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Immobilienumfrage: 84 Prozent der Deutschen wollen lieber Eigenheim statt Miete zahle
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Der Immobilienboom scheint ungebrochen. Laut einer Umfrage für den SPIEGEL präferiert die große Mehrheit der Deutschen das Eigenheim - und rechnet mit weiter steigenden Preisen.

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troupicl 20.08.2018, 10:34
60. Vielleicht hätte man unterscheiden sollen

Vielleicht hätte man in der Statistik klar nach Eigenheimbesitzern und Mietern unterscheiden sollen. Natürlich wünscht sich erstmal fast jeder Mieter ein Eigenheim. Wenn man dann aber mal die laufenden Kosten und Nachteile einer Immobilie gegen ein Mietobjekt abwägt, dürfte die Statistik wesentlich differenzierter ausfallen. Auch als Kapitalanlage taugt eine Immobilie auf dem dünner besiedeltem Land nur sehr bedingt. Wer sich zudem bei den aktuellen historischen Niedrigzinsen verschuldet sollte bedenken, dass die auch wieder steigen werden.

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spaas11 20.08.2018, 10:35
61. faszinierend

finde ich Kommentare, die einem erklären wollen, dass Aktien und ETF Fonds effektiver Wert aufbauen können als eine Immobilie. Aber nur dann, wenn ich auch viele Jahre immer damit Gewinn mache und keinen Verlust erleide. Im blödesten Fall habe ich Totalverlust in einigen Bereichen und Fonds(hoffentlich genügend diversifiziert).
Nun ja, wer das Risiko liebt, dann lieber ein Dach überm Kopf....klar ist natürlich,daß man seine Immobilie pflegen muss und zwar jedes Jahr. Irgendwo ist immer was zu tun. Wenn ich das aber mache, erhalte ich sie nicht nur, sondern halte sie Wert stabil. Eine ewige Wertsteigerung gibt es im Normalfall nirgends und in keiner Anlageform. Das sollte klar sein.

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MaR_92 20.08.2018, 10:35
62. Eigentumswohnung

Ich habe mir den Traum vom Eigenheim erfüllt. 2017 direkt nach meinem Studium gekauft (Kaufpreis 109.000 €, Baujahr 1987, 80m², Rücklagenkassen sind gefüllt) und aktuell mit einer Tilgung von 4% für die nächsten 15 Jahre unterwegs bei einem Zinssatz von 1.39%. Davor die Wohnung mit Fachleuten besichtigt (Architekten) und direkt zugeschlagen. Bei einem brutto Verdienst von 52.000 mit meinen aktuell 26 Jahren ist das absolut tragbar. Und nein ich wohne nicht in einem Dorf oder am Ende der Welt sondern in einer 180.000 Einwohner statt. Ich hatte tatsächlich einfach nur Glück mit dem Objekt!

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netroot 20.08.2018, 10:36
63. Mietpreisbremse ??

Denen, die für eine Mietpreisbremse sind, sei gesagt, dass meine Wohnung seitdem fast 200EUR teurer ist und ich den Preis auch niemals mehr senken werde (sonst muss er ja auf dem niedrigen Niveau bleiben) - man sieht: Die Mietpreisbremse funktioniert - allerdings anders als gedacht.

Die Politik nennt nur nicht das Kind beim Namen: Durch Privatisierung und Rückzug aus dem sozialen Wohnungsbau hat man Investoren reich gemacht und teure Mieten generiert. Kleine, faire Vermieter, die ihre Altersvorsorge mit Immobilien (bisher erfolgreich) sichern - sollen es nun ausbaden - aber wie sagt man so schön: Der Dumme ist immer der Depp. Und das ist und wird der Mieter bleiben, bis man die Politik dazu zwingt wieder sozialen Wohnungsbau zu betreiben.

Und denen, die bei einem solchen Preisgefüge in Immobilien investieren wollen, sei angeraten sich beim statistischen Bundesamt folgende Prognosen anzusehen:
Bevölkerungsentwicklung, Einkommensenwicklung, Rentenentwicklung etc.

