Forum: Wirtschaft
Immobilienumfrage: 84 Prozent der Deutschen wollen lieber Eigenheim statt Miete zahle
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Der Immobilienboom scheint ungebrochen. Laut einer Umfrage für den SPIEGEL präferiert die große Mehrheit der Deutschen das Eigenheim - und rechnet mit weiter steigenden Preisen.

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kayakclc 20.08.2018, 11:01
70. Teure Träume

Und wie immer: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, bzw muss teure Mieten oder Hauspreise bezahlen.

Jedem in der Wirtschaft und der Politik war doch klar: wenn die EZB die Eurozone mit gedrucktem Geld überschwemmt gibt es irgendwann eine saftige Inflation. Die Politik und viele Medien sagten, alles Schwarzmahlerrei, denn das Bundesamt für Statistik sagte 1% Inflation oder weniger für viele Jahre. Ökonomen waren erstauent, bis vor 1-2 Jahren klar wurde, dass das Geld erst gezielt in den Immobilienkauf und -bau ging, was nicht in die offizielle Inflationsberechung eingeht, und dann über die Handwerker und Vermietung langsam in die Realwirtschaft durchschlägt. Jetzt haben wür vielleicht noch konstante Lebensmittel- und nur leicht gestiegene Energiekoste, doch der Prozentsatz, den wir für das Wohnen ausgeben, wird massiv ansteigen.

Am Ende (4-5) jahren werden wir Inflationsraten von 4-5% haben. Wenn wir schlau bleiben, macht die Wirtschaft das mit. Wenn aber zu viele verrückte Ideen durch die Politik im Übermut umgesetzt werden, und die Wirtschaft abgewürgt wird, wird es ganz, ganz bitte, besonders für Familien mit Kindern, die sich bei der Laufzeit der Kredite (20-30Jahre) nicht mit einer Zinsbindung absichern konnten. Denen droht dann die Luft auszugehen. Welche Familie kann sich denn mit zwei Durchschnitteinkommen ein Oma Reihenhaus in München für 1Mil € leisten?

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NauMax 20.08.2018, 11:05
71.

Zitat von krautrockfreak
130 m² in denen dann 3, max. 4 Personen wohnen und wenn die Kinder ausziehen dann nur noch zwei. Das ist irre und kann so nicht weiter gehen. Es gibt nur eine Lösung, und das sind viel mehr Mehrfamilienhäuser. Vor allem in den Städten sollte nur noch in die Höhe gebaut werden. Und übrigens, auf den Dörfern ist es noch krasser. Oft wohnt da nur eine oder max. 2 Personen in riesigen Dreifamilienhäusern mit 300 m² Wohnfläche. Die Häuser sind schon ewig abbezahlt, die alten Menschen leben sparsam und wollen keine Mieter drin haben. Hier müsste die Politik was tun und eine massive Steuer für leerstehende Wohnungen einführen.
Das Problem ist aber, dass bei weitem nicht jedes Vorstadthaus auf eine Weise gebaut wurde, die es erlaubt, den Innenraum in mehrere kleinere Wohnungen aufzuteilen - auch weil dies in den Bauvorschriften nicht vorgesehen ist. Die einfachste denkbare (und bei einem durchschnittlich großen Haus auch einzig mögliche) Unterteilung nach Stockwerken funktioniert nur, wenn das Treppenhaus direkt von der Haustür zugänglich ist, da ansonsten die Bewohner des Obergeschosses ihre Wohnung nur durch die Wohnung im Erdgeschoss erreichen könnten. Dass sich der Wohnraum in den Städten wandeln muss ist keine Frage, aber dennoch möchte ich nicht unsere teils liebevoll restaurierten Historischen Innenstädte durch seelenlose Glas-, Stahl- und Betonschluchten ersetzt haben. Hier muss ein tragbarer Mittelweg gefunden werden. Was teilweise ein massives Problem in Innenstädten darstellt ist die Nutzung von Wohneigentum als Spekulationsobjekt, als Sekundärwohnsitz oder als Ferienwohnung. Dies müsste von der Politik deutlich unattraktiver gestaltet werden, anstatt alte Menschen auf dem Land, wo es genug Platz und keine Wohnungsnot gibt, massiv zu besteuern, nur weil diese ihr Haus, in dem sie ihre Kinder großzogen und woran zweifelsohne viele kostbare Erinnerungen hängen, nicht aufgeben wollen.

