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Immobilienumfrage: 84 Prozent der Deutschen wollen lieber Eigenheim statt Miete zahle
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Der Immobilienboom scheint ungebrochen. Laut einer Umfrage für den SPIEGEL präferiert die große Mehrheit der Deutschen das Eigenheim - und rechnet mit weiter steigenden Preisen.

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peter09 20.08.2018, 11:25
80.

Zitat von olli0816
Immobilien gewinnen zwar langfristig auch an Wert,
Und hier auch nur der Boden, da sich ein Haus abnutzt, wenn es nicht permanent instand gehalten wird. Und da ja die Handwerker nicht günstiger werden, können hier ordentlich Kosten auflaufen. Die Peterssche Formel geht von ca. 1,8% p.a. des Hauspreises aus. Bei einer 250.000 EUR Immobilie (ohne Grund) laufen hier schon neben den Kreditkosten 4700 EUR p.a. oder 390 EUR p.m. für Instandhaltungen auf, die der Eigentümer nicht anlegen kann. Mit diesen Kosten rechnen viele Jung-Eigentümer nicht. Da rechnet man sich dann schön (mit 0,8-1%).

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max-mustermann 20.08.2018, 11:26
81.

Zitat von krautrockfreak
Und übrigens, auf den Dörfern ist es noch krasser. Oft wohnt da nur eine oder max. 2 Personen in riesigen Dreifamilienhäusern mit 300 m² Wohnfläche. Die Häuser sind schon ewig abbezahlt, die alten Menschen leben sparsam und wollen keine Mieter drin haben. Hier müsste die Politik was tun und eine massive Steuer für leerstehende Wohnungen einführen.
Selten so einen Unsinn gelesen. Erstens gibt es auf dem Land vor allem Einfamilienhäuser, zweitens sind gerade die älteren Einfamilienhäuser auf dem Land weit von 300 qm Wohnfläche entfernt, 100 qm und kleiner ist da schon deutlich realistischer, und zweitens selbst wenn dem so wäre die Menschen haben ihr halbes Leben gearbeitet um sich dieses Eigenheim zu finanzieren und dann kommen so oberschlaue Menschen wie sie und wollen sie dafür auch noch bestrafen. Ja so wird bestimmt mehr Wohnraum in Deutschland geschaffen werden.
Nochmal, wenn die Politik wirklich ernsthaft was machen will dann soll sie wieder in sozialen Wohnungsbau investieren alles andere (Mietpreisbremse usw.) ist blanker Aktioniosmus der die Lage ehr noch verschlimmert als verbessert.

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Fxxx 20.08.2018, 11:27
82. Das Problem sind Immobilienfirmen und deren Marktmacht

Die Immobilienfirmen haben das Kapital und den Marktzugang und kaufen den Markt leer bzw. verfügen schon über viele Millionen Objekte. Durch ausgewiefte Rechtskonstrukte wird teilweise nicht einmal Grunderwerbssteuer bezahlt. Das treibt die Preise zusätzlich in die Höhe und der Privatmensch bleibt auf der Strecke. Die Politik müsste hier Grundlegendes ändern: den gewerblichen Immobilienhandel hoch besteuern, den privaten Immobilienerwerb steuerlich entlasten - doch genau das Gegenteil wird gemacht.

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ayee 20.08.2018, 11:29
83. Man kann auch verkaufen

Zitat von dasfred
Eine Immobilie sollte lange einer Prüfung unterzogen werden, bevor man sich und seine Angehörigen dauerhaft an das Objekt bindet.
Es stimmt, dass man sich ordentlich Gedanken machen sollte und vor allem der Kauf nicht auf Kante geschieht, sondern relativ locker gestemmt werden sollte. Aber so dauerhaft, wie sie das darstellen, ist es nicht. Ein Haus kann man auch verkaufen, wenn man es nicht abbezahlt hat. Die bis dahin getätigte Tilgung ist mit dem Verkauf ja nicht verloren.

