.
Es hat ja keiner etwas dagegen, wenn zur Wertsteigerung der Immobilie ein Balkon angebaut wird aber eben bitte nicht, wenn es eine Verdoppelung der Miete zur Folge hat.
Und die Mietpreise hier in Berlin-Kreuzberg sind eben schon Jenseits von Gut und Böse. Als Single mit durchschnittlichen Einkommen ist es fast unmöglich bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Es ist einfach nur noch unverschämt was bei Neuvermietungen verlangt wird und das selbst für Hinterhof-Souterrain-Buden.

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