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Ezechiel 20.08.2018, 11:14
72.

Zitat von krautrockfreak
130 m² in denen dann 3, max. 4 Personen wohnen und wenn die Kinder ausziehen dann nur noch zwei. Das ist irre und kann so nicht weiter gehen. Es gibt nur eine Lösung, und das sind viel mehr Mehrfamilienhäuser. Vor allem in den Städten sollte nur noch in die Höhe gebaut werden. Und übrigens, auf den Dörfern ist es noch krasser. Oft wohnt da nur eine oder max. 2 Personen in riesigen Dreifamilienhäusern mit 300 m² Wohnfläche. Die Häuser sind schon ewig abbezahlt, die alten Menschen leben sparsam und wollen keine Mieter drin haben. Hier müsste die Politik was tun und eine massive Steuer für leerstehende Wohnungen einführen.
Auf dem Land gibt es einigen leer stehenden Wohnraum. Eigentümer sind meistens Leute im Rentenalter, die sich die Renovierungen und Sanierungen, sowie den Umbau zu einer abgeschlossenen Wohneinheit finanziell nicht leisten können, weil die Rente zu knapp ist. Ihre Idee diese Leute mit einer Steuer zu bestrafen, die sie noch mehr belastet, finde ich super. Und außerdem ist Ihre Aussage Unsinn, dass Leute 2 Personen in einem Dreifamilienhaus sitzen und keine Mieter wollen. Wenn jemand ein Dreifamilienhaus baut, dann nutzt er 1 Wohnung selbst und vermietet die beiden anderen. Meistens sind die Leute froh wenn jemand im Haus ist, und sie etwas Anschluss haben.

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archi47 20.08.2018, 11:16
73. Eigene Immobilie

muß es richtigerweise in der Überschrift heißen.
Denn ein Eigenheim dürfte in Ballungsräumen für diese Bürger unrealisisch bleiben.

Es wäre eben sinnvoll auch Kleingenossenschaften zu fördern, die sich mit einem Architekten für kleine Wohnanlagen gründen könnten. Da gibt es genügend städtische Flächen und Flächen von Großgenossenschaften, die dafür freigegeben werden könnten.

Wichtig wäre eben nicht als Anhängsel einer Großgenossenschaft zu landen, die keinerlei Besitzgefühl und Mitsprachemöglichikeit mehr ermöglicht.
Wenn eine Wohnanlage sich eigenständig und dezentral als Genossenschaft verwalten würde, dann haben die einzelnen darin auch eine Partizipation.

Die KfW könnte so ein Förderprogramm begleiten, in dem die neugegründete Eigentümergenossenschaft eine Finanzierung bekommen kann, ohne dass das einzelne Genossenschaftsmitglied noch Eltern und Großeltern in Mithaft nehmen muß.
Im Gegenteil, es sollte das Objekt und das eingelegte Eigenkapital haften, wie in anderen Ländern auch. Dann werden die Objekte nämlich rentierlich ohne zu große Spekulations- und Overheadkosten gebaut und bieten Gewähr für eine Mündelsicherheit.

