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Immobilienumfrage: 84 Prozent der Deutschen wollen lieber Eigenheim statt Miete zahle
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Der Immobilienboom scheint ungebrochen. Laut einer Umfrage für den SPIEGEL präferiert die große Mehrheit der Deutschen das Eigenheim - und rechnet mit weiter steigenden Preisen.

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touri 20.08.2018, 11:36
90.

Zitat von andraschek
sich aber nur recht wenige ein Eigenheim oder zumindest eine Eigentumswohnung kaufen. Gearde im Hinblick auf die Rente finde ich Wohneigentum zur finanziellen Absicherung im Alter als Unschlagbar.
Das muss man gut durchrechnen. Für mich als Single, der aktuell unter 400 € Miete zahlt (warm wohlgemerkt) z.B. würde sich Wohneigentum niemals lohnen. Ein Haus verursacht ja auch Kosten, Grundsteuer, Instandhaltung, Reinigungskosten, Kanal, Müll, etc. Selbst zu Zweit dürfte man mit Miete besser wegkommen. Dazu sind sie dann ersteinmal örtlich gebunden und für die nächsten Jahrzehnte verschuldet. Wenn man dann arbeitslos wird ist das Haus ganz schnell weg. Wenn mit einem Partner gemeinsam gebaut wird besteht noch das zusätzliche Riskio einer Trennung. Dann ist das Haus in der Regel auch weg, weil keiner den anderen ausbezahlen kann und die Hütte deswegen verkauft werden muss.

Erst wenn Kinder ins Spiel kommen würde ich persönlich einen Hausbau/kauf näher in Betracht ziehen, da ein Haus natürlich auch Freiheiten bietet, die man als Mieter so nicht hat.

Am Ende muss es jeder für sich entscheiden, aber rein finanziell und risikotechnisch fährt man mit Miete meistens besser, flexibler ist man auch.

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landei23 20.08.2018, 11:37
91. Immobilie als Altersvorsorge?

...halte ich fûr außerordentlich wagemütig. Da wird ein Großteil des Vermögens in eine Sache gesteckt, wobei es völlig unklar ist, ob zu dem nicht näher zu spezifizierenden Zeitpunkt eines Verkaufs (zu groß im Alter, zu wenig Infrastruktur...) ein Käufer zu finden ist. Ich habe bereits zu viele alte Menschen erlebt, die ihr halbes Leben in ein Haus gespart haben um der Familie ein gemeinsames, komfortables (Land-)leben zu ermöglichen und im Alter dann ein finanzielles Debakel erlebt haben. Setzen sich die aktuellen Trends fort, ist wahrscheinlich nur Eigentum in mittelgroßen und großen Städten eine gute Anlageidee - aber auch das ist sehr, sehr unsicher.

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chlorid 20.08.2018, 11:38
92.

Zitat von felix.leidmann
Kenne Fälle, bei denen die Hälfte des Haushaltsnettoeinkommens für die Schuldentilgung bzw. Zinsen bezahlt werden muß. Wenn das Einkommen nur 3.500 Euro netto im Monat beträgt, ist das zuviel. Bei 6000 netto im Monat kann man vielleicht 3.000 Euro Rate stemmen. Oft wird da mit der heissen Nadel genäht: Beide Partner müssen arbeiten, um die Schulden bezahlen zu können. Wehe, da wird einer krank oder arbeitslos, dann war's das mit dem Eigenheim. Sehr oft war früher auch die Tilgungsrate zu niedrig, so daß Kreditlaufzeiten von mehr als 30, 40 Jahren zustande kamen. Mittlerweile achten glaube ich die Kreditgeber darauf, dass auch ausreichend getilgt wird, so dass nach 25 Jahren bzw. bis zur Rente die Schulden getilgt sind. Natürlich ist es ausgesprochen angenehm, als Rentner in der schuldenfreien eigenen Immobilie relativ kostengünstig leben zu können. Da kann man dann auch leichten Herzens ein paar Euro für Reparaturen ausgeben.
Ja, so ist das. Kann man aber machen - wenn man verzichten will und kann. Für mich war das kein Problem. Ich habe 20 Jahre lang praktisch jeden Cent in eine Immobilie gesteckt. Da war dann deutlich mehr als die Hälfte des Nettos jeden Monat weg - also im Jahresdurchschnitt, mit Sondertilgung einberechnet. Das ist der Trick. Eine Sondertilgung, die man auch mal lassen kann.