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richard_schmid 20.08.2018, 10:41
64. Mietpreisbremse? Wirklich?

71,5 Prozent meinen, dass der Staat stärker eingreifen sollte, um den Anstieg der Mietpreise zu bremsen. Die Überschrift des Redakteurs macht aus diesem "Eingreifen" eine Mietpreisbremse. Dabei gibt es zahlreiche kreative Möglichkeiten, um den Mietmarkt zu steuern. Wie wär's mit einer Wohnraumzuteilungsbehörde, oder eine Lotterie? Mangelverwaltung bietet dann auch wieder neue Einnahmemöglichkeiten... Die naheliegende Idee wäre es, dass der Staat sein Instrumentarium zur Kostensenkung konsequent nutzt. Zum Beispiel. aufgelassene Kasernengelände nicht zum "Marktpreis" zu verkaufen, das Notargesetz zu ändern, die Grunderwerbssteuer zu reduzieren, den Tiefgaragenzwang zu streichen, Baurecht zu vereinheitlichen und so weiter. Mit niedrigeren Kosten und größerem Angebot regeln sich die Mieten von selbst und der Mangel - das größte aktuelle Problem - ist beseitigt.

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haarer.15 20.08.2018, 10:43
65.

Zitat von apotheka
Man kann durchaus beim Eigenheim sparen. Würde ich heute nochmal bauen, würde es locker 150 Tausend billiger. Kein Garten, den nach 20 Jahren nur noch ein Gärtner beherrscht, Keller? Wozu? Doppelgarage, quatsch.
Nur wer selbst baut, kann vielleicht noch was sparen, braucht aber auch erst Bauland. Ein Eigenheim ohne Garten wäre für mich nicht vorstellbar. Dann wäre eine ETW wohl sinnvoller. Auch fürs Alter die bessere Wahl.

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Siebengestirn 20.08.2018, 10:47
66. Ein Königreich für ein "erschwingliches" Baukonzept!

Der Eigentumswunsch von 84 % der Deutschen steht in einem deutlichen Widerspruch dazu, dass EU-weit "die Wohneigentumsquote traditionell am niedrigsten" ist. Ist das mit Blick auf unseren Wohlfahrtsstaat eigentlich ein nur hinzunehmendes "Naturgesetz"? Die Diskussion hier beleuchtet wichtige Aspekte, die für und wider den Schritt zum Eigentum und weg von der "Mietknechtschaft" sprechen. Im Abschnitt IX der Koa.-Vereinbarung der Bundesregierung werden einige sinnvolle Maßnahmen zur Förderung des Eigentumswohnungsbau genannt und geplant. Diese reichen aber voraussichtlich nicht aus, um Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen zu einer Kaufentscheidung zu bringen, die für die wirtschaftliche Belastung im Alter von zentraler Wichtigkeit ist. Das ist insbesondere für die SPD eine politische Aufgabe von ganz besonderer Bedeutung. Sie muss ein Konzept entwickeln, das Wege für diese Wählerschaft aufzeigt und allgemein verständlich ist. Damit könnte man "traditionelle" Wähler zurückgewinnen.

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outsider-realist 20.08.2018, 10:48
67. Umfrage

Die Umfrage passt gut zur gegenwärtigen Wohnungsnotlüge der Baubranche. An allen Ecken wird gebaut und die Landschaft zubetoniert. Dabei vergreist angeblich unsere Gesellschaft und Wohnraum dürfte bald genügend zur Verfügung stehen.
Warum ist das nicht der Fall? Weil der grösste Teil der neu gebauten Wohnungen an in- und ausländische Investoren und Spekulanten geht, die nicht wissen wohin mit ihrem Geld und auf hohe Mieten spekulieren ( bspw. in Frankfurt durch den Brexit). Das Europaviertel in Frankfurt ist so ein Negativbeispiel. Die angebliche Wohnungsnot dient lediglich als Argument dazu Baugenehmigungen schnellstmöglich zu bekommen. Allerdings entsteht dadurch in der Tat eine Wohnungsnot, weil die Mieten immer teurer werden und die Durchschnittsverdiener aus der Stadt vertrieben werden. Jeder Neubau verschärft die Wohnungsnot, wenn es sich nicht gerade um sozialen Wohnungsbau handelt. Leider macht sich der Staat hier zum Handlanger der Spekulanten und der Baulobby.