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eunegin 20.08.2018, 11:16
74. Geldanlage

Zitat von spaas11
"...Kommentare, die einem erklären wollen, dass Aktien und ETF Fonds effektiver Wert aufbauen können als eine Immobilie. "
Ich finde schon den Grundgedanken albern. Die Masse muss sich doch keinen Kopf über Geldanlagen machen. JEDER MUSS wohnen. Daher fände ich es angebracht, Eigennutzung weitaus vorteilhafter zu besteuern als Vermietung, insb. von Großinvestoren. Das eigengenutzte Erstheim ist doch etwas existenziell wichtiges - anders als die x-te Anlageimmobilie in Berlin Mitte. Ich bin zum Glück Eigentümer einer halbwegs netten Berliner Wohnung, in der es mit Familie recht "gemütlich" ist. Der Wert ist mir egal, denn ich wohne ja drin und kann nicht verkaufen. Denn: jeder muss wohnen.

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latrodectus67 20.08.2018, 11:17
75. Und da kommt es wieder

Wenn man 2005 in irgendeinem Forum postete, dass der Wert einer Immobilie sich erst im Kauf ergibt und dieser dann auch fallen kann, wurde man als Trottel niedergemacht, denn "Immobilienpreise können nicht fallen". Nun, nach 13 Jahren und eine Immobilienkrise später, steigen die Immobilienpreise wieder durch die Decke und es wird "investiert" weil man denkt die Preise würden in den kommenden 5 Jahren weiter steigen. Historisch gesehen sind Vorhersagen, insbesondere solche die Zukunft betreffend, schwierig.
Die Blase ist schon da und wird mit weiteren "Investitionen" für den Markt, sprich weitere Neubauten wie 80m2 Eigentumswohnung für 400'000 Euro, noch weiter angeheizt. Nur, seit der alternativen Bankenrettung von 2009 gibt es keine Lohnsteigerungen die mit dieser Immobilienpreisexplosion Schritt halten könnten. Also werden noch mehr Immobilien leer stehen, dann wird der Schmerz für die Investoren noch größer, dann werden sie "unter Preis" verkauft, stimmt natürlich nicht denn ein Preis ergibt sich nur und ausschliesslich im Abschluss der Kaufes, nicht in den feuchten Träumen eines Investors. Und dann implodiert die ganze Geschichte. Wie 2007.
Btw, der Grund warum soviel über Eigenheim geschrieben wird, ist imho nicht, dass auf einmal ein Fanal durch die Menschen fuhr und justamente viele Menschen in Deutschland im Gegensatz zu früher ein Eigenheim wollen. Der Grund ist, dass die Investoren neue Kunden brauchen, die die nach meiner Ansicht völlig überteuerten Immobilien kaufen. Imho befinden wir uns im Endspiel dieser Blase und solche Artikel wie dieser sind ein Signal.

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topas 20.08.2018, 11:19
76.

Und was bei der ganzen Kreditrechnerei auch berücksichtigt werden muss: Man sollte zumindest versuchen, auch ein paar Sanierungsrücklagen zu bilden. Irgendwo mal die (vielleicht nicht ganz unrealistischen) 2,30 EUR pro Monat und Quadratmeter gelesen. Sprich zur eigentlichen Kredittilgung sollte man bei einem 120qm-Haus nochmal knapp 300EUR/Monat berücksichtigen, die man langfristig anlegt. Sonst ist das schicke Haus nach 30 Jahren endlich abbezahlt, und dann kommen Sachen wie Dach, Heizung ... die erneuert werden müssten. Wenn man Glück hat & das Haus ein Neubau war mag man noch ein paar Jahre strecken können (und das, was bisher als Raten gezahlt wurde, auf einen Bausparer laufen lassen). Bei einer "gebrauchten" Immobilie kann schon vor 30 Jahren die Heizung kommen...

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Sibylle1969 20.08.2018, 11:22
77.

Dass 84 Prozent gerne eine eigene Immobilie hätten, heißt ja nicht, dass das auch alle in die Tat umsetzen. Ob der Kauf einer Immobilie sinnvoll ist im Vergleich zum Mieten, ist individuell unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab: Einkommen, Wohnort, Familienplanung, wie wahrscheinlich ist ein beruflich bedingter Umzug usw.

