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Immobilienumfrage: 84 Prozent der Deutschen wollen lieber Eigenheim statt Miete zahle
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Der Immobilienboom scheint ungebrochen. Laut einer Umfrage für den SPIEGEL präferiert die große Mehrheit der Deutschen das Eigenheim - und rechnet mit weiter steigenden Preisen.

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dasfred 20.08.2018, 08:21
1. Wünschen kann vieles

Man sollte sich aber im Klaren sein, dass mit einer eigenen Immobilie auch viel Verantwortung verbunden ist, dass man an den Standort und das, auch zukünftige, Umfeld denken muss. Viele Faktoren spielen eine Rolle, wenn es darum geht, sich auf Jahrzehnte zu binden. Auch an Flexibilität sollte man denken. Ein großes Haus, mit drei Kinderzimmern, eines für jedes, ist später oft ein großes Haus mit drei leeren Zimmern, die trotzdem mit bezahlt werden müssen. Und das Geld, dass in Anschaffung und Erhaltung samt aller Nebenkosten fließt, fehlt natürlich an anderer Stelle. Eine Immobilie sollte lange einer Prüfung unterzogen werden, bevor man sich und seine Angehörigen dauerhaft an das Objekt bindet.

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andraschek 20.08.2018, 08:27
2. Ist schon seltsam das so viele ein Eigenheim wollen,

sich aber nur recht wenige ein Eigenheim oder zumindest eine Eigentumswohnung kaufen. Gearde im Hinblick auf die Rente finde ich Wohneigentum zur finanziellen Absicherung im Alter als Unschlagbar.

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felix.leidmann 20.08.2018, 08:39
3. Bitte nicht überschulden

Kenne Fälle, bei denen die Hälfte des Haushaltsnettoeinkommens für die Schuldentilgung bzw. Zinsen bezahlt werden muß. Wenn das Einkommen nur 3.500 Euro netto im Monat beträgt, ist das zuviel. Bei 6000 netto im Monat kann man vielleicht 3.000 Euro Rate stemmen.
Oft wird da mit der heissen Nadel genäht: Beide Partner müssen arbeiten, um die Schulden bezahlen zu können. Wehe, da wird einer krank oder arbeitslos, dann war's das mit dem Eigenheim. Sehr oft war früher auch die Tilgungsrate zu niedrig, so daß Kreditlaufzeiten von mehr als 30, 40 Jahren zustande kamen. Mittlerweile achten glaube ich die Kreditgeber darauf, dass auch ausreichend getilgt wird, so dass nach 25 Jahren bzw. bis zur Rente die Schulden getilgt sind.
Natürlich ist es ausgesprochen angenehm, als Rentner in der schuldenfreien eigenen Immobilie relativ kostengünstig leben zu können. Da kann man dann auch leichten Herzens ein paar Euro für Reparaturen ausgeben.

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cabotine 20.08.2018, 08:40
4. Hoffentlich lassen Sie in der Reihe auch Gerd Kommer zu Wort kommen...

Ich habe erhebliche Zweifel daran, ob die Mehrheit der 84%, mit einem Wunsch nach einem Eigenheim dies finanziell wirklich durchgerechnet haben. Herr Kommer hat dies getan und zeigt auf, dass mieten und gleichzeitig investieren unter finanziellen Aspekten oftmals günstiger ist als der Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie. Er berücksichtigt sämtliche Kaufkosten, Nebenkosten, Instandhaltungskosten sowie Verkaufskosten und vergleicht die Renditen mit denen anderer Anlageklassen.
So wird deutlich, dass sich der Immobilienerwerb als Lebensstilentscheidung begründen lässt aber zur Altersvorsorge in vielen Fällen anderen Anlagen (wie z.B. günstige, passive, breit diversifizierte ETF-Indexfonds) unterlegen sind.

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cruiserxl 20.08.2018, 08:41
5. klar unschlagbar als Absicherung...

