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Informationsleck: Datenpanne zeigt Sammelwut der Allianz
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Die Allianz hat offenbar Probleme, Daten ihrer Kunden zu schützen. Polizeiliche und staatsanwaltliche Ermittlungsakten, Asylanträge, Zeugenaussagen und andere Unterlagen drangen nach draußen, sie liegen SPIEGEL ONLINE vor. Das Unternehmen nennt einen Privatdetektiv als Ursache für das Datenleck.

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Unruhe 21.08.2012, 14:17
20.

Zitat von Klopsdrops
Einer Versicherung, deren Rechtsabteilung, die gegen die eigenen Kunden eingesetzt wird, größer ist als deren Verkaufs- und Kundenbetreuungsabteilungen zusammen, sollte man nicht so ohne Weiteres über den Weg trauen.
Und jemand der eine obskure und völlig unsinnige Aussage über ein Thema trifft, von dem er/sie offensichtlich keine Ahnung hat sollte man auch nicht über den Weg trauen ;)

Wo ist denn Ihre Quellenangabe zu dieser Behauptung?

Haben Sie sich mal überlegt, wie teuer für ein Unternehmen Rechtsexperten sind? Warum also sollte die Versicherung mehr Leute dafür beschäftigen genge ihre eigenen Kunden vorzugehen, (alleine die Formulierung ist absurd) als für den Bestandszuwachs und dessen pflege?
Bitte erst denken und dann posten, danke!

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Obi-Wan-Kenobi 21.08.2012, 14:18
21.

Zitat von kanzlermacher
...aber der Titel klingt reißerisch. Den wirklichen Skandal oder gar eine "Sammelwut" kann ich da nicht sehen.
mich überrascht schon etwas, dass Polizei und Staatsanwaltschaft einfach so Ermittlungsakten an private Firmen weitergibt und das eine Firma anscheinend ohne Probleme an Asylanträge und Kontodaten kommen kann.
Mir war nicht bewusst, dass das anscheinend so einfach möglich ist. Normalerweise kann man ja nicht mal seine eigenen Ermitllungsakten anfordern, sondern braucht einen Anwalt, der dann Akteneinsicht beantragt.

Ich finde das, freundlich ausgedrückt, inakzeptabel. Dagegen ist die Sammelwut von Google oder Facebook Kleinkram. Stellen sie sich mal vor, Google würde ihren Kontostand kennen um ihnen dann Werbeangebote, die auch zu Ihrem Geldbeutel passen, anzuzeigen. Oder sie bekommen Werbung von Anwälten angezeigt, weil Google weis, dass gegen Sie ermittelt wird. Das würden dann wohl die meisten befremdlich finden.

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roterwildfang 21.08.2012, 14:23
22.

Ich habe mir jetzt die Beiträge durchgelesen und bin ehrlich nicht sicher, ob es so einigen klar ist, was die Allianz hier getan hat. Im Zuge eines Versicherungsfalles z.B. geheime Einsicht auf private Kontendaten eines Versicherten zugegriffen um die Geldein- und Ausgänge zu prüfen, wegen Verdacht auf das Geldwäschegesetz! Dabei festzustellen, daß es eine Akte gegen den Sohn wegen Drogenkonsums gibt. Also - Schaden hin - Schaden her - mit welchem Recht geht eine Versicherung hin und überprüft das Privatleben der Menschen die einen SChadensfall melden? Was hat der Schaden eines Brandes damit zu tun, daß man gleich die polizeiliche Akte des Sohnes wegen Drogenmissbrauchs speichert? Was hat ein Asylbewerberantrag denn bitteschön mit einem Versicherungsfall zu tun? Das ist kein Witz mehr, was die Allianz hier getan hat. Sie sammelt Daten von menschen, die diesem Konzern vertrauen und hortet sie, gibt sie an irgendwelche Mitarbeiter weiter. Ist sich einer bewusst, was dieser Konzern da wirklich tut? Das leben von menschen ausspionieren, Akten über sie anzulegen und zu überprüfen in Bereichen die so gar nichts, aber auch nichts mit der abgeschlossenen Versicherung zu tun haben. Die Allianz als Datenmonster brisanter Daten..... hier gehört ein Riegel vorgeschoben und zwar ganz schnell. Und meine allerwichtigste Frage an dem ganzen ist: WOZU sammelt ein Konzern wie die Allianz solche sensiblen Daten von seinen Kunden? Was hat eine Allianz damit vor? Darüber müsste man sich Gedanken machen!

