Forum: Wirtschaft
Insolvente Großreederei: Auf Hanjin-Frachtern wird Wasser und Essen knapp
REUTERS

Nach dem Kollaps der Großreederei Hanjin Shipping dümpeln über 70 Schiffe der Koreaner auf den Weltmeeren. Gläubiger wollen die Frachter beschlagnahmen, wenn sie Häfen anlaufen. Die Lage an Bord spitzt sich zu.

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Ungetuem 11.09.2016, 15:59
10. Nö, so nennt man es nicht!

Zitat von susiwolf
nennt man das in Schifffahrtskreisen, wenn die Schiffe weder laden noch löschen können/dürfen. Hafenbehörden: Keine Lotsen, keine Schlepper, keine Liegeplätze, keine ,provision' (Lebensmittel) keine schiffsbetogenen Arbeiten: reparieren (schweißen) u.v.a.m. Keine Durchfahrt durch Schleusen, kein Festmachen an Dalben - Lade- und Löschplätze tabu. Was eben bleibt, ist Ankern auf Reede. Und das kostet (zusätzliches) Geld - täglich ... Dennoch, die Mannschaft wird nicht verhungern und verdursten. Vorhandene Eigenmittel (auch schiffseigene Trinkwasserzubereitungsanlagen, Betriebsstoffe und Treibstoffe) sowie Seemannsmissionen und sonstige Institutionen werden über kurz ode lang ,aktiv' werden ... Deutschlands hervorragende Position im Welthandel (Exportweltmeister) wird durch diese heranwachsende südkoreanische Konkurrenz sicherlich nicht geschwächt werden. Allerdings ist das Fatale der Dominoeffekt, der sich weltweit fortsetzt, nicht zu unterschätzen. Nicht nur für Hanjin Shipping, sondern weltweit !
Man legt ein Schiff nämlich IN die Kette!

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hf1205 11.09.2016, 16:01
11. Ein einfaches Benützen

Zitat von susiwolf
Vorhandene Eigenmittel (auch schiffseigene Trinkwasserzubereitungsanlagen, Betriebsstoffe und Treibstoffe) sowie Seemannsmissionen und sonstige Institutionen werden über kurz ode lang ,aktiv' werden ...
der Suchmaschine hätte Ihnen geholfen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Trinkwasserversorgung_auf_Schiffen


Außerdem sollten Sie einmal erklären, wie die Seemannsmission auf Hoher See, außerhalb der Hoheitsgewässer, an Bord der Schiffe kommen soll? Der Kapitän hat zudem das Recht, den Zutritt zu Verweigern.
Das Problem wird sich aber bald lösen, wenn der Druck der Mannschaft zu groß wird, muss der Kapitän irgendwann einen Hafen ansteuern, egal welche Order er vom Reeder hat. Sonst könnte er auf dem Speiseplan landen.

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tomrobert 11.09.2016, 16:06
12. Der Kapitalismus frisst sich selbst!

Scheint sich mehr und mehr an zu deuten,der Kapitalismus entwickelt sich zurück. Freies Unternehmertum ist nicht mehr eine Chance zum aufstieg sondern, auch für Investoren, ein immer unkalkulierbares Risiko das die Unternehmen selbst nicht mehr tragen können.
Auch hier , wie bei VW oder den Banken, wird der Staat , also der Steuerzahler eingreifen müssen.
Das stellt das System selbst mehr und mehr in Frage.

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BarisP 11.09.2016, 16:08
13. ...welche Wirtschaftskrise?

In mainstream - Medien wird doch von anhaltender Erholung gesprochen! Nutzen die Maßnahmen der Zentralbanken etwa nicht??