...wer es aber seriös angehen will, hat heutzutage mit Familie keine Chance mehr bei den Preisen. Da bringen auch die ach so tollen niedrigen Zinsen nichts....

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juba39 20.08.2018, 08:44
6. Achtung Kostenfalle!

Wie war das nochmal mit der Aussagekraft von Umfragen?
Ich wohne seit 18 Jahren in einem Eigenheim. Zuerst sollte jedem klarsein, daß er bei einer seriösen Finanzierung, also OHNE Erbschaft oder überdurchschnittlichem Einkommen (von wegen der akzeptablen monatlichen finanziellen Belastungen) sein Wohneigentum bis zum Ende der Finanzierung noch einmal bezahlt.
Und wenn nicht irgendwann eine Gesetzesbremse eingebaut wird, bedienen sich Staat und Kommunen durch ständige, zum Teil willkürlichen, Erhöhungen bei Steuern und Abgaben auf Wohneigentum, sodaß irgendwann einmal ein Patt zur Mietwohhnung besteht. Mit dem Unterschied, daß ein Eigentümer für alle Nebenkosten, wie Reparaturen, selbst aufkommt. Ein Mieter ohne jeden Wertverfall ausziehen kann.
So blauäuig, wie im Artikel, kann doch in Deutschland kein Mensch übers private Bauen denken!
Von schwarzen Schafen in der Baubrache einmal ganz abgesehen.
Über alle Parteigrenzen hinweg gibt es doch gute Ideen, daß Bauen atraktiv UND sozial zu gestalten. Wozu haben wir denn eine KfW?

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transsib_reisen 20.08.2018, 08:47
7. Miete = Geld zum Fenster rausgeworfen

Unbedingt bei Kauf jetzt die extrem niedrigen Zinsen festschreiben
lassen!

Es wird keinesfalls beim derzeitigen Niveau von 2 oder 2,5% bleiben.

2,5% von fremdfinanzierten 250.000 EUR sind 6.250.- Zinsen im Jahr.

5,5% von fremdfinanzierten 250.000 EUR sind 13.750.- Zinsen im Jahr.

Und wir sind in 3 - 4 Jahren bei 5,5%, sehr wahrscheinlich.

Anfangstilgung von 25% sollte schon drin sein, das kommt noch
oben drauf. Falls weniger als 25%, wird die Laufzeit, bis alles
abbezahlt ist, schon sehr lange.

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Talent 20.08.2018, 08:50
8. Komische Frage

Also ich finde die Frage komisch gestellt. "Würden Sie persönlich lieber zur Miete wohnen oder in der eigenen Immobilie, wenn Sie es sich aussuchen könnten?"
Mir fehlt da der Finanzierungsbackground. Ob sich ein Eigenheim finanziell lohnt hängt von vielen Faktoren ab, für mich weiß ich, das sich ein Eigenheim mit mitte 30 nicht mehr lohnt, da zahle ich lieber Miete und investiere das Geld in andere dinge.

@andraschek
naja, ob Wohneigentum auf Hinblick auf die Rente unschlagbar ist wage ich zu bezweifeln. Es gibt auch diverse Rechnungen die belegen das man finanziell mit einem Aktienfond besser gefahren wäre (wenn man also die Differenz zwischen Miete und Tilgung und Instandhaltung zB einen ETF anlegen würde). Aber letztendlich sind da einige variablen die es zu beachten gilt, nur warne ich vor der Milchmännchen Rechnung das Eigentum immer besser als mieten ist.

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hansw 20.08.2018, 08:58
9. Warten wir es doch ab

Habe in meinem Erwachsenen Leben bereits 5 Rezessionen auf dem Immobilienmarkt erlebt. Vor jeder Rezession wurden identische Sprüche wir jetzt auch verbreitet und ein Klima der Atemlosigkeit erzeugt. Man durfte nichts verpassen und musste sofort kaufen, weil die Preise weiter steigen.

Also gemach, gemach, noch nie ist ein Immobilienbaum in den Himmel gewachsen. Wer jetzt kauft, betrügt sich selbst.

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