Forum: Wirtschaft
Initiative zu Enteignungen: "Auch jemand mit 5000 Euro im Monat muss in Berlin fragen
imago images/ WDR

Mit ihrer Initiative "Deutsche Wohnen und Co. enteignen" mischen Michael Prütz und Rouzbeh Taheri die Berliner Politik auf; am Samstag startet die Unterschriftenaktion. Was genau wollen die beiden?

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dweik01 06.04.2019, 13:31
170. Links mal wiedernicht zu Ende gedacht.

Das ist an sich nichts Neues, hat aber ggf verheerende Auswirkungen. Die Enteignung wäre gleichzusetzen mit Kapitalverkehrskontrollen. Kapital würde fluchtartig das Land verlassen! Diese Auswirkungen wären für die Gemeinschaft viel schlimmer (und teurer), als die "staatlichen" Kosten entweder Marktpreise zu bezahlen (wodurch der Wohnraum aber nicht mehr wird) oder noch besser selbst mehr zu bauen, wodurch effektiv mehr Wohnraum entsteht. Es ist und war nicht der "Markt, der gegen die Mieter" arbeitet, es war der Berliner Senat, der offenbar in weiträumige Inkompetenz sowohl das Bevölkerungszuwachs wie auch die Wohnbedürfnisse ignoriert hat, seine Finanzen nicht in den Griff bekommt und gleichfalls strategisch versagte! Und genau diese Parteien wurden in Berlin immer wider gewählt. Die Debatte wirft ein Schlaglicht auf die politische Kompetenz und die gesellschaftliche Grundhaltung, den Bock zum Gärtner zu machen. Schuld sind immer die anderen.
Abgesehen davon ist es dummdreist naiv zu glauben eine "demokratisch geführte" Wohnungsbaugesellschaft wäre in irgendeiner Weise effektiv. Dazu müssten erstmal alle "Wahlberechtigten" wohnwirtschaftlich kompetent sein. Das Ergebnis hat man am Ende der Kombinate gesehen. Das Ziel bezahlbaren Wohnraums ist wichtig und ehrbar, sollte politische Priorität haben. Aber bei der hier dargestellten Umsetzung geht es nur um persönliche Bereicherung auf Kosten anderer. Da stehen die Linken den Turbokapitalisten in nichts nach.

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MichaelundNilma 06.04.2019, 13:57
171. Der ÖR machts möglich

Zitat von redwed11
Woher Sie die Miete bei der Deutsche Wohnen von 6,20 Euro haben, bleibt Ihr Geheimnis. Das die Fehler mit der Verkäufen der Wohnungen gemacht wurden kann doch nicht bedeuten, dass diese Fehler nicht korrigiert werden. Wir sollten zufrieden sein wenn Politiker Ihre Fehler einsehen und versuchen diese wieder gut zu machen. Das durch die Vergesellschaftung keine einzige Wohnung mehr entsteht bestreitet doch keiner. Aber mit bezahlbaren Mieten bleibt auch der Mietspiegel auf einer erträglichen Höhe und danach richten sich dann die Mietsteigerungen der anderen Wohnungen. Damit haben alle Mieter etwas davon. Wenn Sie sich im Schwarzwald eine so teure Wohnung leisten können ist das Ihr Vergnügen aber deshalb müssen doch nicht auch die Berliner Mieter diese hohen Mieten zahlen.
Die Zahlen stammen von der Berliner Stadtregierung anläßlich eines Interviews im ÖR. Danach wurde festgestellt, das eine Mietdifferenz von 10 Prozent zu den Mieten von Berliner Sozialwohnungen keinesfalls einen Enteignungsgrund darstellt. Vielleicht sollten Sie einen Blick in die Verfassung unter dem Begriff Eigentumsgarantie durchlesen. Danach kann jeder Eigentümer mit seinem Eigentum, im Rahmen der Gesetze, machen was er will. Sie haben sicher ein Auto. Kann ich sie jetzt dazu zwingen mir Ihr Auto zu verkaufen, nur weil ich das will oder mir ein neues zu teuer ist ? In welcher Welt leben Sie ?

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2undvierzig 06.04.2019, 14:35
172. Über die Verhältnisse leben - können Berliner gut!

