Forum: Wirtschaft
In Deutschland: Ikea verschärft offenbar Rückgaberecht
REUTERS

Ab dem 1. September können Ikea-Kunden einem Bericht zufolge nur noch neue und unbenutzte Waren zurückgeben. Das Unternehmen wolle damit unter anderem Missbrauch vorbeugen.

Seite 4 von 5
poetdale 19.07.2018, 10:53
30. Ach Ikea

Als meine Eltern vor 43 Jahren ihre ersten Möbel bei Ikea kauften, war das revolutionär. Die Qualität war ordentlich, das Design gefiel ihnen und der Stempel Made in GDR am Ehebett störte auch nicht.
Natürlich fehlte ständig etwas, Teile hatten die falsche Farbe aber dann ging es mit dem geliehenen Bulli erneut ins Paradies.
Ich konnte mich schon als Kind nur mühsam für Ikea begeistern. Trotzdem führte der erste Weg nach Auszug aus der elterlichen Wohnung zu Ikea und endete mit dem Kauf eines Teppichs und Ivar Regals.
Der Kundenservice war stets vorbildlich, Teile wurden anstandslos zurückgenommen und fehlende Teile sofort mitgegeben.
Seit Mitte der 90er muss man als Ikea Käufer jedoch sehr leidensfähig sein. Die Preise scheinen günstig, rechtfertigen aber keinesfalls die unterirdische Qualität. Fast alles ist foliert oder billigst furniert, Griffe sind minderwertig verarbeitet und Lampen reiner Plastikschrott. Einzig bei Topfbändern und Auszügen greift Ikea ins Regal von Markenherstellern wie Blum um Garantien halten zu können.
Die passabel verarbeitete Faktum Küche gibt es nicht mehr, aber immerhin gab es relativ lange einen Nachkaufservice, der jedoch über den schlecht organisierten Ikea online Kanal abgewickelt wurde.
Mit dem Ende des garantierten Umtauschs wird Ikea kaum glücklich werden. Gerade am Abend und an Wochenende war das Warten für Familien im Servicereich immer eine Geduldsprobe. Nach Tastendruck am Wartenummerautomat wanderte bange Blick stets vom Zettel auf die Anzeigen über dem Countern. War der eigene Slot noch 50 Nummern entfernt, begann man mit dem Füllen der Wartezeit. Nach drei Hotdogs mit vom Gurkenwasser aufgeweichten Röstzwiebeln und beherztem Shopping im heute an Eigenmarken reichen aber um frühere Leckereien ärmeren Shop, schwindet bei der Rückkehr in den Wartebereich die Contenance. Noch 20 Nummern, die Nerven liegen nun blank.
Wenn nun in Zukunft der Umtauschprozess durch endlose Diskussionen massiv verlängert wird, steigt der Nervfaktor erheblich.
Kunden die im Vertrauen auf die Umtauschmöglichkeit Waren einfach mitgenommen haben, um zu Hause zu prüfen ob es passt und gut aussieht, werden künftig defensiver einkaufen. Viele dieser Kunden bringen die Ware nicht zurück, ihnen reicht das Gefühl es ohne Probleme zurückgeben zu können.
Man wird Einsparungen durch Wegfall des Missbrauchs erzielen aber auch Umsatz durch den Wegfall von Spontankäufen verlieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weltraumschrott 19.07.2018, 11:03
31. Doof ist das nur...

... für die Filmausstatter, die bisher die Sets bequem und preiswert mit IKEA Möbeln eingerichtet haben, die sie nach dem Dreh zurückbringen konnten. Wobei die meist in noch sehr gutem Zustand waren. Einen normalen Kunden, der Möbel kauft, weil er sie brauchen kann, schrecken die neuen Rückgabebedingungen nicht. Im Gegenteil: Das Angebot an IKEA Möbeln auf dem Gebrauchtmarkt wird größer, da kann man dann günstig Schnäppchen schießen. Ich bin übrigens mit IKEA Möbeln schon quer durch Europa gezogen und die sehen immer noch gut aus. An deren Vollholzmöbeln hat man lange Freude!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
molesman 19.07.2018, 11:04
32.