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olli118 20.08.2018, 11:30
84. Später

Zitat von curiosus_
...Ihre Eltern in den Sechzigern gebaut haben (wie meine Anfang derselben), dann hatten sie bis 1970 (beginnend mit 1960) jährliche Reallohnsteigerungen von 5%! Nur so war es möglich aus dem Hausbau eine Erfolgsgeschichte zu machen. Ohne diese Einkommenszuwächse hätte nicht nur jahrelang, sondern jahrzehntelang jeder Pfennig zweimal umgedreht werden müssen. Und das hätte mürbe gemacht. Glauben Sie, dass uns solche Zeiten wieder bevorstehen? Sicher nicht. Das war einmalig.
Nein, meine Eltern haben erst in den späten 70-gern gebaut. Viel Eigenleistung reingesteckt - 2 Jahre lang jeden Tag, jedes Wochenende, sofern das Wetter es zuliess. Ich rede auch nicht von 1-2 Jahren sparen, sondern solange bis das Darlehen abbezahlt war. Ich war als Kind kein einziges Mal im Urlaub. Kleider wurden innerhalb der Familie weitergegeben, umgenäht, geflickt. Wir hatten keine teuren Hobbys, keine Spielsachen bis zum Abwinken, wie die Kinder es heute haben (hatten übrigens trotzdem eine glückliche Kindheit). Es waren nicht die Reallohnsteigerungen, die das möglich gemacht haben, sondern das extreme Spartalent meiner Eltern. Ich sage nicht, dass ich das gut heisse - ich persönlich wäre nicht bereit, die Einbussen meiner Lebensqualität für eine Immobilie hinzunehmen, zu denen meine Eltern bereit waren. Ich sage, dass man abwägen muss, was einem wichtig ist, und welche "Opfer" man zu erbringen bereit ist. Die Zeit der schönen bezahlbaren Innenstadtimmobilien in guter Lage ist für lange Zeit vorbei. Da sind auch die Steuerungsmassnahmen der Politik begrenzt (wobei es auch hier sicher noch Möglichkeiten gibt).

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carahyba 20.08.2018, 11:34
85.

Möchte daran erinnern, dass die Kommunen ihre Immobilien, meist Sozialwohnungen zum Spottpreis privatisiert haben.

Viele Kommunen haben den Hedgefonds und Gruppen wie Vonovia usw. diese Immobilienwerte zu Spottpreisen in den Rachen gestopft.

Berlin war da besonders erfolgreich. Vermute, dass da einiges im Hintergrund abgelaufen ist. Aber das scheint niemand so genau wissen zu wollen.

Es war von vorne herein klar, dass dies zu erheblichen Mietsteigerungen und höheren Preisen führen würde.

Im Osten wurde leerstehender Wohnraum abgerissen, anstatt eine Strukturpolitik zu betreiben die Industrie, Handwerk und Zulieferer ansiedelt. Mit einer CDU-Regierung unter Fr. Merkel nicht zu machen. Die sagt sie hätte damit nichts zu tun, wäre Sache der Kommunen.

Fast 30 Jahre Solidarabgabe hat keinen Strukturwandel bewirkt, im Gegenteil. Zwar haben Städte wie Leipzig und Dresden ihre Renommierviertel wieder aufgebaut, heute mit unbezahlbaren Mieten vom Staat gefördert, aber der normale Wohnraum wurde total vernachlässigt, sowohl im Osten als auch im Westen.

QUI BONO ?!?

Wem hat das genutzt ?!? Die Politik dahinter ist klar, ohne dass man grosse Beweisführungen machen braucht. Man muss nur die entsprechende Politik aussitzen.