Für die meisten meiner Freunde und Bekannten war das aber nix. Die hätten das Geld auch gehabt. Aber sie wollten es lieber für Luxus ausgeben. Das muss man auch sagen: Eine Immobilie fühlt sich toll an. Aber sie bindet Kapital, das man lange nicht mehr zurückkriegt. Klar, man spart Miete und alles zusammengerechnet ist das ein Plusgeschäft (in der Regel). Aber das Kapital ist gebunden. Man kann es nicht mehr für Urlaube oder Autos oder Plüschsofas ausgeben. Die Erbengeneration profitiert so richtig von der Immobilie.

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großwolke 20.08.2018, 11:41
93. Lieber nicht

Ich lebe auch in so einer teuren Ecke, und sage daher ganz klar: lieber nicht. Ich zähle mich zwar insofern zu den 84 %, als dass ich natürlich gern was eigenes hätte, ohne nervige Nachbarn und mit der Freiheit, alles nach meinem Gusto gestalten zu können. Aber die Art Haus, in der das möglich ist, ist hier in der Gegend unter einer halben Million nicht zu haben, wenn denn überhaupt. Da spare ich doch lieber auf andere Art fürs Alter und ziehe zur Rente in eine billigere Gegend.

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Kurt-C. Hose 20.08.2018, 11:42
94. Altersabsicherung

Eigne Immobilien sind der wichtigste Baustein für eine solide Absicherung im Alter. Die Frage, ob man jetzt kaufen soll oder später, ist wie bei Aktien eigentlich unsinnig. Wer mit einem Horizont von 10-20 Jahren investiert, kann fast zu jedem Zeitpunkt anfangen. Wer immer darauf wartet, dass "der Markt unten ist" wird NIE kaufen.

Was in dem Artikel nicht ganz rauskommt - man muss im Eigentum nicht wohnen. Man kann auch zur Miete wohnen und das Eigentum vermieten - ist steuerlich deutlich besser. Und bei den hiesigen Mieterschutzgesetzen gleich sicher.

Bei vermieteten Wohnungen/Häusern ist die Angst vor steigenden Zinsen unbegründet, so lange man seine Mietverträge indexiert. Was jeder vernunftbegabte Vermieter heutzutage tut.


Bei Immobilien zur Kapitalanlage muss man sich dann auch nicht an den eigenen Wohnbedürfnissen orientieren, sondern kann je nach Investitionsmöglichkeit vernünftige Lagen und vermietbare Immobilien nah Markterfordernis suchen.

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Over_the_Fence 20.08.2018, 11:43
95. Andere Länder, andere Sitten

Zitat von Plasmabruzzler
Hier gilt zu berücksichtigen, dass in den genannten Ländern die Immobilien selten im Eigentum der dort wohnenden sind, sondern der Bank gehören. Da werden teils Finanzierungen über Generationen hinaus geplant bei relativ einfachen Wohnverhältnissen. Würde/könnte man hier in D ein Haus auf einem sehr preiswerten Grundstück bauen, fast ohne Kaufnebenkosten, ohne Keller, ohne Heizungsanlage und mit elektrischen Leitungen auf dem Putz, wäre die Eigenheimquote hier auch höher.
Für Frankreich kann ich das nicht bestätigen. Viele junge Leute kaufen dort, weil sie den Kredit mit einer überschaubaren Vorfälligkeitsentschädigung, die z.T. beim Abschluß sogar weggehandelt werden kann, wieder loswerden können.
Da man die Kredite im Verlauf günstig wieder loswerden kann, sind zum Beispiel auch Nachverhandlungen mit der Bank im Falle von stark gesunkenen Zinsen möglich. Hierzulande ist das undenkbar.