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butzibart13 20.08.2018, 10:57
68. Von der Landflucht zur Stadtflucht

Bei der derzeitigen Situation ist der Bau oder Erwerb von Eigenheim für viele Familien fast nur auf dem Land möglich, da in den Städten Wohnungen oft unbezahlbar sind. Im Gegenzug bedeutet dass, wenn Arbeitsplätze hauptsächlich in der Stadt zu finden sind, ewig lange Anfahrten dorthin anstehen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist, wie auch im letzten SPIEGEL zu lesen war, die Bildung neuer Großräume wie hier das hessische Beispiel Oberzent als Zusammenschluss von kleinen Gemeinden mit angedachtem Gesundheitszentrum, evtl . Kulturzentrum, natürlich den üblichen Kaufmöglichkeiten und u. U. auch Ansiedlung von mittelständischer Industrie. Damit würden die jetzigen Großstädte auch entzerrt.

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olli0816 20.08.2018, 11:00
69. Das stimmt nicht

Zitat von spaas11
finde ich Kommentare, die einem erklären wollen, dass Aktien und ETF Fonds effektiver Wert aufbauen können als eine Immobilie. Aber nur dann, wenn ich auch viele Jahre immer damit Gewinn mache und keinen Verlust erleide. Im blödesten Fall habe ich Totalverlust in einigen Bereichen und Fonds(hoffentlich genügend diversifiziert). Nun ja, wer das Risiko liebt, dann lieber ein Dach überm Kopf....klar ist natürlich,daß man seine Immobilie pflegen muss und zwar jedes Jahr. Irgendwo ist immer was zu tun. Wenn ich das aber mache, erhalte ich sie nicht nur, sondern halte sie Wert stabil. Eine ewige Wertsteigerung gibt es im Normalfall nirgends und in keiner Anlageform. Das sollte klar sein.
Es gibt Langzeitstudien, die einzelne Investmentarten miteinander vergleichen. Langfristig sind gut diversifizierte Aktiendepots tatsächlich am besten, da die Weltwirtschaft ständig wächst. Immobilien gewinnen zwar langfristig auch an Wert, aber bei weitem nicht so stark, wie das produktive Kapital.

Ein Investment in eine Immobilie zur Eigennutzung ist für sehr viele Menschen eine höchst emotionale Entscheidung. Das beinhaltet auch, dass i.d.R. zu groß und zu teuer gebaut wird, weil man in seinem Leben zumeist nur eine Immobilie kauft und damit alles andere als ein Fachmann ist. Viele sind totale Laien, wie man ein Haus selber baut und müssen sich auf die Baufirmen verlassen. Nach Schilderungen einiger Bekannte von mir haben sie ziemlich abenteuerliche Bauleistungen über sich ergehen müssen.

Das was Sie an mehr bekommen, ist die Lebensqualität eines Hauses. Wenn Sie gerne gestalten möchten oder Gartenarbeit lieben, ist es genau das richtige für Sie. Meistens liegen die Häuschen aus Kostengründen etwas außerhalb. Diese Mehrkosten zur Arbeit und weiter auseinanderliegende Infrastruktur werden nie mit einberechnet. Aber sie sind da und man muss sie bezahlen.

Ich möchte ihnen sicher nicht ihr Haus madig machen, ganz im Gegenteil. Lebensqualität geht immer über finanzielle Qualität. Nur ist eine Eigenheimhütte auf dem Land oder am Stadtrand sicher nicht das beste finanzielle Investment, was Sie tätigen können. Das erreichen Sie vielleicht mit einem Spekulationsobjekt in München-Mitte, Schwabing oder Bogenhausen. Nur normale Leute können sich das halt nicht leisten und zum Leben braucht man es auch nicht, um viel Lebensqualität zu bekommen. Geniessen Sie einfach ihr Haus, wenn Sie glücklich damit sind.

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