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Sonia 20.08.2018, 11:35
86. Diesen Wunsch verhindern deutsche Bauvorschriften

und die Macht der Ziegelindustrie. Wie preiswert kann ein Haus in den USA, Kanada oder Australien gebaut werden? Wenn diese Kriterien bei uns gelten würden, wäre Deutschland Eigenheimland. Hier sind Häuser zu bauen, die mindestens eine 500-Jahre-Haltbarkeitsdauer haben. Ein eigenes Haus ist Freiheit; keine Tyrannei durch eine Eigentümerversammlung bei Wohnungen. Egal wie groß die Gartenfläche, auch ein kleines Stück ist ein Platz für die Kinder zum Spielen, zum Ausruhen. Die Massensiedlungen, wo aufgrund der Preise ein Haus an das andere geknallt wird, kein Baum, kein Strauch, alle Häuser gleich - auch eine üble Entwicklung, wenn man bedenkt, was die Menschen für diese Häuser zahlen müssen. Andererseits werden die Häuser trotz dieser schwierigen Bedingungen immer größer. Wer so wohnt, ist den ganzen Tag an seinem Arbeitsplatz und zu Hause wartet eine Küche mit 60 qm für Smooties. Wer baut, sollte sich nichts aufschwatzen lassen; es ist sehr wohl zumutbar mit 2 Kindern auf 120 oder 100 qm zu wohnen, eine Gegend aussuchen, wo viel Grün ist, eine durchwachsenes Umfeld. Jeder, der viel Geld für eine Mietwohnung zahlt, macht letztlich einen Fremden damit reich. Macht euch selbst reich, moderat bauen, immer instandhalten - diese Freiheit kann euch dann keiner mehr nehmen.

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olchi4711 20.08.2018, 11:35
87. Die Lösung ist recht einfach - Zinsen steuerlich absetzbar

Hab mir vor einigen Jahren eine Immobilie für meine Familie gekauft. Es war mein Wunsch und Ziel meinen Kindern ausreichend Wohnraum und vor allem einen Garten bieten zu können.
Die letzten Jahre mussten wir den Gürtel etwas enger schnallen, aber wir verzichten zB auf Premium-Automarken, 4/5-Sterne-Hotels,-/Urlaube..... um unsere monatlichen Tilgungen und auch Sondertilgungen leisten zu können.
Was mich wirklich stört ist, dass in D die FinanzierungsZinsen nicht steuerlich absetzbar sind.
In den USA ist das zB Standard, dh dort kauft sich jeder eine Immobilie, da es sich einfach rechnet.
Hier in Deutschland sind lediglich ZInsen und andere Kosten für Mietwohnungen absetzbar. Mmmmmh, warum wohl?!?!?! Damit die, die eh schon viel haben noch mehr bekommen!
Aus meiner Sicht werden in Deutschland, die die eh schon viel haben, dabei unterstützt Ihr Vermögen noch weiter zu vergrößern.
Der Durchschnittsbürger hat fast keine Chance aus Eigenmitteln sich eine Immobilie anzuschaffen. Den Reichen wird es immer leichter gemacht noch reicher zu werden.

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caliper 20.08.2018, 11:35
88. Nicht jeder muss Eigenheimbesitzer sein.

Das hängt nicht nur von den finanziellen Verhältnissen sondern auch von der Lebensplanung ab.

Dass es unter denjenigen, die gerne ein Haus oder eine Wohnung besitzen würden, viel zu viele gibt, die das nicht realisieren können, liegt zum einen an den niedrigen Nettolöhnen in Deutschland. Die Abzüge für Steuer und Sozialversicherungen sind im europäischen Vergleich sehr hoch. Was unsere Staat schlechter macht als der unserer Nachbarn bleibt weitgehend sein Geheimnis.

Zum anderen liegt es aber auch daran, dass die Deutschen die Aktien meiden wie der Teufel das Weihwasser. Lieber legt man sein Geld auf Sparbüchern, Festgeld, Bausparverträgen oder Lebensversicherungen an um damit reale negative Zinsen zu erwirtschaften. In den letzten Jahren hat sich diese Sitaution sogar noch verschlechtert. Das kleine Vermögen verliert also peu á peu an Wert.

Auf den Aktienmärkten kann man dagegen auf mittlere bis längere Sicht 5% bis 8% realisieren. Real sind das dann - ja nach Steuersituation - etwa 4 bis 5% Wertzuwachs. Meinen kleinen Kreditanteil meines Eigenheimes habe ich Großteils über weiterlaufende Erträge finanziert. Ich selber habe noch weiter diversifiziert und auch in nachwachsenden und ökologischen Projekten eine gute Rendite erwirtschaftet. Solche Anlagen sind natürlich immer etwas riskanter und nur dann empfehlenswert wenn man schon ein gewisses Polster hat und nicht alles auf eine Karte setzen muss.