"Auch jemand mit 5000 Euro im Monat muss sich in Berlin fragen, wie lange er sich die Miete noch leisten kann"
Sinnvollerweise sagt man 1/3 Miete, 1/3 Rücklagen/Sparen, 1/3 Leben.
Bei 5.000€/Monat sind das 1.667€ bei einer Miete von 10€ (Siehe anderen Artikel) sind das warm ca. 15€ - dafür kann man satte 110m² mieten - Wo bitte ist das Problem?

Können die Berliner - wie auch Ihr Senat - nicht mit dem Geld haushalten/wirtschaften?
Geht alles in Hip und ex und hopp?

Oder Interpretieren hier "Aktivisten" ein Grundrecht auf 150m² Altbau Bestlage nach neustem Standard für 450€/Monat (warm versteht sich)?

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x+n 06.04.2019, 16:15
173.

Zitat von redwed11
Auch Unsinn. Wohnungen mit 20 Euro m2 und mehr braucht kein ehrlich arbeitender Mensch in Berlin. Un für den Wohnungsbau für Normalbürger reichen die Kommunalen Wohnungsgesellschaften und die Gemeinnützige Baugenossenschaften. Da der Senat von Berlin Bauland nur an die beiden genannten Formen der Wohnungsgesellschaften vergibt, ändert sich nichts. Es weiter weiter gebaut werden aber ohne die Abzocker von Vonovia, Deutsche Wohnen und Konsorten. Ein enormer Fortschritt für die Mieter.
Mit der von Ihrer Idee herbeigeführten Verknappung wird es nun mal teurer. Angebot und Nachfrage. Wer sich dann die 40 qm für 800 € nicht leisten kann, hat Pech gehabt. Das sind die asozialen Folgen dessen, was Sie vorhaben. Das Bisschen was Komunen und Genossenschaften bauen ist da nicht mal der heiße Tropfen auf den Stein.

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Yves Martin 06.04.2019, 16:53
174.

Zitat von redwed11
Auf "Investoren" wie Deutsche Wohnen", Vonovia" und Konsorten kann Berlin gerne verzichten. Es gibt ausreichend gemeinnützige Unternehmen die Wohnungen erstellen. Sollen die Heuschrecken doch in andere Städte ziehen und dort die Mieter ausplündern, dann wird sich auch dort der Widerstand entwickeln.
Was genau qualifiziert Sie persönlich dazu, öffentlich darüber zu urteilen, worauf Berlin verzichten kann?

Und wie heissen diese "gemeinnützigen" Unternehmen denn und wo genau befinden sich die Wohnungen, die sie erstellen? Wo ist das Problem, wenn es "ausreichend" davon gibt? Wenn die "ausreichenden" Genossenschaftswohnungen dann auch noch günstiger sind als die der "Heuschrecken", bleiben Letztere leer.

Ich habe mal einen Gegenvorschlag: Wenn man 100.000 H4-Empfänger aus Berlin in die neuen Bundesländer zwangsumsiedelt (in einem Rechtssystem, in dem Immobilienbesitzer enteignet werden können, würde auch ein Zwangsumzug problemlos funktionieren), sinkt in Berlin die Nachfrage nach Mietwohnungen, und der Markt entspannt sich. So easy.

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x+n 06.04.2019, 16:59
175.

Zitat von redwed11
Bei einem Einkommen von ca. 1500 Euro mit Kind ist das ein großes Problem. Aber was kümmert das die abzockenden Vermieter. Denn eines ist diesen Raffkes völlig fremd, Empathie. Es zählt nur raffen, raffen, raffen und das mit aller Brutalität.
Staatliche Zuschüsse beantragen und wenn es die nicht gibt wohin ziehen, wo es preiswerter ist. Für eine Person mit Kind sind 68 qm auch recht üppig.

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x+n 06.04.2019, 17:02
176.

Zitat von redwed11
Weil die Mieter dann von einer Heuschrecke gehen und einer anderen Heuschrecke in die Hände fallen. Daher muss die Macht dieser asozialen Unternehmen gebrochen werden. Denn alle diese "Vermieter" sind nur an einem interessiert, den Mietern so viel Geld wie möglich aus der Tasche ziehen um die Gewinne extrem zu steigern.
SIE schreiben doch in Beitrag 157: "Es gibt ausreichend gemeinnützige Unternehmen die Wohnungen erstellen."
Was denn nun?