Zitat von observerlbg
Solange nur ein geringer Prozentsatz der Käufer die Kulanz der Händler ausnutzt, ist das kein Problem. Mittlerweile wird das aber epidemisch und damit unbezahlbar. Andere Händler und Amazon haben längst gegengesteuert. Nach und nach setzt wohl nun ein Lernprozess ein. Und nur mal so an die ehrlichen Käufer: ihr kommt letztendlich für die entstandenen Kosten auf, nicht der Händler. Im Falle von IKEA bedeutete das auch, dass die Qualität der Artikel zur Aufrechterhaltung der Marge verringert wird.
Amazon steuert keineswegs dagegen. Man erlaubt dem Kunden dass er wirklich alles zurücksenden kann und das noch Monate später. Verdreckt, defekt, leere Boxen, allenfalls bei eigener verkaufter Ware ist das Amazon nicht egal aber wenn die Ware FBA ist und von Marketplace Händlern kommt schert es den Konzern null wie der Kunde das zurück schickt. Das ist alles für die Tonne und Amazon erstattet auf Kosten des Händlers und wird dann noch dafür gelobt wie fair man ist dabei ist der Artikel vom Händler bezahlt der auf den Kosten sitzen bleibt. Ein geniales System das sich irgendwann rächen wird...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
makuckn 19.07.2018, 11:16
33. Kein Umtauschrecht im Einzelhandel

Das Problem ist, dass viele Leute gar nicht wissen, dass man im Einzelhandel überhaupt kein UmtauschRECHT hat! Der Kunde kann sich das Produkt im Laden anschauen, probesitzen, die Qualität prüfen und sich anschließend zum Kauf entscheiden. Ein Recht auf Umtausch und/oder Nachbesserung hat man nur im Falle eines Defekts. Wenn nun also Media Markt, Saturn, Ikea, etc. einwandfreie Ware umtauschen, "weil sie nicht gefällt", o.ä., dann ist das grundsätzlich erstmal reine Kulanz! Das UmtauschRECHT ist nämlich Bestandteil des Fernabsatzgesetzes, was soviel heiß wie : Es gilt NUR beim Kauf per Telefon, Internet, etc, also Versandhandel im weitesten Sinne. Hintergrund ist die fehlende Möglichkeit der Begutachtung des Produkts wie sie eben im Einzelhandel möglich ist. Bei Ikea kann man einen Sessel probesitzen. Es ist hinterher kein Argument zu sagen, dass er unbequem ist und man ihn deswegen umtauschen will. Hat man den Sessel jedoch im Internet bestellt, konnte man ja nicht probesitzen und holt dies nun nach, wenn die Bestellung eintrifft. Gefällt das Produkt nicht, darf man es innerhalb der gesetzlichen Umtauschfrist auch umtauschen, ohne wenn und aber. Was heißt das nun konkret? Ganz einfach: Wenn der Einzelhändler will, kann er den Umtausch der Ware auch komplett ablehnen. Es besteht eben KEIN Anspruch auf Umtausch im Laden, sondern das ist reine Kulanz des Händlers! Natürlich wäre es aber langfristig für den Händler kontraproduktiv, wenn er den Komfort des Umtauschs beim Onlinehandel nicht ebenfalls bietet, aber verpflichtet ist er dazu in keinster Weise.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frantonis 19.07.2018, 11:24
34. Hier gilt die Gewährleistung

Zitat von C.Rainers
wie z.B. ein Rollo, bei dem die Feder nach kurzem Gebrauch gebrochen ist, ohne es gebraucht zu haben? Wie soll das denn gehen? Andererseits haben wir auch schon beobachtet,daß z.B. Studenten beim Umzug eifach ihre gebrauchten Möbel bei IKEA zurückgeben. Offensichtlich holen die sich dann in der neuen Stadt frische Möbel.. Diese Mentalität hat IKEA aber selbst befeuert. Jetzt das Rad innerhalb kürzester Zeit zweimal zurückzudrehen kratzt am IKEA Image
Denn innerhalb der Gewährleistungszeit muss der Hersteller das Gerät in Ordnung bringen bzw. für Ersatz sorgen. Hat also nichts mit dem Rückgaberecht zu tun, das andere Geschäfte ohnhin nicht anbieten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bluebill 19.07.2018, 16:36
35. Rückgabe ist nicht Reklamation!

Wenn ein Händler seinen Kunden großzügig erlaubt, Ware, die ihnen nicht gefällt, zurückzugeben - dann ist das eine Sache.
Die andere Sache ist das Recht auf Reklamation. Das ist im Gesetz verankert. Wenn ein gekaufter Artikel nachweislich Mängel aufweist, kann der Kunde ihn natürlich zurückbringen. Er kann wahlweise einen Austauschartikel, die Reparatur oder sein Geld zurück verlangen. Zwei Jahre lang. Allerdings muss er nach 6 Monaten selbst beweisen, dass der Fehler schon beim Kauf bestand.
Wenn also das Regal nach einem Vierteljahr in sich zusammenfällt oder der Sessel nach wenigen Wochen durchgesessen ist, kann man den Kram selbstverständlich zurückgeben. Wenn das nach einem halben Jahr oder später passiert, müsste man Beweise sammeln, dass die Mängel nicht selbst verschuldet wurden. Z.B. weil die Kinder auf dem Sessel Trampolin springen oder das Regal überladen war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PolitBarometer 19.07.2018, 17:07
36.