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McUtty 21.08.2012, 14:23
23. Selbst erlebt

Wollte mal alle Privat- und Firmenversicherungen auf die Allianz übertragen, bei der Firmenhaftpflicht gabs meinerseits noch eine telefonische Nachfrage.
Ich rief also den zuständigen Agenturmitarbeiter an, der meinte, das könne nur sein Boß in der Schadensbearbeitung klären und wolle Rückfragen.
Durch einen (vermutlich) Schaltfehler hatte ich dann seinen Boß an der Stripe, der mich für den Sachb. hielt.
Er sagte recht wörtlich: Egal was abgeschlossen wird, diese Versicherungstarife sind alle Betrug und werden von uns grundsätzlich nicht reguliert, notfalls klagen wir durch alle Instanzen. Sagen sie dem Kunden ruhig was zu.
Nun, ich sagte ihm, ich sei der Kunde und das wäre ganz nett zu wissen, wie die Allianz darüber denkt.
Gut, dass meine Verträge noch nicht wasserdicht waren.

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roterwildfang 21.08.2012, 14:25
24. optional

@graintraider: Die Aufregung besteht darin, daß ein Unternehmen Daten von Menschen sammelt, die absolut nichts mit einer bestehenden Versicherung und einem gemeldeten Schaden zu tun haben. Was bitteschön hat die Allianz einen Asylantrag samt Familiendaten von Angehörigen zu speichern? und zu verwerten? Oder Zugriff auf Konten zu tätigen, nur weil man schnell drauf zugreifen kann - da die Bank praktischerweise dem gleichen Konzern angehört?

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Unruhe 21.08.2012, 14:26
25.

Zitat von deus-Lo-vult
Können Sie das eventuell genauer erläutern? Sie meinen also, wenn ich einem Versicherungsunternehmen nicht jahrlang die Treue halte, dann verdiene ich auch keine Angemessene Entschädigung im Versicherungsfalle? Sind sie vlt Versicherungsagent, dem einige Kunden davongelaufen sind?
Sie verdienen "angemessene" Entschädigung und bekommen diese auch. Schließlich haben Sie rechtlich einen Anspruch auf die Versicherungsleistung. Sie sollten allerdings auch Ihre Police mit den zugehörigen AGBs lesen. denn dort wird beschrieben und deffiniert, was im Schadenfall zu zahlen ist. Sollte etwas nicht versichert sein (Ausschlüsse) bekommen Sie auch i.d.R. nichts. Evtl. lässt sich die Versicherung auf Kulanz ein. Dies ist aber bestimmt nicht der Fall, wenn Sie erst seit kurzem Kunde bei dieser Das sollte man beim wechsel auf jeden Fall berücksichtigen ;)

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labudaw 21.08.2012, 14:27
26. mir hat ein Versicherungsfachmann mal gesagt: Versicherung ist staatlich

Zitat von sysop
Die Allianz hat offenbar Probleme, Daten ihrer Kunden zu schützen. Polizeiliche und staatsanwaltliche Ermittlungsakten, Asylanträge, Zeugenaussagen und andere Unterlagen drangen nach draußen, sie liegen SPIEGEL ONLINE vor. Das Unternehmen nennt einen Privatdetektiv als Ursache für das Datenleck.
sanktionierte Strassenräuberei..

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nebenjobber 21.08.2012, 14:27
27.