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Yves Martin 06.04.2019, 17:07
177.

Zitat von redwed11
Das war nur eine Antwort an Sie, der das Eigentum als das alles überragende in diesem Land sieht und für den die Würde der Mieter dabei eine völlig untergeordnete Rolle spielt. Für Sie scheint nur Geld und noch mehr Geld zu raffen auf diese Welt zu zählen. Und je mehr einer raffen kann umso mehr hat er Ihre Sympathie. Aber gleich und gleich gesellt sich gern. Meine Sympathie gehört den Schwachen und das sind die Mieter. Und nicht die skrupellosen mit allen legalen und illegalen Tricks arbeitenden Vermieter, denen Empathie ein absolutes Fremdwort ist. Wer die Wuchermiete nicht zahlen kann hat ja noch die Möglichkeit unter einer Brücke zu leben, es gibt ja genügend. Netter Umgang mit Menschen. Aber es ist ja alles legal, dafür sorgen dann die teuren Anwälte der Heuschrecken und der Mieter ist immer der Dumme. Recht hat immer der skrupellose Raffke.
Mein Gott, soviel Stammtisch und Verschwörungstheorie in gerade mal 14 Zeilen. Das muss man erst mal hinbekommen. Haben Sie es nicht drei Nummern kleiner?

Ziehen Sie nach Brandenburg, bestrafen Sie die Miethaie mit dem Entzug Ihrer Millionen. Die werden schon noch sehen, was es für ein Fehler war, nicht auf Sie gehört zu haben!

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x+n 06.04.2019, 17:12
178.

Zitat von 2undvierzig
"Auch jemand mit 5000 Euro im Monat muss sich in Berlin fragen, wie lange er sich die Miete noch leisten kann" Sinnvollerweise sagt man 1/3 Miete, 1/3 Rücklagen/Sparen, 1/3 Leben. Bei 5.000€/Monat sind das 1.667€ bei einer Miete von 10€ (Siehe anderen Artikel) sind das warm ca. 15€ - dafür kann man satte 110m² mieten - Wo bitte ist das Problem? Können die Berliner - wie auch Ihr Senat - nicht mit dem Geld haushalten/wirtschaften? Geht alles in Hip und ex und hopp? Oder Interpretieren hier "Aktivisten" ein Grundrecht auf 150m² Altbau Bestlage nach neustem Standard für 450€/Monat (warm versteht sich)?
Alternativ kann man davon locker 400000 finanzieren bei den derzeitigen Zinsen. Am Anfang der Tilgung gibt man dann etwas mehr als das drittel aus, aber durch Lohnsteigerungen in den Jahen kommt man später darunter.

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macjackson 07.04.2019, 11:07
179. .... ich dachte immer

Zitat von Yves Martin
Mein Gott, soviel Stammtisch und Verschwörungstheorie in gerade mal 14 Zeilen. Das muss man erst mal hinbekommen. Haben Sie es nicht drei Nummern kleiner? Ziehen Sie nach Brandenburg, bestrafen Sie die Miethaie mit dem Entzug Ihrer Millionen. Die werden schon noch sehen, was es für ein Fehler war, nicht auf Sie gehört zu haben!
.... der Begriff Stammtisch wäre für die rechte Seite gebunkert. Aber ansonsten haben Sie recht ;-) Das was der User da aneinander reiht, hört sich an wie die Sprüche auf den Plakaten einer Aktivistendemo. Das ist gefühlt auch das eigentliche Problem Berlins. Berlin hat zu viele Aktivisten und zu wenig Realisten. Das Problem eines Aktivisten ist, dass der gesellschaftliche Mehrwert, den er imstande ist zu produzieren recht gering bis negativ ist. Man denke nur an die Farce mit dem google Campus in Kreuzberg. Jede andere Stadt würde Luftsprünge machen, wenn sie so eine Gelegenheit bekäme. Nicht so Berlin mit seinen Aktivisten. Die feiern sich dafür, dass sie den Verrottungsprozess mit ein paar stumpfen Parolen aktiv weitergestaltet haben.

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