Zitat von jujo
IKEA war mal gut. Wir kauften vor 35 Jahren das Regalsytem "Timmermann" .Massives Kiefernholz. sind damit mehrfach umgezogen, es ist immer noch ansehnlich. die heutigen Möbel sind einfach minderwertig. Das berechtigt aber noch lange nicht das Verhalten von Käufern wie im Bericht beschrieben. Die Massnahmen zeigen aber deutlich das der Markt eng wird. IKEA ist auch nicht mehr billig. Eine Nachbarin hat sich von IKEA die Küche planen lassen. einmal Selbstabholer und selber aufbauen. Zum Vergleich ein Kücheneinrichter, planen, anliefern aufbauen. etwas teurer, als wie beschrieben von IKEA. Anliefern und aufbauen von Ikea wäre aber wesentlich teurer geworden bei schlechterer Qualität der Möbel. Die Entscheidung war einfach!
Vor rund 28 jahren hatte meine Frau zur Ausstattung ihres Jugendzimmers Möbelstücke (Schrank, Vitrinen-Aufsatz und Schubladenschrank ) ebenfalls aus der die Timmermann-Möbelserie gekauft. Die Idee mit der Stapeltechnik, durch kleine Metal-Pins gesichert, war eigentlich ganz pfiffig und war mir bei anderen Herstellern seinerzeit noch gar nicht aufgefallen.
Diese recht dünnen Bretter (12mm) waren aber, wie ich noch vom Aufbauen in Erinnerung hatte, bereits ab Werk an vielen der angefasten Kanten und auch an einigen wenigen Bohrungsstellen mit hellem Kiefer-Holzspachtel "repariert" worden. Ich fand das nie richtig schön und meine Frau hätte, wenn der Weg zu einem Ikea- Store nicht so weit entfernt gewesen wäre, besser einiges davon auch wieder zurückgeben sollen. Sei es drum, sie hat die Sachen schlussendlich unbeanstandet behalten. Qualität sieht aber in meinen Augen anders aus.
Später dienten diese Möbel dann nach 2 Umzügen noch als Elemente eines kleineren Esszimmers. Nach Mehr als 20 Jahren udn der ein oder anderen macke an den Fronten und Schanieren konnte ich aber Kiefer auch nicht mehr sehen.
Zudem sind die Teile schon immer wegen ihrer Oberflächenweichheit sehr empfindlich gewesen. Kiefer und auch die eher synthetisch wirkende Buche (Buchenfunier) sind als Möbelwerkstoff schon seit langem out.
Hier haben lackierte, oberflächengehärtete "Weich"-Hölzer aber auch Natur-Harthölzer wie Jung- oder Ast-Eiche das Ruder übernommen, die sich stilvoll auch in modernere Wohnambiente einfügen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
davimas 19.07.2018, 22:01
37.

Zitat von kopi4
Wer am 1.September- ein Samstag - nix besseres zu tun hat kann sich dann ja ganz entspannt in den Wartebereich bei Ikea setzen. Kunden die ihre Nummer ziehen und nach angemessener Wartezeit erfahren das ab sofort keine Rücknahme möglich ist: das wird ganz großes Kino:-)
Witzig......vorher etwas besser informieren, viel Spaß im Kino!
So etwas gilt nur für neue Käufe ab September, man man man....

Ich werde jedenfalls meine Küche aus Juni 2016 in ein paar Jahren zurückgeben, oder halte mir das offen - je nachdem ob sie dann immer noch gut ist.

Einfach nur Lächerlich die Ikea Leute! Erst mit so einer super Werbung "Lebenslanges Rückgaberecht" die Kunden locken.......und jetzt nach und nach den Schwanz einziehen.
Und das auch noch nur in Deutschland, in Schweden gilt das lebenslange Recht immer noch, lach....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spiegelleserin57 20.07.2018, 08:44
38. es wird verkauft und nicht umgetauscht!