Zitat von sappelkopp
Und deshalb ist die Lust ja auch so hoch, nicht immer die volle Wahrheit zu sagen. Denn wer hat denn bisher wirklich einen Schaden voll ersetzt bekommen?
Ihr Name scheint Programm...
Vollen Schadenersatz erhalten Leute, die ihrer Schadenminderungs- und aufklärungspflicht vollumfänglich nachkommen. Wer meint dabei Fakten unter den Tisch fallen zu lassen / leicht zu verändern, ist bei einer Ablehnung selber schuld.
Ein Paradebeispiel ( aus meiner pers. Erfahrng ) ist bei Privathaftpflichtfällen die Aufsichtspflichtverletzung. Der mißtrauische Kunde schwört natürlich diese niemals verletzt zu haben.....und wundert sich dann über ne Ablehnung..;)

Zitat von sappelkopp
Viel schlimmer ist die Praxis der Autoversicherer, sich Schäden zu teilen, obwohl es trotz eindeutiger Beweise "keinen Schuldigen" gibt. Gegen diese Praxis können Sie als Kunde nichts machen. Vorteil der Versicherungen, ein Blechrempler mit 1.800 Euro Schaden stuft im ungünstigsten Fall vier Versicherungen hoch.
Beispiel? Darauf wäre ich wirklich mal gespannt. M.M. kann niemals "kein Schuldiger" vorliegen, allein schon wegen der im Zweifelsfall geltenden Gefährdungshaftung, die beim Betrieb eines Vehikels greift.

Ich hoffe ich versaue Ihnen nicht den Tag, aber im ungünstigsten Fall können Sie in der Haftpflichtversicherung um 15 Jahre zurückgestuft werden ( von SF 35 in SF 20 ).

Trotzdem kein Grund zur Panik,denn Prozentmäßig hieße das ( Bsp VHV ) gerademal eine Hochstufung von 20 auf 27% ( unabhängig wie hoch der Schaden war ).

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spon-facebook-1676230772 21.08.2012, 14:30
28. Viel Lärm um nichts

Kann mir jemand verraten, wo der Skandal ist? Versicherungsen allgemein prüfen im Schadenfall. Dazu fordert man u.a. Ermittlungsakten an. In diesen liegt oft aller möglicher Mist ab, der nicht direkt was mit dem Fall an sich zu tun hat. Aber es könnte ja mal wichtig werden. Bei den Staatsanwaltschaften macht sich sicher keiner die Mühe, die Akten entsprechend zu säubern. Und daran ist plötzlich die Versicherung schuld? Naja...

Im aktuellen Fall hat ein Dritter Unterlagen widerrechtlich an SPON weitergegeben. Wo liegt die Schuld der Allianz? Das sie den Vertrag mit dem Detektiv gekündigt hat? Hat SPON eigentlich für diese Infos gezahlt? Wenn ja, ist das eigentlich legal?

Letzte Frage: irgendwer meinte, dass die Rechtsabteilungen größer sind als die Kundenberatungen. Da würden mich mal echt Zahlen interessieren. Mit Bauchgefühlen kann ich persönlich immer so wenig anfangen, ich bevorzuge dann doch lieber Fakten und (wenn möglich) auch Quellen.

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roterwildfang 21.08.2012, 14:31
29. optional

Davon einmal abgesehen, braucht man für einen großen Teil dieser Daten eigentich richterliche Beschlüsse oder Anzeigen um diese Informationen überhaupt zu bekommen. Also ist es doch nichts anderes, als ein riesiger Datensumpf in dem eine Versicherung wie die Allianz offensichtlich hingeht und diverse Stellen kräftig mit Geld schmiert um an Daten zu kommen. Wundert mich auch persönlich nicht! Vor 22 Jahren habe ich meinen letzten Vertrag mit der Allianz gekündigt und bin seitdem kein Kunde mehr. Ca. 10 mal in der Zeit umgezogen und bekomme trotzdem pünktlich zu Weihnachten eine Karte von dem ehemaligen Vertreter. Von mir hat er meine jeweils neuen Adressen nicht!

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