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wardawas? 11.09.2016, 16:09
14. jede Medaille hat zwei Seiten

Die Globalisierung bringt uns einerseits australische Kiwi und andererseits aber eben auch viele teilweise absurde Abhängigkeiten. Da der neue Gott Wachstum heisst und ihn so viele anbeten, passiert regelmässig was wir auch in diesem Fall sehen: noch mehr Schiffe für noch mehr Globale Transporte, dann plötzlich (?) zu viele Schiffe und sinkende Frachtraten dann eine grosse Insolvenz und schliesslich ein paar Lückenfüller die von der Pleite eines Konkurrenten enorm profitieren indem die Preise rasant steigen. Zusammengefasst also die idealen Verhältnisse für Spekulanten und Abzocker. In der virtuellen Welt der Börsen, wird die reale Welt auf den Kopf gestellt. Wer am Ende die Zeche zahlt, ist jedem klar der bei Verstand ist. Die G20, und nicht nur die, handeln aber nicht so als ob ihnen klar wäre dass es nur diese eine Erde für die Menschheit gibt. Vielmehr herrscht der Egoismus und jeder der es sich leisten kann drückt seine egoistischen Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durch. Ein radikal anderes Denken ist gefordert, die Spezies Mensch ist zur Kooperation und Solidarität fähig, muss aber dann und wann daran erinnert werden.

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hugotheKing 11.09.2016, 16:11
15. Symptomatisch für ein reflexartiges Land

Südkorea ist ein Land, das bekannt ist als seine Schnelligkeit. Gibt es eine Katastrophe wie Sewol-Fährenunglück, dann wird der Kapitän möglichst schnell und hochbestraft, gibt es einen MERS-Ausbruch, dann werden schnellst neue Gesetze eingeführt und alles ist schnell schnell wieder in Ordnung, oder etwa nicht? Nein, es gibt Dinge, die lange Zeit absehbar waren und dazu gehören die Überkapazitäten und unwirtschaftlich arbeitenden Redereien und Schiffproduzenten. Anstatt rechtzeitig die Kapazitäten abzubauen oder in andere Bereiche zu investieren, haben die Managements dem Druck der mächtigen Gewerkschaften gebeugt.
Das Ergebnis sehen wir nun. Aber das ist erst der Anfang. Die großen Schiffbauer DSME, Hyundai Heavy Industries und Samsung Heavy Industries (Nr. 1,2 und 4 der Welt) werden entweder stark schrumpfen müssen, oder werden fusionieren müssen, oder pleite gehen müssen.

Dass die großen Chaebols aus der Asienkrise nichts gelernt haben. Es wird höchste Zeit für das kleine Land. Es muss einsehen, dass es sehr riskant ist, auf einige wenige große Konglomerate zu verlassen. Das Land braucht, wie Deutschland viele Mittelständler. Notfalls müssen sie auch große Konglomerate zerschlagen wie damals in der Asienkrise notgedrungen getan wurde.

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berthold.moeller 11.09.2016, 16:12
16. Interessant...

Ja was ist denn nun. Wenn es soviel Uberkapazitäten gibt, dann sind die drei Prozent ja leicht aufzufangen.

Würde mich interessieren, wer die Verantwortung trägt, wenn die Besatzung auf einem Schiff wirklich verhungert. Ich halte es für selbstverständlich, dass alle Schiffe in einen Hafen laufen, damit dass Wohl der Besatzung sichergestellt ist. Draußen auf See halte ich dass in so einer Situation für unverantwortlich... .

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nofreemen 11.09.2016, 16:13
17. agieren statt reagieren

Das Frachtgeschäft ist eine zu wichtige Sparte als das man es dem freien Markt überlassen darf. Die G20 super schlauen haben das Thema aber nicht mal auf dem Traktandum.

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vollimbiss 11.09.2016, 16:16
18. Geht nicht Herbert Diess

Zitat von Herbert Diess
Einfach in den nächsten Hafen fahren, fertig. Dass Seemänner so ein Kasperletheater mitmachen, unglaublich.
Wer soll den Dampfer an den Kai legen ohne Schlepper und Festmacher? Ist kein Alsterdampfer der magnetisch anlegt.

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rockwater 11.09.2016, 16:16
19. Überssehandel verpestet die Weltmeere

- Weg damit und wieder auf Windjammer umgestellt!
Nur noch absolut notwendige Produkte sollten weltweit verschifft werden.
Diese sog. Globalisierung war ein Irrweg der kapitalistisch-ausbeuterischen Geschichte.

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