Ein großes Hindernis, das auch unflexibel macht, sind die hohen Kaufnebenkosten. Oft wohnen ältere Paare, wenn die Kinder aus dem Haus sind, in viel zu großen Häusern, so auch meine Eltern und Schwiegereltern. Eine Verkleinerung, dh Verkauf des großen Hauses und Kauf einer kleineren Wohnung, macht aber deswegen keinen Sinn. Sinnvoll wäre es, wenn ein älteres Paar tauscht mit einem jüngeren Paar: 3-Zimmer-Wohnung in der Stadt gegen Einfamilienhaus im Umland, und das ohne hohe Kaufnebenkosten. Stattdessen würde eine solche Transaktion Zehntausende Euro allein an Grunderwerbsteuer kosten.

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gvcom 20.08.2018, 11:22
78. das ist nicht weiter verwunderlich....

Zitat von andraschek
sich aber nur recht wenige ein Eigenheim oder zumindest eine Eigentumswohnung kaufen. Gearde im Hinblick auf die Rente finde ich Wohneigentum zur finanziellen Absicherung im Alter als Unschlagbar.
in anderen europäischen Ländern ist der Bau eines Hauses oder der Kauf einer Wohnung wesentlich billiger. Die große Mehrheit der Europäer wohnt in den eigenen vier Wänden. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union, das auf die Bevölkerungszahl abstellt und nicht auf die Haushalte. Dabei liegt Deutschland mit 53 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 71 Prozent. https://cache.pressmailing.net/content/2a10c9a3-f1d4-4a34-b90c-7f40e979f2fc/image?attachment=false.jpg

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NauMax 20.08.2018, 11:24
79.

Zitat von the great sparky
zitat: "...EU-weit ist die Wohneigentumsquote in Deutschland traditionell am niedrigsten ..." wie wäre es bei dieser statistischen meisterleistung einmal die statistische realität in der eu abzubilden? aber so etwas könnte den michel vielleicht verwirren. überall in der eu ist der anteil der bevölkerung höher, der sich eigentum leisten kann, als im "reichen" deutschland. ob das möglicherweise einfluss auf die bereitschaft hätte, "armen" eu-staaten aus selbstverschuldeten finanzkrisen zu helfen bzw. parteien zu wählen, die gerade dies propagieren? ach was, die "reichen" deutschen können neben rasant steigenden mieten auch noch ein wenig mehr steuern und abgaben schultern - schließlich gibts bei uns grundsicherung; verhungern muss in seiner mietskaserne niemand. aber träumen von den eigenen vier wänden ist noch erlaubt.
In vielen Mittelmeerstaaten bleibt Wohneigentum über Generationen in Familienbesitz und wird notfalls je nach Bedarf aus- oder umgebaut, sodass bei Übernahme des Hauses durch die nachfolgende Generation die Eltern andere Familienmitglieder mit beherbergt werden können. Das ist deutlich kostengünstiger, als sich mit jeder Generation ein neues Eigenheim anzuschaffen, welches es dann über die besten Lebensjahre hinweg abzustottern gilt. Auch die Kosten für Bauland und Arbeit sind bzw. waren dort deutlich niedriger. Dass sich das nicht jeder leisten kann oder will, sollte klar sein. Das wäre auch in anderen Staaten Europas nicht anders. Will man das beheben, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder nach dem Vorbild der USA Häuser für 20-50.000€ aus Presspappe bauen, die sich dann auch Arbeiterfamilien problemlos leisten können oder Anreize zu schaffen, Eigenheime über mehrere Generationen im Familienbesitz zu belassen. In vielen Fällen dürfte es weitaus weniger Kopfschmerzen bereiten, zur Miete zu wohnen - besonders im Vergleich gegenüber einer Eigentumswohnungen, wo man Baumaßnahmen erst einmal in einer Versammlung besprechen muss und schon bei einigen Querulanten im Haus nur noch Verschleiß angesagt ist.

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