Im Prinzip beginnt das Problem beim Einstieg in das Aktien Geschäft. Steigen die Aktien, hält man sie immer für überteuert und trauert den verpassten Chancen hinterher. Sinken sie, zittern die Finger sowieso, weil man ein weiteres Absinken befürchtet.

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supergrobi123 20.08.2018, 11:36
89. Nicht faszinierend, sondern faktenbasiert.

Zitat von spaas11
finde ich Kommentare, die einem erklären wollen, dass Aktien und ETF Fonds effektiver Wert aufbauen können als eine Immobilie. Aber nur dann, wenn ich auch viele Jahre immer damit Gewinn mache und keinen Verlust erleide. Im blödesten Fall habe ich Totalverlust in einigen Bereichen und Fonds(hoffentlich genügend diversifiziert). Nun ja, wer das Risiko liebt, dann lieber ein Dach überm Kopf....klar ist natürlich,daß man seine Immobilie pflegen muss und zwar jedes Jahr. Irgendwo ist immer was zu tun. Wenn ich das aber mache, erhalte ich sie nicht nur, sondern halte sie Wert stabil. Eine ewige Wertsteigerung gibt es im Normalfall nirgends und in keiner Anlageform. Das sollte klar sein.
Aktien sind Anteile an einem Unternehmen, deren Preis an der Börse nach Angebot und Nachfrage festgelegt wird.
Immobilien sind Gebäude, deren Preis auf dem Immobilienmarkt nach Angebot und Nachfrage festgelegt wird.

Unternehmen können wachsen, neue Märkte erschließen, Umsatz und Gewinn steigern, neue Fabriken bauen etc., hier ist neben dem rein spekulativen Preis über Angebot und Nachfrage ein echter, innerer Wertzuwachs möglich.
Die Immobilie wächst nicht, bewegt sich nicht, sie wird mit den Jahren nur älter. Preis- und Einnahmeentwicklung sind ausschließlich von der rein spekulativen Hoffnung auf eine Änderung von Angebot und Nachfrage abhängig.

Bei Aktien kann man breit streuen, Unternehmen aus aller Herren Länder und allen denkbaren Branchen kaufen. Auch mal einen Teil in Anleihen stecken usw.
Beim Haus legt man sich einmalig auf exakt eine Anlage fest, komme, was da wolle.

Aktien kann man flexibel kaufen und verkaufen, jederzeit, mit wenigen Klicks, Sparraten können bei Bedarf ausgesetzt werden, Teilbeträge realisiert werden etc.
Beim Haus ist ein Verkauf mit großem Aufwand verbunden, Teilverkäufe sind unmöglich, i.a.R. bleibt das Kapital bis zum Lebensende gebunden, ein längeres Ausbleiben der Rate führt evtl. zu Kreditkündigung und Zwangsversteigerung.

Aktien können nach und nach vom eigenen Einkommen gekauft werden, auch mit kleineren Sparbeträgen und ohne Startkapital sind Sparpläne für Jedermann möglich.
Immobilien müssen auf einen Schlag bezahlt werden, daher ist i.a.R. eine immense Verschuldung samt der ihr innewohnenden Risiken vonöten, zudem muss eine fünfstellige Summe an Eigenkapital investiert werden.

Aktien kosten wenige Promille Kaufgebühr, sind danach kostenlos im Depot.
Immobilien kosten je nach Bundesland ca. 13% Kaufnebenkosten, Instandhaltung und Sollzinsen.

Auf lange Sicht haben Aktien in der Vergangenheit eine spürbar bessere Rendite gebracht als Immobilien.
Zudem gibt es wohl keine andere Geldanlage, die mehr Menschen in den Ruin getrieben hat, als die kreditfinanzierte Immobilie.

Die Aktie schlägt die Immobilie in allen Belangen.
Das sind die Fakten. Da kommen Sie nicht drumrum.

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