In Frankreich können sie mit 25 eine 50 qm Wohnung kaufen, und sie mit 30 gegen eine größere eintauschen. Im Falle einer richtigen Baisse wäre das zwar nicht so einfach, aber die letzte Immobilienkrise dort ist auch schon 20 Jahre her.

Die Banken und die Vorfälligkeitsentschädigung werden in der Diskussion über Hindernisse zum Erwerb zum Wohneigentum hierzulande gerne unter den Tisch fallen gelassen.

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Botox 20.08.2018, 11:44
96. Imobilie bringt Sicherheit.....

Als ich vor 25Jahren eine Imobilie gekauft habe, war gerade der Telekom Boom am laufen. Mehr als Mitleid habe ich von Freunden/Bekannten nicht bekommen. Heute ist die Aktie mal gerade 20% vom damaligen höchstand Wert......
Auch die Leute. die lieber in Lebensversicherung/Fonds oder ähnliches Investieren, sollten wissen, das sich ohne die Bankebnrettung auch diese Alterssicherung bereits
in Luft aufgelöst hätte. Darum sind Banken auch "System relevant"
Jeder, der lieber seine Altersicherung direkt/indirekt von den Aktienkursen/Finanzwelt abhängig macht, sollte wissen, das die Politik nicht immer den Retter spielen kann und sollte sich nicht wundern, wenn er plötzlich ohne Absicherung im Alter dasteht.

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S.Eis. 20.08.2018, 11:45
97.

Unsere Baukosten sind aufgrund teilweise völlig sinnloser und sich selbst widersprechenden Normen und Verordnungen so hoch, weil diese von den Lobbyisten der Industrie geschrieben und von der Politik im Namen von allem Möglichen (z. B. CO2 Reduktion) abgesegnet werden. Natürlich ließe sich deutlich günstiger bauen ohne Einbußen der Qualität oder des Energieverbrauchs, dann allerdings ohne das Beharren auf die Normen. Hierfür würde dann allerdings keine Baugenehmigung erteilt, denn die Normen müssen ja eingehalten werden. In unseren Schulen und Universitäten wird zudem auch kein Ingenieurverstand unterrichtet sondern genau das Einhalten der immer groteskeren Normen. Für ein Land wie Deutschland, welches in seiner Geschichte die größten Ingenieure hervorgebracht hat, ist das beschämend. Neubauten für Geringverdiener zu bauen ist für Investoren unter solchen Voraussetzungen nicht nur unattraktiv sondern fahrlässig. Hierfür muss der Staat einspringen und schlagfertige Wohnungsbauunternehmen gründen, vielleicht fällt dann auch mal auf, welchen Blödsinn wir bauen...

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mrmartin19 20.08.2018, 11:47
98. prozentuale Nebenkosten beenden

Makler, Grunderwerbsteuer, Notar, etc. sollte auf Festpreise (zwischen €500-2000) umgestellt werden. Das würde den Wohnungs-/Hauskäufern mehr helfen als alles andere.

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markus_wienken 20.08.2018, 11:47
99.

Zitat von gvcom
in anderen europäischen Ländern ist der Bau eines Hauses oder der Kauf einer Wohnung wesentlich billiger. Die große Mehrheit der Europäer wohnt in den eigenen vier Wänden. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union, das auf die Bevölkerungszahl abstellt und nicht auf die Haushalte. Dabei liegt Deutschland mit 53 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 71 Prozent. https://cache.pressmailing.net/content/2a10c9a3-f1d4-4a34-b90c-7f40e979f2fc/image?attachment=false.jpg
Tja, dann gehen Sie mal in diesen Ländern aufs Land und schauen sich die Durchschnittswohnung/Haus an.
Ich möchte so (einfach...um nicht zu sagen primitiv) nicht wohnen, Sie vermutlich auch nicht, hinzu kommt, dass viele der Immobilien noch der Bank und nicht den Bewohnern gehören.
Insofern sind Länderübergreifende Statistiken immer mit sehr viel Vorsicht zu genießen.

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