wer die heutige Mentalität der Kunden betrachtet, ich bin selbst einer, wird feststellen dass deren Mentalität sich massiv gewandelt hat.
Die Discounter berichten immer wieder: z.B. 5 Hosen kaufen und 4 zurückbringen. Waren aufreißen und hinwerfen. Oft hat man das Gefühl dass ein Basar wesentlich ordentlicher ausschaut.
Kein Wunder dass nun die Unternehmen auf diese Mentalität REagieren. Man hat den Eindruck wir leben im Überdruss.
Letztendlich müssen sich die Kunden darüber im Klaren sein, sie bezahlen ihr schlampigen Verhalten mit. Die Preise werden noch schneller steigen und dann verbessern sich auch die Angebote und das Aussehen der Geschäfte. Nur ein bestimmter, besser gestellter Kundenkreis wird dann noch dort einkaufen der eben Wert auf ordentliche Ware und ein schönes Ambiente im Geschäft legt.
Die genannten Spontankäufe werden die Kosten durch das rücksichtslose Verhalten der Kunden, man beachte auch das auch anderen Kunden gegenüber die die Ware kaufen würden, nicht aufwiegen.
Mich wundert es nicht dass nun diesem Verhalten nach und nach ein Ende gesetzt wird.
Es ist mal wieder so: Der Kunde hat es in der Hand wie mit ihm umgegangen wird und letztendlich liegt es doch an allen Kunden selbst ein Vorbild zu sein. Dann erst kann berechtigte Kritik folgen!
Leider machen Leute, ist immer noch aktuell!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spiegelleserin57 20.07.2018, 08:44
39. es wird verkauft und nicht umgetauscht!

Zitat von poetdale
Die passabel verarbeitete Faktum Küche gibt es nicht mehr, aber immerhin gab es relativ lange einen Nachkaufservice, der jedoch über den schlecht organisierten Ikea online Kanal abgewickelt wurde. Mit dem Ende des garantierten Umtauschs wird Ikea kaum glücklich werden. Gerade am Abend und an Wochenende war das Warten für Familien im Servicereich immer eine Geduldsprobe. Nach Tastendruck am Wartenummerautomat wanderte bange Blick stets vom Zettel auf die Anzeigen über dem Countern. War der eigene Slot noch 50 Nummern entfernt, begann man mit dem Füllen der Wartezeit. Nach drei Hotdogs mit vom Gurkenwasser aufgeweichten Röstzwiebeln und beherztem Shopping im heute an Eigenmarken reichen aber um frühere Leckereien ärmeren Shop, schwindet bei der Rückkehr in den Wartebereich die Contenance. Noch 20 Nummern, die Nerven liegen nun blank. Wenn nun in Zukunft der Umtauschprozess durch endlose Diskussionen massiv verlängert wird, steigt der Nervfaktor erheblich. Kunden die im Vertrauen auf die Umtauschmöglichkeit Waren einfach mitgenommen haben, um zu Hause zu prüfen ob es passt und gut aussieht, werden künftig defensiver einkaufen. Viele dieser Kunden bringen die Ware nicht zurück, ihnen reicht das Gefühl es ohne Probleme zurückgeben zu können. Man wird Einsparungen durch Wegfall des Missbrauchs erzielen aber auch Umsatz durch den Wegfall von Spontankäufen verlieren.
wer die heutige Mentalität der Kunden betrachtet, ich bin selbst einer, wird feststellen dass deren Mentalität sich massiv gewandelt hat.
Die Discounter berichten immer wieder: z.B. 5 Hosen kaufen und 4 zurückbringen. Waren aufreißen und hinwerfen. Oft hat man das Gefühl dass ein Basar wesentlich ordentlicher ausschaut.
Kein Wunder dass nun die Unternehmen auf diese Mentalität REagieren. Man hat den Eindruck wir leben im Überdruss.
Letztendlich müssen sich die Kunden darüber im Klaren sein, sie bezahlen ihr schlampigen Verhalten mit. Die Preise werden noch schneller steigen und dann verbessern sich auch die Angebote und das Aussehen der Geschäfte. Nur ein bestimmter, besser gestellter Kundenkreis wird dann noch dort einkaufen der eben Wert auf ordentliche Ware und ein schönes Ambiente im Geschäft legt.
Die genannten Spontankäufe werden die Kosten durch das rücksichtslose Verhalten der Kunden, man beachte auch das auch anderen Kunden gegenüber die die Ware kaufen würden, nicht aufwiegen.
Mich wundert es nicht dass nun diesem Verhalten nach und nach ein Ende gesetzt wird.
Es ist mal wieder so: Der Kunde hat es in der Hand wie mit ihm umgegangen wird und letztendlich liegt es doch an allen Kunden selbst ein Vorbild zu sein. Dann erst kann berechtigte Kritik folgen!
Leider machen Leute, ist immer noch aktuell!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 5